Angst(störung), Alkohol und Sucht

Interview mit Nathalie Stüben

18.11.2024
Interview mit Nathalie Stüben über Angststörung, Alkohol und Sucht – Podcastfolge über Selbstmedikation, Abhängigkeit und Wege aus der Angst

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Alkohol, Angst und Freiheit: Wie du aus dem Teufelskreis aussteigst

Alkohol ist gesellschaftlich akzeptiert, überall verfügbar – und für viele Menschen mit Angst, Stress und Burnout ein vermeintlicher Ausweg. In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina Hillesheim mit Journalistin und Autorin Nathalie Stüben darüber, wie eng Alkohol, Angststörungen und Depressionen zusammenhängen, warum wir Trinken immer noch als Belohnung verklären und wie ein nüchternes Leben zur echten inneren Freiheit werden kann.

Unser Gast: Nathalie Stüben

Nathalie Stüben ist gelernte Journalistin, erfolgreiche Podcasterin und Spiegel-Bestsellerautorin. Nach Jahren problematischen Trinkens und wiederkehrender Abstürze hat sie sich für ein nüchternes Leben entschieden – und nennt es heute „die beste Entscheidung meines Lebens“.

Sie:

  • spricht öffentlich und radikal ehrlich über Alkoholsucht,
  • zeigt, dass du nicht „am Boden liegen“ musst, um aufhören zu dürfen,
  • betont, dass du dich nicht Alkoholiker:in nennen musst, um dein Trinkverhalten zu ändern,
  • begleitet Betroffene in Online-Programmen auf dem Weg in ein nüchternes Leben,
  • klärt speziell über das Thema Frauen und Alkohol auf.

Ihre Kernbotschaft fasst sie in einem Satz zusammen:

„Ein Leben ohne Alkohol ist keine Qual. Es bedeutet Freiheit.“

Alkohol & Angst: Warum das vermeintliche Beruhigungsmittel alles schlimmer macht

Viele Menschen mit Angststörung, Panikattacken oder Burnout greifen zum Alkohol, um „endlich mal runterzukommen“ oder nichts mehr zu spüren. Kurzfristig scheint das zu funktionieren – langfristig ist es Gift, im wahrsten Sinne des Wortes.

Warum Alkohol Angst zuerst dämpft – und dann verstärkt

Alkohol wirkt im Gehirn unter anderem:

  • angstlösend und enthemmend (kurzfristig),
  • destabilisierend auf Gehirn, Nervensystem und Körper (mittelfristig und langfristig),
  • depressiv – er ist ein Depressivum und verstärkt depressive und ängstliche Tendenzen.

Nathalie beschreibt es so:

„Das, was an der Angst so unangenehm ist – dieses Zittrige, Unruhige, Nervöse – das potenziert Alkohol noch mal.“

Dein Nervensystem ist ohnehin schon unter Spannung, wenn du mit Angst oder Stress kämpfst. Alkohol setzt oben drauf:

  • Schlaf wird schlechter, nicht erholsam.
  • Das Nervensystem kommt nicht wirklich zur Ruhe.
  • Deine Grundanspannung und Reizbarkeit steigen.
  • Angst, Panik und depressive Symptome nehmen zu – oft schon am nächsten Tag.

Viele Betroffene kennen das als „Psychokater“: Am Tag nach dem Trinken kommen nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch:

Selbstmedikation mit Alkohol: Warum daraus so leicht eine Abhängigkeit wird

Wer Alkohol nutzt, um Angst, Stress oder innere Leere nicht fühlen zu müssen, begeht – aus Verzweiflung, nicht aus Schuld – eine Form von Selbstmedikation. Die Dynamik dahinter:

  • Vermeidung: Angst oder unangenehme Gefühle werden betäubt statt bearbeitet.
  • Verstärkung: Wie bei jeder Angst-Vermeidung wächst die Angst im Hintergrund weiter.
  • Toleranzentwicklung: Das Gehirn gewöhnt sich an Alkohol, du brauchst immer mehr für denselben Effekt.
  • Teufelskreis: Mehr Angst → mehr Trinken → mehr Angst.

