„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
Angst ist mies. Sie hält dich von Dingen ab, die dir wichtig sind, und schiebt dich in Grübelschleifen, die dich nachts wachhalten. In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit Ralf Senftleben, dem Gründer des Portals Zeit zu leben, darüber, wie du mit Ängsten, Zweifeln und hartnäckigen Gedanken besser umgehen kannst – ohne dich selbst zu verlieren.
Die beiden zeigen, wie du:
Ralf Senftleben ist Gründer von Zeit zu leben, einem der ersten großen Online-Portale im deutschsprachigen Raum rund um persönliche Weiterentwicklung. Seit 1998 begleitet er Menschen dabei, sich selbst besser zu verstehen, mehr Klarheit über ihre Bedürfnisse und Werte zu bekommen und ein erfülltes Leben aktiv zu gestalten.
Sein Schwerpunkt: Selbstentdeckung, Gefühle regulieren, Blockaden überwinden und ins Handeln kommen. Ralf schreibt vor allem in seinem Newsletter über Themen wie Sorgen, Ängste, innere Widerstände und darüber, wie du dich „über dich selbst hinwegheben“ kannst, um das Leben zu leben, das du wirklich willst.
Viele versuchen, Angst loszuwerden oder komplett zu vermeiden. Ralf vertritt einen anderen Ansatz: Angst ist oft ein Zeichen dafür, dass du gerade an einer wichtigen Schwelle stehst.
„Der Weg zu dem, was dir wirklich, wirklich, wirklich wichtig ist, geht ja meistens durch die Angst durch. Das heißt, es ist wie so ein Tor zu einem besseren Leben.“
Ralf unterscheidet klar zwischen zwei Arten von Situationen:
Sein innerer Check:
„Ist das etwas, wo du jetzt Angst hast und dem du ausweichen kannst? Oder geht es hier eigentlich um was?“
Ralf bleibt bei einer klaren Definition:
Vertrauen hilft dir dabei, mutig zu sein. Aber es ersetzt die Angst nicht. Du gehst mit der Angst durch das Tor – nicht ohne sie.
Christina bringt es aus der Angst-Perspektive auf den Punkt: Vermeidest du ständig,
Darum ist eine hilfreiche Frage:
Wenn du etwas aus tiefem eigenen Wunsch tun willst (Freiheit, Reisen, Selbstständigkeit), lohnt es sich, die Angst bewusst auszuhalten</strong – mit einem klaren, größeren Sinn dahinter.
Viele Hörerinnen und Hörer kennen das: Abends oder nachts geht das Gedankenkarussell an, Horrorszenarien tauchen auf, du malst dir die schlimmsten Varianten aus – und kommst aus der Schleife nicht mehr raus.
Ralf setzt hier auf ein klares Werkzeug: Fragen stellen – am besten schriftlich.
Dein Gehirn ist so gebaut, dass es auf jede Frage eine Antwort sucht. Das kannst du nutzen.
Ungünstige Fragen sind zum Beispiel:
Sie ziehen dich tiefer in die Negativschleife. Hilfreiche Fragen dagegen lenken dein Denken in eine realistische und konstruktive Richtung:
Eine wichtige Perspektive dabei ist dein Einflussradius:
Ralf beschreibt es klar:
„Sich mit Dingen zu beschäftigen, die du einfach nicht kontrollieren kannst, ist eine Anleitung für ein emotionales Desaster.“
Christina und Ralf sind sich einig: Tagebuchschreiben ist eines der mächtigsten Tools gegen Angst und Grübeln.
Vorteile des Schreibens:
Ralf nutzt hierfür ein Set aus gezielten Fragen und hat dazu ein kostenloses E-Book mit den „7 besten Fragen gegen das Gedankenkarussell“ erstellt, das du dir über den Link in den Shownotes herunterladen kannst.
Ein weiterer zentraler Gedanke von Ralf: Lerne, innerlich mit dir zu sprechen wie ein guter Coach.
