Angst fühlen, nicht denken

Sprachnachricht #35

04.05.2023
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Angst fühlen statt denken: Wie du aus der Grübelspirale aussteigst

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina darüber, warum es so wichtig ist, Angst endlich wieder als Gefühl im Körper wahrzunehmen – und nicht nur als Dauerschleife im Kopf. Du erfährst, wie du mit unterschiedlichen Angstzuständen umgehen kannst, warum du deine Gedanken nicht kontrollieren musst und welche Rolle Antidepressiva in schweren Phasen spielen können.

Zwei Arten von Angst: Überfallende Panik vs. hineingedachte Angst

Christina unterscheidet aus ihrer eigenen Geschichte heraus zwei typische Formen von Angst, die sich ganz unterschiedlich anfühlen und verhalten.

1. Plötzliche, überfallende Angst

Das ist die Angst, die dich scheinbar aus dem Nichts trifft. Sie kann in Richtung Panik gehen, muss aber keine klassische Panikattacke sein.

  • Sie kommt plötzlich und intensiv.
  • Sie kann dich nachts aus dem Schlaf reißen.
  • Die starken Gefühle sind zuerst da, danach kommen die Gedanken.

Christina beschreibt, wie sie nachts aufwachte und sofort eine massive Angst im Körper spürte – ohne dass sie sich vorher gedanklich hineingesteigert hatte.

2. Angst, in die du dich hineindenkst

Die zweite Form ist die Angst, die aus scheinbar harmlosen Gedanken entsteht und sich langsam hochschaukelt.

Typisches Beispiel:

  • Du bemerkst ein körperliches Symptom, ein Muttermal oder ein Ziehen irgendwo.
  • Du denkst: „Könnte das was Schlimmes sein?“
  • Du malst dir immer schlimmere Szenarien aus.
  • Die Angst wird stärker, je länger du darüber nachdenkst.

Die Reihenfolge ist hier umgekehrt: Erst sind die Gedanken da, dann baut sich die Angst immer weiter auf.

Beide Formen haben eines gemeinsam: Sie können dich komplett aus der Bahn werfen, wenn du keinen anderen Umgang damit kennst. Und bei beiden hilft der Ansatz, den Christina heute nutzt.

Angst fühlen, ohne dich in Gedanken hineinzusteigern

Was Christina am meisten geholfen hat: Die Angst zu fühlen, ohne sie mit Gedanken weiter zu füttern. Dieser Ansatz funktioniert sowohl bei plötzlich auftretender Angst als auch bei hineingedachter Angst – ist aber eine klare Übungssache.

Gedanken kommen automatisch – und das ist okay

Christina erinnert sich an ihre Therapiezeit. Damals war sie im inneren Krieg mit ihren eigenen Gedanken:

„Ich wollte sie nicht mehr denken, war verzweifelt und habe versucht, die Gedanken wegzudrücken.“

Ihre Therapeutin sagte ihr einen wichtigen Satz:

„Sie können Ihre Gedanken nicht kontrollieren, das kann niemand.“

Stattdessen geht es darum:

  • Gedanken als Hintergrundrauschen wahrzunehmen.
  • Sie da sein zu lassen, ohne auf sie „aufzuspringen“.
  • Ihnen bewusst nicht mehr zu glauben, vor allem, wenn sie unrealistisch und übertrieben sind.

Christina beschreibt, wie sie früher jeden Gedanken über sich selbst geglaubt hat – egal, wie hart oder abwertend er war. Erst später hat sie verstanden, dass diese inneren Geschichten einfach auch falsch sein können.

Vom Gedanken zurück ins Gefühl

Der zentrale Schritt ist, immer wieder aus dem Kopf zurück in den Körper zu kommen. Anstatt sich in Sorgen und Horrorszenarien zu verlieren, darfst du lernen, die Angst als reines Gefühl wahrzunehmen:

  • Wo im Körper spürst du die Angst?
  • Wie fühlt sie sich an (Druck, Enge, Kribbeln, Hitze)?
  • Kannst du sie einfach für ein paar Atemzüge da sein lassen, ohne sie zu bewerten?

Christina nutzt heute Tools wie:

  • Meditation, um immer wieder ins Hier und Jetzt zu kommen.
  • Atemübungen, um den Körper zu regulieren.
  • Eine innere Haltung von: „Gedanken dürfen da sein, aber ich muss ihnen nicht glauben.“

Mit der Zeit hat sie so gelernt, auf ihre stark übertriebenen und unrealistischen Ängste nicht mehr einzusteigen. Heute beschreibt sie sich als „nahezu angstfrei“ – bezogen auf diese Art von destruktiven Gedankenängsten.