Nathalie fasst zusammen:

„Es ist kein Wunder, dass Menschen über diese Form von Selbstmedikation in eine Alkoholabhängigkeit rutschen.“

Wenn Alkohol dich ängstlich macht, obwohl du früher keine Angst hattest

Spannend ist: Nicht alle fangen wegen Angst an zu trinken – bei einigen entsteht die Angst erst durch Alkohol. So war es bei Nathalie:

  • Früher offen, eher extrovertiert, keine ausgeprägten Ängste.
  • Mit der Zeit: diffuse, ständige „Anxiety“, Angst vor dem Leben.
  • Sie schreckt bei jeder Mail, jedem Anruf zusammen, als würde ständig etwas Schlimmes passieren.
  • Selbstwert und Selbstvertrauen sinken, sie traut sich immer weniger zu.

Ihre Erkenntnis:

„Diese Droge verwebt sich so stark mit unserem Kern, dass wir irgendwann denken: Ich bin halt so. Dabei ist es der Alkohol, der uns so macht.“

Eine zentrale Einsicht, auch im Hinblick auf Angststörungen: Wenn Körper und Nervensystem dauerhaft unter Alkoholstress stehen, färbt das zwangsläufig auf deine Psyche ab. Körper und Gefühle lassen sich nicht trennen.

Wie aus „normalem Trinken“ ein Problem wird – und woran du es erkennst

Alkoholprobleme sehen selten so aus, wie das Klischee es erzählt: zitternd, Tag für Tag mit der Flasche in der Hand. Viele Betroffene sind nach außen völlig „funktional“ – so wie Nathalie.

„Ich konnte ja kein Alkoholproblem haben…“

Nathalie trank über Jahre „gesellschaftlich unauffällig“ – und doch problematisch:

  • Studium mit Auszeichnung, renommierte Journalistenschule
  • erfolgreicher Job, gepflegtes Auftreten, sozial eingebunden
  • keine tägliche Trinkmenge, kein morgendliches Zittern

Gleichzeitig hatte sie:

  • immer wieder Absturznächte mit Blackouts,
  • Verletzungen, verlorene Handys, Portemonnaies,
  • Sex mit Menschen, an die sie sich am nächsten Morgen kaum erinnern konnte,
  • massive Schamgefühle und das diffuse Gefühl: „So kann es nicht weitergehen.“

Erst als sie sich ständig Trinkregeln aufstellte und diese nicht einhalten konnte, wurde ihr klar, dass da etwas nicht stimmt:

  • „Ich trinke nur noch am Wochenende.“
  • „Ich trinke nur noch Rotwein, weil der mir nicht so gut schmeckt.“
  • „Heute nur ein Glas, wirklich.“

Wenn es mal „klappte“, war der Abend trotzdem furchtbar anstrengend, weil sich alles nur noch um die Frage drehte: „Darf ich noch eins? Trinke ich zu schnell? Wie viel ist noch im Glas?“

Ihre innere Bilanz:

„Es war so befreiend, irgendwann nicht mehr permanent mit mir verhandeln zu müssen, wie ich mich dem Alkohol gegenüber verhalte.“

Warnsignale: Woran du erkennst, dass dein Konsum problematisch wird

Nathalie macht deutlich: Sucht ist kein „Ja oder Nein“, sondern ein Kontinuum. Lange bevor eine Abhängigkeit diagnostiziert würde, tauchen Warnzeichen auf.

Typische rote Flaggen:

  • Du denkst immer wieder darüber nach, ob du zu viel trinkst.
  • Du googelst: „ab wann Alkoholproblem“, „wie viel Alkohol ist normal“, „Bin ich Alkoholiker:in?“
  • Du suchst Bestätigung mit Suchanfragen wie „Rotwein gesund“, „Bier gesund“.
  • Du trinkst zweckgebunden:
    • um Angst zu dämpfen,
    • um performen oder „lockerer“ sein zu können,
    • um Einsamkeit, Stress oder Ungerechtigkeit zu ertragen.
  • Du rechtfertigst dein Trinken:
    • „Ich trinke ja nicht täglich.“
    • „Ich lebe sonst total gesund, mache Yoga, ernähre mich gut.“
    • „Das ist halt mein einziges Laster.“

