„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
Angst gehört zu jedem Leben. Doch wie sehr sie deinen Alltag bestimmt, liegt zu einem großen Teil in deiner Hand. In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina Hillesheim mit Spiegel-Bestsellerautor Lars Amend darüber, wie du deine Angst entzauberst, Chancen trotz Unsicherheit ergreifst und warum echtes Glück nicht durch Vermeidung entsteht.
Die Folge richtet sich an dich, wenn du mit Angst, Stress oder Panik kämpfst, dich oft von Sorgen bremsen lässt und dir praktische, alltagstaugliche Impulse wünschst – verständlich, ehrlich und ohne Schönreden.
Lars Amend ist Autor, Podcaster und Mentor. In den letzten 15 Jahren hat er 13 Bücher für Erwachsene und mehrere Kinderbücher veröffentlicht, davon zwölf Spiegel-Bestseller, einige sogar auf Platz 1. Zwei seiner Bücher wurden verfilmt. Mit seinem Podcast, seinem „Magic Monday“-Newsletter und seinen Büchern möchte er Menschen Mut machen, ihr eigenes Leben liebevoller, bewusster und freier zu gestalten.
In diesem Gespräch teilt Lars offen seine eigenen Erfahrungen mit Angststörungen, Lampenfieber und Versagensängsten – und zeigt, wie er es geschafft hat, trotzdem immer wieder zu springen: auf Bühnen, in neue Projekte und in eiskaltes Wasser.
Viele Menschen glauben, sie hätten Angst vor der Zukunft. Doch wie Lars sagt:
„Viele Menschen denken, sie haben Angst vor der Zukunft, aber in Wahrheit haben sie Angst davor, dass sich die Vergangenheit wiederholt.“
Anstatt diese Angst wegzudrücken, hilft es, sie ans Licht zu holen.
Lars beschreibt, wie er vor seiner ersten großen Live-Tour mit rund 600 Menschen im Saal massive Angst hatte. Er hatte das Programm nicht einmal komplett durchgeprobt, Videos und Musik liefen zum ersten Mal „in echt“.
Sein Weg damit umzugehen:
Seine Worte an die Menschen im Saal:
„Leute, ich habe das noch nie gemacht gerade. Wenn es mal holpert und nicht so rund läuft, helft mir einfach.“
Allein dadurch passierte etwas Entscheidendes:
Dasselbe Prinzip kannst du in deinem Alltag nutzen – zum Beispiel bei Flugangst, beim Arzttermin oder einem wichtigen Gespräch.
Christinas Tipp dazu:
Wirkung:
Statt die Angst wegzuschieben, lädt Lars sie bildlich gesprochen an den Tisch ein. Eine seiner kraftvollsten Übungen:
Frag deine Angst:
Mit der Zeit merkst du:
Wichtige Erkenntnis von Christina dazu:
Oft ist da nur eine endlose Kette von „Was wäre, wenn …?“ – aber keine Fakten.
Ein weiterer zentraler Gedanke von Lars:
„Wir erzählen uns alle eine Geschichte unseres Lebens, aber es ist nur eine Geschichte. Es ist nicht die Wahrheit.“
Das bedeutet:
Oder wie Christina es ausdrückt:
„Deine Zukunft ist keine automatische Verlängerung deiner Vergangenheit.“
Du kannst jeden Tag entscheiden, ein neues Kapitel zu schreiben – mit neuen Erfahrungen, neuen Entscheidungen und neuen Bildern von dir selbst.
Angst verschwindet nicht, indem du Situationen meidest. Im Gegenteil: Vermeidung hält sie lebendig und macht sie oft stärker.
Lars bringt es auf den Punkt:
„Glück entsteht nicht durch das Vermeiden von Unglück. Und die Angst verschwindet nicht, wenn du Dinge nicht machst.“
Ein typisches Muster bei Angststörungen ist Vermeidungsverhalten:
Das Problem:
So bleibt die Angst stark und glaubwürdig.
Das Gegenmittel ist nicht „brutaler Zwang“, sondern bewusste Konfrontation in kleinen oder größeren Schritten:
Lars beschreibt seine innere Haltung so:
„Ich lasse mir mein Leben von meiner Angst nicht kaputt machen. Ich lasse mir keine Chancen wegnehmen von meiner Angst.“
Statt alles minutiös zu planen, geht er zunehmend den Weg der Radikalkur:
Das ist kein Rezept für jeden Auftritt, aber ein starkes Bild:
Mut heißt nicht, keine Angst zu haben. Mut heißt, trotz Angst zu springen.
Oder wie Lars es formuliert:
„Wie kannst du etwas Neues in dein Leben holen? Indem du es einfach machst, indem du sagst: Scheiß drauf, ich springe jetzt in dieses verdammte kalte Wasser rein und fertig.“
Christina bringt ein alltagsnahes Beispiel: Du siehst in der Bahn jemanden, der dich total anspricht. Du würdest ihn oder sie gerne ansprechen – aber deine Angst erzählt dir Horrorgeschichten:
Wenn du gar nichts tust, ist das Ergebnis klar: Es bleibt beim Nein.
Du gehst nach Hause und quälst dich mit Gedanken wie:
Lars legt den Fokus anders:
Entscheidend ist:
Du gehst nach Hause und fühlst dich wie eine Königin oder ein König, weil du etwas getan hast, wovor du Angst hattest.
