Wut auf den Partner, Wut auf die Eltern, auf den Chef oder auf Freunde und Bekannte – wir kennen dieses kleine miese Gefühl im Bauch eigentlich alle. Und wir wissen daher auch, dass es uns meistens mehr schadet als nützt. Nicht selten entstehen psychische Probleme und Burnout aus unterdrückten Gefühlen wie Ärger oder Wut, die man nicht verarbeitet hat. Deshalb zeige ich Euch in diesem Blog Beitrag, wie Ihr innere Unruhe, Ärger und Wut loswerden könnt – in fünf einfachen Schritten. Meine Podcast Folge zu diesem Thema findet Ihr hier.
Wütend sein ist okay!
Gleich mal vorweg: Ärger und Wut zu fühlen und (in einem gesunden Maß) auszuleben ist ganz normal und EXTREM wichtig.
Das zeigt uns und anderen unsere Grenzen auf. Denn Wut im Bauch heißt im Klartext: Bis hierhin und nicht weiter!
Und das ist eine ganz wichtige Eigenschaft, die jeder Mensch besitzen sollte.
Stopp und Nein sagen können und uns von anderen abzugrenzen, sind essentielle Bestandteile eines glücklichen und zufriedenen Lebens.
Eine Zeit lang wütend zu sein, ist also nicht das Problem, sondern sogar sehr gut.
Wann ist es an der Zeit, die Wut loszulassen?
Aber schwierig und qualvoll für das eigene Leben wird es, wenn wir die Wut auf jemanden nicht mehr abstellen und demjenigen nicht verzeihen können und diese Gefühle ewig mit uns herumschleppen. Oder wenn wir die Wut und unseren Ärger über lange Zeit unterdrückt haben.
Damit wird die Wut auf Dauer zu einer Belastung für den eigenen Körper und den eigenen Geist.
So können viele psychische Probleme und Burnout unter anderem aus unterdrücktem Ärger und unterdrückter Wut entstehen.
Wut loswerden in 5 Schritten
Was können wir also tun, wenn wir unsere Wut und die damit verbundene innere Unruhe nicht mehr loswerden? Mit einigen praktischen Tipps, kann es dir leichter fallen, Wut loswerden zu können und wieder deine innere Ruhe zu finden.
1. Take Your Power Back!
Wenn du wütend auf jemanden bist, der dich verletzt hat, gibst du dem anderen eine unglaubliche Macht über dich. Und das fühlt sich doch echt besch… an, oder? Was jetzt also vor allem wichtig für dich ist: Hol dir deine Kraft zurück! Und dazu musst du raus aus der Opfer-Rolle!
Du kannst etwas gegen bestimmte Situationen in deinem Leben tun. Du bist nicht das Opfer!
Opfer sein macht dich schwach und das ist eine ganz undankbare Position, in der man sich nicht wohlfühlen kann.
Lasse nicht zu, dass der andere die Macht besitzt, dich dauerhaft wütend oder traurig zu machen. Dazu musst du dich von der deiner Vergangenheit und der Geschichte, die dich so wütend macht, lösen.
„Eine Opfer-Identität entsteht aus dem Glauben, dass die Vergangenheit mächtiger ist, als die Gegenwart. Das Gegenteil ist jedoch wahr.“
Eckart Tolle
2. Lerne zu verzeihen!
Du bist verletzt, dass dich jemand so behandelt hat. Du denkst, du hast etwas Besseres verdient. Das stimmt alles und ist auch völlig verständlich.
Aber wenn du denkst Groll und Wut auf jemanden zu hegen hat mit Selbstliebe zu tun, dann täuscht du dich ganz gewaltig. Denn du tust dir damit selbst absolut keinen Gefallen, wenn du permanent wütend auf eine andere Person bist. Ganz im Gegenteil.
Denn wütend sein ist verdammt anstrengend und Wut zu haben kostet verdammt viel Kraft. Es macht traurig und vergrämt und ein richtig glückliches Leben mit Unmengen an Wut zu führen, ist schier unmöglich.
Du solltest immer der wichtigste Mensch in deinem Leben sein, nicht der andere. Dein eigenes Leben kann sich nicht weiterentwickeln, wenn du weiter an der Vergangenheit festhälst.
Deshalb verzeihe dem anderen. Das heißt nicht, dass du es richtig findest, was der andere dir angetan haben mag. Verzeihen bedeutet vor allem eines: DIR wird es damit besser gehen und du kannst damit die schlechten Gefühle loslassen. Nicht, um dem anderen einen Gefallen zu tun, sondern in erster Linie für dich.
3. Nimm es nicht persönlich!
Der andere Mensch, hat dich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht absichtlich verletzt. Er hat sich nach besten Wissen und Gewissen so verhalten, wie er sich eben verhalten hat. Nach allem, was er bis zu diesem Zeitpunkt weiß, gelernt und erlebt hat, konnte er sich nicht besser wissen. Es ist keine persönliche Absage oder Beleidigung an dich als Mensch. Auch wenn sich das leider oft genauso anfühlen mag.
Aber wie kann man es schaffen, Dinge nicht mehr so persönlich zu nehmen?
Dazu hab ich eine schöne Geschichte vom leeren Boot bei mymonk gefunden: In Kurzfassung geht es um Folgendes:
Stell Dir einen extrem nebligen Tag vor. Du bist mit dem Boot auf einem See unterwegs und die Sicht ist sehr schlecht.
Plötzlich kommt ein anderes Boot auf dich zu und rammt dich und dein Boot mit voller Wucht.
Du wirst wütend und bist sauer auf das fremde Boot, da du erst gestern dein Boot mühsam frisch gestrichen hast.
