Wenn Krankheitsgeschichten dich triggern

So stoppst du den Angst-Tunnelblick

23.02.2026
Wenn Krankheitsgeschichten dich triggern – So stoppst du den Angst-Tunnelblick

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Wenn Krankheitsgeschichten dich triggern: Wie du aus dem Angst-Tunnel aussteigst

Du hörst eine Krankheitsgeschichte, liest eine Schlagzeile oder siehst eine Serie – und plötzlich bist du sicher:
„Das passiert mir als Nächstes.“ Dein Kopf malt Horrorszenarien, dein Körper reagiert mit Anspannung, dein Blick verengt sich nur noch auf diese eine Krankheit.

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Host Christina Hillesheim darüber, warum Krankheitsgeschichten Menschen mit Angst so stark triggern und wie du Schritt für Schritt wieder aus diesem Krankheitstunnel herausfindest.

In dieser Episode ist keine externe Person zu Gast – Christina führt dich selbst durch das Thema. Sie ist Host von „Angst unplugged“, begleitet Menschen mit Angstgeschichte und teilt offen ihre eigenen Erfahrungen mit Gesundheitsängsten, Kontrollbedürfnis und typischen „Angstmensch“-Gedanken.

Ihr Ansatz verbindet:

  • Verständnis fürs Nervensystem
  • Realistische Einordnung von Risiken
  • Arbeit mit Glaubenssätzen und Sicherheitshandlungen
  • Praktische Übungen, die du sofort anwenden kannst

Krankheitsgeschichten und dein Tunnelblick: Was dein Kopf alles ausblendet

Die Folge startet mit einem typischen Trigger: der Tod von Schauspieler James Van Der Beek aus „Dawson’s Creek“ durch Darmkrebs. Vielleicht kennst du ähnliche Momente – eine Nachricht, ein Social-Media-Post, eine Serie – und dein System fährt sofort hoch.

Christinas wichtigste Erkenntnis dazu:

„Eine Ausnahme ist nicht die Regel.“

Wenn du eine Krankheitsgeschichte hörst, passiert im Kopf meist Folgendes:

  • Tunnelblick: Du siehst nur noch diese eine Krankheit und blendest alles andere aus.
  • Überschätzte Wahrscheinlichkeit: In deinem Gefühl ist es „super wahrscheinlich“, dass es dich auch trifft.
  • Symptome durch Fokus: Du „entdeckst“ plötzlich genau die Symptome, von denen du gerade gehört hast.

Wie dein Gehirn Symptome erschafft

Christina beschreibt, wie viele aus der Community berichten, dass sie nach Serien wie „Grey’s Anatomy“ am nächsten Tag genau die Symptome haben, die in der Folge vorkamen. Das zeigt eindrücklich, wie stark Gedanken und Fokus den Körper beeinflussen können.

Wichtige Punkte, die du dir bewusst machen darfst:

  • Du weißt extrem wenig über das Leben anderer Menschen, ihre Vorgeschichte, Genetik, Lebensweise.
  • Dein Körper, dein Leben, deine Geschichte sind anders. Du wirst nie exakt dasselbe Schicksal haben wie jemand anderes.
  • Millionen Menschen bleiben gesund oder haben nur wenige, gut behandelbare Krankheiten.
  • Die Medizin und Früherkennung haben enorme Fortschritte gemacht, viele Erkrankungen sind gut behandelbar.

Christina erzählt ein eigenes Beispiel: Ihr über 80-jähriger Vater hatte schwarzen Hautkrebs. Daraufhin ließ sie recherchieren, wie hoch das Risiko ist, im Leben Hautkrebs zu bekommen – und war selbst überrascht:

Sie hatte gefühlt gedacht, vielleicht 30 % der Menschen bekommen Hautkrebs. Die reale Zahl: Rund 96–97 % der Menschen bekommen in ihrem Leben keinen Hautkrebs.

Dieses Beispiel zeigt, wie sehr Angst unsere innere Statistik verzerrt. Deshalb:

  • Mach dir bewusst: Dein Kopf blendet gerade alles aus, was für Gesundheit, Sicherheit und Behandlungsmöglichkeiten spricht.
  • Tragische Einzelschicksale sind berührend und verdienen Mitgefühl – aber sie sind nicht automatisch deine Zukunft.

Verborgene Glaubenssätze: Warum dich Krankheitsgeschichten so hart treffen

Christina lädt dich ein, bei dir genauer hinzuschauen: Welche Glaubenssätze werden durch solche Geschichten in dir aktiviert?

