Schwindel bei Angst und Stress

Woher er kommt und was helfen kann

23.06.2026
Christina spricht in dieser Podcast Folge über Schwindel bei Angst und Stress und was dagegen helfen kann.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Schwindel bei Angst & Stress: Warum er so real ist und was wirklich hilft

Benommenheit, Schwankschwindel, „Watte im Kopf“ oder das Gefühl, neben dir zu stehen: Schwindel kann extrem beängstigend sein, vor allem, wenn ärztlich „nichts gefunden“ wird. In dieser Folge von „Angst unplugged“ erklärt Host Christina Hillesheim, wie Schwindel bei Angst und Stress entstehen kann, warum er sich oft in bestimmten Situationen verstärkt und welche Schritte dir helfen können, aus der Schwindel-Spirale wieder herauszukommen.

Wichtig: Schwindel sollte immer medizinisch abgeklärt werden. Diese Folge ersetzt keine Diagnostik, sondern ordnet das Thema ein, besonders dann, wenn Befunde unauffällig sind.

Schwindel ist mehr als „Ohr oder Gehirn“: So komplex ist Gleichgewicht

Viele denken bei Schwindel sofort an das Innenohr oder etwas „im Kopf“. Christina macht klar: Gleichgewicht ist ein Zusammenspiel mehrerer Systeme. Dein Körper nutzt parallel verschiedene Informationsquellen, um Balance herzustellen und dich im Raum zu orientieren.

  • Augen (visuelle Orientierung)
  • Innenohr (Vestibularsystem)
  • Muskeln, Gelenke, Faszien (Körperwahrnehmung/Propriozeption)
  • Nervensystem (Stresslevel, Reizverarbeitung, Alarmmodus)

Wenn hier etwas aus dem Takt gerät, kann sich das als Schwindel zeigen, ohne dass zwingend „etwas kaputt“ ist. Typische Beschreibungen aus der Community (und aus Christinas eigener Angstzeit) sind:

  • Benommenheit und Konzentrationsprobleme
  • Wattegefühl im Kopf, „nicht richtig da sein“
  • Schwanken wie auf einem Schiff
  • Unsicherheit beim Gehen
  • Derealisation: die Umgebung wirkt unwirklich oder „abgetrennt“

Warum Schwindel in Supermarkt, U-Bahn & bei Schlafmangel schlimmer wird

Viele erleben Schwindel besonders in Situationen, in denen das Nervensystem ohnehin „viel verarbeiten“ muss: grelles Licht, viele Menschen, Lärm, schnelle Bewegungen oder Enge. Christina nennt als typische Trigger unter anderem Supermarkt, Konzerte, U-Bahn oder Rolltreppe, aber auch schlechter Schlaf.

Der gemeinsame Nenner: Überreizung. Wenn dein Nervensystem ohnehin im Stressmodus ist, kann das Gleichgewichtssystem empfindlicher reagieren. Christina beschreibt Schwindel auch als eine Art Warnzeichen des Körpers, zum Beispiel nach einem sehr stressigen Tag: ein Hinweis, am nächsten Tag bewusster zu verlangsamen.

Das kann ein Perspektivwechsel sein: nicht „Was stimmt nicht mit mir?“, sondern „Was war gerade zu viel?“

Funktioneller Schwindel (PPPD): Der Auslöser ist vorbei, das Alarmsystem bleibt an

Wenn medizinisch nichts Organisches gefunden wird, fällt häufig der Begriff funktioneller Schwindel oder PPPD („Persistent postural perceptual dizziness“). Die zentrale Botschaft: Die Symptome sind real, auch wenn Befunde unauffällig sind.