Das andere Boot kommt langsam näher, du siehst genauer hin und bemerkst, dass es leer ist.
Niemand sitzt in diesem Boot. Also auch niemand, der dich mit Absicht gerammt hat.
Und dann löst sich deine Wut und deine innere Unruhe auf.
Du denkst: „Was solls!“ und die Sache ist gegessen.
Genauso kannst Du mit allen Dingen in Deinem Leben umgehen. Schuld ist immer nur das leere Boot.
4. Ersetze negative durch positive Gedanken!
Wenn du merkst, dass die Wut wieder in dir hochsteigt versuche die negativen Gedanken bewusst durch positive Gedanken zu ersetzen.
Entscheide dich bewusst dazu, dich von der Sache nicht mehr weiter runterziehen zu lassen und Deinen negativen Gedanken, die zur Wut führen einen Riegel vorzuschieben.
Jedes Gefühl fängt mit einem einzigen Gedanken an. Wenn du es früh genug schaffst, deine Gedanken zu kontrollieren, kommt der Ärger erst gar nicht hoch.
Denn wütende Gedanken machen wütende Gefühle und innere Unruhe.
Eine echte Expertin auf dem Gebiet des positiven Denkens und der positiven Affirmationen ist übrigens Louise Hay. Sie hat zahlreiche tolle Bücher zum Thema geschrieben. Vor allem lesenswert zum Thema positives Denken sind meiner Meinung nach vor allem ihre Bücher „Du kannst es!: Durch Gedankenkraft die Illusion der Begrenztheit überwinden“ und „Wahre Kraft kommt von Innen“.
Ein Fidget Ring kann ein nützliches Tool sein, um sich aus Gedankenschleifen herauszuholen und aktiv zu beruhigen.
Und er ist nicht nur ein tolles Anti Stress Tool – sondern auch wunderschön anzusehen 🥰
5. Wut loswerden ist ein Prozess!
Verzeihen und Wut loswerden ist ein Prozess, der Zeit braucht.
Setze Dich damit nicht unter Druck und wirf nicht die Flinte ins Korn, wenn nach ein paar freundlichen Gedanken oder Gesten, der alte Zorn wieder zurückkommt.
Verzeihen zu können braucht Zeit, loslassen muss man lernen, es ist ein Prozess. Und niemand hat behauptet, dass es einfach ist.
Aber wenn du dich immer wieder an das gute Gefühl und die innere Ruhe erinnerst, dass du spürst, wenn du mit dir selbst und der Welt im Reinen bist, wird es mit jedem Tag besser werden.
Wut loswerden – deine Challenge:
Schreib einen Brief an die Person, auf die du wütend bist. (Du musst ihn auch nicht abschicken).
Schreib alles auf, was sie getan hat, um dich zu verletzen. Gehe genau ins Detail und erkläre ihr, wie schlecht sich das für dich angefühlt hat.
Schreibe alles auf, was dir durch den Kopf geht und halte keinen Gedanken und kein Gefühl zurück.
Lass all deine Wut und deinen Ärger heraus, die du so lange unterdrückt hast.
Und dann gib die andere Person frei und schreibe unter alle deine Gedanken den letzten Satz: „Ich verzeihe dir! Ich lasse dich gehen. Du bist jetzt frei!“.
Wenn du diesen letzten Satz zu Papier gebracht hast, atme tief durch, wiederhole ihn in Gedanken „Ich verzeihe dir!“ und fühle bewusst in dich hinein.
Na, wie fühlt sich das an? Verzeihen und Wut loswerden kann verdammt befreiend sein, oder?
Über die Autorin: Christina von HappyDings ist Diplom-Soziologin, Spiegel-Bestsellerautorin und weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, unter Angst, Panik und Erschöpfung zu leiden. Nach einem Burnout und Jahren mit Depression und Angststörung hat sie ihr Leben grundlegend verändert .
Christina zeigt in ihren Workshops, Podcasts und Texten zusammen mit Ärzt:Innen, Fachleuten und Ex-Betroffenen, wie man Ängste und Sorgen loslassen und sich ein glückliches und freies Leben erschaffen kann.
FAQ - Häufige Fragen zu Wut loswerden
Warum staut sich Wut im Körper an?
Wut entsteht häufig, wenn Bedürfnisse übergangen, Grenzen überschritten oder Gefühle lange unterdrückt werden. Das Nervensystem bleibt dabei in Alarmbereitschaft, wodurch sich körperliche Anspannung aufbaut. Ohne Verarbeitung kann sich die Wut immer wieder durch Stress oder Reizbarkeit zeigen.
Wie zeigt sich unterdrückte Wut im Körper
Unterdrückte Wut kann sich durch Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, inneren Druck, Erschöpfung oder Magenbeschwerden zeigen. Auch Reizbarkeit, plötzliche emotionale Ausbrüche oder anhaltende Anspannung können Hinweise darauf sein, dass Emotionen im Körper festgehalten werden.
Warum fällt es mir schwer, meine Wut loszulassen?
Viele Menschen haben gelernt, Wut zu vermeiden oder als „negativ“ zu bewerten. Dadurch bleibt die Emotion innerlich bestehen. Erst wenn Wut verstanden und angenommen wird, kann das Nervensystem entspannen und die emotionale Spannung langsam nachlassen.
Was besagt die 3-Sekunden-Regel bei Wut?
Die 3-Sekunden-Regel bei Wut empfiehlt, vor einer impulsiven Reaktion kurz innezuhalten und bewusst zu atmen. Diese kurze Pause hilft dem Gehirn, aus dem automatischen Stressmodus auszusteigen, sodass man ruhiger reagieren und bewusster handeln kann.
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