„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Host Christina Hillesheim mit ihrer Freundin Katja über ein Burnout, das sich vor allem über massive körperliche Symptome gezeigt hat – und darüber, wie Katja heute ihr Zuhause so gestaltet, dass es ihr Nervensystem beruhigt.
Die Folge richtet sich an dich, wenn du
Katja ist gelernte Grafikerin und hat sich nach ihrem Burnout als Interior Designerin selbstständig gemacht. Ihr Spezialgebiet: Räume so gestalten, dass sie das Nervensystem entlasten, statt es zusätzlich zu stressen.
Ihre eigene Geschichte mit Depression, Burnout und massiven körperlichen Symptomen prägt heute ihre Arbeit. Sie weiß aus Erfahrung, wie wichtig ein Zuhause ist, das sich sicher, weich und ruhig anfühlt – gerade in psychisch belastenden Zeiten.
Katjas Burnout war nicht das klassische Bild von „einfach nur erschöpft und antriebslos“. Ihr Körper hat viel früher und viel lauter gesprochen als ihre Psyche.
Ende 2020 begann alles mit Symptomen, die viele zunächst als „sicher körperlich“ einstufen würden:
Sie ließ alles körperlich abklären: Corona-Tests, Lungenfacharzt, Szintigraphie, Herzdiagnostik – ohne Ergebnis. „Es geht mir zu schlecht, als dass ich nichts habe“, dachte sie, und fand lange keine Erklärung.
Im Februar 2022, nach anhaltendem Fieber, schrieb die Hausärztin Katja krank. Der Chef akzeptierte das nicht, setzte sie weiter unter Druck. Katja kündigte schließlich – und kurz darauf folgte der Besuch beim Psychiater.
Dort bekam sie die Diagnose: mittlere bis schwere Depression mit Tendenz zur schweren Depression, ausgelöst durch langanhaltenden emotionalen Stress und verfestigte körperliche Symptome.
Katja beschreibt diesen Moment so:
„Es war, als hätte er mir mit diesem einen Satz den Stecker gezogen. Ich glaube, ich habe zwei Wochen nur geschlafen.“
Spannend: Katja beschreibt ihre Depression als „rein körperlich“. Sie fühlte:
Stattdessen dominierte der Körper: Atemnot, Herzstolpern, Übelkeit, Dauerdruck im Brustkorb. Ihre Ärzt:innen ordneten das trotzdem klar als depressive Störung ein – ein wichtiges Signal:
Auch rein körperliche Dauer-Symptome können Ausdruck einer Depression oder eines Burnouts sein, selbst wenn du dich nicht „typisch deprimiert“ fühlst.
Die Reha wurde zum Wendepunkt – auch wenn Katja bereits „am Ende“ ihres Burnouts stand. Dort lernte sie zu verstehen, warum sie überhaupt krank geworden ist.
Katjas Geschichte zeigt sehr deutlich: Burnout entsteht selten nur durch „zu viel Arbeit“. Viel entscheidender sind langfristig übergangene Bedürfnisse und ein Leben, das nicht (mehr) zu einem passt.
In Katjas Fall kam vieles zusammen:
In der Reha machte sie einen Stressbewältigungs-Test. Besonders ausgeprägt waren bei ihr zwei Bedürfnisse:
Genau diese Bedürfnisse waren über Jahre hinweg massiv verletzt – beruflich und privat. Die Folge: Sie ging permanent über ihre Grenzen, bis der Körper stoppte.
Ihre Erkenntnis:
„Burnout ist nicht einfach zu viel Arbeiten. Es ist für mich vor allem emotionaler Stress über einen längeren Zeitraum, ohne Ausgleich und mit dauerhaft gestörten Bedürfnissen.“
Christina beschreibt Burnout als eine Art Erschöpfungsdepression, die vor allem durch langanhaltende Überlastung entsteht. Sie zitiert dabei sinngemäß den Ansatz, dass Burnout ein „gesunder Selbstregulierungsversuch“ des Körpers ist, wenn ein Mensch zu weit weg von seinen Bedürfnissen lebt.
Wichtige Punkte aus dem Gespräch:
Entscheidend ist letztlich weniger das Label, sondern die Frage:
Ein zentrales Muster bei Katja (und vielen Hörer:innen):
Katja sagt offen:
„Ich habe es bis heute noch nicht geschafft, mit einem total guten Gefühl zu sagen: Bis hierhin und keinen Schritt weiter.“
Christina berichtet aus ihrer Therapie:
Wichtiger Perspektivwechsel, den beide betonen:
Katja erlebt ihre körperlichen Symptome inzwischen nicht mehr nur als Feind, sondern als Warnsystem.
Die Atemnot („keine Luft kriegen“, Druck auf der Brust), die sie über mehr als zwei Jahre fast durchgehend hatte, tritt heute nur noch punktuell auf – dafür aber sehr deutlich:
Ihre Haltung heute:
„Ich sehe es als Warnsignal. Mein Körper hat gelernt, mir sofort zu melden, wenn etwas nicht stimmt.“
Christina greift einen psychosomatischen Ansatz auf, der vielen helfen kann, ihre Symptome zu verstehen:
Wichtig: Es geht nicht darum, „sofort die richtige Antwort“ zu finden. Der Prozess ist wertvoll:
Wenn Katja merkt, dass die Symptome zurückkommen, hilft ihr vor allem:
Sie hat außerdem ihr Leben spürbar verlangsamt:
Seit sie diese Änderungen konsequent umsetzt, ist die Atemnot wieder deutlich in den Hintergrund getreten.
Aus Katjas Burnout-Erfahrung ist eine Spezialisierung entstanden: Sie unterstützt Menschen dabei, ihre Wohnräume so zu gestalten, dass sie runterfahren können, statt noch mehr Reize um sich zu haben.
Gerade während ihrer schwersten Phasen war Katja fast nur zu Hause:
Ihre Konsequenz:
„In einer schwierigen emotionalen Zeit muss das Zuhause sehr viel leisten. Wenn es zusätzlich stresst, hast du keinen Ort, an dem du Kraft schöpfen kannst.“
Ein ruhiges Zuhause heilt nicht, aber es kann:
Katja beobachtet bei vielen Kund:innen Muster, die Unruhe erzeugen:
Die Wirkung:
Katja empfiehlt vor allem für Menschen mit Ängsten, Burnout, Depression oder Hochsensibilität:
Christina beschreibt, wie sie und ihr Mann das intuitiv ähnlich leben: wenig offene Regale, viel Weiß und Pastelltöne, klare Ordnungssysteme. Für sie reduziert das massiv den Stress – gerade mit Kind und Spielzeug im Wohnzimmer.
Katja bietet je nach Bedarf verschiedene Formen der Zusammenarbeit an:
Sie achtet dabei besonders auf:
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