„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
Nachts aufwachen, hellwach im Bett liegen, Gedankenkarussell, Panik vor dem nächsten Tag – viele Menschen mit Angststörung oder hoher Belastung kennen genau das. In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Diplom-Soziologin und SPIEGEL-Bestsellerautorin Christina Hillesheim über ihre eigene Schlafangst während des Burnouts und teilt fünf konkrete Strategien, die dir helfen können, mit nächtlichem Erwachen gelassener umzugehen.
Die wichtigste Botschaft: Schlafstörungen sind belastend, aber du bist ihnen nicht ausgeliefert. Dein Körper ist nicht dein Feind, sondern holt sich den Schlaf, den er braucht – und du kannst lernen, den inneren Druck Stück für Stück loszulassen.
Christina beschreibt eine Phase, in der sie zwar einschlafen konnte, aber nach etwa einer Stunde wieder hellwach war. Dann begann das Gedankenkarussell:
„Was ist, wenn ich nicht mehr einschlafen kann? Was ist, wenn ich gar nicht mehr schlafe? Wenn ich dann in die Arbeit muss, bin ich müde, dann ist der nächste Tag gelaufen.“
Über Wochen und Monate drehte sich bei ihr tagsüber fast alles um die Frage, ob sie abends schlafen kann. Daraus entwickelte sich eine regelrechte „Angst vorm Schlafen“ – ein innerer Teufelskreis aus Stress, Erwartungsdruck und Erschöpfung.
Zum Höhepunkt ihres Burnouts 2016 wachte sie nachts mit starken Angstzuständen auf: Herzrasen, übererregtes Nervensystem, völlige Überforderung. Meditation oder „positive Gedanken“ allein reichten in dieser Phase nicht mehr aus.
Bevor du an Schlafhacks oder Routinen denkst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine Situation:
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Nervensystem komplett überlastet ist, du nachts mit massiver Angst aufwachst und kaum noch gegensteuern kannst, kann es sinnvoll sein, mit Fachleuten zu sprechen:
Christina betont: Medikamente müssen kein Dauerzustand sein, können aber in einer akuten Phase eine wichtige Brücke sein. Nimm diese Option ernst, anstatt dich allein durchzubeißen.
Ein zentraler Mindshift, den Christina heute nutzt:
Statt krampfhaft zu „funktionieren“, geht es darum, den inneren Leistungsdruck loszulassen. Du kannst:
Allein dieses innere Umdrehen – von „Ich muss jetzt unbedingt schlafen“ zu „Ich darf einfach ruhen“ – nimmt oft schon viel Stress aus der Situation.
Damit du nachts nicht überlegen musst, was du tun sollst, empfiehlt Christina, dir deinen persönlichen „Notfallplan“ schon vorher zurechtzulegen. Diese fünf Schritte können dir helfen.
Dein Gehirn liebt Wiederholungen – nutze das bewusst für dich. Statt direkt ins Katastrophendenken zu gehen, lege dir beruhigende Sätze bereit, zum Beispiel:
Wichtig ist nicht die perfekte Formulierung, sondern das Gefühl dahinter: Sicherheit, Geborgenheit, Zuversicht.
Praktische Umsetzung:
So verhinderst du, dass dein Gehirn sofort in den bekannten Angstkreislauf einsteigt, der in der Regel ohnehin nicht eintritt.
Komplexe Techniken funktionieren nachts selten gut. Deshalb setzt Christina auf eine sehr einfache Atemübung:
Sie wiederholt das meist drei Mal – oft reicht das schon, um wieder einzuschlafen oder zumindest deutlich ruhiger zu werden.
Warum das hilft:
Auch hier lohnt es sich, diesen Plan vorher festzulegen: „Wenn ich aufwache, mache ich einfach meine 4–8-Atemübung. Keine Panik, nur atmen.“
Oft wird empfohlen, bei längerem Wachliegen aufzustehen, etwas zu lesen und sich dann wieder hinzulegen. Für Christina war genau das kontraproduktiv:
Für sie war deshalb die bessere Strategie:
Wichtig ist: Es gibt hier kein „richtig“ oder „falsch“. Frage dich ehrlich:
Triff eine bewusste Entscheidung für dich und probiere aus, was langfristig besser funktioniert.
Auch wenn die Versuchung groß ist: Das Handy ist nachts kein guter Freund. Gleiches gilt für Fernseher und helles Licht. Gründe dafür:
Christinas klare Empfehlung:
Damit schützt du deinen Schlafraum als Ort der Ruhe und Regeneration, nicht als Bühne für neue Reize mitten in der Nacht.
Viele nächtliche Ängste drehen sich permanent um dieselben Gedanken: „Ich muss schlafen“, „Morgen bin ich fertig“, „Das halte ich nicht aus“. Um diese Gedankenspirale zu durchbrechen, hilft es, bewusst in den Körper zu gehen.
Mögliche Übungen im Liegen:
Durch dieses sanfte Körperfokussieren:
Das Ziel ist nicht, dich „perfekt“ zu entspannen, sondern die Dynamik des Gedankenkarussells zu unterbrechen.
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