Mit starken Angstzuständen umgehen: Die Angstwelle reiten

Wenn die Angst schon sehr stark ist, hilft es oft nicht mehr, sie „wegdenken“ zu wollen. Christina empfiehlt hier einen körperorientierten, akzeptierenden Ansatz.

Die Angst als Welle vorstellen

Ein hilfreiches Bild ist die Angstwelle:

  • Die Angst baut sich langsam auf.
  • Sie wird sehr intensiv.
  • Sie flacht von allein wieder ab, wenn du sie nicht weiter gedanklich anfeuerst.

Wichtig ist, dass du dich innerlich nicht an die Gedanken über die Angst klammerst, zum Beispiel:

  • „Was, wenn das nie wieder aufhört?“
  • „Was, wenn ich jetzt durchdrehe?“
  • „Was, wenn körperlich etwas ganz Schlimmes dahintersteckt?“

Stattdessen kannst du üben:

  • Atmen – ruhig, bewusst, ohne zu forcieren.
  • Die Gefühle im Körper wahrnehmen, als ob du innerlich sagst: „Okay, du bist da.“
  • Dir bewusst machen, dass eine Welle immer wieder abebbt.

Christina betont, dass dieser Ansatz je nach Schweregrad der Angst unterschiedlich gut funktioniert. Wenn du sehr tief drinsteckst, kann es sein, dass du zusätzlich medizinische oder therapeutische Unterstützung brauchst.

Antidepressiva bei Angst: Wann sie sinnvoll sein können

Im Gespräch mit ihrer Community wird Christina immer wieder mit Vorurteilen und Unsicherheiten rund um Antidepressiva konfrontiert. Dazu teilt sie ihre persönliche Sicht und Erfahrung.

Entscheidungssache zwischen dir und deinem Arzt

Wichtige Punkte, die sie betont:

  • Über Antidepressiva entscheidet immer ein Arzt oder eine Ärztin, in der Regel ein Psychiater.
  • Du bist und bleibst ein freier Mensch – du kannst eine Empfehlung annehmen oder ablehnen.
  • Therapeut:innen dürfen, soweit Christina weiß, nicht verschreiben.

Christinas Empfehlung:

  • Such dir eine Ärztin oder einen Arzt, dem du vertraust.
  • Lass dich gründlich beraten und schildere ehrlich, wie es dir körperlich und seelisch geht.
  • Verlass dich eher auf diese Fachmeinung als auf Internetrecherche oder Erfahrungsberichte in Foren.

Wenn der Körper am Limit ist

Christina erzählt offen von ihrer eigenen Situation damals:

  • Ihr Körper war in einem desolaten Zustand.
  • Sie hatte einen massiven Hautausschlag vom vielen Adrenalin im Körper.
  • Sie war dauerhaft extrem angespannt.

In dieser Phase haben ihr Antidepressiva sehr geholfen:

  • Sie musste sie nicht ewig nehmen.
  • Sie hat persönlich nichts Negatives daran erlebt.
  • Sie sieht sie als sinnvolles Werkzeug, wenn der Körper allein nicht mehr runterregeln kann.

Gleichzeitig macht sie deutlich:

  • Antidepressiva sind nicht für jede Person die passende Lösung.
  • Dosis, Wirkstoff und Dauer sind individuell verschieden.
  • Ein guter Arzt dosiert vorsichtig, begleitet dich und passt die Medikation an.

Christinas Fazit: Antidepressiva sind kein Tabu und nichts, wovor du riesige Angst haben musst. Du kannst sie ausprobieren, und wenn du merkst, dass es nicht passt, kannst du gemeinsam mit deinem Arzt neu entscheiden.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Sorgen, negative Gedanken und viele Ängste vor allem Kopfsache sind.
  • Wie du mit Meditation und Atemübungen sanft aus der Grübelschleife kommst.
  • Ein Einblick in Christinas Angstfrei-Kurs und für wen er gedacht ist.
  • Wichtiger Hinweis: Der Kurs ersetzt keine Therapie und keinen Arztbesuch.
  • Ausblick auf die kommende Folge mit Community-Mitglied Isabel und ihrer Angstgeschichte.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"
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