„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit Mental- und Selbstliebetrainerin Melanie Pignitter über Selbstliebe, psychosomatische Signale des Körpers, den Umgang mit schwierigen Gefühlen und die Chancen der Corona-Zeit.
Beide teilen sehr persönliche Erfahrungen mit Burnout, chronischen Schmerzen und inneren Glaubenssätzen – und zeigen, wie du mit kleinen, konkreten Schritten zu mehr innerem Frieden, Selbstwert und Leichtigkeit finden kannst.
Melanie Pignitter ist Mental- und Selbstliebetrainerin, Autorin und Gründerin von „Honigperlen“. Nachdem sie 2015 an einer schweren Schmerzkrankheit erkrankte, die laut Ärzt:innen als unheilbar galt, konnte sie durch konsequentes Mentaltraining und gelebte Selbstliebe nicht nur ihre Lebensfreude, sondern schließlich auch ihre Schmerzfreiheit zurückgewinnen.
Heute teilt sie ihre „Honigperlen des Lebens“ in Form von Blogartikeln, Büchern, Podcastfolgen und Impulsen auf Social Media – mit dem Fokus auf Selbstliebe, Selbstwert, Loslassen und innerer Freiheit.
Melanies Geschichte zeigt eindrücklich, dass äußerer Erfolg kein Ersatz für echte Selbstliebe ist. Sie hatte viel Selbstvertrauen durch berufliche Erfolge – fühlte sich aber wertlos, als sie plötzlich nicht mehr leistungsfähig war.
Ihr Wendepunkt: Die Erkenntnis, dass Selbstwert nicht an Leistung, Funktion oder Nützlichkeit gekoppelt sein darf.
„In dem Moment, wo ich nicht mehr arbeiten konnte, war ich plötzlich gar nicht mehr selbstbewusst. Da habe ich gemerkt: Ich hatte zwar Selbstvertrauen, aber keine Selbstliebe.“
Viele Menschen verwechseln diese beiden Ebenen:
Als Melanie durch ihre Krankheit ihren Job und ihren bisherigen Alltag loslassen musste, erkannte sie:
Erst als sie begann, sich selbst anzunehmen – auch ohne Produktivität und ohne ständig für andere da zu sein – konnte sich innerlich etwas beruhigen. Dieser innere Wandel war aus ihrer Sicht ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Schmerzfreiheit.
Ein weiterer zentraler Punkt im Gespräch: der Umgang mit Gefühlen. Viele Menschen versuchen, unangenehme Emotionen wie Angst, Traurigkeit, Wut oder Neid zu unterdrücken.
„Gefühle sind wie Energien. Sie können sich nur wandeln, wenn sie gelebt werden.“
Christina veranschaulicht das mit einem Bild, das sie oft nutzt:
Die beiden betonen:
Diese Haltung hat Christina auch durch ihren Burnout getragen. Im Rückblick beschreibt sie ihr Burnout als einen Auslöser für tiefgreifendes Wachstum und positive Veränderungen – auch wenn das in der akuten Phase kaum vorstellbar war.
Damit Selbstliebe nicht abstrakt bleibt, teilt Melanie mehrere einfache, alltagstaugliche Übungen. Es geht weniger um große „Transformationen“ und mehr um kleine, wiederholte Impulse, die dein Unterbewusstsein neu ausrichten.
Eine klassische, aber hochwirksame Übung ist die Arbeit mit deinem Spiegelbild – von Melanie zu einem spielerischen Ritual erweitert:
So funktioniert es:
Durch die Verbindung von Worten und Bild (dein Gesicht im Spiegel) dringen diese Sätze schneller ins Unterbewusstsein, weil es mit Bildern viel leichter arbeitet als nur mit Sprache.
Wichtig:
Sätze wie „Du bist ein Geschenk für diese Welt“ können schön klingen, bleiben aber oft abstrakt. Melanie empfiehlt deshalb, dir konkrete Beweise für deinen Wert im Alltag zu sammeln.
So kannst du vorgehen:
Mit der Zeit entsteht so ein inneres „Beweis-Archiv“, das dein Selbstwertgefühl stärkt. Der Satz „Ich bin wertvoll“ wird dadurch erlebbar statt nur ein schöner Spruch zu bleiben.