Nathalie betont: Unproblematischer Konsum (nicht gesunder!) sieht anders aus. Sie nennt als Beispiel ihren Mann, der vielleicht einmal in zwei Jahren ein Glas Sekt annimmt – mit der gleichen inneren Relevanz wie ein Pfefferminztee:

„Wenn das nicht da ist, spielt es für mein Leben keine Rolle.“

Wie Alkohol dein Gehirn „umprogrammiert“ – und warum das Hoffnung macht

Besonders eindrücklich ist das Bild, mit dem Nathalie die Wirkung von Alkohol auf das Belohnungssystem erklärt:

  • Jedes Mal, wenn du trinkst, schüttet dein Gehirn Dopamin aus – der „Daumen hoch“-Botenstoff.
  • Dopamin markiert alles um dich herum (Ort, Uhrzeit, Menschen, Stimmung) mit: „Das ist wichtig, das wollen wir wieder!“
  • Es entsteht eine Filterbubble ähnlich wie in Social Media:
    • Alles, was mit Alkohol zu tun hat, wirkt plötzlich enorm bedeutend.
    • Alles ohne Alkohol verliert an Attraktivität.

Die Folge: Du glaubst irgendwann ernsthaft, dass ein Leben ohne Alkohol langweilig, freudlos oder „nicht richtiges Leben“ ist – obwohl das objektiv nicht stimmt.

Die gute Nachricht: Dein Gehirn ist neuroplastisch. Du kannst dem „Algorithmus“ im Kopf wieder beibringen, dass:

  • Nahrung, Bewegung, Berührung
  • tiefe Gespräche, Verbundenheit
  • Kreativität, Erfolgserlebnisse

wieder echte Dopaminquellen werden. Das braucht Übung und Zeit – aber es ist möglich.

„Ein Hirn kann regenerieren. Wir können alte Muster überschreiben und uns Schritt für Schritt in ein Leben führen, das wirklich schön ist.“

Frauen und Alkohol: besondere Risiken, tief sitzende Narrative

Frauen trinken heute immer häufiger – und werden von der Alkoholindustrie gezielt angesprochen. Gleichzeitig reagiert ihr Körper empfindlicher auf Alkohol als der von Männern.

Warum Alkohol Frauenkörper stärker schädigt

Aus biologischer Sicht haben Frauen in der Regel:

  • weniger Körperwasser und
  • einen höheren Fettanteil als Männer.

Konsequenz:

  • Alkohol ist im Körper höher konzentriert.
  • Er wird langsamer abgebaut.
  • Die toxische Wirkung entfaltet sich stärker.

Fachleute sprechen vom Teleskopeffekt: Alkohol-bedingte Erkrankungen treten bei Frauen oft schneller und heftiger auf, darunter über 200 Krankheitsbilder wie:

  • Angststörungen und Depressionen
  • Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Diabetes
  • mindestens sieben Krebsarten, unter anderem Brustkrebs

Nathalie betont: Schon kleine tägliche Mengen Alkohol erhöhen das Brustkrebsrisiko deutlich – ein Fakt, den viele Frauen schlicht nicht kennen.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat ihre Empfehlungen überarbeitet und sagt inzwischen klar:

  • Kein Tropfen Alkohol ist am gesündesten.
  • Es gibt keinen risikofreien Konsum.
  • „Risikoarmer Konsum“ liegt bei 1–2 Gläsern pro Woche – für beide Geschlechter.

Verglichen damit liegt das, was gesellschaftlich noch als „normal“ gilt, schon im Risiko- oder Hochrisikobereich.

Wie Marketing gezielt Frauen anspricht

Das Bild vom „Glas Wein als Belohnung“ ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Jahrzehnten cleverer Werbung. In ihrem Buch „Frauen und Alkohol“ beschreibt Nathalie, wie:

  • Alkohol mit Freiheit, Selbstbestimmung und Coolness verknüpft wird,
  • Werbung mit „Cool-Girl“-Motiven arbeitet („Ich bestell mir ein großes Bier, ich kann mithalten“),
  • rosa Flaschen, elegante Etiketten und Namen wie „Mami Juice“ Müttern vermitteln: „Kinder sind anstrengend, du brauchst das Glas Wein“.

