„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
Existenzangst, das Gefühl, nie genug zu sein, der Druck als Mama, Partnerin, Kollegin oder Unternehmerin ständig funktionieren zu müssen – viele Menschen mit Angst- und Stresssymptomen erleben genau diese Mischung jeden Tag. In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim mit Achtsamkeits-Coach und Podcasterin Sarah Desai darüber, wie Mindfulness konkret dabei helfen kann, Angst und Stress zu regulieren, anstatt ihnen ausgeliefert zu sein.
Im Zentrum stehen drei Themen:
Sarah Desai ist Coach mit Schwerpunkt Achtsamkeit und Spiritualität und Host des erfolgreichen Podcasts „The Mindful Sessions“. Mit ihrer Mindful Masters Academy bildet sie Coaches aus, die klassisches Coaching mit Mindfulness verbinden.
Ihr Weg zur Achtsamkeit begann nicht im Yogastudio, sondern in einer extrem existenziellen Krise: Alleinerziehend mit einem Säugling, ohne Wohnung, ohne Geld, in einer fremden Stadt. Aus dieser Zeit kennt sie Angst in ihrer rohen, existenziellen Form – und genau diese Erfahrung macht ihre Arbeit heute so nahbar für Menschen mit Angst, Stress oder Burnout.
Sarah beschreibt sehr klar: Sie kennt keine diagnostizierte Sozialphobie, aber sie kennt Angst in all ihren Facetten – vor allem Existenzangst. Der Schockmoment vor 21 Jahren, als sie „tatsächlich alles verloren“ hatte, hat sich tief in ihr System eingeprägt.
„Ich kenne Angst, die größer wird. Bei mir war immer Existenzangst.“
Auch heute – als erfolgreiche Unternehmerin ohne reale Geldsorgen – reagiert ihr Körper bei einem banalen Mahnschreiben wie damals in der absoluten Notlage:
Ihre Erkenntnis:
Genau das kennen viele Hörer:innen von „Angst unplugged“: Hinter Panik vor Prüfungen, Meetings, Bahnfahrten oder Auftritten steckt oft etwas Grundsätzliches:
Christina und Sarah sind sich einig: Die meisten Ängste lassen sich auf wenige Urängste zurückführen – Angst vor dem Tod, vor dem sozialen Ausschluss, davor, nicht gut genug zu sein.
Um mit diesen Urängsten klarzukommen, entwickeln wir früh Muster, die irgendwann selbst zum Problem werden:
Sarah beschreibt diese Muster als Überlebensstrategien, die uns irgendwann in ein inneres Gefängnis sperren. Ihr Coaching und ihre Ausbildung setzen genau hier an:
Ein wichtiger Perspektivwechsel, den sie ihren Klient:innen mitgibt:
Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um das Thema Mutterrolle, Schuldgefühle und Überforderung. Christina und Sarah sprechen sehr offen über den massiven Druck, den viele Mütter spüren.
Viele Hörerinnen werden sich in Sätzen wie diesen wiederfinden:
Sarah war lange alleinerziehend, hat gearbeitet und studiert. 24/7 für ihr Kind da zu sein, war schlicht unmöglich. Das hat Schuldgefühle ausgelöst. Ihr Wendepunkt:
„Ich habe versucht, in der Zeit, in der ich mit ihm war, wirklich präsent mit ihm zu sein.“
Aus ihrer eigenen Erfahrung als Mutter leitet Sarah eine zentrale Erkenntnis ab:
Sie erzählt eine kleine, sehr anschauliche Geschichte:
Warum? Weil am Frühstückstisch nicht mehr „Schnell, schnell, ich kann dir jetzt nicht zuhören“ dominierte, sondern echte Begegnung.
Christina beschreibt sehr ehrlich, wie schwer es im Alltag fällt, wirklich im Moment zu sein:
Sie erlebt ihren Mann als deutlich gelassener: Entweder er ist beim Kind oder er ist es nicht – ohne Dauer-Schuldgefühl.
