Wie es Sandra aus dem Burnout zurück ins Leben geschafft hat

Community Interview

05.02.2024
Community Interview: Wie Sandra es aus dem Burnout zurück ins Leben geschafft hat – Podcastfolge über Neubeginn und Hoffnung

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

Jetzt anhören auf:
Inhalt

Burnout, Angst und der Weg zurück ins Leben: Sandras Geschichte aus der „Angst unplugged“-Community

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit Community-Mitglied Sandra über ihren Weg durch Burnout, Panikattacken und Erschöpfung – und darüber, wie sie Schritt für Schritt zurück in ein stabiles Leben findet.

Der Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch zusammen und richtet sich an dich, wenn du selbst mit Burnout, Angststörung, Depression oder Panik kämpfst, dich überfordert fühlst und konkrete Hoffnung und Orientierung suchst.

Unser Gast: Sandra

Sandra ist in einer leitenden Funktion angestellt, leistungsorientiert, verantwortungsbewusst und lange Zeit „immer auf 180“. Genau dieses permanente Funktionieren hat sie in einen klassischen Erschöpfungszustand geführt, der schließlich in Burnout mit massiven Angst- und Paniksymptomen mündete.

Sie hat:

  • mehrere Workshops und den Angstfrei-Onlinekurs von Christina besucht
  • verschiedene Ärzt:innen und Therapeut:innen ausprobiert
  • ihr Arbeitsleben mit Wiedereingliederung und 3-Stunden-Tagen neu strukturiert

Im Interview zeigt sie offen, wie es ist, „komplett aus dem Leben geschossen“ zu sein – und wie sie gelernt hat, sich selbst zur Priorität zu machen.

Vom funktionierenden Profi zum Burnout: Wie Sandra zusammengebrochen ist

Am Anfang steht ein Muster, das viele kennen: hohe Verantwortung, Perfektionismus, Dauerstress. Sandra beschreibt ihren Alltag vor dem Zusammenbruch so:

„Ich war 12 Stunden am Tag busy, schon rein beruflich, und hab am Abend noch irgendwas Privates reingepackt.“

Die ersten Warnsignale – und das Wegignorieren

Im Rückblick waren die Zeichen klar, damals hat Sandra sie aber übergangen:

  • Akkus, die sich nicht mehr aufladen: ständige Erschöpfung, trotz Pausen und Urlaub
  • erste Panikattacke bei der Arbeit – abgetan als „schlechter Tag, zu wenig gegessen, urlaubsreif“
  • körperliche Symptome wie Schwindel, Atemnot, Entfremdungsgefühl („ich stehe zehn Meter neben mir“)

Sie versucht weiter zu funktionieren, bis es gar nicht mehr geht:

  • heulend vor dem Rechner sitzen
  • Panikattacken schon morgens zu Hause
  • kein Einkaufen, keine sozialen Kontakte mehr möglich

Ihr Mann zieht schließlich die Notbremse, nimmt ihr den Laptop aus der Hand und sagt: „Du bist jetzt reif für die Insel, wir fahren zum Arzt.“

Diagnose Burnout – und doch so viel mehr

In der ärztlichen Abklärung zeigt sich: körperlich ist alles in Ordnung, aber psychisch ist Sandra am Boden. Diagnostiziert wird ein Burnout mit starken Angst- und Paniksymptomen, in Richtung Erschöpfungsdepression.

Die Folgen:

  • fünf Monate arbeitsunfähig, die ersten acht Wochen praktisch nur im Bett
  • massive Angst vor Menschenmengen und Alltagssituationen
  • ständige Sorge: „Vielleicht bin ich doch körperlich schwer krank, vielleicht hat nur noch niemand etwas gefunden.“

Besonders belastend ist dieses Gefühl der völligen Entfremdung vom eigenen Leben: Sandra beschreibt sich selbst als „wie ein aufgescheuchter Kolibri“ – innerlich rastlos, äußerlich wie eingefroren.

Hilfe suchen, wenn das System nicht reicht: Selbst aktiv werden

Ein zentrales Learning aus Sandras Geschichte: Nur auf das System zu warten, reicht oft nicht aus.

Die Suche nach den richtigen Ärzt:innen und Therapeut:innen

Sandra probiert verschiedene Anlaufstellen aus. Der Hausarzt verschreibt Schlafmittel – obwohl Schlaf gar nicht ihr Problem ist. Ein passender Ansatz fühlt sich anders an.