Christina beschreibt ein Muster, das viele kennen: Es gab einen Auslöser und danach blieb der Schwindel „hängen“, weil das Gehirn weiter auf Gefahr prüft. Auslöser können sein:

  • eine Panikattacke mit Schwindel
  • ein Virusinfekt
  • eine sehr stressige Phase
  • Probleme am Ohr (die wieder abklingen)
  • eine allgemeine Überlastung

Dadurch entsteht oft ein Kreislauf aus Angst, Kontrolle und Symptomverstärkung. Christina bringt es auf den Punkt:

„Wer ständig prüft, ob ihm noch schwindelig ist, der spürt meist noch mehr Schwindel.“

Ähnlich wie beim Tinnitus kann der Fokus das Symptom größer machen: Das Gehirn bewertet es als wichtig und „scannt“ weiter. So bleibt der Alarm aktiv, obwohl der ursprüngliche Auslöser längst weg ist.

Was dir konkret helfen kann: 5 Schritte raus aus der Schwindel-Spirale

Christina teilt mehrere Ansätze, die sich gut kombinieren lassen. Nicht als „Quick Fix“, sondern als Weg, der dein Nervensystem wieder in Sicherheit bringt.

1) Verstehen statt Katastrophisieren

Je besser du erkennst, wie Schwindel bei Stress/Angst funktioniert, desto eher verliert er seinen Schrecken. Hilfreich ist die Frage: Gab es bei mir einen Auslöser, und seitdem reagiert mein System übervorsichtig?

2) Nicht vermeiden: Dein Gehirn braucht neue Erfahrungen

Wenn du Orte oder Situationen meidest (Supermarkt, Tunnel, Rolltreppe), bekommt dein Gehirn keine Chance zu lernen: „Es ist sicher.“ Der Weg führt oft über sanfte, machbare Konfrontation, damit du die Erfahrung sammelst: Ich kann das trotz Schwindel bewältigen.

3) Kontrollieren stoppen, Fokus nach außen lenken

Viele rutschen in einen „Body-Scan-Modus“: ständig prüfen, ob der Schwindel noch da ist. Genau das kann ihn verstärken. Als Gegenmittel nennt Christina eine simple, wirksame Umlenkung:

  • 5 Dinge sehen im Raum
  • Geräusche hören und benennen
  • Gerüche wahrnehmen
  • Erdung: Füße am Boden spüren
  • Kleidung auf der Haut spüren (T-Shirt, Hose, Stoff)

Die Idee: raus aus dem inneren Kontrollkreislauf, rein in äußere Reize und Orientierung.

4) Schonhaltung vermeiden: sanfte Bewegung statt Dauer-Ruhe

Zu viel Schonung kann Kreislauf und Körpergefühl zusätzlich destabilisieren. Christina plädiert für leichte, regelmäßige Bewegung statt „gar nichts mehr tun“:

  • Spazierengehen
  • Yoga oder Dehnen
  • Alltagsbewegung in deinem Tempo

Gerade im Sommer: genug trinken und nicht unterschätzen, wie sehr Kreislauf und Stress zusammenhängen können.

5) Nervensystem beruhigen & Vertrauen wieder aufbauen

Schwindel wird oft dann hartnäckig, wenn das Nervensystem dauerhaft auf Alarm steht. Hilfreich sind individuelle Regulierungstools wie Atem- oder Körperübungen, Natur, Pausen und Schlaf. Christina betont: Was dir gut tut, ist individuell. Nicht jede Technik passt zu jedem Menschen.

Der langfristige Schlüssel ist außerdem Vertrauen: in deinen Körper, in deine Stabilität, in deine Fähigkeit, mit Symptomen umzugehen. Eine praktische Idee aus der Folge:

  • Vertrauens-Beweisliste: Sammle echte Beweise, dass du schon oft dachtest „da stimmt was nicht“ und es dann doch okay war.
  • Erinnere dich an Momente, in denen du dich sicher gefühlt oder etwas geschafft hast.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Mythos der Woche: Schwindel fühlt sich bedrohlich an, ist aber nicht automatisch ein Zeichen für eine schwere Erkrankung.
  • Hinweis auf einen Schwindel-Workshop mit Physiotherapeutin Julia (inkl. Toolbox und praktischen Übungen).
  • Community-Interaktion: Kommentare, Umfrage und Erfahrungsaustausch zu Auslösern und hilfreichen Strategien.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Psychosomatik & Symptome". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Psychosomatik & Symptome"

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