„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ teilt Gastgeberin Christina Hillesheim sehr persönlich, welche konkreten Schritte sie aus einer jahrzehntelangen Angststörung und einer mittelschweren Depression herausgeführt haben.
Die Folge richtet sich an dich, wenn du mit Angst, Panik, Depression oder Burnout kämpfst und dich fragst, was du im Alltag ganz praktisch anders machen kannst, um wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.
Christinas Wendepunkt kam, als sie nicht mehr gegen ihre Angst und Depression angekämpft hat, sondern innerlich stehen geblieben ist und gesagt hat: „Okay, es ist gerade so, wie es ist – und was jetzt?“
Sie beschreibt, wie lange sie gebraucht hat, um überhaupt zu akzeptieren, dass sie eine Depression hat, weil ihr Bild von Depression nicht zu ihr passte:
„Ich war immer ein super lebensfroher, umtriebiger Mensch. Dieses zu Hause liegen und nichts tun wollen – das war ich nie. Deswegen dachte ich lange: Ich kann doch keine Depression haben.“
Der erste große Schritt war für sie:
Statt in Grübelschleifen zu rutschen, übt sie, die Angst im Körper zu fühlen:
Christina erinnert daran, dass kein Gefühl für immer bleibt – auch eine Panikattacke hat ein Ende. Annehmen bedeutet für sie nicht „aufgeben“, sondern überhaupt erst die Basis schaffen, um etwas verändern zu können.
Ein weiterer entscheidender Hebel war für Christina, ihren Alltag bewusst umzugestalten. Ein Satz fasst es gut zusammen:
„Ich habe aufgehört, Dinge zu tun, die ich nicht tun möchte.“
Sie ist überzeugt, dass viele ihrer Ängste dadurch entstanden sind, dass sie über Jahre gegen ihre eigenen Bedürfnisse gelebt hat. Deshalb hat sie im Alltag konkret verändert:
Wichtig ist ihr dabei: Diese Routinen sollen dich unterstützen, nicht zusätzlich stressen.
Keine To-do-Liste, die du „perfekt“ abarbeiten musst, sondern ein liebevolles Experiment: Was tut dir wirklich gut? Was kannst du regelmäßig, aber entspannt in deinen Alltag integrieren?
Parallel dazu hat Christina angefangen, Dinge sein zu lassen, die ihr nicht guttun:
Sie lädt dich ein, deinen Alltag ehrlich zu überprüfen:
Ein großer Angst-Verstärker ist Schweigen. Christina beschreibt, wie sehr es ihr geholfen hat, offen über Angst und Depression zu sprechen – erst mit ihrem Umfeld, dann mit Therapeutinnen, später auch öffentlich.
Sie erzählt von typischen depressiven Gedanken wie:
„Es wird nie wieder besser. Ich werde für immer hier festhängen. Es ist alles super schlimm.“
Wichtig war für sie die Erkenntnis:
Gerade bei sehr belastenden oder „verbotenen“ Gedanken (z. B. Zwangsgedanken) ist das offene Aussprechen ein Schlüssel:
Christina betont:
„Es gibt keine schlimmen Gedanken.“
Belastend werden sie vor allem dann, wenn du glaubst, du seist der einzige Mensch mit „solchen“ Gedanken – und sie aus Scham in dir einsperrst. Wenn dein Gegenüber dir rückmeldet „Es ist nur ein Gedanke“, fällt oft schon ein großer Teil des Drucks ab.
Ihr Kernbotschaft:
Einer der transformierendsten Schritte war für Christina die Erkenntnis, dass sie ihren eigenen Gedanken nicht blind vertrauen muss.
„Ich dachte früher: Meine Gedanken sind die Realität. Ich wusste gar nicht, dass es eine Möglichkeit gibt, mich von meinen Gedanken zu distanzieren.“
Heute übt sie etwas anderes:
Gerade bei Angstgedanken hilft die Frage:
Christina beschreibt, wie befreiend dieser Perspektivwechsel sein kann. Denn wenn du deine Gedanken beobachten kannst, bist du mehr als deine Gedanken. Du bist nicht dein Angstfilm, du schaust ihn dir an.
Vor allem bei Angststörungen gilt für sie:
Abstand zu gewinnen heißt nicht, Gedanken „wegzudrücken“. Es bedeutet, sie wahrzunehmen, einzuordnen und dann bewusst zu entscheiden, worauf du deine Aufmerksamkeit wirklich richten willst.
Der vielleicht schwierigste, aber wichtigste Punkt auf Christinas Weg war Geduld.
Heilung war für sie kein „Ich mache jetzt alles richtig und dann bin ich in drei Monaten durch“-Prozess, sondern ein Weg mit vielen Kurven:
Ihre Botschaften dazu:
Heute liegt ihre Angsterkrankung so lange zurück, dass sie sich manchmal kaum noch erinnern kann, wie schlimm es war. Genau das hätte sie früher nie für möglich gehalten.
Sie macht dir Mut:
„Ich glaube ganz fest daran, dass auch du wieder glücklich werden kannst. Und dass du aus diesem Weg ganz viel für dich mitnehmen wirst.“
Heilung braucht Zeit – und es ist in Ordnung, wenn es so lange dauert, wie es dauert.
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