Anti Depressiva und Beruhigungstabletten

Meine Erfahrungen damit

19.08.2024
Meine Erfahrungen mit Antidepressiva und Beruhigungstabletten – Podcastfolge über Medikamente bei Angst und Depression

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Antidepressiva, Beruhigungstabletten und mein Weg aus der Angst

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim sehr persönlich über ihren Umgang mit Schlafstörungen, Angst, Depression und die Rolle von Antidepressiva und Beruhigungsmitteln.
Sie zeigt, wie Medikamente kurzfristig stabilisieren können, warum sie aber nie die alleinige Lösung sind und weshalb du deine Situation ehrlich mit Ärzt:innen besprechen solltest.

Christina Hillesheim: Gastgeberin von „Angst unplugged“

Christina Hillesheim ist Diplom-Soziologin, SPIEGEL-Bestsellerautorin und spezialisiert auf die Themen Angst, Burnout und mentale Gesundheit.
Sie teilt in ihrem Podcast ihre eigene Geschichte vom Zusammenbruch 2016 bis zu einem stabileren, erfüllteren Leben und vermittelt praxisnahe Impulse, die dir helfen können, mit Angst und Depression konstruktiver umzugehen.

Wenn der Schlaf kippt: Wie alles mit schlaflosen Nächten begann

Christinas Weg in die Angstspirale begann schleichend – mit immer schlechterem Schlaf. Zunächst waren es nur Phasen, später ganze Nächte ohne Schlaf, die Panik auslösten:
„Was ist, wenn ich nie wieder schlafen kann?“

Wichtige Erkenntnisse aus dieser Phase:

  • Schlafprobleme sind oft ein Frühsymptom von Überlastung, Angst oder beginnender Depression.
  • Das Nervensystem war bei Christina bereits stark überreizt, auch wenn sie das damals noch nicht so einordnen konnte.
  • Die gedankliche Fixierung („Was ist, wenn ich heute wieder nicht schlafen kann?“) verstärkte die Schlaflosigkeit massiv.

Auf Empfehlung eines Arztes erhielt sie ein schlafförderndes Antidepressivum „bei Bedarf“. Sie nahm nur sehr kleine Dosen, verknüpfte jedoch innerlich bald den Gedanken:
„Ohne Tablette kann ich nicht schlafen.“
Diese Abhängigkeit im Kopf war weniger körperlich, aber dafür psychisch umso stärker.

Ihre damalige Therapeutin war von dieser „Bedarfsmedikation“ bereits kritisch überzeugt und sah, dass hinter den Schlafproblemen noch andere Themen steckten: Angst, Überforderung, ungeklärte innere Konflikte.
Doch Christina ignorierte das lange – bis es nicht mehr ging.

Der Zusammenbruch 2016: Wenn Angst, innere Unruhe und Deprimiertheit überhandnehmen

2016 kam der Punkt, an dem das bisherige Medikament nicht mehr half. Christina wollte die Dosis nicht steigern und merkte: Es geht nicht mehr nur um Schlaf.
Sie erlebte permanente Angst, starke innere Unruhe und zunehmende Deprimiertheit.

Wie sich dieser Zustand zeigte:

  • Sie wachte nachts mit massiver Angst auf, ohne zu wissen, wovor genau.
  • Arbeiten war nicht mehr möglich; sie war wochenlang krankgeschrieben.
  • Sie fühlte sich „einfach total deprimiert“, zunächst ohne es als ausgewachsene Depression zu benennen.
  • Alleinsein wurde unerträglich – sie suchte Sicherheit bei ihrer Mutter und ihrem Partner.

Sie wechselte zwischen Hausarzt, Tagesklinik und Psychiater, wehrte sich gleichzeitig gegen Medikamente und fürchtete, dass Nebenwirkungen der Tabletten vielleicht all ihre Symptome erklären könnten.
Aus Angst setzte sie das Medikament irgendwann ganz ab – mit dramatischen Folgen:

„Dann habe ich die irgendwann ganz abgesetzt und dann wurde es unendlich schlimm.“

Es kamen aufdrängende Suizidgedanken hinzu, die sie sehr erschreckten. Sie sprach offen mit dem Arzt darüber, der erklärte, dass solche Gedanken im Rahmen einer schweren Depression vorkommen können und unbedingt ernstgenommen werden müssen.

Wichtige Botschaft von Christina an dieser Stelle:

  • Bei Suizidgedanken immer sofort Hilfe holen: Arzt, Therapeut:in oder Klinik.
  • Nicht im Internet verzetteln, sondern professionelle Unterstützung suchen.

