Keine Angst vor Gefühlen

28.06.2021
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Warum du keine Angst vor deinen Gefühlen haben musst

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Diplom-Soziologin, Autorin und Glückscoach Christina Hillesheim darüber, warum es so wichtig ist, Gefühle zuzulassen – und wie du Schritt für Schritt lernst, besser mit ihnen umzugehen.

Statt dich ständig zu optimieren und negative Gefühle wegzudrücken, lädt sie dich ein, wieder mit dir selbst in Kontakt zu kommen. Denn: Unterdrückte Gefühle können auf Dauer zu Burnout, Depressionen und innerer Leere führen.

Gefühle unterdrücken macht dich krank

Christina weiß aus eigener Erfahrung, wie gefährlich es ist, Gefühle nicht wahrhaben zu wollen. Ein schweres Burnout und eine Depression waren bei ihr auch die Folge jahrelang unterdrückter Emotionen.

Ein Schlüsselsatz aus der Folge:

„Wenn wir unsere negativen Gefühle unterdrücken, dann werden auch unsere positiven Gefühle langsam abstumpfen.“

Was genau passiert, wenn du Gefühle wegdrückst?

Viele Menschen schlucken Wut, Traurigkeit oder Frust herunter – aus Angst vor Konflikten, aus Anpassung oder, weil sie Gefühle als Schwäche deuten. Gerade depressive Menschen richten ihre Wut häufig nicht nach außen, sondern gegen sich selbst. Das kann:

  • Selbstablehnung verstärken („Mit mir stimmt etwas nicht“)
  • Burnout und Depression begünstigen
  • dazu führen, dass du irgendwann gar nichts mehr fühlst

Christina beschreibt, dass dauerhaftes Wegdrücken dazu führen kann, dass wir unsere eigenen Gefühle nicht mehr von den Gefühlen anderer unterscheiden können. Wir funktionieren nur noch – ohne uns selbst wirklich zu spüren.

Das Ball-unter-Wasser-Bild

Ein Bild, das sie immer wieder nutzt:

„Wenn du versuchst, einen Ball unter Wasser zu drücken, gelingt dir das eine Weile. Aber irgendwann kommt er an einer anderen Stelle mit doppelter Wucht wieder hoch.“

Genauso ist es mit deinen Gefühlen:

  • Du kannst sie eine Zeit lang unterdrücken.
  • Früher oder später brechen sie als Gefühlsausbruch hervor.
  • Oder sie überschwemmen dich, weil du sie zu lange ignoriert hast.

Ziel ist nicht, nie wieder traurig, wütend oder ängstlich zu sein. Ziel ist, Gefühle als natürlichen Teil deines Lebens zu akzeptieren und zu lernen, konstruktiv mit ihnen umzugehen.

Gefühle wahrnehmen: Wie geht es dir wirklich?

Der erste Impuls von Christina ist simpel, aber wirkungsvoll: Stell dir regelmäßig die Frage: „Wie geht es mir wirklich?“

Wir stellen uns täglich unzählige Fragen – aber selten diese. Genau hier beginnt echter Kontakt zu dir selbst.

Wichtige Fragen für deinen Alltag

Nimm dir im Laufe des Tages immer wieder kurze Momente und frage dich:

  • Wie fühle ich mich gerade wirklich?
  • Warum fühle ich mich so? Was ist der Auslöser?
  • Welches Bedürfnis steckt hinter diesem Gefühl?
  • Was brauche ich in diesem Moment?

Hinter fast jedem Gefühl steckt ein Bedürfnis – zum Beispiel Ruhe, Nähe, Anerkennung, Sicherheit oder Freiheit. Wenn du das erkennst, kannst du beginnen, dir das selbst zu geben, was du gerade brauchst, anstatt es von anderen zu erwarten.

Kleine Übung für den Einstieg

Beginne mit Situationen, die dich nur mittelmäßig stressen, zum Beispiel:

  • du stehst im Stau
  • ein Termin verschiebt sich
  • jemand reagiert kürzer oder reservierter als erwartet

Frage dich dann:

  • Was fühle ich? (z.B. Ungeduld, Ärger, Enttäuschung)
  • Was brauche ich? (z.B. Entlastung, Verständnis, eine Pause)

Mit der Zeit gelingt es dir dann auch in größeren Krisen – etwa Trennung, Jobverlust oder großen Veränderungen – bewusster bei dir zu bleiben.

Warum echter Austausch mit anderen deine Gefühlswelt stärkt

Christina betont, wie wichtig soziale Beziehungen für unseren Gefühlsumgang sind. Du musst weder deine Entwicklung allein schaffen noch deine Gefühle alleine aushalten.

