So lernst Du zu verzeihen und die Vergangenheit loszulassen

4 Schritte

07.02.2020
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

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Inhalt

Vergangenheit loslassen: 4 Schritte für dein neues Morgen

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina darüber, wie du deine Vergangenheit loslassen und dir ein neues, freieres Morgen gestalten kannst. Du erfährst, warum deine Erinnerung nie objektiv ist, wie Vergebung inneren Frieden schafft und wie du aus scheinbar schwierigen Erfahrungen Sinn und Kraft ziehen kannst.

1. Die Geschichte deiner Vergangenheit ist nicht die Wahrheit

Der erste wichtige Schritt: Verstehe, dass die Geschichte, die du dir über deine Vergangenheit erzählst, immer subjektiv ist.

Du betrachtest alles durch deine persönliche Brille – mit deinen Erfahrungen, Verletzungen, Ängsten und Hoffnungen. Genau deshalb ist deine Version der Vergangenheit nur eine mögliche Interpretation, aber nicht die objektive Wahrheit.

  • Deine Erinnerung ist gefärbt durch deine heutige Sicht, nicht nur durch das, was tatsächlich passiert ist.
  • Bewertungen verstärken den Schmerz: Je öfter du dir dieselbe Geschichte mit derselben Bewertung erzählst, desto tiefer gräbt sie sich ein.
  • Erleichterung beginnt, wenn du erkennst: „Das ist meine Version – sie könnte auch anders erzählt werden.“

Allein diese Erkenntnis kann ein Aha-Moment sein. Du musst deine Vergangenheit nicht leugnen, aber du darfst aufhören, sie als ultimative und unveränderliche Wahrheit zu betrachten.

2. Vergebung: Frieden finden statt Schuld verteilen

Der erste konkrete Schritt, um loszulassen, ist für Christina die Vergebung.

Es geht dabei nicht darum, das Verhalten anderer zu entschuldigen oder schönzureden. Es geht darum, dass du dir selbst zuliebe den inneren Kampf beendest.

„Man verzeiht nicht wegen der anderen, sondern vor allem wegen sich selbst, weil man nur so Frieden finden kann.“

Weg vom Schuldkonzept – hin zu Ursache und Wirkung

Das gängige Denken in „Schuld“ führt in eine Endlosschleife: Eltern sind schuld, weil Großeltern schuld sind, weil Urgroßeltern schuld sind usw. Diese Sichtweise macht dich klein und handlungsunfähig.

  • Statt Schuld: Ursache und Wirkung sehen.
  • Erkennen, dass jeder Mensch durch seine eigene Geschichte geprägt ist.
  • Aufhören, ständig nach einem „Schuldigen“ zu suchen – das bringt niemanden weiter.

Wie du Vergebung üben kannst

Gerade bei tiefen Verletzungen reicht der Verstand oft nicht aus. Christina empfiehlt, bewusst mit inneren Prozessen zu arbeiten:

  • Ho’oponopono, ein hawaiianisches Vergebungsritual (z. B. in gesprochenen Meditationen).
  • Meditationen zur Vergebung und zur Arbeit mit dem inneren Kind.
  • Bei kleineren Themen: dir immer wieder rational klar machen, dass festgehaltene Schuld nur dir selbst schadet.

Solange du an Schuld und Wut festhältst, bleibt ein Teil deiner Energie gebunden – und genau diese Energie fehlt dir für dein Leben im Hier und Jetzt.

3. Den Schmerz mitnehmen statt bekämpfen

Der zweite Schritt klingt zunächst kontraintuitiv: Hör auf zu erwarten, dass der Schmerz endlich „weg sein muss“, und erlaube ihm stattdessen, da zu sein.

Christina erzählt von einer Beziehung, die sie nur sehr schwer loslassen konnte. Sie hatte klare Erwartungen, wann der Schmerz „endlich vorbei“ sein sollte – nach einem halben Jahr, nach einem Jahr. Ein Therapeut gab ihr damals einen Satz mit:

„Manche Menschen leben ein Leben lang mit diesem Schmerz – und das ist okay. Man kann trotzdem ein glückliches Leben führen.“

In dem Moment, in dem sie innerlich sagte: „Okay, dann ist dieser Schmerz jetzt eben da“, verlor er an Macht. Der Widerstand hörte auf – und mit ihm löste sich der Schmerz nach und nach auf.

