„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
„Ich dachte, ich sterbe.“ – So beschreibt Elina Carrier ihre erste Panikattacke. Obwohl ihr körperlich nichts fehlte, war der Eindruck überwältigend real. In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Host Christina Hillesheim mit Elina über Panikattacken, Unterforderung in der Corona-Zeit, Burnout-Gefahr, Nervensystem-Regulation und die Macht von Gemeinschaft.
Die Folge richtet sich vor allem an Menschen mit Angststörungen, Panikattacken, Erschöpfung oder innerer Unruhe – und an alle, die verstehen wollen, was ihr Körper ihnen mit diesen „Alarmzeichen“ eigentlich sagen will.
Elina Carrier ist Unternehmerin, Moderatorin und Content Creatorin. Seit über zehn Jahren arbeitet sie auf Social Media, lange bevor „Influencerin“ ein etablierter Beruf war. Heute nutzt sie ihre Reichweite, um über mentale Gesundheit, Panikattacken und das Nervensystem zu sprechen und Menschen zu zeigen, dass sie mit ihren Themen nicht alleine sind.
Mit ihrem Projekt „Dinnerkonvos“ bringt sie Personen der Öffentlichkeit an einen Tisch, um über Themen wie mentale Gesundheit, Diversität oder Zykluswissen zu sprechen – offen, verletzlich und jenseits von polierter Social-Media-Fassade.
Elinas erste Panikattacke kam nicht im Stress-Chaos eines übervollen Terminkalenders, sondern in einer Phase, die von außen fast „perfekt entschleunigt“ wirkte.
Anfang 2021 verbringt Elina den Winter in Portugal. Corona, Regenwochen, ein kaltes Airbnb, viel Zeit allein:
Sie beschreibt diese Zeit als Mischung aus Überforderung und Unterforderung: Äußerlich passiert wenig, innerlich ist viel Unklarheit, Sinnsuche und diffuse Anspannung. Dann steht sie an den Klippen bei Lagos, vor meterhohen Wellen:
„Ich war plötzlich so krass überwältigt von dieser Naturgewalt … irgendwas fühlt sich komisch an.“
Herzrasen, Unruhe, ein Gefühl von Kontrollverlust – die Symptome verfliegen zunächst wieder. Doch in der Nacht kommt die Panik mit voller Wucht zurück. Elina liegt im Bett, ihr Herz rast, sie kann es nicht einordnen:
„Ich dachte, ich sterbe, obwohl körperlich ja nichts los ist. Das ist ja das Verrückte an Panik.“
Erst im Rückblick erkennt Elina, was ihr Nervensystem so aus der Bahn geworfen hat:
Sie beschreibt ihre Panik als Zeichen eines überforderten Nervensystems, nicht als Zeichen eines „schwachen Charakters“:
„Panik ist ja ein Gefühl, was uns eigentlich früher mal geschützt hat. Das Problem ist: Heute gibt es in unserer westlichen Welt oft keinen akuten Säbelzahntiger mehr. Dann wird Panik zum Zeichen, dass irgendwas im Nervensystem nicht in Balance ist.“
Nach einigen Wochen entscheidet sich Elina, ihre Erfahrung auf Instagram zu teilen. Die Reaktionen sind überwältigend:
Für Elina war das ein Wendepunkt:
Die wichtigste Botschaft aus dieser Phase:
Du musst Panik nicht alleine aushalten. Und sie sagt nichts darüber aus, wie „stark“ oder „schwach“ du bist.
Im Gespräch wird deutlich: Sowohl Panikattacken als auch depressive Phasen oder Burnout sind körperliche Warnsignale. Sie zeigen, dass etwas in deinem Leben nicht mehr im Gleichgewicht ist.
In der akuten Phase haben Elina klassische Tipps wie „benenne fünf Dinge, die du siehst“ nur begrenzt geholfen. Was für sie wirklich einen Unterschied gemacht hat:
„Resisting macht es schlimmer. Einfach in dieses Allowing gehen und wissen: Es fühlt sich gerade so an, aber es wird auch wieder weggehen.“
Genau dieses „Nicht-mehr-Weglaufen“ ist auch für Christina ein Kernpunkt: Viele geraten in einen Teufelskreis aus Vermeidung (nicht mehr U-Bahn fahren, nicht mehr einkaufen, nie allein sein). Der Weg heraus beginnt oft damit, sich der Angst in kleinen Schritten wieder zu stellen.
