Angststörung loslassen

6 Dinge, die du verstehen darfst

10.11.2025
Folge 381 | 6 Dinge, die du verstehen darfst, wenn du deine Angststörung loslassen willst

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

6 Dinge, die du verstehen darfst, wenn du deine Angst loslassen willst

Angststörung, Panikattacken, diese ständige innere Unruhe: Wenn du das kennst, zweifelst du vielleicht oft an dir selbst.
In dieser Folge von „Angst unplugged“ teilt Gastgeberin Christina Hillesheim sechs zentrale Erkenntnisse, die dir helfen können, deine Angst liebevoller zu betrachten und Schritt für Schritt loszulassen.

Du erfährst, warum deine Angst kein Zeichen von Schwäche ist, weshalb dein Körper dein Verbündeter ist und wieso Rückschritte nicht bedeuten, dass du wieder bei Null anfängst.
Außerdem geht es darum, wie wichtig Sanftheit im Heilungsprozess ist und dass du mit deiner Angst nie alleine bist.

Du bist nicht verrückt – du warst zu lange stark

Einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg aus der Angst ist, zu verstehen:
Mit dir ist nichts „falsch“. Deine Angst bedeutet weder, dass du verrückt, unnormal oder schwach bist.

Christina beschreibt es so:
Du bist nicht besonders schwach, sondern es ist wahrscheinlich genau das Gegenteil passiert. Du hast viel zu viel aushalten müssen in deinem Leben.

Angst entsteht häufig, weil du über lange Zeit über deine Grenzen gegangen bist, zu viel getragen hast oder dich selbst immer wieder zurückgenommen hast.
Deine Angst ist dann eher ein Zeichen dafür, dass du zu lange stark warst – nicht, dass du zu schwach bist.

Wichtige Gedanken aus der Folge:

  • Du bist nicht schuld an deiner Angst.
  • Du bist nicht schwächer als andere. Du hast einfach viel durchgestanden.
  • Selbstkritik verstärkt die Angst. Liebevolle Gedanken dir selbst gegenüber entlasten dein System.

Christina lädt dich ein, deine innere Stimme zu beobachten.
Frag dich:

  • Wann hast du dich zuletzt schwach, verrückt oder „unnormal“ gefühlt?
  • Wie sprichst du in diesen Momenten innerlich mit dir?

Statt dich fertigzumachen, kannst du dir bewusst sagen:
„Ich bin nicht schwach, ich bin nicht verrückt. Ich war zu lange stark – und jetzt darf ich loslassen.“

Dein Körper ist nicht gegen dich – er versucht, dich zu schützen

Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Druck auf der Brust: Diese Symptome fühlen sich bedrohlich an.
Doch Christina erinnert dich daran:
Die Angst ist nicht gegen dich. Dein Körper ist nicht gegen dich.

Dein Körper hat eine positive Absicht. Sein wichtigstes Ziel ist dein Überleben.
Er will dir anzeigen, dass etwas zu viel geworden ist, dass du überlastet bist oder über längere Zeit gegen deine eigenen Bedürfnisse lebst.

Typische Signale deines Körpers können sein:

  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Druck auf der Brust
  • Übelkeit oder ein flauer Magen
  • innere Unruhe und ständige Alarmbereitschaft

Christina beschreibt, dass das Nervensystem bei Menschen mit Angst oft wie auf Hochtouren läuft.
Selbst wenn im Außen gerade „alles okay“ scheint, ist dein Körper innerlich vielleicht noch längst nicht entspannt.

Statt die Symptome nur zu bekämpfen, kannst du versuchen, ihnen zuzuhören.
Frag dich beim nächsten Mal zum Beispiel:

  • Was möchte mir mein Körper gerade sagen?
  • Wo habe ich mich vielleicht überfordert?
  • Habe ich wieder zu oft „Ja“ gesagt, obwohl ich „Nein“ meinte?
  • Bin ich in einem Alltag gefangen, der eigentlich nicht zu mir passt?