Erst als sie auf eine verständnisvolle Ärztin trifft, die ihre Panikattacke in der Praxis miterlebt und ernst nimmt, beginnt echte Unterstützung. Später findet sie eine Heilpraktikerin für Gesprächstherapie, mit der es „persönlich einfach matcht“.

Ihre Learnings dabei:

  • Therapie muss menschlich passen. Wenn du dich nicht gesehen fühlst, such weiter.
  • Es ist okay, mehrere Anläufe zu brauchen.
  • Ein neutrales Gegenüber ist etwas anderes als Partner, Familie oder Freund:innen.

Warten ist keine Option: Selbstverantwortung übernehmen

Sandra wollte ursprünglich in eine Tagestagesklinik, bekommt aber keinen zeitnahen Platz. Monate zu warten, bis „von außen jemand hilft“, fühlt sich für sie unmöglich an.

Also wird sie aktiv:

  • recherchiert nach Erfahrungsberichten von Betroffenen
  • stößt auf Christinas Inhalte und den Podcast „Angst unplugged“
  • bucht Workshops und den Angstfrei-Onlinekurs
  • tritt der Angstfrei-Community auf Facebook bei

Das verändert sofort etwas Wichtiges:

„Ich hab gesehen: Ich bin kein Alien auf dieser Welt. So scheiße die Situation ist, aber ich bin nicht alleine mit diesen Problemen.“

Dieser Austausch nimmt ihr den Gedanken, völlig ausgeliefert und einzigartig „kaputt“ zu sein – ein entscheidender Schritt raus aus der Ohnmacht.

Die wichtigsten Wendepunkte: Was Sandra wirklich geholfen hat

Im Gespräch werden mehrere konkrete Wendepunkte in Sandras Heilungsweg sichtbar. Drei davon ziehen sich wie ein roter Faden durch die Folge:

1. Sich selbst zur Priorität machen – „Ich muss mir selbst bester Freund sein“

Ein Schlüsselmoment für Sandra ist die Erkenntnis:

„Ich muss mir selbst mein bester Freund sein.“

Statt ständig Bestätigung von außen zu suchen, beginnt sie, die Verantwortung für ihr inneres Wohlbefinden zu sich zurückzuholen.

Dazu gehören:

  • Selbstfürsorge statt Selbstoptimierung: „Ich habe die erste Priorität.“
  • Geduld mit dem Heilungsweg – kein „heute drei Übungen, morgen geheilt“.
  • Bewusstes Reflektieren: Wie ging es mir vor drei Monaten, was kann ich heute wieder, was damals unmöglich war?

Diese Perspektive hilft ihr an schlechten Tagen, nicht sofort in die totale Katastrophe zu rutschen.

2. Grenzen setzen und Nein sagen – raus aus dem People Pleasing

Sowohl Sandra als auch Christina betonen, wie zentral das Thema Grenzen ist. Sandra beschreibt sich selbst als jemand, der stark zum People Pleasing neigt – auch beruflich.

Ihr zweites großes Learning:

  • Nein sagen ohne Schuldgefühl
  • nichts mehr „aus Gefälligkeit“ tun oder „weil es erwartet wird“
  • ein Leben gestalten, „mit dem ich fein bin“, auch wenn das mal eine Party oder Einladung weniger bedeutet

Genau diese scheinbar „kleinen“ Entscheidungen sind es, die langfristig Erschöpfung verringern und Stabilität aufbauen.

3. Alleine sein lernen – und zur guten Gesellschaft für sich selbst werden

Ein weiterer Wendepunkt: Sandra lernt, Alleinsein nicht mehr als Bedrohung, sondern als Ressource zu erleben.

Anfangs ist das kaum auszuhalten:

  • Sie ist Dauer-Input gewohnt: 12–14 Stunden Beschäftigung am Tag.
  • Wenn ihr Mann zur Arbeit muss, steigt die Angst: „Was, wenn ich umkippe und niemand ist da?“

Mit der Zeit wird daraus etwas ganz anderes:

  • Sie merkt: Ihr ist nicht mehr langweilig mit sich selbst.
  • Sie kann Auszeiten genießen, ohne sie zwanghaft vollstopfen zu müssen.
  • Sie schätzt ihre eigene Gesellschaft „manchmal mehr als die der anderen“.

