Zwischen Social Media, Druck & Angst

Wie Sarah Engels zurück in ihre Mitte fand

Folge 376 | Zwischen Social Media, Druck & Angst: Wie Sarah Engels zurück in ihre Mitte fand

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Angst unplugged: Wie Sängerin Sarah Engels mit Angst, Mutterschaft und Social Media umgeht

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit Sängerin Sarah Engels über Angst, Panikattacken, Mutterschaft und den Druck von Social Media. Der Fokus: Wie wir als Frauen lernen können, mit Ängsten liebevoller umzugehen, uns weniger zu vergleichen und mehr zusammenzuhalten.

Die Folge richtet sich vor allem an Frauen, viele davon Mütter, die mit Angst, Selbstzweifeln, Vergleichen und Überforderung zu kämpfen haben – und sich nach mehr Selbstfürsorge, innerer Stärke und ehrlichem Austausch sehnen.

Unser Gast: Sarah Engels

Sarah Engels ist Sängerin und seit 2011 fest im Musik- und Entertainment-Business. Bekannt wurde sie durch „Deutschland sucht den Superstar“, heute ist sie zusätzlich auf Social Media und im TV präsent. Sie ist zweifache Mutter und hat selbst Erfahrungen mit:

  • Existenzängsten zu Beginn ihrer Karriere
  • Trauma nach einer schweren Geburt und der Herzdiagnose ihres Sohnes
  • Panikattacken und hormonell bedingten Stimmungsschwankungen

Gerade diese Mischung aus Erfolg, Öffentlichkeit und Verletzlichkeit macht sie zu einer spannenden Stimme, wenn es um Angst, Selbstzweifel und Selbstliebe geht.

Angst im echten Leben: Von Existenzangst bis Panikattacke

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch: Angst gehört zum Menschsein dazu – egal, ob du in der Öffentlichkeit stehst oder nicht.

Sarah erzählt, dass sie schon als Kind mit Angst in Berührung kam:

  • Verlustängste und frühe Auseinandersetzung mit Leben und Tod
  • später Existenzängste, als sie für die Musik ihr Abitur abbrach

Sie wuchs in einem bodenständigen Elternhaus ohne große finanzielle Sicherheit auf. Als sie die Schule für die Musik abbrach, war ihre Angst sehr konkret:

„Wenn das nicht funktioniert, was mache ich dann? Und wie komme ich dann über die Runden?“

Trauma Geburt & Angst um die Kinder

Einer der emotionalsten Teile der Folge ist Sarahs Erzählung über ihre erste Geburt. Die Schwangerschaft war schön, die Geburt dagegen traumatisch. Ihr Sohn hatte einen unerkannten Herzfehler – eine Erfahrung, die sie nachhaltig geprägt hat.

In der zweiten Schwangerschaft kamen viele Ängste hoch:

  • Angst, dass sich das Drama wiederholt
  • Panikattacken, die sie zunächst gar nicht einordnen konnte
  • das Gefühl, ein Trauma mit sich herumzutragen

Sie beschreibt eine Panikattacke, die sie beim Putzen überrollte – ohne offensichtlichen Auslöser:

„Es war wie eine Welle in meinem Körper. Mein Herz wurde immer schneller, ich habe keine Luft mehr bekommen. Erst beim Googeln habe ich verstanden: Das war eine Panikattacke.“

Wichtig: Sie hat erkannt, dass das keine Einbildung ist, sondern ein echter körperlicher Mechanismus – ausgelöst durch Stress, Hormone und innere Überlastung.

Angst um die Kinder – normal, aber nicht alles bestimmend

Christina und Sarah sind sich einig: Angst um die eigenen Kinder geht nie wieder ganz weg. Sie gehört zum Muttersein dazu und ist Ausdruck von Liebe und Beschützerinstinkt.

Entscheidend ist, wieviel Raum diese Angst bekommt:

  • Ja, du wirst immer ein Stück weit Angst um deine Kinder haben.
  • Nein, diese Angst sollte nicht dein komplettes Leben dominieren.