So wird dein Körper von einem scheinbaren Gegner zu einem wichtigen Verbündeten, der dir hilft zu erkennen, wo du mehr Grenzen, Pausen und Ehrlichkeit dir selbst gegenüber brauchst.

Es ist nicht deine Schuld – hör auf, dich selbst zu verurteilen

Ein weiterer zentraler Punkt der Folge:
Niemand sucht sich eine Angststörung oder Depression aus.
Die Entstehung deiner Angst hat Ursachen, aber sie ist nicht deine persönliche „Schwäche“ und schon gar nicht deine Schuld.

Christina formuliert es klar:
Es ist nicht deine Schuld. Niemand sucht sich eine Angststörung aus, niemand sucht sich eine Depression aus.

Mögliche Faktoren, die zu einer Angststörung beitragen können, sind zum Beispiel:

  • Genetische Veranlagung
  • Erfahrungen in der Kindheit und Erziehung
  • Schicksalsschläge, Trennungen, Verluste
  • Beziehungen, die dir nicht gutgetan haben
  • Ein Leben, das nicht zu dir passt, weil du Sicherheit über alles stellst und deine wahren Bedürfnisse immer wieder zurückstellst

Wenn du dich selbst für deine Angst fertig machst, passiert innerlich etwas sehr Ähnliches wie bei einem verängstigten Kind, das ausgeschimpft wird.
Christina beschreibt das Bild eines Kindes, das Angst hat und dann noch angeschrien wird:
Wie kannst du nur Angst haben? Bist du doof? Du bist zu schwach, du bist nicht normal, alles deine Schuld.

So sehr, wie sich dieses Kind in die Ecke gedrängt fühlen würde, so sehr drängst du dich selbst in die Ecke, wenn du innerlich so mit dir redest.

Hilfreiche Fragen an dich selbst können sein:

  • Gibst du dir selbst (bewusst oder unbewusst) die Schuld für deine Angst?
  • Wie würdest du mit einer guten Freundin oder einem guten Freund sprechen, der dieselben Symptome hat wie du?

Versuche, diese mitfühlende, verständnisvolle Stimme auch dir selbst zu schenken.
Deine Angst hat Ursachen – aber du bist nicht der Fehler.

Rückschritte sind kein Versagen – Heilung verläuft nicht linear

Viele Betroffene geraten in Panik, wenn die Angst nach einer guten Phase zurückkehrt.
Christina betont: Rückschritte sind kein Versagen. Sie bedeuten nicht, dass du wieder ganz am Anfang stehst.

Sie erzählt aus ihrer eigenen Geschichte: Nach ihrem Tiefpunkt 2016 ging es ihr 2017 „besser als je zuvor“, und trotzdem gab es immer wieder Tage, an denen sie sich schlecht fühlte und glaubte:
Oh Gott, jetzt fängt alles wieder von vorne an.

Wichtige Punkte dazu:

Du kannst dir zum Beispiel Fragen stellen wie:

  • Wo stand ich vor einem halben Jahr – und wo stehe ich heute?
  • Was kann ich heute, was ich vor ein, zwei oder fünf Jahren noch nicht konnte?
  • Beweise ich mir gerade wirklich, dass „alles wieder von vorne beginnt“ – oder fühlt es sich nur so an?

Besonders Frauen erleben, dass Angst und innere Unruhe im Monatszyklus stärker schwanken, etwa vor der Periode.
Auch das darfst du mit einbeziehen und nicht als persönliches Versagen werten.

Statt dich bei einem schlechten Tag zu verurteilen, kannst du dir sagen:
„Es ist okay, dass es mir heute nicht gut geht. Schlechte Tage gehören dazu. Morgen ist eine neue Chance.“

Du bist nicht alleine – und du darfst um Hilfe bitten

Ein Gefühl, das Angst verstärken kann, ist: „Niemand versteht mich. Ich bin die Einzige / der Einzige, dem es so geht.“
Christina macht deutlich, dass das nicht stimmt.