Das bedeutet:
Christina ergänzt: Gedanken nicht wegdrücken zu wollen (rosa Elefant), sondern sie wahrzunehmen und kritisch zu prüfen, nimmt ihnen langfristig ihre Macht – gerade bei Zwangsgedanken wie „Und dann sterbe ich…“.
Ein großer Teil der Folge dreht sich um die Frage: Wie entwickle ich Vertrauen – in mich und ins Leben –, wenn ich es als Kind nicht gelernt habe?
Ralf spricht offen darüber, dass er in einer Familie mit Alkoholismus aufgewachsen ist und früh Verantwortung übernehmen musste. Er nennt das heute eine „interessante Kindheit“ – nicht, um es schönzureden, sondern um seine Geschichte anders zu bewerten.
Seine Sicht:
Heute mag Ralf sein Leben und ist sich sicher: Ohne diese Vergangenheit wäre er vermutlich nicht da, wo er jetzt ist.
Christina beschreibt ein ähnliches Muster: Aus einer langen Angststörung und einer Depression entstand ihre heutige Arbeit, ihr Buch und der Podcast „Angst unplugged“.
Wichtige Unterscheidung:
Die Vergangenheit ist „vergossene Milch“ – du bekommst sie nicht zurück in die Flasche. Du kannst dich ein Leben lang ärgern oder dir eine neue Flasche holen.
Ralf bringt einen wichtigen, nüchternen Gedanken ein:
Worin du aber Vertrauen entwickeln kannst:
Hier kommt das Konzept der Selbstwirksamkeit ins Spiel:
Christina beschreibt das anhand ihrer Live-Workshops: Der erste war mit massiver Nervosität verbunden, heute laufen solche Auftritte fast „auf Knopfdruck“. Der Grund: Erfahrungen, die Vertrauen erzeugen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Umgang mit Gefühlen generell:
Christina berichtet aus ihrer Ausbildung zur Trauerbegleitung:
„Sit with it“ – also beim Gefühl bleiben, statt es sofort mit Sprüchen wie „Es wird schon wieder“ zu übertünchen.
Gleiches gilt für dich selbst:
Du darfst Angst, Trauer, Überforderung fühlen, ohne sie sofort zu bekämpfen oder zu betäuben (z. B. durch Arbeit, Essen oder Ablenkung). Gefühle ziehen durch dich durch, wenn du sie nicht krampfhaft festhältst oder wegdrückst.
Neben den „großen“ Themen wie Vertrauen und Vergangenheit geht es im Gespräch auch um ganz praktische Tools für akute Momente, in denen die Angst hochschießt.
Wenn Ralf merkt, dass in ihm starke Angst oder Stress aufsteigt, macht er etwas sehr Einfaches:
Zum Beispiel:
Das hilft, weil:
In einer Prüfungssituation ist das natürlich schwierig – aber für zu Hause, unterwegs oder im Alltag ein sehr wirksames Werkzeug.
Auch wenn vieles schon bekannt ist: Christina und Ralf sind beide Fans von Atemübungen, besonders wenn es ums Einschlafen oder um nächtliche Unruhe geht.
Eine einfache Variante:
Das aktiviert dein parasympathisches Nervensystem, also den Ruhe- und Entspannungsteil, und hilft, den Körper herunterzufahren.
Ralf nennt mehrere bewährte Methoden, mit denen du akute Gefühle regulieren kannst:
Unterstützend kannst du dir vorstellen, du hältst das Problem in deiner Hand und öffnest beim Wort „loslassen“ die Hand. In deiner Vorstellung fliegt das Gefühl weg oder löst sich auf.
Durch das wiederholte Durchgehen dieser Fragen (mehrere Runden) wird das Gefühl oft spürbar gedämpft, ohne dass du es wegdrückst. Gleichzeitig erkennst du: Ein Teil von dir hält unbewusst am Gefühl fest – und du darfst dich aktiv entscheiden, diese innere Erlaubnis zu geben.
Ein roter Faden durch die ganze Folge ist die Einsicht:
Typische Fehlverknüpfung:
Du darfst immer wieder prüfen:
Je öfter du das tust, desto leichter fällt es dir, Angstgefühle als Gefühle zu erkennen – nicht als Orakel.
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