Sarah beschreibt ihren Weg so:

  • Sie hat versucht, die zweite Schwangerschaft bewusst zu genießen, statt sich komplett von Angst leiten zu lassen.
  • Sie holt sich Halt in der Familie und verbringt viel Zeit damit, sich selbst besser zu verstehen.
  • Sie hat sich gefragt: Woher kommen meine Ängste? Was war in meiner Kindheit? Was hat mich geprägt?

Diese innere Reise ist oft schmerzhaft, aber heilsam:

„Wenn man es schafft, diese Reise zu sich in Kauf zu nehmen und bei sich selber anzukommen, ist das das Schönste, was man haben kann.“

Wenn der Körper „Nein“ sagt: Angst als Warnsignal

Christina teilt im Gespräch einen wichtigen Gedanken aus der Therapie: Ängste entstehen oft aus der Unterdrückung von eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Wenn wir dauerhaft gegen uns selbst leben, sendet der Körper irgendwann ein Stoppsignal – manchmal in Form von Panikattacken oder Depressionen.

Deine Angst kann also sein wie ein Liebesbeweis deines Körpers, der sagt:

  • „So geht es nicht weiter.“
  • „Schau bitte genauer hin, was du brauchst.“

Statt nur „wegmachen“ zu wollen, darfst du fragen:

  • Wo lebe ich gegen mich?
  • Wo sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?

Mit Angst leben, ohne sich klein zu machen

Ein großer Teil der Folge dreht sich darum, wie wir mit Angst umgehen – und warum „sich zwingen“ nicht immer der richtige Weg ist.

Akute Angst: Muss ich mich immer stellen?

In vielen Therapien hört man: „Stell dich deinen Ängsten.“ Christina und Sarah differenzieren das deutlich.

Sarah hat die Erfahrung gemacht:

  • Wenn sie sich mit Gewalt zwingt, etwas zu tun (z.B. „Du MUSST jetzt Bahn fahren“), werden die Ängste oft schlimmer.
  • Die innere Schlinge um den Hals wird enger, wenn sie gegen sich arbeitet statt mit sich.

Hilfreicher war für sie:

  • Akzeptanz: „Okay, die Angst ist da. Wie kann ich trotzdem mit ihr leben?“
  • Druck rausnehmen: Nicht „Ich muss“, sondern „Ich will (oder will nicht).“
  • Eigene Entscheidungen treffen: Wenn Bahnfahren im Alltag nicht zwingend nötig ist, dann ist es auch okay, erst mal nicht Bahn zu fahren.

Ein Perspektivwechsel:

  • Muss ich das wirklich? Oder will ich es gar nicht?
  • Wenn ich es brauche, kann ich mir einen sanfteren Weg überlegen, statt mich zu überfahren.

Christina betont: Es ist wichtig, in Therapie oder Coaching ehrlich zu sagen, wenn sich etwas nicht gut anfühlt. Therapeut:innen sind keine Götter, deren Anweisungen du blind folgen musst. Dein Körper und deine Gefühle sind immer relevant.

Der beste Therapie-Kompass: Du selbst

Beide sind sich einig: Es gibt nicht nur einen richtigen Weg in der Angsttherapie. Menschen sind unterschiedlich, und es gibt kein Schema F, das allen hilft.

Wichtige Punkte dabei:

  • Lerne dich selbst kennen: Was verstärkt deine Angst, was beruhigt sie?
  • Spür rein: Fühlt sich die Übung oder Empfehlung stimmig an oder überfordernd?
  • Gib deiner Stimme Gewicht: Auch in der Therapie darfst du sagen „Das passt für mich nicht“.

Christina macht ein Beispiel: Gedanken „zu Ende denken“ (Worst-Case-Szenarien) kann bei Prüfungsangst sinnvoll sein – aber nicht, wenn es um die Angst geht, dass das eigene Kind stirbt. Da musst du dich nicht quälen.

Ehrlichkeit statt Funktionieren

Sarah erzählt, dass sie früher vor Auftritten große Angst hatte, ihre Stimme könnte versagen. Heute geht sie anders damit um:

  • Sie akzeptiert, dass es schlechte Tage gibt.
  • Sie erlaubt sich, nicht perfekt zu funktionieren.
  • Sie spricht offen aus, wie es ihr geht, z.B. gegenüber Publikum oder im beruflichen Umfeld.

