Wie du Kritik nicht persönlich nimmst

3 kraftvolle Tipps

18.10.2023
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Kritik nicht mehr so persönlich nehmen: 3 praktische Schritte

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Diplom-Soziologin und Buchautorin Christina Hillesheim darüber, wie du Kritik gelassener nehmen kannst, ohne dich kleinzumachen oder zu verbiegen. Gerade wenn du sensibel bist oder Angstthemen kennst, triggert dich Kritik oft besonders stark. Christina zeigt dir, wie du dich innerlich schützen und gleichzeitig wachsen kannst.

Kritik einordnen: sachlich oder übergriffig?

Der wichtigste Schritt kommt direkt am Anfang: Bevor du Kritik an dich heranlässt, ordne sie ein. Nicht jede Meinung über dich verdient denselben Platz in deinem Inneren.

Stelle dir bewusst folgende Fragen:

  • Ist die Kritik sachlich und konstruktiv?
    Gibt es konkrete Punkte, an denen du etwas erkennen oder sogar verbessern kannst?
  • Oder ist sie übergriffig und beleidigend?
    Wird deine Person abgewertet, werden deine Erfahrungen kleingeredet oder ins Lächerliche gezogen?

Christina erzählt von den Rezensionen zu ihrem ersten Buch, einem Spiegel-Bestseller. Die meisten Rückmeldungen waren tief berührend, viele Menschen fühlten sich gesehen und verstanden. Doch es gab auch einzelne extrem negative Bewertungen.

Eine Person schrieb zum Beispiel sinngemäß, ihre zwei Kaiserschnitte seien ja wohl „ein Klacks“ gewesen und alles bei ihr wirke immer so leicht. Für Christina war das ein Schlag in die Magengrube, denn sie weiß – und jede Frau mit Kaiserschnitt weiß es auch – dass das alles andere als ein Klacks ist.

Genau hier greift ihre erste Regel:

  • Übergriffiges und Beleidigendes kommt in die „innere Papiertonne“.
  • Sachliches und respektvolles Feedback darf bleiben und wird geprüft.

Ein zentraler Gedanke von Christina:

„Ich werde mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich heute glücklich bin. Und ich wünsche dir von Herzen, dass du dich auch nicht dafür rechtfertigst, wie du dein Leben lebst – vor allem dann nicht, wenn es dich glücklich macht.“

Jeder Mensch darf so leben, wie es ihn glücklich macht, solange andere nicht verletzt oder beleidigt werden. Lebensmodell, Sexualität, Beruf, Familienform: All das ist deine Entscheidung – nicht die der Menschen, die dich bewerten.

Aus Kritik lernen, ohne dich zu verbiegen

Wenn Kritik sachlich ist, kann sie wertvoll sein – auch wenn sie im ersten Moment wehtut. Der zweite Schritt ist deshalb:

Frage dich: Kann ich daraus etwas lernen?

Statt automatisch in die Abwehr zu gehen, kannst du dir überlegen:

  • Gibt es einen wahren Kern in dem, was gesagt wurde?
  • Kann ich etwas beim nächsten Mal klarer, ehrlicher oder differenzierter darstellen?
  • Habe ich vielleicht einen Eindruck vermittelt, den ich so gar nicht beabsichtigt habe?

Am Beispiel der Buchkritik bedeutet das für Christina: Wenn Leserinnen das Gefühl haben, bei ihr wirke alles immer nur leicht und glücklich, kann sie überlegen, ob sie ihre Herausforderungen und Probleme in Zukunft noch deutlicher zeigen möchte.

Wichtig dabei:

  • Verantwortung ja – Schuld nein.
    Du bist nicht „schuld“, wenn andere etwas missverstehen. Aber du kannst daraus lernen, wie du dich oder deine Botschaft klarer ausdrücken kannst.
  • Wachstum statt Selbstanklage.
    Die Frage ist nicht: „Was mache ich alles falsch?“, sondern: „Gibt es etwas, das ich beim nächsten Mal besser oder anders machen möchte?“

Diese Haltung schützt dich vor destruktiver Selbstkritik und hält dich gleichzeitig offen für Entwicklung.

Loslassen & Grenzen setzen: Du bist keine Erdbeere

Selbst wenn du Kritik gut eingeordnet und geprüft hast, bleibt eine Aufgabe: Du musst sie irgendwann loslassen. Sonst trägst du die Worte anderer wie ein schweres Gepäck den ganzen Tag mit dir herum.

Dabei helfen dir mehrere innere Klarstellungen:

  • Du kannst es nicht allen recht machen.
    Nicht jeder wird dich mögen, verstehen oder gut finden. Das ist kein Zeichen dafür, dass du falsch bist.
  • Deine Ecken und Kanten sind wichtig.
    Wenn dich wirklich jeder mag, hast du dich wahrscheinlich klein gemacht oder angepasst.
  • Deine Werte sind dein Kompass.
    Überlege dir: Wofür stehst du? Wie möchtest du leben? Richte dich daran aus, nicht an den Erwartungen fremder Menschen.

Christina erinnert an ein beliebtes Bild:

„Du kannst es nicht allen recht machen. Du bist keine Erdbeere, kein Pfirsich – und selbst die mag nicht jeder.“

Das Ziel ist nicht, überall anzukommen und bloß nirgends anzuecken, sondern dein Leben so zu führen, dass es dich wirklich glücklich macht Auch wenn das bedeutet, dass andere Menschen damit nicht einverstanden sind.

Nicht zurückschießen: Warum Vergeltung nicht heilt

Ein Punkt, der besonders in konfliktreichen Situationen wichtig ist: die Reaktion. Der dritte Tipp von Christina lautet:

Nicht zurückschießen – auch wenn es weh tut

Gerade im Internet ist Kritik oft anonym und enthemmt. Der erste Impuls ist dann häufig:

  • „Der war so gemein, jetzt bin ich auch gemein.“

Doch das verschlimmert die Situation meist nur. Christina beschreibt ein Zitat, das sie sehr berührt:

„Hurting them back will not heal your pain.“

Oder auf Deutsch: Jemanden zurückzuverletzen heilt deinen eigenen Schmerz nicht.

Statt aus der Wut heraus zu reagieren, kannst du üben:

Das bedeutet nicht, alles zu schlucken oder dich respektlos behandeln zu lassen. Es heißt vielmehr:

  • Du steigst nicht in jedes Drama ein.
  • Du beendest lieber eine Diskussion, als sie eskalieren zu lassen.
  • Du schützt deinen inneren Frieden, anstatt Kriege im Kleinen zu führen.

Ein weiterer Gedanke, der beim Loslassen hilft:

„Verletzte Menschen verletzen Menschen.“ – „Hurt people hurt people.“

Wer wirklich im Reinen mit sich ist und ein erfülltes Leben führt, hat in der Regel kein Bedürfnis, andere fertigzumachen oder kleinzureden. Beleidigende, abwertende Kommentare sagen deshalb meistens mehr über den inneren Zustand der anderen Person aus als über dich.

Das kann dir helfen, innerlich auf Abstand zu gehen und dich nicht mit jeder fremden Meinung zu identifizieren.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum wir Kritik oft wegen früherer Erfahrungen (z. B. aus der Kindheit) überempfindlich wahrnehmen.
  • Wie du erkennst, wann Kritik eigentlich gar nicht böse gemeint war – du sie aber im ersten Moment falsch verstehst.
  • Warum du dich niemals dafür rechtfertigen solltest, dass du glücklich bist.
  • Weshalb es ein Akt der Selbstliebe ist, Bewertungen zu lesen, einzuordnen und dann bewusst loszulassen.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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