Im Podcast „Angst unplugged“, in Workshops, Kursen und Kommentaren zeigt sich immer wieder:
Sehr viele Menschen kämpfen mit ähnlichen Ängsten, Symptomen und Fragen.
Der Austausch kann Mut machen, denn:
Andere haben es schon geschafft, also kann ich es auch schaffen.

Gleichzeitig erinnert Christina daran, wie wichtig es ist, nicht alles mit dir allein auszumachen.
Sie betont:
„Es ist keine Schande, um Hilfe zu fragen.“
Im Gegenteil – viele Angehörige sind eher erleichtert, wenn sie wissen, was los ist und wie sie dich unterstützen können.

Du kannst dich fragen:

  • Mit wem könnte ich sprechen, wenn ich mich das nächste Mal alleine fühle?
  • Wen würde ich mir gerade an meiner Seite wünschen?
  • Wen könnte ich konkret um Unterstützung bitten – Familie, Freund:innen, Therapeut:in?

Oft ist es für andere deutlich einfacher, dir beizustehen, wenn du klar formulierst, was du brauchst, statt dich zurückzuziehen und alles in dir auszumachen.

Sanftheit statt Druck – warum du deine Heilung nicht „abarbeiten“ kannst

Der sechste Punkt von Christina dreht sich um deine Haltung zu dir selbst im Heilungsprozess.
Viele Menschen mit Angst neigen dazu, auch ihre Heilung mit Druck, Perfektionismus und strengen To-do-Listen anzugehen.

Christina erlebt es oft, dass sich Betroffene riesige Pläne machen:

  • „Heute gehe ich eine Stunde einkaufen.“
  • „Morgen fahre ich allein in die Stadt.“
  • „Übermorgen besiege ich diese eine Angst.“
  • „Dann buche ich einen Flug und fahre endlich wieder Auto.“

Das Problem:
Schon die Liste kann überfordern und erzeugt zusätzlichen Druck.
Deine Angstheilung wird zu einem Projekt, das du „abarbeiten“ musst, statt zu einem liebevollen Prozess, der dir entspricht.

Christinas wichtigste Botschaft dazu:
„Sanftheit ist immer besser, wenn du ans Ziel kommen willst, als Druck.“

Sie ermutigt dich, weniger nach äußeren Vorgaben und mehr nach deinem Inneren zu gehen:

  • Hör auf dein Bauchgefühl.
  • Frag dich: Was fühlt sich für mich heute gut und machbar an?
  • Richte dich weniger danach, was „normal“ ist oder was andere schaffen.
  • Gestalte deinen Weg so, wie er für dich stimmig ist – nicht nach einer starren Schritt-für-Schritt-Liste.

Gerade Menschen mit Angst dürfen wieder lernen, sich selbst zu vertrauen und zu spüren, was ihnen guttut.
Deine Heilung ist kein Wettlauf und keine Prüfung.
Je sanfter du mit dir bist, desto stabiler wird dein Weg.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Christinas persönliche Geschichte: Tiefpunkt 2016 und wie sie ihren Weg aus der Angst gefunden hat.
  • Die Rolle von Eltern, Erziehung und Vorbildern im Umgang mit Angst.
  • Warum ein „Sicherheitsweg“ im Leben deine Bedürfnisse langfristig unterdrücken kann.
  • Wie Schicksalsschläge und Beziehungen das „Fass zum Überlaufen“ bringen können.
  • Einblick in die Community-Rubrik „Frag die Angst unplugged Community“ und die Frage nach den Ursachen von Angststörungen.
  • Hinweis auf ärztliche Abklärung: Warum es wichtig ist, organische Ursachen medizinisch ausschließen zu lassen.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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