Was tun bei Herzstolpern

Umgang mit Angst vorm Herzinfarkt und Kardiophobie

Folge 306 | Was tun bei Herzstolpern - Umgang mit Angst vorm Herzinfarkt und Kardiophobie

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

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Inhalt

Wenn das Herz Angst macht: Herzphobie verstehen und besser damit leben

Herzstolpern, Herzrasen, ein Stechen in der Brust – und medizinisch ist alles in Ordnung. Wenn du das kennst und dich trotzdem permanent um dein Herz sorgst, könnte eine Herzphobie dahinterstecken. In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Diplom-Soziologin und SPIEGEL-Bestsellerautorin Christina Hillesheim darüber, wie Herzangst entsteht, welche Symptome typisch sind und was dir wirklich helfen kann.

Was ist eine Herzphobie überhaupt?

Eine Herzphobie bedeutet, dass du dich ständig und übertrieben um dein Herz sorgst, obwohl ärztlich keine organische Ursache gefunden wurde. Typisch ist dabei ein Kreislauf aus Symptomen, Angst und noch mehr Aufmerksamkeit für das Herz.

Wichtig vorweg: Beschwerden rund um das Herz müssen immer ärztlich abgeklärt werden. Die Inhalte dieser Folge richten sich vor allem an Menschen, bei denen schon mehrfach gesagt wurde, dass medizinisch alles in Ordnung ist – die das aber innerlich nicht glauben können.

Typische körperliche Symptome

  • Herzstolpern (Extraschläge, unregelmäßiger Puls)
  • Herzrasen oder sehr starkes Herzklopfen
  • Gefühl, als würde das Herz aussetzen
  • Enge im Brustkorb oder Druckgefühl
  • Stechen oder Ziehen in der Brust
  • Kribbeln oder diffuse Missempfindungen im Brustbereich

Viele Betroffene berichten, dass sich die Symptome immer wieder verändern:

„Wenn ich das eine Symptom vom Arzt habe abklären lassen, kommt danach ein neues dazu. Und dann denke ich: Jetzt ist es aber wirklich was Schlimmes.“

Je stärker du dich auf dein Herz konzentrierst, desto häufiger und intensiver nimmst du jede kleine Unregelmäßigkeit wahr. Das verstärkt die Angst – und die Angst verstärkt wiederum die Symptome.

Psychische Symptome und typische Verhaltensmuster

  • Ständige Sorge vor einem Herzinfarkt oder plötzlichem Herztod
  • Intensive Todesangst und Grübelschleifen
  • Dauerhaftes Recherchieren von Herzkrankheiten im Internet
  • Starke Trigger-Reaktionen auf Geschichten von anderen („Der war auch so jung und hatte plötzlich einen Herzinfarkt…“)
  • Vermeidung von Sport aus Angst, das Herz zu sehr zu belasten

Gerade das Thema Sport wird oft missverstanden. Beim Sport oder bei Aufregung schlägt das Herz schneller – und zwar völlig normal und gesund. In der Herzphobie wird dieses gesunde Herzklopfen jedoch negativ bewertet:

„Unser Herz soll beim Sport schneller schlagen. Aber wir interpretieren das als Gefahr: Wenn es schneller schlägt, muss ja etwas nicht stimmen.“

Warum entsteht Herzangst? Typische Ursachen und Auslöser

Herzphobie entsteht meist nicht isoliert. Viele Betroffene kennen auch andere Ängste oder Panikattacken. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen.

Stress, Überlastung und fehlende Balance

Christina beschreibt ihr früheres Leben mit einem Bild:

„Ich bin früher mit einem Glas Wasser rumgelaufen, das bis oben hin voll war. Ein kleiner Tropfen – zum Beispiel ein Herzstolpern – und das Glas ist übergelaufen.“

Heute fühlt sich ihr „Glas“ eher halbvoll an – es braucht viel mehr, bis sie aus dem Gleichgewicht kommt.

Typisch bei Herzphobie:

  • Chronischer Alltagsstress und hohe Grundanspannung
  • Ein Leben, das sich nicht stimmig anfühlt (Job, Beziehungen, Lebensstil)
  • Zu wenig Pausen, Erholung und echte Entspannung

In diesem Dauerstress-Zustand reagiert das Nervensystem überempfindlich. Jede körperliche Regung wird bedrohlich interpretiert.