Typische Überzeugungen, die deine Angst anfeuern

  • „Wenn ich sowas bekommen würde, könnte ich nicht damit leben.“
  • „Ich bin zu schwach, ich halte das nicht aus.“
  • „Die Welt ist grundsätzlich unsicher, es kann jeden treffen, es passiert jedem.“
  • „Wenn ich krank werde, habe ich keine Kontrolle.“
  • „Ich bin besonders gefährdet, auf mich muss man besonders aufpassen.“

Christina teilt dazu eine persönliche Erkenntnis: Ihre Mutter hatte selbst viel Angst und große Sorge um sie. Dadurch hat Christina als Kind unbewusst gelernt:

„Um mich muss man sich besonders sorgen – ich bin besonders gefährdet.“

Solche früh gelernten Muster können bis ins Erwachsenenalter wirken. Umso wichtiger ist es, sie bewusst zu hinterfragen.

Fragen, die dir helfen, Glaubenssätze zu überprüfen

  • Was denke ich gerade wirklich über mich und meine Gesundheit?
  • Ist dieser Gedanke wahr – oder ist er eher Fantasie?
  • Woher könnte dieser Gedanke stammen (Familie, Kindheit, Erfahrungen)?
  • Gibt es Beweise dafür, dass ich stark bin und Dinge schon ausgehalten habe?

Viele Gedanken sind eben keine Tatsachen, sondern alte Geschichten in deinem Kopf. Du darfst sie überprüfen und neu einordnen.

Raus aus der Angst-Spirale: Sicherheitshandlungen stoppen

Ein entscheidender Punkt in der Folge: die sogenannten Sicherheitshandlungen. Das sind Verhaltensweisen, mit denen du versuchst, Angst zu beruhigen – die sie aber langfristig verstärken.

Typische Sicherheitshandlungen bei Krankheitsangst

  • Symptome und Krankheiten googeln
  • Den eigenen Körper ständig checken („Habe ich das Symptom auch?“)
  • Fortwährendes Rückversichern bei Partner, Freund:innen, Familie („Meinst du, das ist schlimm?“)
  • Mehrfach-Arztbesuche ohne neue Symptome oder Befunde
  • Odysseen von Untersuchungen, obwohl bereits gründlich geschaut wurde

Christina kennt das selbst sehr gut: „Ich habe ständig meinen Mann gefragt: Meinst du, das ist schlimm? Meinst du, ich könnte das auch haben?

Das Problem: Du bekommst zwar kurz Erleichterung, aber:

  • Dein Gehirn lernt: „Ich kann mir selbst nicht trauen, ich brauche immer Bestätigung von außen.“
  • Jede neue Frage, jede neue Google-Suche öffnet die nächste Runde der Angst-Spirale.

Was du stattdessen üben darfst

1. Hör mit dem Gesundheits-Google-Marathon auf.
Keine endlosen Recherchen zu Symptomen, Krankheitsverläufen und Prognosen mehr, wenn du gerade getriggert bist.

2. Begrenze Rückversicherungen.
Statt drei Menschen zu fragen, ob alles okay ist, übe Schritt für Schritt, dir diese Sicherheit selbst zu geben.

3. Arztbesuche bewusst einordnen.
Natürlich: Bei echten Symptomen gehört man zum Arzt. Christina betont ausdrücklich, dass du ernst genommen werden solltest und gründliche Untersuchungen wichtig sind.

Aber:

  • Wenn gründlich untersucht wurde und nichts gefunden wurde, ist eine endlose Diagnostik-Odyssee meistens nicht hilfreich.
  • Eine Zweitmeinung kann sinnvoll sein – die ständige Suche nach der einen schlimmen Diagnose eher nicht.

Ein guter Anhaltspunkt:

  • Werden deine Beschwerden spürbar besser, wenn du abgelenkt bist oder dich entspannst?

In vielen Fällen ist das ein deutliches Zeichen, dass Angst und Stress eine große Rolle spielen.

Nervensystem Hack der Woche: Vom Tunnelblick in die Weite

Um dein Nervensystem aus dem Angstmodus zu holen, führt Christina durch eine Visualisierungsübung, die du jederzeit nutzen kannst, wenn du wieder im Krankheitstunnel feststeckst.

So funktioniert die Übung in Kurzform:

  1. Setz dich hin, roll deine Schultern nach hinten unten und komm im Moment an.
  2. Leg die Hände auf dein Herz oder eine Hand auf die Stirn – so, wie es sich für dich sicher anfühlt.
  3. Spüre kurz: Wie fühle ich mich gerade? Bin ich unruhig, aufgekratzt?
  4. Stell dir vor, du bist wie eine Kamera oder ein Handy im Zoom-Modus:
    • Du bist gerade voll reingezoomt in eine Angst oder ein Symptom.
    • Jetzt drückst du innerlich immer wieder auf „Minus“.
    • Mit jedem inneren Klick zoomst du ein Stück weiter heraus.
  5. Wenn du magst, klopfe mit einer Hand leicht auf deinen Körper und stell dir vor, wie du mit jedem Klopfen weiter aus der Angst herauszoomst.
  6. Zoom so weit raus, bis du wie ein Vogel von weit oben auf dein Leben und deine aktuelle Angst schaust.