Alkohol steht damit plötzlich nicht mehr für „ich trinke ein Zellgift“, sondern für:

  • Entspannung nach einem harten Tag,
  • Selbstfürsorge,
  • Freundinnensolidarität,
  • Emanzipation.

Mit fatalen Folgen, weil das eigentliche Bedürfnis dahinter – Entlastung, Ruhe, Verbundenheit – auf Dauer eben nicht erfüllt, sondern überdeckt wird.

Trinken Frauen „anders“ als Männer?

Die Forschung ist hier komplex, aber aus Nathalies Praxis zeigt sich eine Tendenz:

  • Frauen trinken häufiger, um zu funktionieren:
    • um den Alltag zu schaffen,
    • Erwartungsdruck auszuhalten,
    • innere Anspannung zu regulieren.
  • Männer trinken häufiger im Geselligkeits-Kontext, z. B. auf Partys oder beim Sportschauen.

Dazu kommt die Sozialisierung: Mädchen und Frauen lernen früh, dass die Welt „gefährlich“ sein kann – pass auf, geh nicht allein im Dunkeln, lass dein Glas nicht unbeaufsichtigt. Wer ohnehin eine Veranlagung zu Angst hat, erlebt das wie einen Brandbeschleuniger.

Wege aus der Sucht: Hilfe finden, Muster verändern, Freiheit leben

Wenn du beim Lesen merkst, dass dich vieles anspringt, stellt sich unweigerlich die Frage: Und jetzt? Nathalie macht Mut: Es gibt viele Wege raus – wichtig ist, dass du anfängst.

Klarheit schaffen: Habe ich ein „echtes“ Problem?

Noch einmal deutlich: Abhängigkeit ist kein Schalter, der von „aus“ auf „an“ springt. Du bewegst dich auf einer Skala. Entscheidend sind zwei Fragen:

  • Wie oft und wofür trinkst du?
  • Wie sehr dreht sich dein Denken bereits um Alkohol?

Spätestens wenn du:

  • regelmäßig Trinkregeln aufstellst und brichst,
  • alkoholische Situationen gezielt suchst oder brauchst,
  • unter psychischen oder körperlichen Folgen leidest,

ist es an der Zeit, bewusster hinzuschauen und dir zu erlauben, etwas zu verändern – lange bevor eine Diagnose gestellt wird.

Medizinische Grenzen: Wann du nicht alleine aufhören solltest

In manchen Fällen ist der Ausstieg ohne ärztliche Begleitung gefährlich. Such dir unbedingt medizinische Hilfe, wenn du merkst:

  • Du fängst an zu zittern, wenn du nicht trinkst.
  • Du schwitzt, wirst unruhig, fühlst dich körperlich extrem schlecht in den Trinkzeiten.
  • Symptome wie Herzrasen, Schlaflosigkeit, starke Unruhe treten auf, sobald du reduzieren willst.

Das deutet auf eine körperliche Abhängigkeit hin. Hier ist ein ärztlich begleiteter Entzug wichtig, um ernsthafte Komplikationen zu vermeiden.

Hilfeformen: Was dir auf dem Weg in die Nüchternheit helfen kann

Die gute Nachricht: Es gibt nicht nur einen „richtigen“ Weg. Viele Betroffene kombinieren verschiedene Ansätze. Mögliche Bausteine sind:

  • Bücher & Podcasts
    Für einige reicht ein Perspektivwechsel – ein Buch, ein Podcast, ein Satz, der „klick“ macht. Plötzlich fällt der Druck ab: „Ich darf einfach aufhören.“
  • Ambulante Psychotherapie
    Besonders sinnvoll, wenn hinter dem Trinken Themen wie Angststörungen, Depressionen, Traumata oder Bindungsthemen liegen.
  • Stationäre Therapie / Tagesklinik
    Wenn du mehr Struktur, Schutzraum und engmaschige Begleitung brauchst.
  • Online-Programme
    Wie die Programme von Nathalie Stüben, die sich besonders an gut gebildete Frauen mit Kindern richten, die Unterstützung brauchen, aber flexibel im Alltag bleiben wollen.
  • Selbsthilfegruppen
    Für viele sind Gruppen wie AA oder andere selbstorganisierte Gruppen der wichtigste Anker – Austausch mit Menschen, die „es wirklich verstehen“.
  • Komplementäre Wege
    Manche finden über körperorientierte Verfahren, spirituelle Erfahrungen oder Retreats Zugang zu sich selbst. Nicht leitlinienbasiert, aber real vorhandene Wege, die für einzelne funktionieren können.

