Wie du dich besser um dich selbst kümmern kannst

Interview mit Coach und Autorin Vanessa Göcking

23.10.2023

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Selbstzweifel loslassen & mehr Lebensfreude finden – mit Vanessa Göcking

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit der Spiegel-Bestsellerautorin und Coachin Vanessa Göcking. Im Mittelpunkt stehen Selbstwert, Selbstliebe und die Frage, wie du Schritt für Schritt aus Selbstzweifeln, Unzufriedenheit und Dauerstress herausfinden kannst – hin zu mehr Mut, Klarheit und Lebensfreude.

Unser Gast: Vanessa Göcking

Vanessa Göcking ist systemischer Personal-, Business- und Teamcoach und seit Kurzem Vollzeit-Autorin. Nach einem Studium in International Management und einer Karriere im Start-up-HR-Bereich hat sie ihren eigenen Weg gewählt: Menschen zu mehr Selbstliebe, Selbstwert und Lebensglück zu begleiten.

Ihr erstes Buch „Du bist das Beste, was dir je passiert ist“ stieg direkt in die SPIEGEL-Bestsellerliste ein. Darin verbindet sie ihre persönliche Geschichte, Erfahrungen aus Coachings und praktische Übungen. Aktuell arbeitet sie an ihrem zweiten Buch „Die Sonne in dir – eine Erzählung über die verborgene Schönheit des Alltags“.

1. Von „Ich will das nicht“ zu „Was möchte ich wirklich?“

Viele Menschen stecken lange in Situationen fest, die sie unzufrieden machen: stressige Jobs, ungesunde Beziehungen, ständige Angst oder Selbstzweifel. Ein zentraler Wendepunkt in Vanessas eigener Entwicklung war eine scheinbar einfache Frage:

„Welche Art von Frau will ich denn sein?“

Raus aus der Negativ-Spirale

Unser Denken kreist oft darum, was wir nicht mehr wollen:

  • „Ich will mich nicht mehr so gestresst fühlen.“
  • „Ich will nicht mehr ständig Angst haben.“
  • „Ich will mir vom Chef nicht länger auf der Nase rumtanzen lassen.“
  • „So eine Frau wollte ich nie sein.“

Damit bleibt der Fokus jedoch genau auf dem unerwünschten Zustand. Vanessa beschreibt, wie ihre Coachin sie dazu brachte, die Perspektive zu wechseln: weg von der Negation, hin zu einer klaren, positiven Ausrichtung.

Der Perspektivwechsel: Was möchtest du stattdessen?

Eine der kraftvollsten Fragen ist:

„Was möchte ich stattdessen?“

Als Vanessa begann, diese Frage ernsthaft zu beantworten, wurde ihr klar:

  • Sie möchte stark sein.
  • Sie möchte selbstsicher auftreten.
  • Sie möchte für sich losgehen – in Beziehungen, Beruf und Alltag.

Diese Klarheit ist der erste Schritt, um überhaupt eine Richtung zu haben, in die du dich entwickeln kannst.

Klarheit als Startpunkt für Veränderung

Statt im diffusen Unwohlsein zu bleiben, kannst du dir gezielt Fragen stellen:

  • Was passt in meinem Leben gerade nicht?
  • Was möchte ich stattdessen fühlen, erleben, leben?
  • Wer möchte ich sein in Partnerschaft, Job, mit mir selbst?

Christina betont hier auch den Aspekt der Selbstwirksamkeit: Je klarer du weißt, was du möchtest, desto eher kannst du konkrete Schritte einleiten – anstatt nur auf andere oder die Umstände zu schauen.

2. Unzufriedenheit ist nicht „normal“ – erste Schritte aus der Sackgasse

Viele Hörerinnen und Hörer von „Angst unplugged“ kennen das: langanhaltende Unzufriedenheit, Erschöpfung, Ängste, vielleicht ein (drohender) Burnout. Beide Gesprächspartnerinnen waren über Jahre in solchen Zuständen gefangen – und beide betonen: Das ist kein Normalzustand.

Wenn sich Unzufriedenheit wie Alltag anfühlt

Vanessa beschreibt Menschen, die:

  • immer wieder den Job wechseln und doch an den gleichen Punkt kommen,
  • in Beziehungen ständig ähnliche Muster erleben,
  • sich über Jahre mit einem „Ganz okay“ zufriedengeben.

Christina erzählt, wie ein Bekannter sie einst fragte, ob sie glücklich in ihrem Job sei. Ihr „Ist ganz okay“ konterte er mit: „Das kann ja nicht der Anspruch an dein Leben sein, oder?“ – ein Satz, den sie nie vergessen hat.

Die wichtigste Erkenntnis: Dauerhafte Unzufriedenheit ist kein Schicksal, sondern ein Zeichen.