Prägende Erlebnisse und Geschichten von anderen

Ein häufiger Auslöser sind erschreckende Erlebnisse im Umfeld. Christina erzählt von ihrer eigenen Erfahrung während eines Praktikums beim Radio:

„Damals ist ein Mädchen gestorben, ungefähr in meinem Alter, an plötzlichem Herztod. Sie hatte wohl Fieber verschleppt. Das hat mich total in Aufruhr versetzt und ich hatte riesige Angst, dass mir das auch passieren könnte.“

Mögliche Auslöser:

  • Ein Todesfall durch Herzprobleme im Freundes- oder Familienkreis
  • Medienberichte über plötzlichen Herztod bei jungen Menschen
  • Angstmachende Aussagen („Wenn du das verschleppst, kriegst du eine Herzmuskelentzündung!“)
  • Eigene traumatische Erlebnisse, aus denen sich eine posttraumatische Belastungsreaktion entwickeln kann

Wichtig ist dabei, sich klarzumachen: Die Geschichte eines anderen ist nicht deine Geschichte. Dein Körper ist individuell, dein Lebenskontext ebenfalls.

Drei zentrale Strategien im Umgang mit Herzphobie

Was kannst du konkret tun, wenn dein Herz immer wieder Angst in dir auslöst, obwohl medizinisch alles in Ordnung ist? Christina fasst ihre wichtigsten Strategien in drei Kernpunkten zusammen.

1. Eigene Gedanken konsequent überprüfen

Angstgedanken fühlen sich überzeugend an, sind aber oft nicht realistisch. Ein zentraler Schritt ist deshalb die bewusste Gedankenüberprüfung:

  • Was denke ich gerade genau? („Ich bekomme gleich einen Herzinfarkt.“)
  • Stimmt das wirklich? Oder ist es eine automatische Angstreaktion?
  • Was sagen die Fakten? (Ärztliche Untersuchungen, Aussagen von Fachleuten)
  • Wie hoch ist die wahrscheinliche Gefahr – nicht die gefühlte?

Leitfragen können sein:

  • „Ist es wirklich wahrscheinlich, dass ich jetzt diese Herzkrankheit habe, obwohl ich gerade erst beim Arzt war und alles okay war?“
  • „Ist Sport wirklich gefährlich – oder bewerte ich mein Herzklopfen einfach falsch?“

Mit der Zeit lernst du, zwischen Angstgedanken und realistischen Einschätzungen besser zu unterscheiden.

2. Dein Nervensystem aktiv beruhigen

Herzphobie ist eng mit einem überreizten Nervensystem verbunden. Je angespannter dein System, desto heftiger reagieren Körper und Gedanken. Deshalb ist eine der wirkungsvollsten Strategien:

Lerne Techniken, mit denen du dich selbst beruhigen kannst.

  • Atemübungen (z.B. langsames, gleichmäßiges Ausatmen, um den Puls zu senken)
  • Geführte Meditationen bei akuter Angst (wie in der Montagsfolge von „Angst unplugged“)
  • Körperübungen, die dich wieder ins Hier und Jetzt holen (Spüren von Füßen, Händen, Kontakt zum Boden)
  • Routinen im Alltag, die deine Grundanspannung spürbar senken (Schlaf, Pausen, Bewegung)

Mit der Zeit wirst du merken: Wenn dein Nervensystem insgesamt ruhiger wird, werden auch die Herzsymptome weniger bedrohlich oder treten seltener auf.

3. Dich von Geschichten anderer abgrenzen

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die innere Abgrenzung:

„Ich bin ich und die anderen sind die anderen.“

Nur weil jemand im Bekanntenkreis oder in den Medien eine schlimme Herzerkrankung hatte, heißt das nicht, dass dir dasselbe passieren muss. Du kennst die ganze Geschichte dieser Person nicht: Lebensstil, Vorgeschichte, andere Erkrankungen.

Hilfreiche Haltung:

  • Stopp, wenn du Geschichten anderer sofort auf dich überträgst
  • Bewusst sagen: „Das ist deren Geschichte, nicht meine.“
  • Dich wieder auf deine Realität fokussieren:
    • Deine Befunde
    • Dein Körper
    • Dein Alltag und deine Möglichkeiten, gut für dich zu sorgen

Je weniger du auf jeden „Zug“ aufspringst, desto stabiler wird dein inneres Sicherheitsgefühl.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum es so wichtig ist, bei starken Ängsten therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
  • Wie ein gemeinsamer Workshop mit einem Arzt hilft, Herzstolpern und Schwindel psychosomatisch zu verstehen.
  • Warum Christinas neues Buch eine Anleitung enthält, um psychosomatische Symptome loszulassen.
  • Einladung zum Austausch: Welche Herzsymptome kennst du und wie gehst du damit um?
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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