5 Dinge, die ich im Alltag verändert habe, um meine Angststörung zu überwinden

27.10.2025
Folge 379 | 5 Dinge, die ich im Alltag verändert habe, um meine Angststörung zu überwinden

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

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Inhalt

5 Dinge, die Christina im Alltag verändert hat, um ihre Angststörung zu überwinden

In dieser Folge von „Angst unplugged“ teilt Gastgeberin Christina Hillesheim sehr persönlich, welche konkreten Schritte sie aus einer jahrzehntelangen Angststörung und einer mittelschweren Depression herausgeführt haben.

Die Folge richtet sich an dich, wenn du mit Angst, Panik, Depression oder Burnout kämpfst und dich fragst, was du im Alltag ganz praktisch anders machen kannst, um wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.

1. Aufhören zu kämpfen: Die Angst annehmen statt sie wegdrücken

Christinas Wendepunkt kam, als sie nicht mehr gegen ihre Angst und Depression angekämpft hat, sondern innerlich stehen geblieben ist und gesagt hat: „Okay, es ist gerade so, wie es ist – und was jetzt?

Sie beschreibt, wie lange sie gebraucht hat, um überhaupt zu akzeptieren, dass sie eine Depression hat, weil ihr Bild von Depression nicht zu ihr passte:

„Ich war immer ein super lebensfroher, umtriebiger Mensch. Dieses zu Hause liegen und nichts tun wollen – das war ich nie. Deswegen dachte ich lange: Ich kann doch keine Depression haben.“

Der erste große Schritt war für sie:

  • Aufhören, gegen die Angst anzukämpfen
  • Gefühle als das sehen, was sie sind: vorübergehende Zustände
  • Annehmen, dass auch eine Depression eine Krankheit ist – und jeden treffen kann

Statt in Grübelschleifen zu rutschen, übt sie, die Angst im Körper zu fühlen:

  • Wo spürst du die Angst gerade? Brust, Magen, Kopf, Schwindel, Übelkeit?
  • Bleib bewusst bei diesem Gefühl, ohne permanent „Was wäre, wenn…?“ zu denken.
  • Lass die körperliche Welle der Angst durchlaufen und dann von selbst wieder abflauen.

Christina erinnert daran, dass kein Gefühl für immer bleibt – auch eine Panikattacke hat ein Ende. Annehmen bedeutet für sie nicht „aufgeben“, sondern überhaupt erst die Basis schaffen, um etwas verändern zu können.

2. Neue Routinen, klare Grenzen: Den Alltag angstfreundlich gestalten

Ein weiterer entscheidender Hebel war für Christina, ihren Alltag bewusst umzugestalten. Ein Satz fasst es gut zusammen:

„Ich habe aufgehört, Dinge zu tun, die ich nicht tun möchte.“

Sie ist überzeugt, dass viele ihrer Ängste dadurch entstanden sind, dass sie über Jahre gegen ihre eigenen Bedürfnisse gelebt hat. Deshalb hat sie im Alltag konkret verändert:

Gesunde Routinen etablieren

  • Handy ab 19 Uhr weglegen, um Nervensystem und Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen
  • Morgens eine Runde um den Block gehen, bevor der Tag richtig startet
  • Yoga vor der Arbeit, um Körper und Geist zu regulieren
  • Tagebuch schreiben, um Gefühle, Gedanken und Belastungen rauszulassen
  • Täglich eine Übung fürs Nervensystem (z. B. Atemübungen, kurze Entspannung, Meditation)

Wichtig ist ihr dabei: Diese Routinen sollen dich unterstützen, nicht zusätzlich stressen.

Keine To-do-Liste, die du „perfekt“ abarbeiten musst, sondern ein liebevolles Experiment: Was tut dir wirklich gut? Was kannst du regelmäßig, aber entspannt in deinen Alltag integrieren?

Grenzen setzen und „Nein“ sagen

Parallel dazu hat Christina angefangen, Dinge sein zu lassen, die ihr nicht guttun:

  • Mehr „Nein“ sagen zu Einladungen, Aufgaben und Erwartungen, die sich nicht stimmig anfühlen
  • Menschen seltener treffen, die ihr Energie nehmen statt geben
  • Ungesunde Verhaltensweisen reduzieren, die Stress und Angst verstärken

Sie lädt dich ein, deinen Alltag ehrlich zu überprüfen:

  • Was raubt dir Kraft?
  • Was gibt dir Kraft?
  • Wie kannst du kleine Bausteine einbauen, damit du dich in deinem eigenen Leben wohler fühlst?

3. Offen sprechen: Gedanken teilen statt sich dafür zu schämen

Ein großer Angst-Verstärker ist Schweigen. Christina beschreibt, wie sehr es ihr geholfen hat, offen über Angst und Depression zu sprechen – erst mit ihrem Umfeld, dann mit Therapeutinnen, später auch öffentlich.

