Angst, verrückt zu werden

5 Tipps gegen die Angst vor psychischen Krankheiten

Folge 346 | Angst, verrückt zu werden? Schizophrenie-Angst? Psychose-Angst? Was wirklich hilft!

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

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Angst vorm Verrücktwerden: 5 konkrete Tipps aus „Angst unplugged“

Viele Menschen mit Angststörung kennen sie: die diffuse, nagende Angst, „verrückt zu werden“, in der Psychiatrie zu landen oder eine schwere psychische Erkrankung zu entwickeln. In dieser Folge von „Angst unplugged“ teilt Gastgeberin Christina Hillesheim ihre eigenen Erfahrungen mit dieser Angst und gibt dir fünf klare, praxiserprobte Tipps, wie du wieder mehr innere Sicherheit finden kannst.

Angst vor psychischen Erkrankungen – warum sie so belastend ist

Christina beschreibt, wie ihre Angst sich zunächst vor allem auf körperliche Krankheiten wie Krebs richtete. Psychische Erkrankungen waren für sie weit weg – bis sie 2016 in einem Burnout und einer Depression landete.

Mit der Diagnose kam eine neue, sehr bedrohliche Angst:
Was, wenn ich in der Psychiatrie lande und nie wieder rauskomme? Was, wenn ich eine Schizophrenie oder manische Depression habe?

Hinzu kamen innere Bilder und Vorurteile:

  • „Wenn ich einmal eine Depression habe, bin ich für immer depressiv.“
  • „Wer in die Psychiatrie muss, bleibt da stecken.“
  • „Wenn ich so starke Stimmungsschwankungen habe, bin ich bestimmt manisch-depressiv.“

Diese Gedanken führten zu einer massiven Verunsicherung. Wie viele Betroffene begann Christina zu googeln und sich selbst mit Diagnosen zu überziehen. Genau an dieser Stelle setzten die wichtigsten Erkenntnisse und Tipps aus der Therapie an.

1. Du kannst dich nicht „hineindenken“ in eine Schizophrenie

Eine zentrale Entlastung kam von Christinas Therapeutin. Ihr Satz:

„Sie können sich nicht in eine Schizophrenie oder in eine manische Depression hineindenken.“

Was steckt dahinter?

  • Psychosen und schwere psychische Erkrankungen entstehen nicht dadurch, dass du dich gedanklich hineinsteigerst.
  • Wenn es so einfach wäre, könnte sich theoretisch jeder durch Grübeln „verrückt machen“ – was schlicht nicht der Realität entspricht.
  • Angstgedanken über psychische Erkrankungen sind selbst ein Symptom der Angststörung, keine Vorstufe einer Psychose.

Diese Sichtweise kann enorm beruhigen, weil sie eine klare Grenze zieht zwischen:

  • Angstgedanken („Was, wenn ich schizophren werde?“)
  • und einer tatsächlichen psychotischen Erkrankung

Du darfst dir bewusst machen:
Grübeln macht dich nicht schizophren. Grübeln macht dich erschöpft, verunsichert und ängstlich – aber es löst keine Schizophrenie aus.

2. Wenn du darüber nachdenkst, „verrückt“ zu sein, ist das ein gutes Zeichen

Ein weiterer Satz der Therapeutin hat Christina sehr geholfen:

„Wenn Sie noch darüber nachdenken, ob Sie verrückt sein könnten, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Sie es nicht sind.“

Warum ist das so?

  • Selbstreflexion ist ein Zeichen geistiger Klarheit.
  • In einer echten Psychose werden die eigenen Wahrnehmungen nicht mehr hinterfragt, sie werden als absolute Wahrheit erlebt.
  • Menschen mit Psychose sitzen in ihrer eigenen Realität fest und überlegen nicht permanent: „Bin ich verrückt oder nicht?“

Christina zieht den Vergleich zu einem Satz aus einem Workshop mit einem Arzt:

„Wenn du noch darüber nachdenkst, ob du einen Herzinfarkt hast, hast du wahrscheinlich keinen.“

Ähnlich ist es bei der Angst, verrückt zu werden. Das Grübeln selbst ist ein Zeichen dafür, dass dein Verstand noch sehr gut funktioniert – nur eben im Modus der Angst.