Christina teilt eine Formulierung, die ihr in der Burnout-Zeit sehr geholfen hat. Einer ihrer belastendsten Glaubenssätze war: „Ich schaffe das nicht.“
Zwischen „Ich schaffe das nicht“ und „Ich schaffe das“ lag für sie ein unüberbrückbar großer Sprung. Ihr Ausweg: das Wort „genug“.
Neue, entlastende Sätze könnten sein:
„Genug“ bedeutet: Es reicht. Es muss nicht perfekt sein. Diese kleine sprachliche Verschiebung kann enormen inneren Druck lösen.
Melanie ergänzt ein weiteres kraftvolles Wort: „noch“. Statt „Ich kann das nicht“:
Damit öffnest du innerlich eine Tür für Entwicklung und erlaubst dir, in deinem Tempo zu wachsen – ohne dich abzuwerten.
Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich auch darum, wie wir psychisch gesund durch die Corona-Zeit kommen. Beide sind sich einig: Die Situation ist für viele extrem belastend, vor allem, wenn Job, soziale Kontakte oder Routinen wegbrechen.
Wenn Arbeit wegfällt oder du weniger „brauchbar“ erscheinst, kann sich schnell ein Gefühl von Wertlosigkeit einschleichen. Das ist besonders gefährlich für Menschen, die ihren Wert stark aus Tun, Leistung und Funktion ziehen.
Umso wichtiger ist es jetzt, am inneren Selbstwert zu arbeiten:
Viele Menschen können bestimmte Dinge nicht mehr tun: shoppen, ins Restaurant gehen, Freunde treffen, ins Fitnessstudio gehen. Die Gefahr ist groß, innerlich in eine reine Warteschleife zu geraten.
Melanie lädt dazu ein, die Frage zu drehen:
Sie selbst betrachtet die Corona-Zeit bewusst als Vorbereitungszeit für „danach“:
Christina ergänzt, dass es hilfreich sein kann, sich bewusst Vorstellungen darüber zu machen, worauf du dich nach der Krise freust. Das nährt Vorfreude und lenkt den Blick wieder stärker auf Möglichkeiten statt auf Mangel.
Ein wichtiger gedanklicher Dreh für beide ist das Thema Annahme. Viele verwechseln „Annehmen“ mit „gut finden“ oder „billigen“ – insbesondere beim Thema Vergebung oder ungeliebten Lebensumständen.
Doch innerer Frieden entsteht nicht dadurch, dass du alles gutheißt, sondern indem du aufhörst, ständig dagegen anzukämpfen, was du aktuell nicht ändern kannst.
„Gegen alles, wogegen wir Widerstand leisten, wird umso schlimmer.“
Christina beschreibt Akzeptanz als einen Akt der Selbstfürsorge: Du sparst Energie, die du dann in Dinge stecken kannst, die du tatsächlich beeinflussen kannst – vor allem deine Einstellung.
Melanie nutzt ein starkes Bild, um Akzeptanz und Loslassen greifbar zu machen:
Übertragen heißt das: Ohne Akzeptanz kein echter Wandel. Solange du innerlich „Nein“ schreist, bleibt die Situation energetisch bei dir. Nimmst du sie an, entsteht Raum für Verarbeitung und Veränderung.
Zum Ende des Gesprächs stellt Melanie ihr Buch „Federleicht“ vor. Es bündelt viele ihrer Erfahrungen und Methoden rund um das Thema Loslassen.
Im Fokus stehen Impulse, wie du dich von inneren und äußeren Lasten befreien und ein leichteres, erfüllteres Leben führen kannst.
Das Buch deckt verschiedene „Loslass-Bereiche“ ab, unter anderem:
Das Ziel: Dein Leben soll sich Schritt für Schritt leichter anfühlen – im Idealfall „federleicht“.
Zum Schluss tauschen Christina und Melanie noch Buchtipps aus, die sie persönlich geprägt haben:
Beide betonen: Manche Bücher entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie zur aktuellen inneren Situation passen. Es ist vollkommen in Ordnung, ein Buch später noch einmal zur Hand zu nehmen und neu zu entdecken.
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