Der Mechanismus hinter dem Loslassen

  • Gefühle bleiben stark, solange du gegen sie ankämpfst.
  • Sobald du einem Gefühl wirklich zustimmst („Dann bin ich jetzt eben unglücklich“), nimmt der innere Kampf ab.
  • Ohne Widerstand kann sich das Gefühl verändern, oft überraschend schnell.

Statt „Ich darf nicht so fühlen“ darf der Satz lauten: „Es ist okay, dass ich mich gerade so fühle.“ Diese Erlaubnis ist ein kraftvoller Schritt aus dem inneren Krampf hin zu wirklichem Loslassen.

4. Deine Vergangenheit neu bewerten und Sinn finden

Der dritte Schritt: Gib deiner Vergangenheit eine neue Bedeutung. Du kannst das Erlebte nicht ändern, aber du kannst entscheiden, was du daraus machst.

Auch schmerzhafte Erlebnisse können im Rückblick Sinn bekommen, wenn du sie als Teil deiner Entwicklung betrachtest.

  • Frage dich: Was habe ich daraus gelernt?
  • Was kann ich heute dadurch besser sehen, verstehen oder anders machen?
  • Wie könnte ich mit meiner Erfahrung anderen Menschen helfen?

Christina beschreibt ihren eigenen Burnout als Beispiel. Während der Krise war es fast unmöglich, etwas Gutes darin zu sehen. Im Nachhinein war er jedoch der Auslöser dafür, ihr Leben komplett neu zu ordnen und deutlich glücklicher zu werden als zuvor.

Indem du Sinn in deinen Erfahrungen findest, wird aus „Warum ist mir das passiert?“ viel eher ein „Wofür könnte das gut gewesen sein?“ – und genau das macht es leichter, inneren Frieden zu schließen.

5. Die Vergangenheit ist nicht deine Zukunft

Der vierte Schritt: Erkenne, dass deine Vergangenheit nicht automatisch deine Zukunft bestimmt.

Nur weil du dich gestern auf eine bestimmte Weise gefühlt hast, heißt das nicht, dass du dich morgen genauso fühlen wirst. Diese Vorstellung hält dich in der Opferrolle fest.

Raus aus der Opferrolle – zurück in deine eigene Macht

Wenn du an Schuld und Wut festhältst, legst du deine Macht unbewusst in die Hände der Menschen, die dich verletzt haben. Du bindest deine Zukunft an ihre Taten von gestern.

  • Erster Schritt: Halte Veränderung überhaupt für möglich. Wenn du glaubst „Das wird eh nie anders“, wirst du nichts probieren.
  • Zweiter Schritt: Werde aktiv und richte deinen Fokus bewusst nach vorne – nicht mehr in den Rückspiegel.

Christina nutzt das Bild vom Autofahren: Wenn du beim Fahren nur in den Rückspiegel schaust, kommst du vom Weg ab. Du fährst immer dorthin, wo dein Blick hingeht. Genauso ist es mit deinem Leben.

Deine Gedanken neu ausrichten

Wir denken zigtausende Gedanken pro Tag – etwa 99 % davon sind dieselben wie gestern. Das hält uns in den alten Mustern fest.

  • Werde dir zuerst bewusst: Was denke ich eigentlich den ganzen Tag?
  • Wähle dann bewusst neue Gedanken, die zu dem Leben passen, das du künftig führen möchtest.

Vergangenheit loslassen heißt nicht, sie zu löschen. Es bedeutet, deinen Fokus zu verschieben – von dem, was war, hin zu dem, was du daraus machst und wie du dein Morgen gestalten willst.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum kleine Rituale beim Loslassen so wirkungsvoll sein können.
  • Eine praktische Schreibübung: Dinge notieren, loslassen und symbolisch verbrennen oder zerreißen.
  • Wie du mit einfachen Tools bewusster mit deinen Gefühlen umgehst.
  • Impulse, wie du dein Leben nach einer Krise neu ordnen und erfüllter gestalten kannst.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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