Ein typischer Satz von ihr auf der Bühne:

„Leute, ich hab heute echt einen schlechten Tag. Ich gebe mein Bestes, aber wenn ihr mich ein bisschen unterstützt, freue ich mich total.“

Diese Ehrlichkeit nimmt Druck raus und öffnet den Raum für Verständnis – von anderen und von ihr selbst. Genau das empfiehlt Christina auch Hörerinnen mit Angst in Alltagssituationen:

  • Beim Arzt: „Ich habe Angst, es kann sein, dass ich kurz rausgehen muss.“
  • Im Flugzeug: Flugbegleitern Bescheid sagen, dass du Flugangst hast.

Verletzlichkeit schafft Verbindung und macht dich nicht schwach, sondern menschlich und nahbar.

Selbstliebe, Vergleiche & der Druck von Social Media

Ein weiterer Schwerpunkt der Folge: Selbstzweifel, Körperbild und Social Media. Gerade weil Sarah jeden Tag im öffentlichen Fokus steht, ist ihre Perspektive besonders spannend.

Bodyshaming und Schönheitsideale

Sarah bekommt regelmäßig Kommentare zu ihrem Aussehen, vor allem zu ihrem Körper und ihrer Brust. Ein Beispiel:

„Du hast ja so kleine Brüste. Lass dir mal deine Brüste machen.“

Solche Sätze würden im echten Leben kaum jemand laut aussprechen, aber online fallen sie scheinbar leicht. Sarah nutzt solche Momente bewusst, um ein Zeichen zu setzen:

  • Sie spricht diese Kommentare öffentlich an, um zu zeigen, wie verletzend sie sein können.
  • Sie möchte, dass junge Mädchen und Frauen, die ihr folgen, nicht glauben, es gäbe nur eine „richtige“ Brustgröße oder Körperform.
  • Sie betont, dass ihr Körper nach Stillzeit und Schwangerschaft anders aussieht – und dass sie ihn genau so mag und akzeptiert.

„Es muss ja niemand anderem gefallen, sondern mir selbst.“

Mama-Körper & Älterwerden

Christina bringt eine wichtige Perspektive ein: Der Körper einer Mutter hat Unglaubliches geleistet – Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit. Statt sich mit 20-jährigen, kinderlosen Frauen zu vergleichen, dürfen wir uns fragen:

  • Was hat mein Körper alles für mich getan?
  • Kann ich seinem Aussehen mit mehr Respekt und Dankbarkeit begegnen?

Sarah erlebt zudem oft Kommentare zu ihrem Alter und Aussehen, weil viele sie noch als das „Mädchen von damals“ sehen. Dass sie heute erwachsen ist, zwei Kinder hat und sich verändert hat, wird von manchen ignoriert. Sie kann inzwischen darüber stehen – verletzlicher wird es jedoch, wenn ihre Rolle als Mutter angegriffen wird.

Kommentare wie „die armen Kinder“ oder „ihr sollte man die Kinder wegnehmen“ treffen sie besonders, weil:

  • die Kommentierenden sie persönlich gar nicht kennen,
  • Mutterschaft einer der sensibelsten Bereiche im Leben vieler Frauen ist,
  • und sie – wie die meisten Mütter – ohnehin schon mit schlechtem Gewissen kämpft.

Vergleiche stoppen: Was wirklich hilft

Wie schafft es Sarah, sich nicht mehr mit anderen zu vergleichen?

  • Sie ist privat kaum auf Social Media unterwegs, sondern vor allem beruflich.
  • Sie weiß, wie viel dort inszeniert wird – gerade, weil sie selbst ein Teil der Branche ist.
  • Sie zeigt bewusst nicht alles: Streit mit dem Partner oder tiefe Krisen bleiben privat.

Dadurch sieht sie klarer: Was online wie die „perfekte Welt“ wirkt, ist immer nur ein Ausschnitt. Das gilt für Luxusyachten genauso wie für „perfekte“ Familienbilder.

