„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ nimmt dich Christina Hillesheim mit in die Tiefenpsychologie der Angst. Basis ist das Buch „Grundformen der Angst“ von Fritz Riemann, das vier grundlegende Charaktertypen und ihre typischen Ängste beschreibt.
Die zentrale Idee: Angst entsteht häufig, wenn wir innerlich aus der Balance geraten und wichtige Bedürfnisse unterdrücken. Wenn du verstehst, woher deine Angst kommt, kannst du viel liebevoller und wirksamer mit ihr umgehen.
Fritz Riemann beschreibt vier Grundformen der Angst, die eng mit bestimmten Charakterstrukturen verbunden sind. Meist finden wir uns schwerpunktmäßig in einer Form wieder, oft aber mit Anteilen aus mehreren.
Wichtig: Keine Form ist „falsch“ oder „schlecht“. Es geht darum, das eigene Muster zu erkennen und wieder mehr innere Balance zu finden.
Menschen mit schizoider Ausprägung wirken oft distanziert, unnahbar, dabei sind sie in Wahrheit meist sehr sensibel. Sie haben ein starkes Bedürfnis nach Individuation und Freiheit und gleichzeitig eine Angst vor Hingabe.
Häufige Merkmale:
Christina erklärt, dass viele dieser Menschen in der Kindheit Ablehnung durch wichtige Bezugspersonen erlebt haben. Als Schutzreaktion haben sie gelernt, sich innerlich zurückzuziehen. Nähe bedeutet für sie oft Gefahr.
Lernaufgabe: behutsam Vertrauen entwickeln, sich schrittweise auf Nähe einlassen und gleichzeitig das Bedürfnis nach Rückzug respektieren.
Der depressive Charakter ist der Gegenpol zum schizoiden. Diese Menschen sind meist sehr einfühlsam, beziehungsorientiert und haben eine starke Sehnsucht nach Liebe, Nähe und Vertrautheit. Ihre Grundangst: Verlassenwerden und Alleinsein.
Typische Kennzeichen:
Oft wurden diese Menschen in der Kindheit sehr bemuttert. Ihnen wurde vieles abgenommen, sodass der natürliche Drang, selbst zu handeln, weniger entwickelt wurde. Später fehlt dann das Durchsetzungsvermögen, eigene Wege zu gehen.
Lernaufgabe: Selbstständigkeit aufbauen, Grenzen setzen, eigene Bedürfnisse ernst nehmen – ohne die Verbindung zu anderen zu verlieren.
Der zwanghafte Charakter ist geprägt von Ordnung, Kontrolle und Genauigkeit. Diese Menschen haben Angst vor Chaos, Unberechenbarkeit und starken Gefühlen. Spontaneität macht ihnen oft Stress.
Typische Merkmale:
Christina beschreibt, dass diesen Menschen Spontanität und freies Verhalten in der Kindheit oft „abtrainiert“ wurden. Sie waren vielleicht lebhafte Kinder, die immer wieder gemaßregelt wurden. Dadurch entstand das innere Bild, dass es immer eine „richtige“ Lösung geben muss – und dass man sie finden muss, um sicher zu sein.
Lernaufgabe: Unsicherheit und Unvollkommenheit zulassen, kleine Risiken eingehen, Emotionen Raum geben und Kontrolle bewusst lockern.
Der hysterische Charakter stellt das Gegenstück zum zwanghaften dar. Diese Menschen lieben Freiheit, Risiko und Abwechslung und vermeiden alles, was nach Begrenzung, Pflicht oder Verantwortung aussieht.
Erkennbar an:
In der Kindheit wurden sie oft als „liebenswürdig“ und „reizend“ erlebt und selten gemaßregelt. Sie bekamen viele Komplimente für ihr Äußeres, aber eher selten für ihre Fähigkeiten. Dadurch haben sie gelernt, sich stark auf ihr Erscheinungsbild und Wirkung nach außen zu verlassen.
Ihre größte Angst ist die Angst vor Begrenzungen und vor einer nüchternen Realität, die Verpflichtungen mit sich bringt.
Lernaufgabe: Verantwortung annehmen, innere Stärken entwickeln, Realität als sicheren Rahmen statt als Bedrohung erleben.
Eine der wichtigsten Botschaften dieser Folge: Angst ist ein Signal für inneres Ungleichgewicht. Christina beschreibt, wie ein Therapeut ihr im Burnout einmal sagte, dass Angst aus der Unterdrückung von Impulsen, Wünschen und Bedürfnissen entsteht. Dieser Satz hat sie tief berührt.
Du und dein Körper habt viele bewusste und unbewusste Bedürfnisse. Wenn diese dauerhaft nicht gelebt werden, kann daraus Angst entstehen.
Wichtige Punkte aus der Folge:
Christina betont, dass gesunde Erwachsene die vier Grundimpulse besser in Einklang halten können. Bei psychischen Erkrankungen fällt dieses innere Balancieren oft schwerer, was zu intensiveren und vielfältigeren Ängsten führen kann.
Statt Angst nur loswerden zu wollen, lädt Christina dich ein, den Blick zu verändern. Sie beschreibt einen liebevolleren Umgang mit Angst als Wachstumschance.
Ein schönes Bild aus der Folge: „Nimm die Angst mit in den Bus.“ Das stammt von einer Therapeutin, die Christina begleitet hat. Die Angst darf da sein, aber sie sitzt nicht am Steuer. Du fährst.
Hilfreiche Gedanken aus der Folge:
Christina ermutigt dich, genauer hinzuschauen: In welcher der vier Grundformen hast du dich am meisten wiedererkannt? Wo erkennst du deine Kindheitsprägungen? Allein dieses Verstehen kann bereits entlasten und ein erster Schritt zu mehr innerer Freiheit sein.
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