„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit Community-Mitglied Sandra über ihren Weg durch Burnout, Panikattacken und Erschöpfung – und darüber, wie sie Schritt für Schritt zurück in ein stabiles Leben findet.
Der Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch zusammen und richtet sich an dich, wenn du selbst mit Burnout, Angststörung, Depression oder Panik kämpfst, dich überfordert fühlst und konkrete Hoffnung und Orientierung suchst.
Sandra ist in einer leitenden Funktion angestellt, leistungsorientiert, verantwortungsbewusst und lange Zeit „immer auf 180“. Genau dieses permanente Funktionieren hat sie in einen klassischen Erschöpfungszustand geführt, der schließlich in Burnout mit massiven Angst- und Paniksymptomen mündete.
Sie hat:
Im Interview zeigt sie offen, wie es ist, „komplett aus dem Leben geschossen“ zu sein – und wie sie gelernt hat, sich selbst zur Priorität zu machen.
Am Anfang steht ein Muster, das viele kennen: hohe Verantwortung, Perfektionismus, Dauerstress. Sandra beschreibt ihren Alltag vor dem Zusammenbruch so:
„Ich war 12 Stunden am Tag busy, schon rein beruflich, und hab am Abend noch irgendwas Privates reingepackt.“
Im Rückblick waren die Zeichen klar, damals hat Sandra sie aber übergangen:
Sie versucht weiter zu funktionieren, bis es gar nicht mehr geht:
Ihr Mann zieht schließlich die Notbremse, nimmt ihr den Laptop aus der Hand und sagt: „Du bist jetzt reif für die Insel, wir fahren zum Arzt.“
In der ärztlichen Abklärung zeigt sich: körperlich ist alles in Ordnung, aber psychisch ist Sandra am Boden. Diagnostiziert wird ein Burnout mit starken Angst- und Paniksymptomen, in Richtung Erschöpfungsdepression.
Die Folgen:
Besonders belastend ist dieses Gefühl der völligen Entfremdung vom eigenen Leben: Sandra beschreibt sich selbst als „wie ein aufgescheuchter Kolibri“ – innerlich rastlos, äußerlich wie eingefroren.
Ein zentrales Learning aus Sandras Geschichte: Nur auf das System zu warten, reicht oft nicht aus.
Sandra probiert verschiedene Anlaufstellen aus. Der Hausarzt verschreibt Schlafmittel – obwohl Schlaf gar nicht ihr Problem ist. Ein passender Ansatz fühlt sich anders an.
Erst als sie auf eine verständnisvolle Ärztin trifft, die ihre Panikattacke in der Praxis miterlebt und ernst nimmt, beginnt echte Unterstützung. Später findet sie eine Heilpraktikerin für Gesprächstherapie, mit der es „persönlich einfach matcht“.
Ihre Learnings dabei:
Sandra wollte ursprünglich in eine Tagestagesklinik, bekommt aber keinen zeitnahen Platz. Monate zu warten, bis „von außen jemand hilft“, fühlt sich für sie unmöglich an.
Also wird sie aktiv:
Das verändert sofort etwas Wichtiges:
„Ich hab gesehen: Ich bin kein Alien auf dieser Welt. So scheiße die Situation ist, aber ich bin nicht alleine mit diesen Problemen.“
Dieser Austausch nimmt ihr den Gedanken, völlig ausgeliefert und einzigartig „kaputt“ zu sein – ein entscheidender Schritt raus aus der Ohnmacht.
Im Gespräch werden mehrere konkrete Wendepunkte in Sandras Heilungsweg sichtbar. Drei davon ziehen sich wie ein roter Faden durch die Folge:
Ein Schlüsselmoment für Sandra ist die Erkenntnis:
„Ich muss mir selbst mein bester Freund sein.“
Statt ständig Bestätigung von außen zu suchen, beginnt sie, die Verantwortung für ihr inneres Wohlbefinden zu sich zurückzuholen.
Dazu gehören:
Diese Perspektive hilft ihr an schlechten Tagen, nicht sofort in die totale Katastrophe zu rutschen.
Sowohl Sandra als auch Christina betonen, wie zentral das Thema Grenzen ist. Sandra beschreibt sich selbst als jemand, der stark zum People Pleasing neigt – auch beruflich.
Ihr zweites großes Learning:
Genau diese scheinbar „kleinen“ Entscheidungen sind es, die langfristig Erschöpfung verringern und Stabilität aufbauen.
Ein weiterer Wendepunkt: Sandra lernt, Alleinsein nicht mehr als Bedrohung, sondern als Ressource zu erleben.
Anfangs ist das kaum auszuhalten:
Mit der Zeit wird daraus etwas ganz anderes:
Auch Christina bestätigt, wie transformierend das ist: vom panischen „Ich kann nicht allein sein“ hin zu „Alleinsein kann richtig schön sein, wenn ich mir gute Gesellschaft bin.“
Gerade im Umgang mit Panikattacken macht Sandra Erfahrungen, die vielen bekannt vorkommen dürften.
Typische Muster:
Was ihr hilft:
Christina ergänzt dazu einen konkreten Tipp aus einer früheren Folge: Statt zu denken „Hoffentlich merkt niemand etwas“, lieber proaktiv sagen:
„Entschuldigung, ich habe eine Angststörung. Es kann sein, dass ich kurz rausgehe, wenn es mir zu viel wird.“
Das nimmt enormen Druck – im Wartezimmer, im Flugzeug, bei Terminen. Und in den allermeisten Fällen reagieren Menschen verständnisvoll und unterstützend.
Nach fünf Monaten zu Hause beginnt Sandra im Januar wieder mit der Wiedereingliederung in ihren Job – zunächst mit nur drei Stunden am Tag.
Sie beschreibt das als „beste Entscheidung“:
Dabei hilft ihr auch der Blick zurück:
„Vor drei Monaten hätte ich keine drei Stunden arbeiten können. Klar sind es kleine Schritte, aber es sind Schritte nach vorne – und das ist das Einzige, was zählt.“
Dieses Bewusstsein schützt vor dem typischen „Alles ist wieder wie früher“-Gedanken, sobald ein schlechter Tag auftaucht.
Zum Ende des Gesprächs teilt Sandra eine Erkenntnis aus ihrer Therapie, die sie besonders geprägt hat:
„Es ist ganz egal, wie viel Bestätigung man von außen bekommt. Man muss sich selber wertschätzen und mit sich selber im Reinen sein.“
Was das für sie bedeutet:
Eine ihrer stärksten Aussagen im Interview ist diese:
„Ich habe lange Zeit gedacht, mit dem Burnout bin ich gebrochen. Jetzt weiß ich, dass es mich nur stärker gemacht hat. Ich habe die Zeit geschafft, ich komme da wieder raus. Ich kann mir selber vertrauen.“
Christina hakt nach, ob sich gute Tage heute besser anfühlen als früher – trotz oder gerade wegen des Burnouts. Sandra bejaht das klar: Sie wertschätzt Selbstverständlichkeiten anders, nutzt neue Chancen und ist überzeugt: Ohne Burnout wäre sie vielleicht noch viel härter gegen sich selbst geworden.
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