Q&A Frage Special zur 100. Folge

11.10.2021
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

100 Fragen an Christina: Burnout, Angst & Selbstvertrauen – die wichtigsten Antworten

In dieser Jubiläumsfolge von „Angst unplugged“ beantwortet Christina die zehn Fragen, die ihr am häufigsten zu Burnout, Angst, Selbstvertrauen, emotionaler Abhängigkeit und Selbstständigkeit gestellt werden. Entstanden ist ein ehrlicher Einblick in ihren Weg – inklusive konkreter Impulse für deinen Alltag.

Vom Burnout zur inneren Stabilität: Rückfälle, Grenzen & Achtsamkeit

Christina hatte vor einigen Jahren ein Burnout. Heute sagt sie klar: Sie hat keine Angst mehr vor einem Rückfall, weil sie versteht, wie es damals dazu kommen konnte und wie sie heute lebt.

Schlüsselgedanke: Du bekommst kein Burnout „von heute auf morgen“. Es ist ein Weg hinein – und auch ein Weg hinaus.

Eine Erkenntnis, die sie besonders geprägt hat:

„Du bist nicht zu schwach, du warst nur zu lange stark.“

Früher hielt Christina sich für „zu schwach“, „nicht gut genug“ und sah darin die Ursache für Burnout, Depression oder Angststörung. Heute betrachtet sie es anders:

  • Burnout entsteht oft, weil wir zu lange zu stark sind und über unsere Grenzen gehen.
  • Entscheidend ist, die eigenen Grenzen zu kennen und ernst zu nehmen.
  • Sie lebt heute viel achtsamer und lässt nicht mehr so viel „automatisch“ laufen.

Diese bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben war für sie der eigentliche Gamechanger: Sie schaut genau hin, statt zu unterdrücken oder wegzuschieben, und steuert frühzeitig gegen, wenn es zu viel wird.

Vertrauen in dich selbst stärken – Schritt für Schritt statt Überforderung

Viele Hörer:innen fragen: „Wie kann ich mir selbst wieder vertrauen? Wie schaffe ich es, zu glauben, dass ich diese Krise meistern kann?“

Christinas klare Antwort: Vertrauen wächst durch Erfahrungen – in kleinen Schritten. Es gibt keinen Morgen, an dem du einfach aufwachst und plötzlich alles kannst. Es ist ein Prozess.

Kleine Schritte statt großer Überforderung

In ihrer schlimmsten Phase hatte Christina vor „so gut wie allem“ Angst – auch vor dem Autofahren, das früher völlig normal für sie war. Sie wollte ihre Unabhängigkeit zurück und ging es bewusst klein an:

  • 5 Minuten fahren
  • 10 Minuten fahren
  • 15 Minuten fahren
  • 20 Minuten fahren – und so weiter

Dieses Prinzip lässt sich auf fast alles übertragen: nicht mit dem größten Schritt starten, sondern mit dem kleinsten, den du dir wirklich zutraust.

Problem vieler Menschen:

  • Sie verlangen zu viel auf einmal von sich.
  • Sie scheitern an zu hohen Erwartungen.
  • Sie sind dann enttäuscht, ausgelaugt, überfordert.

Stattdessen empfiehlt Christina:

  • Nimm dir kleine Aufgaben vor, die du sicher schaffst.
  • Zieh sie dann auch durch.
  • Sei bewusst stolz auf diese kleinen Erfolge.

Daraus entstehen viele kleine Erfolgsmomente, auf denen Vertrauen wachsen kann.

Raus aus dem ewigen „höher, schneller, weiter“

Auch in ihrem Business ertappte Christina sich früher oft dabei, immer nur dem nächsten Ziel hinterherzulaufen. Dieses permanente „Hustlen“ macht auf Dauer unglücklich, weil du nie mit dem zufrieden bist, was gerade ist.

Ihr Gegenmittel:

  • Gegenwart bewusst genießen, statt ständig in der Zukunft zu leben.
  • Kleine Ziele setzen und Zwischenerfolge feiern.
  • Aufhören, den eigenen Wert an der nächsten Leistung zu messen.

So entsteht ein stabileres Selbstvertrauen – nicht aus perfekten Ergebnissen, sondern aus vielen kleinen, bewussten Schritten.

