Was Angst wirklich ist

Ursachen, wie du sie verstehst und überwindest

13.01.2025
Was Angst wirklich ist- Ursachen, wie du sie verstehst und überwindest

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Was Angst wirklich ist – und wie du lernst, besser mit ihr umzugehen

Im Podcast „Angst unplugged“ spricht Diplom-Soziologin und SPIEGEL-Bestsellerautorin Christina Hillesheim darüber, was Angst eigentlich ist, wie sie im Körper entsteht und wie du Schritt für Schritt wieder mehr innere Ruhe finden kannst.

Du erfährst, warum du mit deiner Angst nicht „komisch“ oder „allein“ bist, was in deinem Gehirn bei Angst passiert und weshalb dein Nervensystem eine so große Rolle spielt. Außerdem geht es darum, wie Gedanken Angst verstärken – und was du konkret tun kannst, um da wieder auszusteigen.

Angst als natürliche Schutzfunktion – du bist nicht „falsch“

Angst ist kein Fehler in deinem System, sondern eine natürliche Schutzfunktion deines Körpers. Christina betont immer wieder:

„Jeder hat Angst. Du bist kein Alien, du bist nicht schräg oder seltsam, weil du Angst hast.“

Der entscheidende Unterschied liegt nicht darin, ob jemand Angst hat, sondern:

  • Wie viel Raum bekommt die Angst im Alltag?
  • Wie stark ist sie ausgeprägt?
  • Wie sehr bestimmt sie Entscheidungen und Verhalten?

Viele Ängste sind völlig nachvollziehbar:

  • die Sorge als Mutter, dass dein Kind krank werden könnte
  • die Angst vor einer eigenen Erkrankung
  • Unbehagen vor Prüfungen, Flügen oder wichtigen Terminen

Menschen ohne Angststörung nehmen solche Gedanken zwar wahr, lassen sich aber nicht endlos hineinziehen. Sie registrieren: „Da ist ein ängstlicher Gedanke“ – und legen ihn gedanklich wieder zur Seite.

Wenn du unter einer Angststörung oder stark übersteigerten Ängsten leidest, ist die Angst nicht „anders“, sondern einfach intensiver und präsenter. Sie bekommt viel mehr Raum, deine Gedanken kreisen und du findest schwerer heraus.

Was bei Angst im Körper passiert – von der Amygdala bis zum Herzrasen

Um deine Angst besser zu verstehen, hilft es zu wissen, was in deinem Körper geschieht. Christina erklärt das Schritt für Schritt:

1. Die Alarmanlage im Gehirn: Amygdala und Hypothalamus

Im Zentrum steht die Amygdala, das Angstzentrum im Gehirn. Sie funktioniert wie eine Alarmanlage:

  1. Die Amygdala erkennt eine (vermeintliche) Bedrohung.
  2. Sie sendet Signale an den Hypothalamus.
  3. Der Hypothalamus aktiviert das autonome Nervensystem.

Dein Körper wird in Sekundenbruchteilen in Alarmbereitschaft versetzt – selbst dann, wenn objektiv keine reale Gefahr besteht, sondern „nur“ ein Gedanke oder eine Vorstellung.

2. Stresshormone und die typische Angstreaktion

Im nächsten Schritt werden Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Dein Körper bereitet sich darauf vor, schnell zu reagieren. Typische Notfallprogramme sind:

  • Kampf (fight)
  • Flucht (flight)
  • Erstarren / Totstellen (freeze)

Damit einher gehen körperliche Symptome, die du vermutlich gut kennst:

  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Schwitzen, Hitze- oder Kältewellen
  • Schwindel, Benommenheit
  • Übelkeit, flauer Magen
  • angespannte Muskeln im ganzen Körper

Spannend – und gleichzeitig belastend – ist dabei:

Wir interpretieren diese Symptome selten neutral als „Angstreaktion“, sondern oft als Gefahr.

  • „Oh Gott, ich bekomme einen Herzinfarkt.“
  • „Gleich falle ich in Ohnmacht.“
  • „Mir ist so schlecht, bestimmt muss ich mich übergeben.“

Dadurch entsteht ein Angstkreislauf:

3. Wenn die Angst „aus dem Nichts“ kommt

Viele Betroffene berichten wie Christina:

„Es war, als käme das Herzrasen aus dem Nichts, ohne akute Gefahr.“

Oft steckt dahinter kein spontaner Notfall, sondern ein dauerhaft überlastetes Nervensystem:

  • sehr stressige Tage, Wochen oder Monate
  • ständig innere Anspannung
  • wenig Erholung, Überforderung, Druck

Dein Körper sendet dann über Symptome wie Herzstolpern, Schwindel oder Übelkeit ein klares Signal:

„Bitte schalte einen Gang runter – hier stimmt etwas nicht.“

Ja, du kannst solche Symptome haben, ohne dass du in diesem Moment bewusst an etwas Bedrohliches denkst. Die Angst sitzt dann gewissermaßen im „System“, weil dein Nervensystem kaum noch zur Ruhe kommt.

