„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
Angststörungen und Mama-Sein – passt das überhaupt zusammen? Viele Frauen fragen sich: „Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich Ängste habe?“ oder „Übertrage ich meine Angst auf mein Kind?“. In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina Hillesheim offen darüber, wie Mütter mit Angststörungen mit ihren Gefühlen umgehen können, ohne ihre Kinder zu überfordern – und wie sie das Mama-Sein wieder genießen lernen.
Christina ist selbst Mama von zwei Kindern, hatte einen Burnout und kennt Angst und innere Unruhe aus eigener Erfahrung. Ihre Botschaft: Dein Kind braucht keine perfekte, sondern eine echte, präsente Mama.
Einer der größten inneren Konflikte vieler Mütter mit Angststörungen: der Anspruch, alles perfekt machen zu müssen. Christina beschreibt, wie sie sich vor ihren Schwangerschaften fragte:
„Schaffe ich das überhaupt? Sollte ich lieber keine Kinder bekommen?“
Ihre Therapeutin gab ihr damals einen Satz mit, der zu einem ihrer wichtigsten Leitgedanken geworden ist:
„Kinder brauchen keine perfekten Eltern – die gibt es auch gar nicht.“
Jedes Kind wächst mit den Stärken und Schwächen seiner Eltern auf. Wenn eine Mutter keine Ängste hat, hat sie vielleicht andere Themen. Entscheidend ist nicht, dass du „fehlerlos“ bist, sondern wie du mit deinen Herausforderungen umgehst.
Für dein Kind ist das wertvoll, wenn es erlebt:
Perfektionismus setzt Kinder unter enormen Druck. Wenn du unbewusst vermittelst „Du musst immer funktionieren, darfst keine Angst haben, darfst keinen Fehler machen“, entsteht in ihnen das gleiche starre Bild, unter dem du selbst leidest. Dein Kind profitiert also nicht von deiner Perfektion, sondern von deiner Menschlichkeit.
Viele Mütter mit Angststörungen versuchen, ihre Gefühle vor den Kindern zu verstecken. Aus Angst, die Kinder zu verunsichern, tun sie so, als wäre alles in Ordnung, obwohl innerlich Panik, Überforderung oder Traurigkeit toben.
Christina macht deutlich: Gefühle sind nicht das Problem – das Problem ist, wie wir sie bewerten und mit ihnen umgehen.
Wenn du innerlich denkst:
dann spürt dein Kind trotzdem, dass „etwas nicht stimmt“ – kann es aber nicht einordnen. Dieses diffuse Gefühl von Unsicherheit macht oft mehr Angst als eine klar benannte Emotion.
Ein liebevoller, ehrlicher Umgang kann so aussehen:
Dein Kind lernt so ganz nebenbei:
Christina nutzt dazu eine schöne Metapher: Dein Kind muss nicht vor jedem Sturm des Lebens beschützt werden, aber es braucht das Gefühl: „Wir sitzen im Sturm, und Mama hält das Steuer.“ Das Kind braucht keine sturmfreie, sondern eine geführt-stürmische Kindheit, in der es sich nicht allein fühlt.
Angststörungen als Mama zeigen sich oft besonders stark, wenn es um die Gesundheit oder Sicherheit der Kinder geht: Fieber, Erkältung, Stürze, Krankheiten. Die Gedanken kreisen schnell um Worst-Case-Szenarien.
Hier hilft ein Perspektivwechsel, der Christina sehr unterstützt: „Kinder sind viel stärker, als wir glauben.“
Sie beschreibt, wie beeindruckt sie von der Kraft selbst kleinster Frühchen ist – von diesem grundlegenden Lebenswillen. Wenn solch winzige Kinder kämpfen können, dann wird dein Kind mit zwei, drei oder vier Jahren in vielen Situationen ebenfalls mehr verkraften, als du ihm zutraust.
Natürlich geht es nicht darum, Leichtsinn mit Vertrauen zu verwechseln. Es braucht eine gesunde Balance:
Mit jeder Erfahrung, die dein Kind erfolgreich meistert, wächst nicht nur sein Selbstvertrauen, sondern auch dein Vertrauen in seine Stärke.
Viele Mütter mit Angststörungen verlieren irgendwann die Freude an ihrem Alltag mit Kind, weil sie ständig funktionieren, an alle denken, nur nicht an sich selbst. Der innere Satz lautet dann oft: „Ich muss nur für die Kinder da sein, ich bin nicht wichtig.“
Christina setzt genau dort an und lädt dich ein, das Mama-Sein neu zu betrachten:
Du darfst Dinge tun, die dir gut tun – mit und ohne Kinder.
Statt dich ausschließlich an den Interessen deiner Kinder auszurichten, kannst du beides verbinden:
Dein Kind erlebt so eine Mama, die nicht nur funktioniert, sondern lebt. Und genau das prägt langfristig auch sein eigenes Verhältnis zu Selbstfürsorge.
Ein zentrales Thema der Folge: Schuldgefühle und schlechtes Gewissen. Viele Mütter kennen innere Sätze wie:
Christina macht deutlich: Es ist normal, kurz ein schlechtes Gefühl zu haben, wenn etwas passiert ist oder du einen Fehler gemacht hast. Problematisch wird es, wenn dauerhaft alles von Schuld überlagert ist – auch dann, wenn du dich nur mal um dich kümmerst.
Ein wichtiger Satz aus der Folge:
„Dein Kind braucht keine andere Mama – dein Kind braucht genau dich.“
Und du kannst dann am besten für dein Kind da sein, wenn du nicht völlig ausgebrannt bist. Oft ist es hilfreicher,
Statt dich unter Druck zu setzen, „den ganzen Tag bewusst da zu sein“, empfiehlt Christina kleine, realistische Schritte:
Damit nimmst du Druck raus, bleibst freundlicher mit dir und erlebst gleichzeitig mehr verbindende Momente mit deinem Kind. Und noch etwas: Du darfst dein Kind auch als Ressource zur Co-Regulation sehen – viele Mütter kennen das Gefühl, dass es unglaublich beruhigend sein kann, einfach neben dem konzentriert spielenden Kind zu sitzen und zuzuschauen.
Am Ende der Podcastfolge teilt Christina einen konkreten „Nervensystem-Hack“, der ihr selbst sehr geholfen hat: Ordne deine Angst zeitlich ein.
Hintergrund: In akuter Angst verschwimmt oft das Zeitgefühl. Es fühlt sich an, als würde dieser Zustand „für immer“ bleiben. Genau das verstärkt die Panik.
Wenn du merkst, dass Angst hochkommt, sage dir bewusst:
Damit vermittelst du deinem Nervensystem: Angst ist ein vorübergehender Zustand, keine Dauerrealität. Du machst dir bewusst, dass du schon oft zwischen Entspannung und Anspannung hin- und hergewechselt bist – und dass dein System das auch jetzt wieder kann.
Das kann direkt helfen, innerlich ruhiger zu werden, weil du dich aus dem Gefühl einer „endlosen Angstschleife“ herauslöst. Angst wird so zur Momentaufnahme, nicht zu deiner Identität.
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