Dort oben, aus der Weite, kannst du leichter erkennen:

  • Es gibt nicht nur Angst und Krankheit, sondern auch andere Lebensbereiche.
  • Es gibt andere Erklärungen für Symptome.
  • Es gibt Lösungen und Hilfen, nicht nur Katastrophen.

Zum Abschluss der Übung schlägt Christina vor:

  • Vier Sekunden durch die Nase einatmen.
  • Acht Sekunden durch den Mund ausatmen.
  • Hände und Arme ausschütteln, Finger bewegen, Augen öffnen, dich leicht strecken.

Diese Übung hilft dir, vom engen Angstfokus in einen Weitwinkel-Blick zurückzufinden.

Nur weil es anderen passiert, passiert es nicht automatisch dir

Ein besonders kraftvoller Vergleich aus der Folge: der Lottogewinn.

Wenn jemand im Lotto gewinnt, würdest du nicht denken:

„Ach cool, der hat gewonnen, das passiert mir bestimmt auch. Ich kündige schon mal meinen Job und buche den Urlaub.“

Bei positiven Dingen wissen wir intuitiv: Das passiert nicht automatisch auch mir.

Bei negativen Dingen jedoch wechseln viele in eine ganz andere Logik:

  • „So viel Glück habe ich nicht.“ (bei Positivem)
  • „So viel Pech habe ich bestimmt.“ (bei Negativem)

Genau hier lädt Christina dich ein, wieder Balance reinzubringen:

  • Nur weil jemand anders eine schwere Diagnose bekommt, heißt das nicht, dass du automatisch die Nächste bist.
  • Dein Gehirn ist bei Angst auf Gefahrensuche trainiert – nicht auf realistische Wahrscheinlichkeiten.

Du darfst dich immer wieder daran erinnern:

„Nur weil es jemand anderem passiert ist, heißt das nicht, dass es auch mir passiert.“

Die 4 wichtigsten Tipps im Überblick

  1. Mach dir bewusst, was du ausblendest.
    Du zoomst in eine Krankheitsgeschichte hinein und vergisst: Millionen sind gesund, vieles ist behandelbar, jede Lebensgeschichte ist einzigartig.
  2. Überprüfe deine Glaubenssätze.
    „Ich bin schwach“, „Die Welt ist gefährlich“, „Ich bin besonders gefährdet“ – sind diese Überzeugungen wirklich wahr oder alte Geschichten aus deiner Vergangenheit?
  3. Widerstehe Sicherheitshandlungen.
    Nicht endlos googeln, nicht ständig Rückversicherungen einholen, nicht zehnmal zum Arzt gehen, wenn gründlich geschaut wurde. Lerne, ein Stück Unsicherheit auszuhalten.
  4. Trenne Einzelschicksal von deiner Realität.
    Ein tragischer Fall ist nicht deine Zukunft. Bei positiven Dingen weißt du das intuitiv – bei negativen darfst du es üben.

Hausaufgabe: Drei Schritte, wenn du wieder im Krankheitstunnel steckst

Damit du das Gehörte im Alltag anwenden kannst, gibt dir Christina eine kleine „Hausaufgabe“ mit:

  1. Bemerken:
    Erkenne den Moment, in dem du wieder reinzoomst: „Stopp, ich zoome gerade in diese Krankheit/ Geschichte hinein.“
  2. Überzeugung aufschreiben:
    Notiere den Gedanken, der gerade aktiv ist, z. B. „Ich bin schwach“, „Mir passiert es wahrscheinlicher als anderen“. Frage dich:

    • Stimmt das wirklich?
    • Woher kenne ich diesen Gedanken?
  3. Weitwinkel-Frage stellen:
    Erweitere deinen Blick, z. B. mit Fragen wie:

    • Was blende ich gerade aus?
    • Was spricht für Sicherheit?
    • Wie kann ich meinen Körper jetzt beruhigen (z. B. mit der Zoom-Übung oder Atemtechnik)?
    • Was wäre eine realistische, nicht katastrophale Einordnung?

Damit trainierst du dein Nervensystem und deinen Kopf Schritt für Schritt weg vom Katastrophenfilm – hin zu mehr Realität, Selbstvertrauen und innerer Sicherheit.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Mitgefühl mit anderen und Abgrenzung zu dir selbst gleichzeitig möglich sind
  • Weshalb es wichtig ist, Vorsorgeuntersuchungen trotz Angst wahrzunehmen
  • Wie du erkennst, ob ein Symptom eher angst- oder körperbedingt sein könnte
  • „Nervensystem Hack der Woche“ als kleine Routine für deinen Alltag
  • Einladung zu Christinas kostenlosem Webinar mit den 4 Dingen, die ihr bei Angst am meisten geholfen haben
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Psychosomatik & Symptome". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Psychosomatik & Symptome"

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