Ihr Ansatz:

  • Fokus auf die eigenen Werte: Familie, Gesundheit, Nähe.
  • Frage: Was macht mich wirklich glücklich? Geld? Status? Oder Zeit mit meinen Kindern, ein stabiles Zuhause, ein Urlaub im Rahmen meiner Möglichkeiten?
  • Bewusstmachen: Jeder Mensch hat andere Prioritäten und Lebenswege.

Sie erzählt, dass sie anfangs in der Branche viele Kolleg:innen beobachtet hat, die ihr Geld sofort ausgaben. Sie selbst hat lieber gespart, weil ihr Sicherheit und Familie wichtiger waren als Luxus.

Sisterhood statt Neid: Der Strong Girls Club

Sowohl Sarah als auch Christina wünschen sich, dass Frauen wieder mehr zusammenhalten, statt sich gegenseitig klein zu machen.

Ein paar Kernideen aus ihrem Austausch:

  • Auf Social Media nicht unter Fotos lästern, sondern Komplimente machen.
  • Nicht in Eifersucht und Neid verfallen, sondern in ein Gefühl von „Wenn sie das kann, ist auch für mich etwas möglich“.
  • Als Frau mit gutem Beispiel vorangehen: keine Hate-Kommentare schreiben, andere Frauen nicht abwerten, besonders nicht für Aussehen oder Mutterschaft.

Sarahs neues Album heißt passend „Strong Girls Club“. Darin geht es um:

  • starke Mädchen und Frauen
  • gegenseitige Unterstützung statt Konkurrenz
  • den Weg zurück zu sich selbst statt in immer höhere Leistungsansprüche

Christinas Wunsch an die Hörerinnen: Mehr Sisterhood im Alltag – online wie offline.

Konkrete Hilfen bei akuter Angst: Was Sarah wirklich nutzt

Zum Ende des Gesprächs teilt Sarah noch, was ihr in akuten Angstsituationen hilft – zum Beispiel kurz vor einem Auftritt oder wenn die innere Unruhe überhandnimmt.

Geführte Meditation statt „Reiß dich zusammen“

Wenn sie in starken inneren Stress kommt, merkt sie:

  • „Mit mir selbst reden“ im Sinne von „Beruhig dich jetzt mal“ bringt gar nichts.
  • Auch alleinige Atemübungen funktionieren bei ihr in diesem Moment nicht gut.

Was dagegen hilft:

  • Geführte Meditationen oder ruhige Audio-Reisen
  • eine sanfte Stimme im Ohr, die sie anleitet und ablenkt
  • ruhige Musik, die ihr Nervensystem herunterfährt

Sie beschreibt ihren Ablauf so:

  • Sie zieht sich kurz raus („Schatz, nimm du bitte kurz die Kinder“).
  • Sie macht Licht aus, Augen zu, Kopfhörer an.
  • Sie hört eine 5–10-minütige geführte Meditation, bei der sie nur zuhören und folgen muss.

Das entlastet ihren überforderten Geist und bringt sie spürbar runter.

Akute Tipps, die du für dich mitnehmen kannst

  • Sprich aus, was los ist – ob vor einem Auftritt, in der Arbeit, beim Arzt oder im Alltag.
  • Erlaube dir Pausen: Du musst nicht immer funktionieren.
  • Nutze geführte Meditationen oder beruhigende Audios, wenn du alleine bist und dich kaum beruhigen kannst.
  • Frag dich: Was ist wirklich das Schlimmste, was passieren kann? – wie Sarahs Mann es immer wieder betont.
  • Und erinnere dich: Du bist nicht schwach, weil du Angst hast. Du bist menschlich.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum es so schwer ist, eine gesunde Balance bei Arztbesuchen zu finden (zwischen „zu oft“ und „gar nicht“).
  • Christinas eigene Erfahrungen mit Panikattacken in der Jugend und was ihr damals geholfen hat.
  • Die ständige innere Zerrissenheit berufstätiger Mütter zwischen Familie, Job und schlechtem Gewissen.
  • Wie Offenheit über Angst bei Stars wie Robbie Williams zu mehr Verbundenheit mit Fans geführt hat.
  • Ein Einblick in Sarahs neues Projekt: Ihre Hauptrolle im Musical „Moulin Rouge“ in Köln und warum sie sich so sehr darin wiederfindet.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"
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