Selbstliebe Interview

mit Melanie Pignitter von Honigperlen

01.03.2021

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Selbstliebe, Loslassen und innerer Frieden: Die wichtigsten Impulse aus „Angst unplugged“

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit Mental- und Selbstliebetrainerin Melanie Pignitter über Selbstliebe, psychosomatische Signale des Körpers, den Umgang mit schwierigen Gefühlen und die Chancen der Corona-Zeit.

Beide teilen sehr persönliche Erfahrungen mit Burnout, chronischen Schmerzen und inneren Glaubenssätzen – und zeigen, wie du mit kleinen, konkreten Schritten zu mehr innerem Frieden, Selbstwert und Leichtigkeit finden kannst.

Unser Gast: Melanie Pignitter

Melanie Pignitter ist Mental- und Selbstliebetrainerin, Autorin und Gründerin von „Honigperlen“. Nachdem sie 2015 an einer schweren Schmerzkrankheit erkrankte, die laut Ärzt:innen als unheilbar galt, konnte sie durch konsequentes Mentaltraining und gelebte Selbstliebe nicht nur ihre Lebensfreude, sondern schließlich auch ihre Schmerzfreiheit zurückgewinnen.

Heute teilt sie ihre „Honigperlen des Lebens“ in Form von Blogartikeln, Büchern, Podcastfolgen und Impulsen auf Social Media – mit dem Fokus auf Selbstliebe, Selbstwert, Loslassen und innerer Freiheit.

Selbstliebe statt Selbstoptimierung: Warum „erfolgreich“ nicht reicht

Melanies Geschichte zeigt eindrücklich, dass äußerer Erfolg kein Ersatz für echte Selbstliebe ist. Sie hatte viel Selbstvertrauen durch berufliche Erfolge – fühlte sich aber wertlos, als sie plötzlich nicht mehr leistungsfähig war.

Ihr Wendepunkt: Die Erkenntnis, dass Selbstwert nicht an Leistung, Funktion oder Nützlichkeit gekoppelt sein darf.

„In dem Moment, wo ich nicht mehr arbeiten konnte, war ich plötzlich gar nicht mehr selbstbewusst. Da habe ich gemerkt: Ich hatte zwar Selbstvertrauen, aber keine Selbstliebe.“

Selbstvertrauen vs. Selbstliebe

Viele Menschen verwechseln diese beiden Ebenen:

  • Selbstvertrauen: „Ich kann etwas“, basiert stark auf Leistung und Können.
  • Selbstliebe: „Ich bin liebenswert – auch ohne etwas zu leisten.“

Als Melanie durch ihre Krankheit ihren Job und ihren bisherigen Alltag loslassen musste, erkannte sie:

  • Ihr Leben war „zu voll“ mit Dingen, die sie meinte tun zu müssen.
  • Perfektionismus und Dauerfunktionieren hatten sie von sich selbst entfernt.
  • Die Krankheit war ein schmerzhafter, aber klarer Wegweiser für Veränderung.

Erst als sie begann, sich selbst anzunehmen – auch ohne Produktivität und ohne ständig für andere da zu sein – konnte sich innerlich etwas beruhigen. Dieser innere Wandel war aus ihrer Sicht ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Schmerzfreiheit.

Gefühle sind Energie – und wollen gelebt werden

Ein weiterer zentraler Punkt im Gespräch: der Umgang mit Gefühlen. Viele Menschen versuchen, unangenehme Emotionen wie Angst, Traurigkeit, Wut oder Neid zu unterdrücken.

„Gefühle sind wie Energien. Sie können sich nur wandeln, wenn sie gelebt werden.“

Christina veranschaulicht das mit einem Bild, das sie oft nutzt:

  • Ungelebte Gefühle sind wie ein Wasserball, den du unter Wasser drückst.
  • Du hältst das eine Zeitlang aus, doch irgendwann schießt er mit doppelter Wucht nach oben.

Die beiden betonen:

  • Es ist normal, auch mal länger „nicht gut drauf“ zu sein.
  • Sich diese Phasen zu erlauben, nimmt oft schon einen großen Teil des Drucks.
  • Loslassen funktioniert nur, wenn du vorher annehmen kannst, was gerade ist.

Diese Haltung hat Christina auch durch ihren Burnout getragen. Im Rückblick beschreibt sie ihr Burnout als einen Auslöser für tiefgreifendes Wachstum und positive Veränderungen – auch wenn das in der akuten Phase kaum vorstellbar war.

Praktische Selbstliebe-Übungen für den Alltag

Damit Selbstliebe nicht abstrakt bleibt, teilt Melanie mehrere einfache, alltagstaugliche Übungen. Es geht weniger um große „Transformationen“ und mehr um kleine, wiederholte Impulse, die dein Unterbewusstsein neu ausrichten.