Wesentlich ist weniger das „Wie“ als die Haltung dahinter:

  • Fang dort an, wo es dich hinzieht.
  • Bleib bereit zu justieren. Wenn etwas nicht reicht, hol dir zusätzliche Hilfe.
  • Verlier dein Ziel nicht aus den Augen: ein nüchternes, freies, stimmiges Leben.

Neuroplastizität: Warum es leichter wird – für Angst und für Sucht

Christina bringt ihre eigene Erfahrung mit einer Angststörung ein: Über Jahre war sie extrem ängstlich, hatte Panikattacken und katastrophisierende Gedanken bei jedem Körpersymptom. Heute sagt sie:

„Natürlich habe ich noch Angst – ich bin ein Mensch. Aber diese übertriebene Angst, die früher alles bestimmt hat, ist weg.“

Genau hier trifft sich die Arbeit mit Angst und mit Sucht:

  • Dein Gehirn ist formbar (Neuroplastizität).
  • Jedes Mal, wenn du anders reagierst als früher – z. B. keine Panik vermeidest, keinen Alkohol trinkst, sondern atmest, dich bewegst, jemandem schreibst – legst du einen neuen Pfad an.
  • Je öfter du ihm folgst, desto stärker wird er – und desto schwächer wird der alte (z. B. zur Flasche greifen, zur Zigarette, zur Schokolade).

Das gilt nicht nur für Alkohol, sondern für alle Formen von Kompensation: Essen, Rauchen, Social Media, Workaholism. Wichtig ist, dass du erkennst:

  • Was brauche ich eigentlich gerade? (Ruhe, Trost, Berührung, Bewegung, Entspannung…)
  • Was gebe ich mir stattdessen automatisch? (Wein, Süßes, Zigaretten, Scrollen)

Je öfter du dir das gibst, was du wirklich brauchst, statt die Emotion nur zu deckeln, desto ruhiger und stabiler wird dein Nervensystem.

Ist man „für immer süchtig“? Nathalies Blick auf Heilung

Der Satz „Einmal süchtig, immer süchtig“ sitzt tief in vielen Köpfen. Nathalie stellt ihn klar in Frage:

  • Ja, die „Autobahn“ im Kopf – also die alten Suchtmuster – sind angelegt.
  • Aber: Wenn du konsequent neue Wege gehst, werden diese so stark, dass die alte Autobahn keine Rolle mehr spielt.
  • Entscheidend ist, ob noch Verlangen da ist. Oder wie Annie Grace es nennt: „Without temptation, there is no addiction.“

Nathalie trinkt heute nicht mehr, nicht aus Angst, sondern aus innerer Klarheit:

  • Sie hat kein Bedürfnis danach.
  • Ihr Leben ist schöner, voller und echter ohne Alkohol.
  • Spätere Rückfallträume oder alte „Echos“ versteht sie als Signal: „Achte gut auf dich.“

So wie viele Ex-Raucher:innen sagen können: „Ich würde im Leben nicht wieder zum Automaten gehen und mir eine Schachtel kaufen.“, so geht es ihr mit Alkohol.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Kindheit & Vorbilder: Wie elterliches „Wein zelebrieren“ unbewusst unser Bild vom „guten Erwachsenenleben“ prägt.
  • Gesellschaftliche Schieflage: Warum es „normal“ ist, eine Droge zu konsumieren – und komisch, sie nicht zu konsumieren.
  • Abnabelung & Identität: Wie Nathalie in der Nüchternheit herausfand, dass sie lieber ein ruhiges, „kuscheliges“ Familienleben als Jetset möchte.
  • Körperwahrnehmung zurückerobern: Yoga, Bewegung und das Gefühl, den eigenen Körper und Geist wieder zu „besitzen“.
  • Inspiration durch Resilienz: Samuel Kochs Geschichte und die Botschaft: „Für mich bist du immer eine Eins“ – unabhängig von Leistung oder Fehlern.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"
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