Angst, Panik & emotionale Abhängigkeit: durchfühlen, loslassen, bei dir ankommen

Der Weg aus der Angst führt durch die Angst

Zur Frage „Wie verliere ich die Angst vor der Angst?“ ist Christina sehr klar: Es gibt keine Abkürzung.

„Der Weg aus der Angst geht durch die Angst hindurch.“

Um Ängste und Panikattacken dauerhaft zu verändern, braucht es zwei Ebenen:

  • Hinschauen: Woher kommt die Angst? Welche Themen stecken dahinter?
  • Durchfühlen: Die Gefühle zulassen, statt sie wegzudrücken.

Gerade bei Panikattacken tauchen typisch katastrophisierende Gedanken auf:

  • „Was ist, wenn ich sterbe?“
  • „Was ist, wenn ich umkippe?“

Doch Angst ist „nur“ ein Gefühl. Es ist extrem unangenehm, aber:

  • Du stirbst nicht an einem Gefühl.
  • Es geht wieder vorbei.

Solange du versuchst, Angst zu verdrängen oder vor ihr wegzulaufen, wird sie stärker. Christina nutzt dafür das Bild eines Balls, den du unter Wasser drückst: Es geht eine Zeit lang gut, aber irgendwann schießt er mit doppelter Wucht nach oben.

Ihr Ansatz:

  • Angst nicht als Feind sehen, sondern als Zeichen, dass sich etwas in deinem Leben ändern möchte.
  • Die Angst integrieren statt bekämpfen.
  • Sie als Impuls nutzen, genauer hinzuschauen.

Emotionale Abhängigkeit: lernen, dir selbst genug zu sein

Emotional abhängig wirst du immer dann, wenn du glaubst, du kannst etwas alleine nicht und brauchst unbedingt andere Menschen oder bestimmte Dinge.

Das kann ganz klein anfangen:

  • „Ich brauche meinen Morgenkaffee/Green Juice, sonst geht gar nichts.“
  • „Ich brauche jemanden, um ins Café zu gehen.“
  • „Ich kann meine Lieblingsserie nur mit meinem Partner schauen.“

Ein gewisses Maß an Abhängigkeit ist menschlich. Problematisch wird es, wenn du innerlich glaubst: „Ohne XY bin ich nicht okay“.

Für Christina war ein Wendepunkt, als sie nach ihrem Burnout das Alleinsein bewusst zelebriert hat. Vorher wäre sie nie alleine ins Café gegangen, danach hat sie es regelrecht genossen.

Ihr wichtigster Rat:

  • Lerne, mit dir alleine zu sein.
  • Lerne, dir selbst genug zu sein.
  • Genieße dein Leben auch ohne andere – und erlebe Beziehungen als „Cherry on top“, nicht als Überlebensgrundlage.

So entsteht das vielleicht wertvollste Gefühl: „Ich brauche niemanden, um ein erfülltes Leben zu führen. Aber es ist wunderschön, wenn jemand da ist.

Heilung, Antidepressiva & Selbstständigkeit: dein Weg ist dein Weg

Wie lange dauert ein Burnout – und wann ist man „gesund“?

Die wohl häufigste Frage: „Wann warst du wieder geheilt? Wie lange hat dein Burnout oder deine Depression gedauert?“

Christina betont immer wieder: Ihr Weg ist ihr Weg – und dein Weg ist dein Weg. Es gibt keine allgemeingültige Zahl.

Auch ihr damaliger Therapeut sagte, er habe Depressionen erlebt, die in:

  • 2 Wochen
  • 2 Monaten
  • 2 Jahren
  • oder erst nach 20 Jahren

besser wurden. Eine pauschale Aussage ist unmöglich. Was aber realistisch ist: Schnell geht es selten. In zwei Wochen „wieder komplett gesund“ zu sein, hält sie für unwahrscheinlich.

Ihr eigener zeitlicher Rahmen sah ungefähr so aus:

  • Sommer 2016: schleichender Beginn, ab August wurde es „richtig schlimm“.
  • November 2016: ganz langsam erste Besserung.
  • Bis etwa Mai 2017: das Gefühl, wieder „richtig gut“ im Alltag zu sein.
  • Ende 2017: ging es ihr besser als vor dem Burnout.