1. Spiegelübung: „Hey, ich mag dich“

Eine klassische, aber hochwirksame Übung ist die Arbeit mit deinem Spiegelbild – von Melanie zu einem spielerischen Ritual erweitert:

So funktioniert es:

  • Suche dir 1–3 Tage pro Woche aus, an denen du die Übung bewusst praktizierst.
  • Jedes Mal, wenn du an diesem Tag dein Spiegelbild siehst (Badspiegel, Liftspiegel, Schaufenster), sagst du dir:
    • „Ich mag dich.“ oder
    • „Ich akzeptiere mich.“ oder
    • „Ich liebe dich.“ – je nachdem, was sich stimmig anfühlt.

Durch die Verbindung von Worten und Bild (dein Gesicht im Spiegel) dringen diese Sätze schneller ins Unterbewusstsein, weil es mit Bildern viel leichter arbeitet als nur mit Sprache.

Wichtig:

  • Starte mit Formulierungen, die du gerade noch halbwegs glauben kannst.
  • Sei spielerisch und freundlich, nicht streng oder leistungsorientiert.

2. Beweise für deinen Wert sammeln

Sätze wie „Du bist ein Geschenk für diese Welt“ können schön klingen, bleiben aber oft abstrakt. Melanie empfiehlt deshalb, dir konkrete Beweise für deinen Wert im Alltag zu sammeln.

So kannst du vorgehen:

  1. Gehe achtsam durch deinen Tag.
  2. Notiere dir abends 3–5 Situationen, in denen du ein „Geschenk“ warst, z. B.:
    • Du hast dein Kind oder ein anderes Kind getröstet.
    • Du hast einer Freundin zugehört, der es nicht gut ging.
    • Du hast deinem Partner Anerkennung geschenkt.
    • Du hast bei der Arbeit zuverlässig deine Aufgabe erledigt – auch wenn sie unspektakulär wirkt.

Mit der Zeit entsteht so ein inneres „Beweis-Archiv“, das dein Selbstwertgefühl stärkt. Der Satz „Ich bin wertvoll“ wird dadurch erlebbar statt nur ein schöner Spruch zu bleiben.

3. Die Kraft der Worte „genug“ und „noch“

Christina teilt eine Formulierung, die ihr in der Burnout-Zeit sehr geholfen hat. Einer ihrer belastendsten Glaubenssätze war: „Ich schaffe das nicht.“

Zwischen „Ich schaffe das nicht“ und „Ich schaffe das“ lag für sie ein unüberbrückbar großer Sprung. Ihr Ausweg: das Wort „genug“.

Neue, entlastende Sätze könnten sein:

  • „Ich schaffe genug.“
  • „Ich bin gut genug.“
  • „Ich bin schön genug.“

„Genug“ bedeutet: Es reicht. Es muss nicht perfekt sein. Diese kleine sprachliche Verschiebung kann enormen inneren Druck lösen.

Melanie ergänzt ein weiteres kraftvolles Wort: „noch“. Statt „Ich kann das nicht“:

  • „Ich kann das noch nicht.“

Damit öffnest du innerlich eine Tür für Entwicklung und erlaubst dir, in deinem Tempo zu wachsen – ohne dich abzuwerten.

Corona-Zeit als Vorbereitungszeit: Selbstwert, Akzeptanz und neue Projekte

Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich auch darum, wie wir psychisch gesund durch die Corona-Zeit kommen. Beide sind sich einig: Die Situation ist für viele extrem belastend, vor allem, wenn Job, soziale Kontakte oder Routinen wegbrechen.

Selbstwert in Zeiten von Stillstand

Wenn Arbeit wegfällt oder du weniger „brauchbar“ erscheinst, kann sich schnell ein Gefühl von Wertlosigkeit einschleichen. Das ist besonders gefährlich für Menschen, die ihren Wert stark aus Tun, Leistung und Funktion ziehen.

Umso wichtiger ist es jetzt, am inneren Selbstwert zu arbeiten:

  • Übungen wie das Sammeln von Beweisen für deinen Wert helfen, das Gefühl „Ich bin ein Geschenk“ zu verankern.
  • Selbstliebe- und Selbstwert-Routinen werden zum psychischen Immunsystem in Krisenzeiten.

Aktiv gestalten statt nur „Durchhalten“

Viele Menschen können bestimmte Dinge nicht mehr tun: shoppen, ins Restaurant gehen, Freunde treffen, ins Fitnessstudio gehen. Die Gefahr ist groß, innerlich in eine reine Warteschleife zu geraten.

Melanie lädt dazu ein, die Frage zu drehen:

  • Welche anderen Möglichkeiten habe ich, meine Zeit sinnvoll und schön zu verbringen?
  • Was wollte ich vielleicht schon lange tun und habe es immer aufgeschoben?

