Kritik nicht persönlich nehmen

3 Schritte

25.01.2021
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

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Inhalt

Kritik nicht mehr persönlich nehmen: 3 wirksame Schritte

In dieser Folge von „Angst unplugged“ zeigt dir Diplom-Soziologin, Autorin und Glückscoach Christina Hillesheim, wie du aufhörst, Kritik sofort als Angriff auf deine Person zu sehen – und sie stattdessen als wertvolle Ressource für deine persönliche Entwicklung nutzt.

1. Erst wahrnehmen, was in dir passiert

Der erste Schritt ist, deine automatische Reaktion überhaupt zu bemerken. In dem Moment, in dem dich jemand „kritisiert“, hilft ein inneres Stopp-Signal:

  • Innerlich kurz anhalten: „Moment mal…“
  • Beobachten: Was denke ich gerade?
  • Reflektieren: Warum denke bzw. fühle ich das?

Zwischen dem Reiz von außen und deiner Reaktion liegt deine ganze Gestaltungsmacht. Du kannst oft nicht steuern, was andere sagen oder tun, aber du kannst immer entscheiden, wie du reagieren möchtest.

Christina beschreibt, wie alte Erfahrungen aktuelle Situationen stark färben können. Ein Beispiel aus ihrem Leben: Frühe Kritik an ihrer „Haushaltsführung“ führt dazu, dass sie heute sehr empfindlich reagiert, wenn jemand etwas zu ihrem Aufräumen oder Haushalt sagt. Sofort sind die alten Geschichten wieder da.

Ähnlich kann es dir gehen, wenn du z. B. in der Schule von Lehrkräften oft gehört hast, dass du etwas „nicht kannst“. Sagt heute dein Partner oder deine Partnerin etwas in diese Richtung, fühlen sich die alten Wunden sofort wieder echt an.

Frage dich deshalb bewusst:

  • Kommt mein Schmerz gerade wirklich von dieser Person – oder von früher?
  • Welche Geschichte erzähle ich mir innerlich über mich selbst?

Hilfreich ist es, hier ein wenig Humor hineinzubringen. Im Podcast wird z. B. die Idee erwähnt, das Wort „ungünstig“ absichtlich „ungünschtig“ auszusprechen. Allein dadurch verliert die Situation an Schwere, und du kannst innerlich ein wenig entspannen.

2. Kritik einordnen: Botschaft der Sachebene hören

Im zweiten Schritt geht es darum, die Kritik einzuordnen. Frage dich:

  • Wie hat die andere Person das wirklich gemeint?
  • Ist das gerade ein Angriff auf mich als Mensch – oder ein Hinweis auf mein Verhalten?

In den allermeisten Fällen ist Kritik nicht böse oder absichtlich verletzend gemeint. Trotzdem verletzt sie, weil unser inneres „verletztes Ego“ anspringt und sofort in den Verteidigungsmodus geht.

Christina betont eine zentrale Unterscheidung:

  • „Mein Verhalten war unklug“ ist etwas anderes als
  • „Ich bin unklug“ oder „Ich mache immer alles falsch“.

Oft schließen wir aus einer unklugen Handlung auf unseren ganzen Wert als Mensch. Diese starke Verallgemeinerung macht Kritik so schmerzhaft. Stattdessen lohnt sich die Frage:

  • Was genau wird hier kritisiert – mein Verhalten oder meine Person?
  • Kann ich in dieser Kritik vielleicht einen brauchbaren Tipp für mich entdecken?

In Kritik stecken häufig wertvolle Hinweise, wenn du dich traust, dein Ego kurz zur Seite zu schieben und neutral zuzuhören. Versuche, die Sachebene zu hören:

  • Was beschreibt die andere Person konkret?
  • Welches Verhalten ist gemeint?
  • Gibt es etwas, das du ausprobieren oder verbessern möchtest?