Für viele Hörerinnen kann dieser Punkt entlastend sein:
„Es ist nicht schlimm, wenn du nicht 24 Stunden am Tag für die Kinder hast. Aber die Zeit, die du hast – wenn du da voll präsent bist, macht das einen riesigen Unterschied.“
Ein schönes Beispiel: Christinas Sohn zeigt ihr ganz direkt, wie sehr er spürt, ob sie wirklich da ist.
Für beide Mütter ist klar: Präsenz ist der Kern von Achtsamkeit – und sie ist oft viel wirksamer als jede perfekte To-do-Listen-Organisation.
Im Gespräch teilt Sarah drei konkrete Strategien, die sie selbst nutzt – bei Existenzangst, Lampenfieber vor großen Speakings oder innerem Stress.
Wenn sie kurz vor einem großen Auftritt hinter der Bühne steht, erlebt sie klassische Angstsymptome: Schweiß, Herzrasen, „Wer bin ich, dass ich hier stehen darf?“ Und gleichzeitig weiß sie:
„Das Gefühl ist real. Das Warum ist gerade eine Lüge.“
Dieses Bewusstsein hilft ihr, der Angst einen Teil ihrer Macht zu nehmen:
Gerade in akuten Angstmomenten ist es für sie viel schwerer, nur über den Verstand zu regulieren. Ihr Ansatz:
Konkret macht sie:
Wichtig ist ihr: Der Körper sendet dann neue Signale ans Gehirn:
Sie erwartet dabei nicht, plötzlich Lust auf den Auftritt zu bekommen. Realistischere Selbstberuhigung klingt bei ihr eher so:
Neben den SOS-Tools in akuten Situationen setzt Sarah stark auf regelmäßige, kleine Momente der Innenschau, wenn es gerade nicht eskaliert:
Sie fragt sich dann ganz einfach:
Ihr Ansatz dabei:
Christina kennt diesen Weg gut: Auch sie hat gelernt, Angstwellen eher zu beobachten und zu durchfühlen, statt sofort in Panik oder Vermeidung zu springen.
Ein gemeinsamer, sehr wichtiger Punkt: Angst wird durch Vermeidung stärker.
Beispiele, die sie nennen:
Das Problem: Die Angst bleibt, bis du das Gegenteil erlebst – also bis du in der Situation warst und erlebt hast: Die Angst geht wieder weg.
Christina beschreibt das so:
Diese Erlebnisse nähren das Selbstvertrauen – und nehmen der Angst langfristig den Schrecken.
Viele Hörer:innen von „Angst unplugged“ kämpfen mit einer extremen inneren Unruhe: hinsetzen, Augen zu, „einfach meditieren“ fühlt sich oft unmöglich an. Christina kennt das selbst sehr gut aus ihrer Burnout-Phase.
Sarah empfiehlt daher niedrigschwellige Einstiege, die du sofort im Alltag nutzen kannst – ohne Meditationskissen und ohne stundenlange Praxis.
Als ersten Schritt empfiehlt sie:
Du musst nichts „richtig“ machen. Es reicht:
Wenn du zur Bahn gehst, zur Arbeit läufst oder einfach nur kurz rausgehst, kannst du daraus eine Mini-Achtsamkeitsübung machen:
Wichtig: Beobachten statt bewerten. Es geht nicht darum, ob der Tag „schön“ oder „blöd“ ist, sondern nur darum, wieder bei dir anzukommen.
Eine klassische Übung aus dem Buddhismus, die Sarah sehr empfiehlt:
Allein dadurch nimmst du dein Erleben bewusster wahr und kommst mit dir in Kontakt.
Für den Alltag schlägt Sarah etwas sehr Konkretes vor:
Stell dir vor, du drückst eine Türklinke herunter – und öffnest bewusst die Tür zu dir selbst.
Weil wir Menschen stark in Bildern denken und Angst selbst oft aus Horrorszenarien besteht, können bewusst gewählte innere Bilder sehr helfen:
Wenn du dich auf diese Bilder einlässt, holst du dir das dazugehörige Gefühl zurück – eine sehr direkte Form von emotionaler Regulation.
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