Sie selbst betrachtet die Corona-Zeit bewusst als Vorbereitungszeit für „danach“:

Christina ergänzt, dass es hilfreich sein kann, sich bewusst Vorstellungen darüber zu machen, worauf du dich nach der Krise freust. Das nährt Vorfreude und lenkt den Blick wieder stärker auf Möglichkeiten statt auf Mangel.

Akzeptanz statt zermürbender Widerstand

Ein wichtiger gedanklicher Dreh für beide ist das Thema Annahme. Viele verwechseln „Annehmen“ mit „gut finden“ oder „billigen“ – insbesondere beim Thema Vergebung oder ungeliebten Lebensumständen.

Doch innerer Frieden entsteht nicht dadurch, dass du alles gutheißt, sondern indem du aufhörst, ständig dagegen anzukämpfen, was du aktuell nicht ändern kannst.

„Gegen alles, wogegen wir Widerstand leisten, wird umso schlimmer.“

Christina beschreibt Akzeptanz als einen Akt der Selbstfürsorge: Du sparst Energie, die du dann in Dinge stecken kannst, die du tatsächlich beeinflussen kannst – vor allem deine Einstellung.

Das Paket-Bild: Wie Loslassen wirklich beginnt

Melanie nutzt ein starkes Bild, um Akzeptanz und Loslassen greifbar zu machen:

  • Schwierige Situationen oder Krankheiten sind wie Pakete, die das Leben dir schickt.
  • Solange du dem „Postboten“ die Tür vor der Nase zuknallst, wird das Paket immer wieder zu dir zurückkommen.
  • Erst wenn du das Paket annimmst, hast du überhaupt die Möglichkeit, es später weiterzuschicken – also wirklich loszulassen.

Übertragen heißt das: Ohne Akzeptanz kein echter Wandel. Solange du innerlich „Nein“ schreist, bleibt die Situation energetisch bei dir. Nimmst du sie an, entsteht Raum für Verarbeitung und Veränderung.

Loslassen, um federleicht zu werden: Melanies Buch „Federleicht“

Zum Ende des Gesprächs stellt Melanie ihr Buch „Federleicht“ vor. Es bündelt viele ihrer Erfahrungen und Methoden rund um das Thema Loslassen.

Im Fokus stehen Impulse, wie du dich von inneren und äußeren Lasten befreien und ein leichteres, erfüllteres Leben führen kannst.

Was du in „Federleicht“ findest

Das Buch deckt verschiedene „Loslass-Bereiche“ ab, unter anderem:

  • Vergangenheit und alte Kränkungen
    • Umgang mit Glaubenssätzen, die dich heute noch triggern.
    • Heilung von Verletzungen, die dein aktuelles Verhalten prägen.
  • Unerfüllte Wünsche
    • Wie du dich nicht in inneren „Wollknäueln“ verhedderst.
    • Wie Wünsche wieder fliegen können, statt zu blockieren.
  • Menschen, die dir nicht guttun
  • Gewohnheiten, Perfektionismus und Ängste
    • Inneren Druck reduzieren und Raum für Selbstliebe schaffen.

Das Ziel: Dein Leben soll sich Schritt für Schritt leichter anfühlen – im Idealfall „federleicht“.

Buchinspirationen: Loslassen und The Work

Zum Schluss tauschen Christina und Melanie noch Buchtipps aus, die sie persönlich geprägt haben:

  • Melanie empfiehlt „Ich will ja loslassen, aber woran halte ich mich dann fest?“ von Ina Rudolph. Das Buch arbeitet mit der Methode The Work und verbindet sie mit alltagsnahen Geschichten.
  • Christina erzählt, dass sie The Work ebenfalls sehr schätzt und dass es ihr stark geholfen hat – allerdings zu einem Zeitpunkt, an dem sie innerlich „reif“ dafür war.
  • Sie erwähnt außerdem ihre Liebe zu den Büchern von Eckhart Tolle, die jedoch oft erst in bestimmten Lebensphasen wirklich verstanden werden.

Beide betonen: Manche Bücher entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie zur aktuellen inneren Situation passen. Es ist vollkommen in Ordnung, ein Buch später noch einmal zur Hand zu nehmen und neu zu entdecken.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie Burnout im Rückblick zum Katalysator für ein erfüllteres Leben werden kann.
  • Warum es okay ist, sich Zeit zu lassen, um aus schwierigen Gefühlen herauszufinden.
  • Wie Dankbarkeit und Vorfreude helfen können, die Corona-Zeit emotional zu meistern.
  • Warum Vergebung nichts mit „Recht geben“ zu tun hat, sondern mit eigenem Seelenfrieden.
  • Melanies Blogartikel mit 99 Ideen, wie du die Corona-Zeit sinnvoll und freudvoll nutzen kannst.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
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