Ortsgebundene Angst: Wenn Fahrstuhl, Flugzeug oder Kasse Panik auslösen

09.06.2025
Ortsgebundene Angst- Wenn Fahrstuhl, Flugzeug oder Kasse Panik auslösen

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Ortsgebundene Ängste verstehen und überwinden: So bleibst du handlungsfähig

Plötzlich sitzt du im Flugzeug, stehst an der Supermarktkasse oder fährst durch einen Tunnel – und dein Körper schaltet auf Alarm: Herzrasen, Schweiß, Schwindel, Gedanken wie „Ich halte das nicht aus“ oder „Ich komme hier nie wieder raus“. In dieser Folge von „Angst unplugged“ zeigt Diplom-Soziologin und SPIEGEL-Bestsellerautorin Christina Hillesheim, wie du genau in solchen Momenten wieder mehr Sicherheit in dir findest.

Es geht um ortsgebundene Ängste wie Platzangst, Flugangst oder die Angst an Orten, an denen du „nicht einfach wegkannst“ – etwa Tunnel, Flugzeuge oder Kassenschlangen. Du erfährst, was in deinem Körper passiert, warum die Gedanken „Ich halte das nicht aus“ nicht der Realität entsprechen und mit welchen vier konkreten Tools du dir Schritt für Schritt deine Freiheit zurückerobern kannst.

Was hinter ortsgebundenen Ängsten steckt

Ortsgebundene Ängste haben oft einen gemeinsamen Kern: das Gefühl, ausgeliefert zu sein und einen Ort nicht einfach verlassen zu können. Typische Situationen sind:

  • Flugzeug (Flugangst)
  • Tunnel oder Autobahn
  • Supermarktkasse oder enge Warteschlangen

Christina beschreibt zwei typische Entstehungswege:

  • Konkretes Schlüsselerlebnis: „Ich war mal in einem Tunnel im Auto und dann ist mir schlecht geworden und da kam ich nicht raus und das war ganz schlimm – und seitdem habe ich Angst davor.“
  • Gedankliche Horrorszenarien: Du malst dir im Kopf aus, was theoretisch alles passieren könnte – und meidest den Ort, obwohl nie wirklich etwas passiert ist.

In beiden Fällen verstärkt sich die Angst oft dadurch, dass du beginnst zu glauben, du würdest es nicht aushalten. Genau hier setzt die Folge an.

Dein Körper in der Angstreaktion: Was wirklich passiert

Wenn du dir in einer Situation sagst „Ich kann hier nicht weg, ich halte das nicht aus“, reagiert dein Körper mit typischen Stresssymptomen:

  • Herzrasen
  • Schwitzen
  • Schwindel
  • Gedanken wie „Jetzt kippe ich hier um“

Das führt zu einer Angstspirale: Symptom – Katastrophengedanke – noch mehr Symptome. Christina macht klar:

„Rede dir nicht ein, dass du das nicht aushalten kannst. Das ist einfach nur deine Angst, die dir das erzählt. Es hat nichts mit der Realität zu tun.“

Entscheidend ist der Perspektivwechsel:

Christinas zentrale Botschaft zieht sich durch die ganze Folge:

„Wir können schwere Dinge aushalten.“

Auch mit Angst kannst du Auto fahren, ins Flugzeug steigen oder an der Supermarktkasse stehen. Die Angst macht es unangenehm, aber sie macht dich nicht handlungsunfähig.

Tool 1: Dein gedanklicher Safe Space – ein sicherer Ort in dir

Menschen mit Angst fehlt oft ein inneres Gefühl von Sicherheit. Genau hier hilft der gedankliche Safe Space – ein innerer Rückzugsort, den du überall hin mitnehmen kannst.

So kannst du ihn dir aufbauen:

  • Stell dir einen Ort vor, an dem du dich absolut sicher und geborgen fühlst.
  • Nutze positive Affirmationen, zum Beispiel:
    • „In mir ist ein Ort der Ruhe.“
    • „Außen mag es laut sein, in mir kann es ruhig sein.“
    • „Ich bin sicher in mir, egal wo ich bin.“
  • Verbinde diesen Ort mit möglichst vielen Details: Farben, Gerüche, Geräusche, Temperatur.