Sollte Kritik wirklich einmal absichtlich böse oder verletzend gemeint sein, empfiehlt Christina ein inneres Schutzbild: Stell dir vor, du ziehst einen dicken Raumanzug oder ein Schutzschild an, das äußere Angriffe abprallen lässt. So schützt du dein Inneres, ohne selbst zurückzuschlagen.

3. Deeskalieren statt verteidigen: Mit gewaltfreier Kommunikation reagieren

Der dritte Schritt: Nimm der Situation den Wind aus den Segeln. Unsere spontane Reaktion auf Kritik ist oft:

  • Gegenkritik
  • Rechtfertigung und Verteidigung
  • Vorwürfe, Lautwerden, Rückzug

Das Ergebnis: Die Situation eskaliert, Fronten verhärten sich, eine Lösung rückt in weite Ferne. Um das zu vermeiden, stellt Christina das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg vor. Ziel ist, so zu sprechen, dass sich beide Seiten gehört und respektiert fühlen.

Die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation:

  1. Beobachtung: Was passiert sachlich, ohne Bewertungen?
  2. Gefühl: Was fühle ich in dieser Situation?
  3. Bedürfnis: Welches Bedürfnis von mir ist (nicht) erfüllt?
  4. Bitte: Welche konkrete, umsetzbare Bitte habe ich an die andere Person?

Daraus kann ein Satz entstehen wie:

„Wenn ich sehe, dass du A tust, dann fühle ich mich B, weil ich das Bedürfnis nach C habe. Deshalb möchte ich dich gerne bitten, D zu tun. Wie wäre das für dich?“

Beispiele (vereinfacht):

  • „Wenn ich sehe, dass du mich vor anderen kritisierst, fühle ich mich beschämt, weil mir Respekt und Wertschätzung wichtig sind. Deshalb möchte ich dich bitten, mir Feedback lieber unter vier Augen zu geben. Wäre das für dich in Ordnung?“
  • „Wenn ich höre, dass du sagst, ich sei unordentlich, fühle ich mich angegriffen, weil mir Vertrauen wichtig ist. Ich möchte dich bitten, mir konkret zu sagen, was du dir im Haushalt von mir wünschst. Ist das für dich okay?“

Wichtig ist: Es geht um eine Bitte, keine Forderung. Du öffnest ein Gespräch, statt ein Urteil zu fällen. So entsteht Raum für Verständnis, Verbindung und echte Veränderung.

4. Aus Kritik lernen statt daran zu zerbrechen

Kritik kann weh tun – und gleichzeitig eine der größten Quellen für persönliches Wachstum sein. Christina fasst es sinngemäß so zusammen:

„Es ist erstaunlich, wie viel wir gerade aus Kritik lernen können, wenn wir richtig mit ihr umgehen.“

Nutze Kritik in Zukunft bewusster, indem du dir folgende Fragen stellst:

  • Warum bin ich gerade so verletzt? Liegt es an alten Erfahrungen oder Glaubenssätzen?
  • Welche Botschaft steckt auf der Sachebene? Kann ich darin einen nützlichen Hinweis erkennen?
  • Was kann ich konkret daraus lernen oder verändern?
  • Wie kann ich meine Bedürfnisse klar, respektvoll und ehrlich benennen?

So verwandelst du Kritik von einer Bedrohung in eine Einladung, dich besser kennenzulernen und deine Beziehungen bewusster zu gestalten.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Humor ein kraftvolles Werkzeug ist, um innere Spannung bei Kritik zu lösen
  • Wie alte Glaubenssätze („Ich kann das nicht“, „Ich bin nicht gut genug“) deine Reaktionen heute prägen
  • Warum es sich lohnt, dein verletztes Ego bewusst zu beruhigen, bevor du antwortest
  • Einladungen, die Impulse aus der Folge im Alltag konkret auszuprobieren
  • Hinweis auf weitere inspirierende Inhalte von Christina für mehr Lebensglück und Gelassenheit
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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