Kleine Schritte statt Arschbombe ins kalte Wasser

Veränderung bedeutet nicht immer radikalen Bruch. Gerade beim Übergang vom sicheren Job in eine Selbstständigkeit oder in einen völlig neuen Lebensstil rät Vanessa zu stufenweisen Schritten:

  • Von der 100%-Stelle auf 80 % reduzieren und nebenbei etwas Eigenes testen.
  • Später eventuell auf 50 % runtergehen, wenn sich das Neue gut entwickelt.
  • Erst dann – wenn es sich richtig anfühlt – den endgültigen Sprung wagen.

Das gilt auch für andere Lebensbereiche: Du musst nicht alles sofort auf den Kopf stellen. Aber du kannst heute anfangen, kleine, machbare Schritte zu gehen.

Folge der Freude: Energie zurückholen

Gerade wenn sich alles schwer anfühlt und die Energie fehlt, hilft ein überraschend einfacher Ansatz:

„Mach wieder etwas nur der Freude wegen.“

Konkrete Ideen:

  • Erinnere dich: Was hat dir als Kind Spaß gemacht? Basteln, Malen, Tanzen, eine bestimmte Sportart?
  • Erkunde deine Stadt: ein neues Viertel, eine Nachtwanderung, ein Spaziergang in unbekannter Umgebung.
  • Plane kleine Momente, die deine Sinne ansprechen – Natur, Musik, schönes Essen, kreative Tätigkeiten.

Diese Inseln der Freude sind keine „Nebensache“, sondern Energiequellen. Sie laden deine Akkus wieder auf und geben dir Kraft für weitere Schritte.

3. Mit Sprache und Gedanken Selbstzweifel Schritt für Schritt verändern

Ein zentrales Thema der Folge ist der Umgang mit dem inneren Kritiker und negativen Gedankenmustern. Niedriger Selbstwert klingt im Kopf oft wie eine Endlosschleife:

  • „Ich schaffe das nicht.“
  • „Ich bin nicht gut genug.“
  • „Bei mir wird das sowieso nie besser.“

Gedankenstopp & Sinnesanker: Akut aus dem Karussell aussteigen

Eine einfache, aber wirksame Technik von Vanessa ist der Gedankenstopp:

  • Wenn du merkst, dass du in dieselbe negative Gedankenschleife rutschst, stell dir innerlich ein rotes Stoppschild vor.
  • Sage dir leise oder im Kopf: „Stopp.“
  • Lenke deinen Fokus dann bewusst auf deine Sinne: Finde je 5 Dinge, die du sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen kannst.

Beispiele:

  • Sehen: Bücher im Regal, Bäume vor dem Fenster, Farben im Raum.
  • Fühlen: die Struktur des Tisches, den Stoff deines Pullovers, die Wärme der Tasse.
  • Riechen/Schmecken: Kaffee, Tee, Holz, frische Luft.

Wie bei der Meditation werden die alten Gedanken immer wieder anklopfen. Das ist normal. Wichtig ist, dass du sie immer wieder sanft zurücklenkst.

Die Kraft der kleinen Wörter: „noch“ & „genug“

Sprache prägt, wie wir uns fühlen. Beide sprechen darüber, wie sehr kleine Wortveränderungen den inneren Druck senken können:

  • Aus „Ich kann das nicht“ wird: „Ich kann das noch nicht.“
  • Aus „Ich schaffe das nicht“ wird: „Ich schaffe genug.“

Gerade Christinas Satz „Ich schaffe genug“ hat für sie enorm viel verändert. Die typische Empfehlung „Denk doch mal positiv“ war für sie damals zu weit weg, fast wie Selbstbetrug. „Genug“ holt den Anspruch auf ein menschliches Maß zurück und öffnet Raum für Selbstmitgefühl.

Vanessa widmet der Kraft der Sprache in ihrem Buch ein eigenes Kapitel. Worte wie „aber“ oder „immer“ verstärken häufig innere Härte. Bewusstere Formulierungen schaffen mehr Freundlichkeit dir selbst gegenüber.

Mentale Veränderung ist ein Marathon, kein Sprint

Vanessa vergleicht Denkveränderung mit Sport:

Niemand, der jahrelang keinen Sport gemacht hat, läuft einfach aus dem Stand einen Marathon.

Genauso funktioniert es mit dem Denken:

  • Jahrelange negative Gedanken haben Gedankenautobahnen gebaut.
  • Neue, positivere Wege sind am Anfang wie zugewachsene Trampelpfade.
  • Mit jeder Wiederholung werden die neuen Wege klarer, die alten können nach und nach überwuchern.

Neuroplastizität bedeutet: Dein Gehirn kann sich verändern, aber nicht über Nacht. Wenn du mit der Erwartung startest, dass es Übung braucht – wie bei einem mentalen Marathon –, bleibst du eher dran, statt nach dem ersten Rückschlag aufzugeben.

Erwartungen & kleine Erfolge feiern

Entscheidend ist auch deine Erwartungshaltung an dich und deinen Prozess:

  • Rechne mit Hürden und Rückschritten – das ist kein Versagen, sondern Teil des Weges.
  • Überlege dir im Voraus: Welche Hürden könnten auftauchen und wie kann ich dann reagieren?
  • Feiere bewusst auch kleine Erfolge:
    • einen Schulabschluss – egal mit welcher Note,
    • morgens aufstehen, obwohl du dich schlecht fühlst,
    • die Küche aufräumen, obwohl keine Energie da ist.