Wichtige Kernbotschaft:
Deine Angst, verrückt zu werden, beweist eher dein Bewusstsein – nicht dein Verrücktsein.

3. Fokus auf Lösungen: Psychische Erkrankungen sind behandelbar

Ein weiterer wichtiger Perspektivwechsel: Weg von der Katastrophe im Kopf, hin zu den realen Möglichkeiten der Behandlung.

Christina betont:

  • Die medizinische und psychotherapeutische Versorgung in Deutschland ist grundsätzlich sehr gut.
  • Gerade im Bereich psychische Erkrankungen gibt es viele wirksame Behandlungsangebote.
  • Selbst schwere Diagnosen wie eine manische Depression oder Schizophrenie sind behandelbar.

Statt immer wieder durchzuspielen, was alles Schlimmes passieren könnte, hilft es, sich bewusst zu fragen:

  • Was wäre, wenn ich tatsächlich erkranke – welche Unterstützung gibt es?
  • Wer könnte mir helfen (Ärzte, Therapeut:innen, Kliniken)?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen heute zur Verfügung?

Damit verschiebst du deinen inneren Fokus von:

  • Problemdenken: „Was, wenn…?“
  • zu Lösungsorientierung: „Selbst wenn – es gibt Hilfe und Wege.“

Das nimmt der Angst ihren absoluten Schrecken und gibt dir ein Stück Kontrolle zurück.

4. Hör auf zu googeln – und hol dir professionelle Einschätzung

Christinas vierter und fünfter Tipp gehören eng zusammen und sind gerade bei Angstsymptomen extrem wichtig.

Nicht googeln: Selbstdiagnosen schüren die Angst

Christina kennt es aus eigener Erfahrung: Symptom gegoogelt, Diagnose gefunden, Panik verstärkt. Vor allem bei Themen wie:

  • Schizophrenie
  • manische Depression / Bipolare Störung
  • Psychose

Ihr Appell ist klar:

  • Google nicht nach Anzeichen für psychische Erkrankungen.
  • Stell dir nicht Woche für Woche neue Diagnosen selbst.
  • Seiten im Internet kennen deine Vorgeschichte nicht, deinen Kontext nicht und auch nicht deine Angstproblematik.

Gerade bei starken Stimmungsschwankungen oder wechselnden Symptomen ist es typisch, dass die Angst den nächsten Begriff aufsammelt – und sich dann daran festbeißt.

Such dir einen guten Arzt oder eine gute Therapeutin

Statt zu googeln, empfiehlt Christina:

  • Hol dir eine professionelle Meinung von Expert:innen, die das gelernt und jahrelang praktiziert haben.
  • Such dir idealerweise eine Person, die ruhig bleibt und nicht auf jede deiner Befürchtungen „aufspringt“.
  • Sprich offen über deine Angst vor Diagnosen, Kliniken oder Medikamenten.

Christina selbst hatte das Glück, eine sehr klare Therapeutin zu finden. Als sie Angst hatte, manisch-depressiv zu sein, erklärte diese ihr ruhig, was eine echte Manie ausmacht, etwa:

  • massiv verändertes, untypisches Verhalten
  • zum Beispiel plötzlich Zehntausende Euro ausgeben
  • ein „Aus-dem-Ruder-Laufen“, das weit über normale Stimmungsschwankungen hinausgeht

So wurde deutlich:
Starke Stimmungswechsel sind noch keine manische Depression. Und genau solche Differenzierungen können nur Fachleute seriös treffen.

Kernbotschaft dieser beiden Tipps:

  • Verzichte auf Dr.-Google.
  • Nutz stattdessen die Expertise von Ärzt:innen und Therapeut:innen.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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