Und genau darin liegt für sie ein großer Hoffnungsschimmer:

„Es ist nicht so, dass ich zu dem Zustand vor meinem Burnout zurückgekommen bin. Mir ging es danach einiges besser.“

Sie nennt den Burnout deshalb heute ein Geschenk, weil er ihr die Chance gegeben hat, ihr Leben neu, klarer und erfüllter zu gestalten.

Antidepressiva: Warum Christina keine Empfehlung gibt

Immer wieder bekommt sie Fragen wie: „Hast du damals Antidepressiva genommen?“

Darauf gibt es nur eine klare Haltung: Christina äußert sich bewusst weder mit Ja noch mit Nein. Sie möchte nicht, dass jemand seine Entscheidung von ihrer Erfahrung ableitet, etwa nach dem Motto:

  • „Christina hat Medikamente genommen, dann nehme ich sie auch.“
  • „Christina hat es ohne geschafft, dann muss ich das auch ohne schaffen.“

Ihr Standpunkt:

  • Einziger Ansprechpartner für diese Entscheidung ist dein Arzt.
  • Wenn du deinem Arzt nicht vertraust, such dir einen anderen.
  • In Kliniken gibt es klare Einschätzungen, wem Antidepressiva eher helfen und wem eher nicht.

Sie spricht auch über die Angst vor Nebenwirkungen. Viele Symptome und Sorgen seien in einer akuten psychischen Krise psychisch verstärkt oder „hineininterpretiert“, weil man ohnehin sehr ängstlich und auf den Körper fixiert ist.

Ihr Appell:

  • Kein Selbst-Experimentieren mit Dosierungen.
  • Keine Foren oder Betroffene als medizinische Ratgeber nutzen.
  • Konsequent professionelle Hilfe suchen und annehmen.

Selbstständigkeit: Wege entstehen, indem man sie geht

Viele wollen wissen, wie Christina den Schritt in die Selbstständigkeit geschafft hat. Ihre ehrliche Antwort: „Man schafft es nicht, sich selbstständig zu machen – man macht es einfach.“

Bei ihr war es ein Stück weit Zwang: Nach dem Burnout stand sie ohne Job und Perspektive da und musste handeln.

Ihre Empfehlungen für alle, die mit dem Gedanken spielen:

  • Frühzeitig ehrlich hinschauen: Bin ich in meinem Job unglücklich? Will ich kreativer, sinnerfüllter, eigenverantwortlicher arbeiten?
  • Den ersten Schritt gehen: Pläne sind wertlos, wenn du nicht ins Handeln kommst.
  • Teilzeit-Modell überlegen: z. B. halbtags angestellt, halbtags selbstständig für mehr Sicherheit.
  • Von anderen lernen: Christina startete 2017 mit einem DIY-Blog, schaute, wie andere es machen und lernte so enorm viel.

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“

Heute coacht sie andere auf ihrem Weg ins Online-Business, beantwortet technische Fragen und teilt offen, was bei ihr funktioniert hat und was nicht. Für sie persönlich hat sich die Selbstständigkeit zu „1000 Prozent“ gelohnt: Sie war noch nie so glücklich mit ihrer Arbeit wie jetzt.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Mentoren & Inspiration: Welche Coaches, Autor:innen und Portale Christina geprägt haben – von Eckhart Tolle bis hin zu deutschsprachigen Mindset-Coaches.
  • Nicht erfüllte Erwartungen: Warum starre Lebenspläne (Heirat, Kinder, Karriere-Zeitplan) unglücklich machen und wie Loslassen und Vertrauen helfen können.
  • Geduld in der Heilung: Warum „ein kranker Mensch keine Geduld hat“ und wie du trotzdem lernst, deinen eigenen Heilungsrhythmus anzunehmen.
  • Persönliche Seite: Wie Christina sich selbst vorstellen würde, was sie gar nicht mag (Stichwort Ungeduld) und warum ihr neues Motto „weniger ist mehr“ lautet.
  • Qualität statt Quantität: Warum sie weniger, dafür tiefere Inhalte schaffen will, mehr Verbindungen statt „höher, schneller, weiter“.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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