„Wir sind soziale Wesen und aus sozialen Beziehungen können wir unendlich viel lernen.“

An anderen Menschen lernen

Statt destruktivem Vergleich (wie oft auf Social Media) geht es darum, dich bewusst und wertschätzend an Menschen zu orientieren, denen du vertraust. Beobachte einmal bewusst:

  • Wie drücken deine Lieblingsmenschen ihre Gefühle aus?
  • Wie zeigen sie Wut, ohne andere zu verletzen?
  • Wie trauern sie? Wie beruhigen sie sich?
  • Wie sprechen sie über innere Belastungen?

Dieses „soziale Lernen“ hilft dir, eigene gesunde Strategien zu entwickeln. Wenn wir das Miteinander verlieren, verlieren wir auch eine wichtige Orientierung für unseren Gefühlsausdruck.

Warum darüber reden so entlastet

Wenn du über deine Gefühle sprichst, passiert oft Folgendes:

  • Du merkst, du bist nicht allein mit deinem Erleben.
  • Andere empfinden oft sehr ähnlich.
  • Scham und Druck nehmen ab.
  • Deine Gefühle wirken weniger bedrohlich.

Gerade bei starken Emotionen wie Angst, Traurigkeit oder Scham kann ein offenes Gespräch wie ein inneres „Ventil“ wirken – ähnlich wie Tränen.

Gefühle zulassen – ohne sie zu dramatisieren

Ein zentraler Punkt dieser Folge ist die Balance: Gefühle zulassen, ohne sie zu übertreiben oder sich in ihnen zu verlieren.

Verdrängung: warum sie alles schlimmer macht

Christina macht deutlich: Zwanghafte gute Laune ist keine Lösung. Wenn du versuchst, ständig „gut drauf“ zu sein, während es dir innerlich anders geht, entsteht innerer Druck.

  • Unterdrückte Gefühle werden mit der Zeit immer stärker.
  • Du entfernst dich von deiner eigenen Wahrheit.
  • Der Körper bleibt im Dauer-Stressmodus.

Tränen spielen dabei eine besondere Rolle:

„Tränen sind so wertvoll, weil sie reinigen, sie befreien uns und dadurch wird auch Stress abgebaut.“

Viele Menschen im Burnout oder in einer Depression berichten, dass sie irgendwann gar nicht mehr weinen können. Dann steckt die gesamte Anspannung im Körper fest und kann nicht mehr abfließen.

Gefühle ja – Endlosschleife nein

Gefühle zu fühlen heißt nicht, sie ständig anzuheizen. Christina unterscheidet klar zwischen:

  • Gefühl zulassen: Es wahrnehmen, benennen, durchfließen lassen.
  • Gefühl übertreiben: dich immer wieder hineinsteigern, gedanklich Öl ins Feuer gießen.

In einer Welt mit tausenden Optionen neigen viele dazu, ständig unzufrieden zu sein, weil es doch „noch besser“ gehen könnte. So entsteht der Eindruck von chronischem Mangel.

Der Ausweg: Dankbarkeit und Fokus auf Fülle.

Dankbarkeit als Gegengewicht zum Mangeldenken

Statt immer zu prüfen, was fehlt, lade deine Aufmerksamkeit auf das ein, was bereits da ist. Christina empfiehlt:

  • Schreibe dir täglich 3 Dinge auf, für die du dankbar bist.
    oder
  • Nimm dir morgens 2–3 Minuten Zeit an einem ruhigen Ort und gehe im Kopf durch, was in deinem Leben schon da ist und dich glücklich macht.

Wichtige Effekte von Dankbarkeit:

  • Dein innerer Fokus verschiebt sich von Mangel auf Fülle.
  • Deine Stimmung stabilisiert sich.
  • Du wirst weniger anfällig für ständige Vergleichsschleifen.

Innerer Kampf oder innerer Frieden?

Zum Schluss teilt Christina einen Gedanken, der vieles auf den Punkt bringt:

„Wer kämpft, befindet sich im Krieg.“

Wenn du deine Gefühle bekämpfst, führst du einen inneren Krieg gegen dich selbst. Du bist permanent im Widerstand und damit im Stress.

Wenn du aber aufhörst, diesen Kampf zu führen, deine Gefühle annimmst und freilässt, kannst du inneren Frieden finden. Und dieser innere Frieden ist – gerade nach einer Krise oder einem Burnout – eines der höchsten Güter, die wir haben.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum „immer funktionieren“ oft der direkte Weg in Burnout und Depression ist
  • Wie sich Gefühlsblindheit anfühlt und warum etwa 10 % der Menschen betroffen sind
  • Was gesunde Aggression mit Grenzen und Selbstfürsorge zu tun hat
  • Warum du nie aus vollem Herzen Ja sagen kannst, wenn du nicht Nein sagen lernst
  • Wie Kinder uns zeigen, was authentischer Gefühlsausdruck bedeutet
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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