Gefühle wollen gefühlt werden

Sprachnachricht #25

05.05.2022
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Angst unplugged: Warum du deine Gefühle nicht länger verdrängen solltest

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Host Christina Hillesheim darüber, warum es so heilsam ist, negative Gefühle und belastende Gedanken bewusst zuzulassen, statt sie wegzudrücken. Aus ihrer eigenen Geschichte mit Angststörung und Burnout leitet sie praktische Impulse ab, wie du Schritt für Schritt wieder in Kontakt mit dir selbst kommst.

Gefühle akzeptieren statt verdrängen

Der Kern dieser Folge: Unterdrückte Gefühle verschwinden nicht – sie bleiben im Körper gespeichert. Christina beschreibt das Bild eines verstopften Abflusses: Wenn Gefühle nicht fließen dürfen, staut sich alles an.

Unser automatischer Reflex bei unangenehmen Emotionen ist oft:

  • Weglaufen („Ich will das nicht fühlen“)
  • Bekämpfen („Das muss weg, sofort“)
  • Verdrängen (ablenken, betäuben, beschäftigen)

Genau das verlängert aber meist das Leiden. Christina fasst ihre wichtigste Erkenntnis so zusammen: Ein Gedanke oder Gefühl löst sich erst dann wirklich, wenn wir innerlich „Ja“ dazu sagen.

Statt innerlich zu kämpfen, kannst du dir angewöhnen:

  • Gefühle bewusst wahrzunehmen („Da ist gerade Angst / Trauer / Wut in mir“)
  • Innerlich zu erlauben: „Es ist okay, dass das jetzt da ist.“
  • Neugierig zu bleiben, statt sofort zu bewerten

Das wirkt am Anfang ungewohnt, gerade wenn du jahrelang anders reagiert hast. Doch genau hier beginnt ein heilsamer Richtungswechsel.

Schritt für Schritt wieder in Kontakt mit dir selbst kommen

Wenn du lange Zeit deine Gefühle verdrängt hast, funktioniert das Fühlen nicht „auf Knopfdruck“. Christina ermutigt dich, klein anzufangen und dir immer wieder bewusst Raum für dich selbst zu nehmen.

Mögliche erste Schritte:

  • Tagebuch schreiben: Deine Gedanken und Gefühle ungefiltert aufschreiben
  • Meditation: Kurze, ruhige Momente, in denen du nur beobachtest, was in dir vorgeht
  • Allein-Zeit: Ohne Ablenkung spazieren gehen, in der Natur sein, einfach bei dir sein

Wichtig ist dabei weniger die „perfekte“ Methode, sondern die Haltung:

  • Nicht mehr permanent weglaufen
  • Dir selbst Schritt für Schritt näherkommen
  • Dir erlauben, auch mit unangenehmen Emotionen da zu sein

Christina betont, dass es kein schneller Prozess ist. Dafür ist er nachhaltig, weil du lernst, dich selbst ernst zu nehmen und innerlich präsent zu bleiben – auch wenn es unbequem wird.

Die Kraft negativer Gefühle: Warum sie so wertvoll sind

In einer Welt voller „toxischer Positivität“ auf Social Media wirkt es manchmal, als seien alle anderen glücklicher, stabiler und erfolgreicher als du. Christina erinnert daran, dass wir dort nur einen winzig kleinen Ausschnitt sehen.

Sie macht deutlich: Negative Gefühle sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Kompass. Sie zeigen dir, dass etwas Bedeutung für dich hatte:

  • Schmerz kann anzeigen: „Das war mir wichtig.“
  • Trauer zeigt, dass dir etwas oder jemand am Herzen lag.
  • Wut kann ein Hinweis auf überschrittene Grenzen sein.
  • Angst will dich auf etwas Warnendes oder Unsicheres aufmerksam machen.

Ohne Leid, Trauer, Wut und Angst könnten wir auch die positiven Gefühle nicht wirklich erfahren. Alles hat seinen Gegenpol. Indem du auch die „dunkleren“ Gefühle zulässt, entsteht mehr Tiefe und Echtheit in deinem Leben.

Zwangsgedanken annehmen, ohne ihnen zu glauben

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge sind belastende, teils schockierende Gedanken – vor allem Zwangsgedanken, wie sie viele junge Mütter erleben.

Christina erzählt von einer Frau aus der Klinik, die den Gedanken hatte: „Was ist, wenn ich mein Kind aus dem Fenster werfe?“ Aus Scham und Angst traute sie sich lange nicht, diesen Gedanken überhaupt auszusprechen. In der Therapie stellte sich heraus:

  • Solche Zwangsgedanken sind viel verbreiteter, als viele glauben.
  • Sie bedeuten nicht, dass jemand das wirklich tun will oder tun wird.
  • Der Druck entsteht vor allem dadurch, dass der Gedanke verdrängt und überernst genommen wird.

Christinas Schlüssel im Umgang mit solchen Gedanken:

  • Akzeptieren, dass der Gedanke da ist, ohne ihn zu bewerten.
  • Dir sagen: „Ah, spannend, da ist dieser Gedanke wieder. Ich kenne ihn schon.“
  • Ihm nicht glauben und dich nicht hineinsteigern.
  • Den Gedanken „im Hintergrund rauschen lassen“, statt ihn in den Mittelpunkt zu stellen.

Wichtig ist dabei: Akzeptanz heißt nicht, dass der Gedanke wahr ist oder Realität wird. Es bedeutet nur, dass du aufhörst, innerlich gegen ihn zu kämpfen, damit er seinen Schrecken und seine Macht über dich verlieren kann.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie Christinas eigener Weg durch Angststörung und Burnout ihre Arbeit geprägt hat
  • Warum Kampf-oder-Flucht-Reaktionen bei Gefühlen so tief in uns verankert sind
  • Weshalb „immer positiv sein“ dich auf Dauer auslaugt
  • Christinas Herzensanliegen, Menschen aus Angst, Stress und Grübelschleifen zu begleiten
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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