Wie Gedanken Angst verstärken – und wie du aus dem Karussell aussteigst

Ein Kernaspekt dieser Folge: Dein Gehirn unterscheidet nicht sauber zwischen Vorstellung und Realität.

Wenn du dir vorstellst, in der Prüfung zu versagen, kann dein Körper genauso reagieren, als würdest du in diesem Moment tatsächlich durchfallen. Christina erklärt dazu:

„Ob du nur denkst, dass etwas Schlimmes passiert, oder ob es wirklich passiert – das kann das Gehirn nicht unterscheiden.“

1. Warum Angst in Gedanken oft schlimmer ist als in der Realität

In deiner Vorstellung bist du der Situation ausgeliefert:

  • Du malst dir Horrorszenarien aus.
  • Du kannst in Gedanken nicht aktiv handeln.
  • Du bleibst im Gefühl der Ohnmacht und Angst stecken.

In der realen Situation hingegen hast du Handlungsspielraum:

  • Du kannst Atemübungen machen.
  • Du kannst dich ins Hier und Jetzt zurückholen.
  • Du kannst wahrnehmen, dass die Angst auch wieder abklingt.

Christinas Tipp:

  • Überprüfe deine Gedanken regelmäßig.
  • Sage dir: „Es ist noch gar nicht passiert.“
  • Verschiebe den Lösungsmodus auf den Moment, in dem wirklich etwas ansteht.

So befreist du dich Stück für Stück aus dem permanenten Kopfkino und kommst wieder eher in die Gegenwart.

2. Vermeidung – warum sie deine Angst langfristig verstärkt

Ein weiterer wichtiger Mechanismus ist Vermeidung. Aus Angst vor der Angst beginnen viele, Situationen zu meiden, in denen sie einmal Panik erlebt haben, zum Beispiel:

  • U-Bahn oder Bus
  • Autofahren
  • bestimmte Orte, Veranstaltungen oder Menschenmengen

Typischer Gedanke: „Dort hatte ich eine Panikattacke, also ist es gefährlich.“
Wenn du diese Situationen vermeidest, passiert Folgendes:

  • Du bestätigst deiner Angst: „Ja, das ist wirklich gefährlich.“
  • Du nimmst dir die Chance, die gegenteilige Erfahrung zu machen.
  • Die Angst verfestigt sich und kann sich auf immer mehr Bereiche ausweiten.

Angst nimmt oft nur dann ab, wenn du dich den Situationen schrittweise wieder aussetzt – begleitet von Techniken zur Selbstberuhigung. So lernt dein Gehirn:

„Ich kann U-Bahn fahren und gleichzeitig meine Angst aushalten. Ich bin handlungsfähig.“

Nervensystem beruhigen & neue Wege üben – erste Schritte aus der Angst

Christina macht klar: Es gibt nicht den einen magischen Satz, der Angst „ausknipst“. Ihr eigener Weg aus Angst und Burnout war ein längerer, intensiver Prozess mit vielen Veränderungen im Leben – und auch mit Dingen, die nicht funktioniert haben.

Wichtige Bausteine, die sie heute empfiehlt:

  • Nervensystem beruhigen, statt dauerhaft im Alarmzustand zu bleiben
  • körperorientierte Übungen, um aus dem Kopf wieder in den Körper zu kommen
  • Atemübungen, die dir helfen, akute Anspannung zu regulieren
  • Achtsamkeitstechniken, um dich ins Hier und Jetzt zurückzuholen
  • konsequente Gedankenhygiene, um Katastrophenfilme im Kopf zu stoppen

Ein zentrales Learning dabei ist:

Du musst deine Angst nicht lieben – aber du darfst sie verstehen und lernen, mit ihr umzugehen.

Wenn du merkst, dass dich vor allem psychosomatische Beschwerden belasten, kann es zudem sinnvoll sein, diese einmal ärztlich abklären zu lassen. Ist medizinisch alles in Ordnung, hilft dir dieses Wissen, körperliche Symptome als normale Angstreaktionen einzuordnen – und nicht als bedrohliche Krankheit.

Drei Angst-Tipps zum Mitnehmen

Am Ende der Folge fasst Christina die wichtigsten Punkte noch einmal kompakt zusammen:

  1. Normalisiere deine Angst.
    Jeder Mensch hat Angst. Bei dir ist sie nur aus dem Ruder gelaufen – und daran darfst du arbeiten.
  2. Erkenne, dass Angst im Kopf oft schlimmer ist als im Moment selbst.
    In der realen Situation kannst du handeln und Lösungen finden. In Gedanken bleibst du im Karussell stecken.
  3. Bewerte körperliche Symptome als das, was sie sind: Angstreaktionen.
    Herzrasen, Schwindel, Übelkeit & Co. bedeuten nicht automatisch schwere Krankheit, sondern zeigen: Dein Körper ist im Alarmmodus.

Parallel dazu darfst du lernen, dein Nervensystem zu beruhigen und dir nach und nach ein Leben aufzubauen, in dem Angst nicht mehr das Steuer übernimmt.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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