Diese kleinen Siege sind Beweise: Du hast schon einiges geschafft – und manches eben noch nicht. Das „noch“ lässt die Tür offen für Wachstum.

4. Selbstliebe im Alltag leben: Bücher, Schreiben & die Schönheit der Anstrengung

Vanessa und Christina sprechen auch darüber, wie Selbstliebe und persönliches Wachstum im Alltag konkret aussehen können – und wann es sinnvoll ist, sich Tools wie Bücher, Schreiben und Geschichten zunutze zu machen.

Vanessas Buch: „Du bist das Beste, was dir je passiert ist“

Ihr erstes Buch richtet sich an Menschen, die mehr Selbstliebe und Lebensglück in ihr Leben holen wollen. Es basiert auf drei Bausteinen:

  • Persönliche Geschichten von Vanessa: ihre eigenen Hürden, Themen mit Selbstwert, Therapie– und Coachingweg.
  • Klient:innen-Anekdoten: unterschiedliche Herausforderungen, um ein breites Bild zu zeigen.
  • Reflexionsfragen und Übungen, mit denen Leserinnen und Leser direkt an sich arbeiten können.

Besonders hilfreich:

  • Ein Glückstest mit acht Lebensbereichen, der zeigt, wo es schon gut läuft und wo Veränderung sinnvoll wäre.
  • QR-Codes zu drei kostenlosen Meditationen, um mehr innere Ruhe und Gelassenheit zu kultivieren.

Christinas Tool: Schreiben als Selbstklärung

Christina teilt, wie ihr Tagebuchschreiben in der Burnout-Phase geholfen hat, ihre inneren Dialoge sichtbar zu machen:

  • Welche Gedanken denke ich eigentlich den ganzen Tag über mich?
  • Wie oft sind sie kritisch, abwertend, katastrophisierend?
  • Welche Sätze tauchen immer wieder auf (z. B. „Ich schaffe das nicht“)?

Durch Schreiben werden unbewusste Muster greifbar. Erst dann kann man sie hinterfragen und nach und nach ersetzen.

„Die Sonne in dir“ – Lernen über eine erzählte Geschichte

Vanessas zweites Buch „Die Sonne in dir – eine Erzählung über die verborgene Schönheit des Alltags“ erscheint im Juni kommenden Jahres. Diesmal geht es nicht um einen klassischen Ratgeber, sondern um eine zusammenhängende Geschichte mit einer Hauptfigur, die eigene Hürden und Herausforderungen meistert.

Die Leser:innen folgen dieser Figur durch ihren Alltag und können dabei viel über sich selbst entdecken. Die Themen bleiben Vanessas Kerngebiete:

  • Selbstliebe,
  • Lebensglück,
  • Alltag bewusster und erfüllter gestalten.

Schwere Dinge tun – warum Anstrengung zum Glück dazugehört

Zum Schluss erzählt Vanessa von einer Wanderung auf den Färöer Inseln, die sie alleine unternommen hat. Die Natur war atemberaubend, der Weg anstrengend und teilweise furchteinflößend. Genau darin lag für sie eine wichtige Erkenntnis:

„Nicht alles muss sich immer leicht anfühlen. Aber vieles lohnt sich erst durch die Anstrengung.“

Wichtige Learnings aus dieser Metapher:

  • Es geht nicht darum, sich dauerhaft durch ein Leben zu schleppen, das man scheußlich findet.
  • Aber: Für inneres Wachstum, Heilung und Selbstliebe müssen wir aktiv etwas tun.
  • Verletzungen aus der Vergangenheit sind nicht unsere Schuld – aber ihre Heilung ist zu einem großen Teil unsere Verantwortung, weil es niemand anderes für uns übernehmen kann.

Christina knüpft an ein Zitat aus dem Buch „Ungezähmt“ von Glennon Doyle an: „Wir können schwere Dinge tun.“ Das Leben ist nicht dafür gedacht, sich immer schwer anzufühlen, aber für bestimmte Phasen der Veränderung dürfen wir Unbehagen aushalten, Grenzen setzen, Neues ausprobieren – und uns danach über das erreichte Plateau freuen.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie Vanessas eigene Therapie- und Coaching-Erfahrung ihre Arbeit als Coachin geprägt hat.
  • Warum äußere Erfolge (z. B. SPIEGEL-Bestseller) nicht bedeuten, dass jemand „keine Probleme“ mehr hat.
  • Der Vergleich von Lebenswegen mit einem unbeschriebenen Blatt Papier – und warum der erste Satz oft der schwerste ist.
  • Buchinspirationen: u. a. „Ungezähmt“ von Glennon Doyle und „Women Don’t Owe You Pretty“ von Florence Given.
  • Geduld mit dem eigenen Tempo: Warum „alles sofort wollen“ oft mehr stresst als hilft.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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