„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina darüber, wie du deine Vergangenheit loslassen und dir ein neues, freieres Morgen gestalten kannst. Du erfährst, warum deine Erinnerung nie objektiv ist, wie Vergebung inneren Frieden schafft und wie du aus scheinbar schwierigen Erfahrungen Sinn und Kraft ziehen kannst.
Der erste wichtige Schritt: Verstehe, dass die Geschichte, die du dir über deine Vergangenheit erzählst, immer subjektiv ist.
Du betrachtest alles durch deine persönliche Brille – mit deinen Erfahrungen, Verletzungen, Ängsten und Hoffnungen. Genau deshalb ist deine Version der Vergangenheit nur eine mögliche Interpretation, aber nicht die objektive Wahrheit.
Allein diese Erkenntnis kann ein Aha-Moment sein. Du musst deine Vergangenheit nicht leugnen, aber du darfst aufhören, sie als ultimative und unveränderliche Wahrheit zu betrachten.
Der erste konkrete Schritt, um loszulassen, ist für Christina die Vergebung.
Es geht dabei nicht darum, das Verhalten anderer zu entschuldigen oder schönzureden. Es geht darum, dass du dir selbst zuliebe den inneren Kampf beendest.
„Man verzeiht nicht wegen der anderen, sondern vor allem wegen sich selbst, weil man nur so Frieden finden kann.“
Das gängige Denken in „Schuld“ führt in eine Endlosschleife: Eltern sind schuld, weil Großeltern schuld sind, weil Urgroßeltern schuld sind usw. Diese Sichtweise macht dich klein und handlungsunfähig.
Gerade bei tiefen Verletzungen reicht der Verstand oft nicht aus. Christina empfiehlt, bewusst mit inneren Prozessen zu arbeiten:
Solange du an Schuld und Wut festhältst, bleibt ein Teil deiner Energie gebunden – und genau diese Energie fehlt dir für dein Leben im Hier und Jetzt.
Der zweite Schritt klingt zunächst kontraintuitiv: Hör auf zu erwarten, dass der Schmerz endlich „weg sein muss“, und erlaube ihm stattdessen, da zu sein.
Christina erzählt von einer Beziehung, die sie nur sehr schwer loslassen konnte. Sie hatte klare Erwartungen, wann der Schmerz „endlich vorbei“ sein sollte – nach einem halben Jahr, nach einem Jahr. Ein Therapeut gab ihr damals einen Satz mit:
„Manche Menschen leben ein Leben lang mit diesem Schmerz – und das ist okay. Man kann trotzdem ein glückliches Leben führen.“
In dem Moment, in dem sie innerlich sagte: „Okay, dann ist dieser Schmerz jetzt eben da“, verlor er an Macht. Der Widerstand hörte auf – und mit ihm löste sich der Schmerz nach und nach auf.
Statt „Ich darf nicht so fühlen“ darf der Satz lauten: „Es ist okay, dass ich mich gerade so fühle.“ Diese Erlaubnis ist ein kraftvoller Schritt aus dem inneren Krampf hin zu wirklichem Loslassen.
Der dritte Schritt: Gib deiner Vergangenheit eine neue Bedeutung. Du kannst das Erlebte nicht ändern, aber du kannst entscheiden, was du daraus machst.
Auch schmerzhafte Erlebnisse können im Rückblick Sinn bekommen, wenn du sie als Teil deiner Entwicklung betrachtest.
Christina beschreibt ihren eigenen Burnout als Beispiel. Während der Krise war es fast unmöglich, etwas Gutes darin zu sehen. Im Nachhinein war er jedoch der Auslöser dafür, ihr Leben komplett neu zu ordnen und deutlich glücklicher zu werden als zuvor.
Indem du Sinn in deinen Erfahrungen findest, wird aus „Warum ist mir das passiert?“ viel eher ein „Wofür könnte das gut gewesen sein?“ – und genau das macht es leichter, inneren Frieden zu schließen.
Der vierte Schritt: Erkenne, dass deine Vergangenheit nicht automatisch deine Zukunft bestimmt.
Nur weil du dich gestern auf eine bestimmte Weise gefühlt hast, heißt das nicht, dass du dich morgen genauso fühlen wirst. Diese Vorstellung hält dich in der Opferrolle fest.
Wenn du an Schuld und Wut festhältst, legst du deine Macht unbewusst in die Hände der Menschen, die dich verletzt haben. Du bindest deine Zukunft an ihre Taten von gestern.
Christina nutzt das Bild vom Autofahren: Wenn du beim Fahren nur in den Rückspiegel schaust, kommst du vom Weg ab. Du fährst immer dorthin, wo dein Blick hingeht. Genauso ist es mit deinem Leben.
Wir denken zigtausende Gedanken pro Tag – etwa 99 % davon sind dieselben wie gestern. Das hält uns in den alten Mustern fest.
Vergangenheit loslassen heißt nicht, sie zu löschen. Es bedeutet, deinen Fokus zu verschieben – von dem, was war, hin zu dem, was du daraus machst und wie du dein Morgen gestalten willst.
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