Diesen inneren Rückzugsort kannst du in jeder Situation aktivieren:

  • an der Kasse
  • im Auto
  • im Tunnel
  • im Flugzeug

Je öfter du diesen Safe Space trainierst, desto sicherer wirst du in dir selbstunabhängig vom Außen.

Tool 2: Schrittweise Desensibilisierung – in kleinen Dosen zurück ins Leben

Statt Orte dauerhaft zu meiden, empfiehlt Christina eine sanfte, aber klare Strategie: Desensibilisierung in kleinen Schritten. Das bedeutet, du näherst dich deiner Angst nach und nach an, ohne dich zu überfordern.

Beispiele für einen schrittweisen Aufbau:

  • Bei Flugangst:
    • Flugvideos anschauen
    • Zum Flughafen fahren und Flugzeuge beobachten
    • Erst einen Kurzstreckenflug buchen, bevor du Langstrecke fliegst
  • Bei Tunnel- oder Autofahrten:
    • Kurzstrecken mit vertrauter Begleitung fahren
    • Zuerst kurze Tunnel, dann längere
    • bekannte Strecken wählen, bevor du neue testest
  • Bei Angst an der Supermarktkasse:
    • Zeiten wählen, in denen weniger los ist
    • bewusst eine Schlange wählen, in der du nur wenige Minuten anstehst
    • dich mit der Zeit auch längeren Schlangen stellen

Wichtig dabei:

  • Überfordere dich nicht, aber bleib in Bewegung.
  • Jeder kleine Schritt ist ein Sieg für dein Nervensystem.
  • Je öfter du Situationen durchstehst, desto mehr verblassen die Angstverknüpfungen.

Tool 3: Dein persönlicher Anker – etwas, das dich ins Hier und Jetzt holt

Ein Anker ist etwas, das dir in Angstsituationen Halt gibt und dich wieder ins Hier und Jetzt zurückholt. Christina empfiehlt:

  • Atmung als Anker
    • z.B. die Boxatmung (Einatmen – Halten – Ausatmen – Halten, jeweils gleich lang)
    • andere Atemübungen aus dem Podcast, die du vorher übst
  • Sinnes-Anker
  • Haptische Anker

Christina betont: Auch wenn du einen Anker nutzt, schaffst du es trotzdem alleine. Der Anker ist keine „Krücke“, sondern eine Unterstützung, während du lernst, dich selbst zu regulieren.

Frage dich:

  • Was beruhigt mich besonders schnell?
  • Was kann ich in jeder Situation unauffällig nutzen?

Teste verschiedene Anker und bleib bei 1–2 Favoriten, die du bewusst trainierst.

Tool 4: Zurück in den Körper – raus aus dem Gedankenkarussell

Angst sitzt stark im Kopf: „Was wäre, wenn…?“, „Was, wenn ich hier umkippe?“. Um diese Spirale zu unterbrechen, hilft Körperwahrnehmung und Achtsamkeit. Christina empfiehlt, bewusst in den Körper zu gehen.

Konkrete Ideen:

  • Im Flugzeug:
    • Spüre deine Oberschenkel auf dem Sitz.
    • Spüre deine Füße auf dem Boden.
    • Stell dir vor, wie Wurzeln aus deinen Füßen tief in den Boden wachsen.
  • In der Supermarktschlange:
    • Spüre das Gewicht deines Körpers auf deinen Füßen.
    • Stell dir vor, du stehst wie ein Baum, fest verwurzelt im Boden.
  • Zusätzliche Körperübungen:
    • Hände kurz kräftig anspannen und wieder loslassen.
    • Dich leicht ausschütteln, wenn es die Situation erlaubt.

In deinem Kopf kannst du jederzeit Bilder erzeugen, die dir helfen, dich sicherer zu fühlen. Die Kombination aus innerem Safe Space und Körperwahrnehmung bringt dich zurück ins Spüren – und damit raus aus der Panik im Kopf.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum der Satz „Ich kann das nicht“ deine Angst größer macht, als sie ist.
  • Wie du lernst, Dinge mit Angst zu tun, statt auf Angstfreiheit zu warten.
  • Die ermutigende Erinnerung: „Wir können schwere Dinge tun und aushalten.“
  • Einladung zum Austausch über eigene Erfahrungen mit Platzangst, Flugangst und ähnlichen Situationen.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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