Auch Christina bestätigt, wie transformierend das ist: vom panischen „Ich kann nicht allein sein“ hin zu „Alleinsein kann richtig schön sein, wenn ich mir gute Gesellschaft bin.“

4. Mit Angst und Panik umgehen: Annehmen statt bekämpfen

Gerade im Umgang mit Panikattacken macht Sandra Erfahrungen, die vielen bekannt vorkommen dürften.

Typische Muster:

  • Panikattacken vor allem am Morgen – schon beim Kaffee
  • Erwarten der nächsten Attacke: Angst vor der Angst
  • sich Tage vorher verrückt machen vor Terminen, bei denen „ich die Panik gar nicht brauchen kann“

Was ihr hilft:

  • Innerer Perspektivwechsel: „Was ist im schlimmsten Fall? Ich bekomme eine Panikattacke und verlasse kurz den Raum. Das ist unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich.“
  • Offene Kommunikation: anderen vorher sagen, dass man eine Angststörung hat und es sein kann, dass man kurz rausgeht.

Christina ergänzt dazu einen konkreten Tipp aus einer früheren Folge: Statt zu denken „Hoffentlich merkt niemand etwas“, lieber proaktiv sagen:

„Entschuldigung, ich habe eine Angststörung. Es kann sein, dass ich kurz rausgehe, wenn es mir zu viel wird.“

Das nimmt enormen Druck – im Wartezimmer, im Flugzeug, bei Terminen. Und in den allermeisten Fällen reagieren Menschen verständnisvoll und unterstützend.

Schritt für Schritt zurück in den Alltag: Wiedereingliederung ohne Überpacen

Nach fünf Monaten zu Hause beginnt Sandra im Januar wieder mit der Wiedereingliederung in ihren Job – zunächst mit nur drei Stunden am Tag.

Sie beschreibt das als „beste Entscheidung“:

  • Sie testet, was geht, ohne sich zu überfordern.
  • Sie verhindert, wieder in das alte „Vollgas oder gar nicht“-Muster zu fallen.
  • Ihr Arbeitgeber unterstützt den Weg, was ihr zusätzlich Sicherheit gibt.

Dabei hilft ihr auch der Blick zurück:

„Vor drei Monaten hätte ich keine drei Stunden arbeiten können. Klar sind es kleine Schritte, aber es sind Schritte nach vorne – und das ist das Einzige, was zählt.“

Dieses Bewusstsein schützt vor dem typischen „Alles ist wieder wie früher“-Gedanken, sobald ein schlechter Tag auftaucht.

Selbstwert von innen statt Anerkennung von außen

Zum Ende des Gesprächs teilt Sandra eine Erkenntnis aus ihrer Therapie, die sie besonders geprägt hat:

„Es ist ganz egal, wie viel Bestätigung man von außen bekommt. Man muss sich selber wertschätzen und mit sich selber im Reinen sein.“

Was das für sie bedeutet:

  • Nicht mehr warten, dass andere ihren Wert „beweisen“.
  • Wissen, was sie kann, wo sie hin will und welche Stärke in ihr steckt.
  • Konflikte, Stress und Erwartungen von außen anders handhaben können, weil innen mehr Stabilität da ist.

Eine ihrer stärksten Aussagen im Interview ist diese:

„Ich habe lange Zeit gedacht, mit dem Burnout bin ich gebrochen. Jetzt weiß ich, dass es mich nur stärker gemacht hat. Ich habe die Zeit geschafft, ich komme da wieder raus. Ich kann mir selber vertrauen.“

Christina hakt nach, ob sich gute Tage heute besser anfühlen als früher – trotz oder gerade wegen des Burnouts. Sandra bejaht das klar: Sie wertschätzt Selbstverständlichkeiten anders, nutzt neue Chancen und ist überzeugt: Ohne Burnout wäre sie vielleicht noch viel härter gegen sich selbst geworden.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie Christina selbst ihren Weg aus Burnout, Angststörung und Depression gefunden hat.
  • Warum Heilung nicht linear verläuft, sondern eher wie „zwei Schritte vor, einen zurück“.
  • Die Rolle von Journaling und ehrlichen Selbstgesprächen in Christinas Heilungsprozess.
  • Warum einfache Dinge wie Gesicht in die Sonne halten, an die frische Luft gehen und nichts tun oft unterschätzt werden.
  • Christinas Happy Club und die Rolle von Workshops mit Therapeut:innen, Ärzt:innen und Betroffenen.
  • Der Unterschied zwischen „Beschäftigtsein“ und echter Regeneration im Alltag.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"
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