Das ist für Lars die größte Form von Selbstliebe:
Lars’ Weg als Autor zeigt eindrücklich, wie wichtig diese Perspektive ist:
Seine Interpretation von „Nein“:
Absagen sind für ihn Prüfsteine:
Ein ermutigender Gedanke von ihm:
„In den Charts stehen nie nur die Besten. Es stehen die da, die einfach nicht aufgehört haben.“
Lars und Christina sprechen nicht nur über Haltung, sondern auch über sehr konkrete Situationen: Panikattacken, Autofahren, Auftritte, Kinderkrankheiten.
Lars hatte selbst eine Phase mit starken Angststörungen, in der er sicher war, einen Herzinfarkt zu bekommen:
Was ihm geholfen hat:
Christina kennt dieses Herzinfarkt-Gefühl aus eigener Geschichte sehr gut und empfiehlt exakt das Gleiche: auf den Boden legen, um wieder im Körper anzukommen.
Weitere langfristige Stützen für Lars:
Wichtig: Kälte-Experimente bitte nicht unvorbereitet alleine starten, sondern – wenn möglich – in begleiteten Kursen oder unter fachkundiger Anleitung.
Für Momente wie:
empfiehlt Lars vor allem eins: den Gedankenstrudel sofort unterbrechen.
Zum Beispiel:
Das Ziel ist nicht Ablenkung für immer, sondern eine kurze Unterbrechung, damit du nicht vollständig in der Gedankenspirale untergehst und dann trotzdem handeln kannst.
Angst nimmt eine neue Qualität an, wenn du Vater oder Mutter wirst. Lars, Papa einer dreieinhalbjährigen Tochter, beschreibt mehrere Ebenen:
In der Intensiv-Situation hat er gelernt:
Später, bei den „klassischen“ Elternmomenten – 40 Grad Fieber am Wochenende, Stürze, Infekte – wurde mit jeder Erfahrung ein Stück Angst abgebaut:
Ein besonders einschneidender Moment war, als seine Tochter kurz „verschwunden“ war und seine Partnerin sie nicht mehr sah. Innerhalb von Sekunden baute sich innerlich das Bild einer Kindesentführung auf. Die Kleine spielte nur um die Ecke – doch die Angstspur im Nervensystem war gelegt.
Ihre bewusste Reaktion darauf:
So konnten sie vermeiden, dass daraus z. B. die Überzeugung wird: „Ich darf mein Kind nie wieder loslassen, sonst passiert etwas Schlimmes.“
Ein schönes Bild zum Schluss dieses Themenblocks:
„Wenn du beim Skifahren oder Fahrradfahren stürzt, setz dich möglichst schnell wieder drauf.“ So speichert dein System: Es war schlimm, aber ich kann weiterfahren.
Ein Herzensprojekt von Lars ist seine Kinderbuchreihe rund um die Ratte Quiek, die er zusammen mit seiner Partnerin Anahita, einer Grundschullehrerin und Pädagogin, entwickelt hat. Die Bücher verbinden kindgerechte Geschichten mit tiefen Themen wie Selbstwert, Mut und Angst.
Viele Verlage wollten lieber „beliebte Tiere“ wie Löwen, Pandas oder Lamas. Ratten schneiden in Umfragen bei Kindern nicht gut ab. Aber genau deshalb blieb Lars bei der Idee:
Die Botschaft der Bücher: Du bist richtig, auch wenn du anders bist.
Im ersten Bilderbuch „Weil ich anders bin“ entdeckt Quiek ihre Herzensstimme. Diese innere Stimme sagt ihr:
„Ich bin richtig und ich bin wichtig, genauso wie ich bin – auch wenn ich anders bin.“
Quiek ist keine typische „Müllratte“, sie mag Blumenwiesen mehr als Mülltonnen. Sie passt nicht zu dem, was „alle anderen Ratten“ tun. Und genau das ist in Ordnung.
Ein schöner Kniff der Autor:innen:
Im dazugehörigen Wimmelbuch <strong„Weil ich wichtig bin“ sind Lars’ Lieblings-Glaubenssätze für Kinder eingebettet. Sie richten sich an die Kleinen – und ganz nebenbei auch an die Großen:
Für Christina, die selbst jeden Abend mit ihren Kindern liest, sind solche Bücher auch für Eltern ein Schatz: Zwischen den Zeilen steckt oft tiefe Weisheit für Erwachsene.
Im zweiten Bilderbuch „Weil ich mutig bin“ geht es direkt um das Thema Angst und Mut:
Am Ende folgt Quiek wieder der Stimme ihres Herzens, geht auf die Bühne und singt. Nicht, weil sie keine Angst mehr hat – sondern weil sie trotz Angst handelt.
Darin steckt dieselbe Botschaft, die sich durch die ganze Podcastfolge zieht:
Robbie Williams ist für Lars ein gutes Beispiel dafür: Er ist streng genommen nicht der „perfekteste“ Sänger, hatte Drogen- und Alkoholprobleme und viele Selbstzweifel – aber er liegt mit Herz auf der Bühne, ist ehrlich und nahbar. Genau das macht ihn so erfolgreich und liebenswert.
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