Sie erzählt von typischen depressiven Gedanken wie:

„Es wird nie wieder besser. Ich werde für immer hier festhängen. Es ist alles super schlimm.“

Wichtig war für sie die Erkenntnis:

  • Das sind Symptome der Depression, nicht die objektive Wahrheit.
  • Weil du einen Gedanken hast, ist er noch lange keine Realität.

Gerade bei sehr belastenden oder „verbotenen“ Gedanken (z. B. Zwangsgedanken) ist das offene Aussprechen ein Schlüssel:

  • mit Freund:innen oder Familie
  • mit Ärzt:innen oder Therapeut:innen
  • mit anderen Betroffenen, z. B. in Selbsthilfegruppen oder Online-Communitys

Christina betont:

„Es gibt keine schlimmen Gedanken.“

Belastend werden sie vor allem dann, wenn du glaubst, du seist der einzige Mensch mit „solchen“ Gedanken – und sie aus Scham in dir einsperrst. Wenn dein Gegenüber dir rückmeldet „Es ist nur ein Gedanke“, fällt oft schon ein großer Teil des Drucks ab.

Ihr Kernbotschaft:

  • Du bist nicht alleine.
  • Gedanken sind nur Gedanken.
  • Darüber zu reden ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut.

4. Deinen Gedanken nicht alles glauben: Abstand zum Kopfkino gewinnen

Einer der transformierendsten Schritte war für Christina die Erkenntnis, dass sie ihren eigenen Gedanken nicht blind vertrauen muss.

„Ich dachte früher: Meine Gedanken sind die Realität. Ich wusste gar nicht, dass es eine Möglichkeit gibt, mich von meinen Gedanken zu distanzieren.“

Heute übt sie etwas anderes:

  • Gedanken wie Wolken beobachten: Sie kommen und gehen.
  • Sich fragen: Will ich diesem Gedanken glauben oder nicht?
  • Immer wieder prüfen: Ist das Realität oder Fantasie?

Gerade bei Angstgedanken hilft die Frage:

  • „Stimmt das wirklich, was ich gerade denke?“
  • „Was sind die Fakten – und was ist nur Kopfkino?“

Christina beschreibt, wie befreiend dieser Perspektivwechsel sein kann. Denn wenn du deine Gedanken beobachten kannst, bist du mehr als deine Gedanken. Du bist nicht dein Angstfilm, du schaust ihn dir an.

Vor allem bei Angststörungen gilt für sie:

  • Das meiste, was dir die Angst erzählt, ist Fantasie.
  • Sie malt Worst-Case-Szenarien, die mit der Realität oft wenig zu tun haben.

Abstand zu gewinnen heißt nicht, Gedanken „wegzudrücken“. Es bedeutet, sie wahrzunehmen, einzuordnen und dann bewusst zu entscheiden, worauf du deine Aufmerksamkeit wirklich richten willst.

5. Geduld mit dir selbst: Heilung ist kein gerader Weg

Der vielleicht schwierigste, aber wichtigste Punkt auf Christinas Weg war Geduld.

Heilung war für sie kein „Ich mache jetzt alles richtig und dann bin ich in drei Monaten durch“-Prozess, sondern ein Weg mit vielen Kurven:

  • zwei Schritte vor, einen zurück
  • gute Phasen, schlechte Phasen
  • Rückfälle, die sich manchmal wie ein kompletter Absturz anfühlen

Ihre Botschaften dazu:

  • Rückschläge gehören dazu und bedeuten nicht, dass alles umsonst war.
  • Du musst nicht „von vorne“ anfangen, nur weil es dir mal wieder schlechter geht.
  • Fortschritt erkennst du im Rückblick: Vergleiche dich mit dir selbst vor einem Jahr, nicht mit anderen.

Heute liegt ihre Angsterkrankung so lange zurück, dass sie sich manchmal kaum noch erinnern kann, wie schlimm es war. Genau das hätte sie früher nie für möglich gehalten.

Sie macht dir Mut:

„Ich glaube ganz fest daran, dass auch du wieder glücklich werden kannst. Und dass du aus diesem Weg ganz viel für dich mitnehmen wirst.“

Heilung braucht Zeit – und es ist in Ordnung, wenn es so lange dauert, wie es dauert.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie Christinas Lebenskrise 2016 zum Auslöser für echte Veränderung wurde
  • Warum das Priorisieren deiner mentalen Gesundheit kein Luxus, sondern notwendig ist
  • Ideen für kleine tägliche Nervensystem-Übungen im Alltag
  • Einladung, eigene „Gamechanger“ im Umgang mit Angst zu reflektieren und zu teilen
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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