Christina teilt ihre eigene Erfahrung mit einer mittelgradigen Depression / Erschöpfungsdepression (Burnout). Sie beschreibt:
Auch hier war der Auslöser: jahrelang an den eigenen Bedürfnissen vorbei leben, kein echter Sinn im Job, permanentes Übergehen von Erschöpfungssignalen.
Spannend ist dabei ein Gedanke, den Elina aus einem Gespräch mitnimmt:
Christina war letztlich ein Jahr krankgeschrieben, hat danach aber ihr Leben grundlegend verändert:
Ihr Fazit: „Nach diesen 12 Monaten ging es mir besser als vorher – weil ich endlich so gelebt habe, wie es wirklich zu mir passt.“
Mehrere Strategien ziehen sich durch das gesamte Gespräch:
Ein wichtiger Punkt von Christina: Du musst nicht sofort dein Leben umkrempeln oder dich selbstständig machen. Aber es lohnt sich, ehrlich hinzuschauen: „Was versucht mir mein Nervensystem gerade zu sagen? Wo passt mein Leben nicht mehr zu mir?“
Einsamkeit und fehlende Berührung waren bei Elina zentrale Faktoren, die ihr Nervensystem aus der Balance gebracht haben. Gleichzeitig spielt Verbindung heute eine große Rolle in ihrem Heilungs- und Arbeitsansatz.
Elina beschreibt, wie sehr ihr heute körperliche Nähe hilft – etwa mit ihrem Partner:
„Wir sind so unglaublich viel körperlich, weil ich merke, wie krass mich das reguliert und entspannt.“
Sie teilt außerdem eine Übung zur Co-Regulation, die sie liebt und die in der Folge mehrfach angesprochen wird:
Worauf es ankommt:
Diese Übung stammt aus der traumasensiblen Körperarbeit und zeigt eindrücklich, wie sehr unser Nervensystem auf Verbindung reagiert. Sie lässt sich in abgewandelter Form auch allein durchführen (mit Ton und Berührung des eigenen Körpers).
Mit Dinnerkonvos schafft Elina einen Raum, in dem Menschen mit Stimme in der Öffentlichkeit – Influencer:innen, Moderator:innen, Schauspieler:innen, Journalist:innen – über persönliche Themen sprechen. Das Format:
Die Gespräche werden in Berlin aufgenommen, inhaltlich vorbereitet und später in Ausschnitten auf den jeweiligen Kanälen geteilt. Warum vor allem Menschen aus der Öffentlichkeit?
Für die Community gibt es darüber hinaus kostenlose Events wie Picknicks, Movie Nights, Runs oder Zyklusabende, bei denen sich Menschen mit ähnlichen Themen treffen und austauschen können.
Zum Ende der Folge sprechen Christina und Elina darüber, wie sie heute auf ihr Nervensystem achten – gerade weil beide wissen, wie schnell man an den Rand von Panik oder Erschöpfung geraten kann.
Typische Warnsignale, die du ernst nehmen solltest:
Elina beschreibt einen Schlüsselmoment: Eine völlig alltägliche SMS („Kannst du später noch ein Video aufnehmen?“) bringt sie so aus der Fassung, dass sie draußen auf dem Boden zusammenbricht und weint. Ihr klarer Gedanke danach:
„I’m not going there, I’m not doing this.“ – „Da gehe ich nicht wieder hin.“
Sie bucht eine Woche allein in Schweden, reduziert Input, gibt ihrem System Raum, sich zu sortieren – und merkt, wie wichtig es ist, vor dem Absturz gegenzusteuern.
Ein wichtiger Unterschied, der in der Folge deutlich wird:
Beides sind Extreme, die du balancieren darfst:
Präsenz in Beziehungen ist dabei ein wichtiger Schutzfaktor: Zusammen sein, ohne sich zu betäuben oder zu zerstreuen.
Auch wenn du nicht „spirituell“ bist: Dein Körper reagiert auf Berührung, Bewegung und Stimme. Ideen aus der Folge:
Christina betont: Diese Dinge sind kein „Spirikram“, sondern physiologisch sinnvoll, weil sie dein Nervensystem direkt ansprechen.
Ein häufiger Trigger für Angst: Katastrophenfantasien über die Zukunft. Christina empfiehlt, sich immer wieder bewusst zu fragen:
Oft zeigt sich: Im jetzigen Moment ist vieles in Ordnung. Genau diese Rückkehr ins Hier und Jetzt entlastet das Nervensystem.
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