„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
Im Podcast „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit Psychologin und Hypnose-Coach Insa Uhlenkamp darüber, warum es so schwer ist, im Job Nein zu sagen, sich krank zu melden und eigene Grenzen zu respektieren – und wie du das Schritt für Schritt ändern kannst.
Insa Uhlenkamp ist Psychologin und Hypnose-Coach. Sie begleitet vor allem Frauen, die unter starkem inneren Leistungsdruck leiden – hin zu mehr Leichtigkeit, Selbstliebe und gesunden Grenzen im Job. In ihrer Arbeit verbindet sie Coaching mit Hypnose, innerer-Kind-Arbeit und der Arbeit mit inneren Kritikern.
Viele, die morgens nicht mehr aufstehen wollen oder mit Angst zur Arbeit gehen, fragen sich: „Bin ich im falschen Job oder stehe ich mir selbst im Weg?“
Insa lädt dazu ein, zuerst die eigenen Bedürfnisse klarzubekommen, bevor gleich eine Kündigung im Raum steht.
Statt nur „Ich bin unglücklich im Job“ zu denken, hilft es, konkreter hinzuschauen:
„Die Tätigkeit ist oft gar nicht so schlimm, die Führungskraft ist auch gar nicht so schlimm. Aber man steht sich selbst im Weg, weil man keine Grenzen setzt.“
Wenn du deine Bedürfnisse kennst, prüfe als Nächstes:
Ein Beispiel von Insa: In einer eigenen Vorstufe zum Burnout hat sie sich das Ziel gesetzt, zu einer bestimmten Uhrzeit Feierabend zu machen. Allein dieses Ziel hat deutlich gemacht, ob der Job in der Realität dazu passt – oder nicht.
Nicht immer ist der Job das Problem. Manchmal ist es die eigene innere Haltung:
Oft ist es eine Mischung aus beidem: ungesunde Strukturen im Job und ungesunde Muster in dir. Genau da setzt die Arbeit von Insa und auch Christinas eigene Geschichte an.
Kaum ein Thema beschäftigt Christinas Community so sehr wie die Frage: „Wann bin ich krank genug?“ Viele schleppen sich zur Arbeit, obwohl der Körper längst Stopp schreit.
Eine Klientin von Insa lag nachts wach, weil sie wusste, sie muss sich am nächsten Tag krankmelden. Nicht wegen der Krankheit selbst – sondern wegen der Angst vor dem Anruf.
Insa empfiehlt einen einfachen Morgen-Check:
Wenn die ehrliche Antwort lautet: „Ich würde mich auf die Couch legen und Tee trinken“, ist das ein deutliches Signal.
Für die akute Situation hilft ein kleiner Plan, um den Kopf zu entlasten:
„Dann kann dein Mindfuck kurz Pause machen, weil die Nachricht schon fertig ist.“
Wichtig dabei:
Christina beschreibt, wie sie im Burnout gar kein Gefühl mehr dafür hatte, wo ihre Grenze ist – ein Klassiker bei Menschen mit Perfektionismus und People Pleasing.
Mögliche Ursachen:
Hilfreiche Fragen an dich selbst:
Gesellschaftlich wird Kranksein oft abgewertet, in manchen Firmen sogar durch Boni für wenig Krankheit „bestraft“. Umso wichtiger, dass du für dich eine gesunde Norm setzt – Menschen sind nun einmal mehr als ein-, zweimal im Jahr krank.
Ein einfacher, aber kraftvoller Perspektivwechsel:
Insa: „In den meisten Fällen denken wir: Total nachvollziehbar, krank ist krank.“
Spannend ist auch:
Der Satz „Nein“ ist kurz – und für viele trotzdem eine riesige mentale Hürde. Dahinter steckt häufig die Angst, andere zu enttäuschen, nicht mehr gemocht zu werden oder „nicht gut genug“ zu sein.
Christina erzählt von einem wichtigen Satz ihrer Therapeutin: Du musst lernen, das schlechte Gefühl nach einem Nein auszuhalten.
„Ich dachte oft: Hätte ich doch lieber Ja gesagt, dann würde ich mich jetzt nicht so schlecht fühlen. Aber genau darum geht es: das auszuhalten.“
Insa beschreibt das schlechte Gewissen oft als eine Form von Angst, die im Körper spürbar wird – etwa als Druck in Brust oder Bauch.
Ihr Ansatz:
Christina berichtet, wie sie nach dem Burnout angefangen hat, im Job, in der Familie und im Freundeskreis Nein zu sagen – und überrascht war:
„Die Leute haben gesagt: ‚Stimmt, ist vielleicht wirklich viel, ich mach das selbst.‘ – Das war ganz anders, als ich es mir ausgemalt hatte.“
Ein Beispiel aus Insas Praxis: Eine Klientin mit starkem Leistungsanspruch, die sich im Sport und im Job bis zur Erschöpfung angetrieben hat.
Nach der Arbeit mit Coaching und Hypnose konnte sie unter anderem:
Das sind keine „kleinen“ Schritte – es sind neue Muster, die langfristig Überforderung und Burnout vorbeugen.
Ein wichtiger Mindshift:
Gerade Eltern kennen die Schuldgefühle, etwa beim Thema Smartphone und Kinder. Statt dich fertig zu machen, hilft:
Christina war selbst ein Jahr wegen Burnout krankgeschrieben. Beide betonen: Heilung ist individuell – und sie folgt nicht dem Kalender deines Arbeitgebers.
Insa teilt ein Bild, das ihr geblieben ist:
„In manchen Kulturen hat das Zeichen für Krise auch die Bedeutung von Chance.“
Ein Burnout, eine Depression oder eine Angststörung sind keine „Strafe“, sondern können eine Radikal-Pause sein, in der du:
Im Vergleich zu früheren Generationen, die oft einfach „durchgezogen“ haben und ihren Schmerz nie aufarbeiten konnten, haben wir heute die Chance, innezuhalten und bewusst neue Wege zu gehen.
Christina räumt mit typischen Katastrophengedanken auf wie: „Dann stehe ich unter der Brücke, finde nie wieder einen Job.“
Fakt ist (für Deutschland):
Natürlich ist eine Kündigung oder längere Erkrankung kein Spaziergang. Aber du bist nicht rechtlos ausgeliefert. Es gibt Strukturen, die dich auffangen – auch wenn deine Angst das gerne ausblendet.
Christina beschreibt ihren Weg aus der Angst so:
Auch Insa kennt das aus eigener Erfahrung mit einer diagnostizierten Angststörung: Mit der Zeit wird die innere Unsicherheit kleiner, weil du immer wieder erlebst: „Ich kann damit umgehen.“
Beide betonen:
Christina schreibt in ihrem Buch und sagt auch im Podcast: Der Sinn ist nicht, eine Krise „wegzutherapieren“ und danach wieder zu funktionieren wie vorher. Der Sinn ist, dein Leben so zu verändern, dass es deutlich besser wird als davor.
„Ich bin heute viel glücklicher als vor meinem Burnout – und hätte das damals niemals für möglich gehalten.“
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