Medikamente als Stabilisierung – nicht als Wunderlösung

Der Wendepunkt kam, als Christinas Tante sie abends zu einem Psychiater nach Würzburg fuhr. Er hörte sich ihre gesamte Geschichte an und zog dann klare Grenzen:
„Bis hierhin und nicht weiter.“

Er erstellte einen konkreten Einnahmeplan mit dem vorhandenen Antidepressivum und ergänzenden Beruhigungsmitteln für eine begrenzte Zeit. Christina hatte Angst vor der Menge und vor Nebenwirkungen, wollte eigentlich „alles ohne Tabletten schaffen“.
Doch gleichzeitig war ihre eigene Einschätzung schon so überfordert, dass klare Vorgaben genau das waren, was sie brauchte.

Wichtige Punkte aus ihrer Erfahrung mit Antidepressiva und Beruhigungsmitteln:

  • Beruhigungsmittel nahm sie nur mehrere Wochen in niedriger Dosierung, streng nach ärztlicher Empfehlung, wegen des Suchtpotenzials.
  • Das Absetzen der Beruhigungsmittel erfolgte schrittweise und ohne Entzugsprobleme – immer in Absprache mit dem Psychiater.
  • Das Antidepressivum half ihr nicht, indem „alles weg“ war, sondern indem es sie von „unerträglich schlecht“ auf „erträglich schlecht“ brachte.

„Es war nicht so, dass ich die Tabletten genommen habe und alles war weg. Ganz im Gegenteil, mir ging es immer noch total schlecht. Aber nicht mehr ganz furchtbar total schlecht.“

Erst auf dieser etwas stabileren Basis konnte sie beginnen, sich mit den eigentlichen Themen auseinanderzusetzen:

  • Wie entsteht Angst?
  • Wie entsteht Depression?
  • Welche Rolle spielen Gedanken, Lebensstil und unverarbeitete Themen?
  • Wie kann persönliche Weiterentwicklung konkret aussehen?

Daraus entwickelte sich ab 2017 der Weg, den sie heute in „Angst unplugged“, ihren Kursen und Workshops weitergibt.

Ganz wichtig für dich:

  • Medikamente können eine Stütze sein, wenn du schon tief in Angst und Depression hineingerutscht bist.
  • Sie sind keine Schwäche und kein „Versagen“.
  • Genauso wenig sind sie eine magische Lösung ohne eigene innere Arbeit.
  • Ob mit oder ohne Medikamente: Es gibt Wege heraus – und jeder Weg darf individuell sein.

Antidepressiva absetzen: Langsamkeit, Druck rausnehmen und realistische Erwartungen

Viele Hörer:innen fragen Christina, wie sie das Antidepressivum wieder abgesetzt hat. Ihre Antwort: langsam, geduldig, in Mini-Schritten.

So ist sie vorgegangen:

  • Nach etwa 1,5 bis 2 Jahren begann sie mit dem Ausschleichen.
  • Sie teilte die Tabletten in Viertel oder noch kleinere Stücke – möglich, weil es harte, teilbare Tabletten waren und keine Kapseln mit Kügelchen.
  • Sie reduzierte die Dosis so klein schrittig wie möglich, immer mit Blick darauf, wie es ihr ging.
  • Ihr Motto: „Wenn es mir schlechter geht, nehme ich wieder etwas und setze mich nicht unter Druck.“

Diese sanfte, druckfreie Vorgehensweise hat ihr geholfen, die Medikamente ohne größeren Rückfall auszuschleichen.
Seitdem hatte sie keinen vollständigen Rückfall mehr, nur kleinere Einbrüche, zum Beispiel während der Schwangerschaft 2018, die sie mit Unterstützung einer einfühlsamen Frauenärztin gut bewältigen konnte.

Christina betont, dass Rückfälle oder Rückschritte kein Zeichen von Scheitern sind, sondern Teil eines normalen Heilungswegs:

  • Es geht selten steil bergauf.
  • Entscheidend ist: Du stehst heute nicht mehr da, wo du 2016 standest.

Wichtig: Jede Art von Absetzen oder Dosierungsänderung sollte immer in enger Absprache mit Ärzt:innen erfolgen. Was bei Christina funktioniert hat, ist kein allgemeingültiger medizinischer Plan.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum „Ich will es ohne Tabletten schaffen“ oft unnötigen Druck erzeugt.
  • Die Frage, wie weit sich Körper und Nervensystem schon „hineingestrudelt“ haben.
  • Warum Schuldgefühle im Umgang mit Angst und Depression fehl am Platz sind.
  • Christinas Kernanliegen: Hoffnung machen, dass es immer eine Lösung gibt.
  • Der Hinweis, Medikamente weder zu verteufeln noch zu verherrlichen, sondern individuell abzuwägen.

Zum Abschluss richtet Christina sich direkt an dich: Es gibt viele Lösungswege und ihre Lösung muss nicht deine sein.
Doch sie ist sicher: „Es gibt eine Lösung, da bin ich ganz sicher.“ Sprich offen mit Ärzt:innen, Psychiater:innen oder Therapeut:innen, wenn es dir sehr schlecht geht – du musst nicht alleine leiden.

Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"
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