Stress und Angst loslassen aus ayurvedischer Sicht

Interview mit Ayurveda Expertin Anne

05.12.2022

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Ayurveda bei Angst, Stress & Burnout: Wie du mit kleinen Ritualen wieder zu dir findest

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina mit Anne Jansson darüber, wie Ayurveda bei Angst, Stress und Burnout unterstützen kann – und warum schon kleine, warme Rituale im Alltag einen riesigen Unterschied machen.

Die Zielgruppe sind vor allem Menschen, die unter Ängsten, innerer Unruhe oder Burnout-Symptomen leiden und sich nach ganzheitlichen, alltagstauglichen Ansätzen sehnen. Die Sprache bleibt persönlich, direkt und leicht verständlich – ohne esoterische Überhöhung.

Unser Gast: Anne Jansson

Anne Jansson ist Ayurveda-Expertin, Business-Strategin und arbeitet heute vor allem mit Ayurveda- und Health-Coaches. Ursprünglich hat sie Wirtschaftsmathematik studiert und eine auf dem Papier beeindruckende Konzernkarriere gestartet – äußerlich erfolgreich, innerlich maximal unerfüllt.

Nach einem schweren Burnout und einem Autounfall hat sie ihr Leben konsequent verändert, Ayurveda studiert und sich nebenberuflich selbstständig gemacht. Ihre Erfahrungen aus Konzernwelt, Burnout und Ayurveda verbindet sie heute zu einem sehr bodenständigen, lebensnahen Blick auf Gesundheit.

Vom Konzern-Burnout zur ayurvedischen Selbstfürsorge

Anne beschreibt sehr offen, wie sich ihr Burnout angefühlt und angekündigt hat – lange bevor es eine Diagnose gab.

Frühe Warnsignale: Wenn das Leben leise „Stopp“ sagt

Eines der ersten Zeichen kam von außen:

„Anne, du singst nicht mehr.“

Ihre Mutter sprach damit etwas aus, das Anne selbst noch verdrängt hatte: Die Lebensfreude war weg. Dazu kamen schleichend weitere Anzeichen:

  • Keine Vorfreude mehr am Morgen – Aufwachen mit Schwere in Brust und Bauch statt mit Energie.
  • „Programm abspulen“ – starker Leistungsmodus, viel Disziplin, aber keine Freude mehr.
  • Unbeabsichtigter Gewichtsverlust – bei emotionalem Stress nimmt Anne deutlich ab, ohne ihr Verhalten bewusst zu ändern.
  • Kommentare aus dem Umfeld – Kolleg:innen und Freunde bemerkten die Veränderungen, rieten ihr, „mal was zu ändern“.

Der „Knall“ kam schließlich in Form eines schweren Autounfalls. Körperlich kam sie mit Gehirnerschütterung und Platzwunde vergleichsweise glimpflich davon, doch das medizinische Team machte ihr klar, dass ihr Gesamtzustand bereits deutlich angeschlagen war.

Der Unfall wurde zu einer Art Erlaubnis, innerlich endlich zusammenzubrechen:

  • Sie durfte im Krankenhausbett weinen und loslassen.
  • Sie war zunächst krankgeschrieben und hatte erstmals Raum zum Innehalten.

Die zwei Wendepunkte nach dem Crash

Zwei Entscheidungen und Entwicklungen waren für Anne entscheidend, um aus der Krise herauszufinden:

  • Ayurveda als Unterstützung: Sie nutzte ayurvedische Methoden, um ihren Körper und ihr Nervensystem zu stabilisieren.
  • Entscheidung zur Selbstständigkeit: Kurz nach dem Unfall beschloss sie, sich nebenberuflich selbstständig zu machen. Den Konzernjob behielt sie zunächst aus Sicherheitsbedürfnis, doch das eigene Business gab ihr:
  • neue Perspektive,
  • neue Kraft und
  • das Gefühl, ihr Leben aktiv gestalten zu können.

Für viele Hörer:innen mit Angst oder Burnout-Erfahrungen ist das ein wichtiger Impuls: Schon die Entscheidung, einen eigenen Weg aufzubauen – auch nebenberuflich – kann enorm entlastend wirken.

Ayurveda verstehen: Doshas, Elemente und der „Angst-Typ“ Vata

Ayurveda ist viel mehr als „Drei Typen und Ernährungstabellen“. Anne beschreibt es als:

„Ein geniales, sehr einfaches Modell für unsere Welt.“

Was Ayurveda eigentlich ist

  • Ursprung: Jahrtausende altes Wissen aus der gleichen vedischen Tradition wie Yoga.
  • Bedeutung: Ayurveda heißt „Wissenschaft des Lebens“.
  • Grundlagen: Die Welt wird mit 5 Elementen und 3 Doshas beschrieben – den Bioenergien Vata, Pitta und Kapha.

Alles – körperliche Prozesse, Emotionen, Zustände in Gesellschaft und Umwelt – lässt sich als Kombination dieser Doshas verstehen. Ayurveda spricht weniger von „krank“ oder „gesund“, sondern von verschiedenen Zuständen, die sich beeinflussen und verändern lassen.

Geburtskonstitution vs. aktueller Zustand

Jeder Mensch hat eine individuelle Konstitution bei der Geburt, eine Art energetischen Blueprint, vergleichbar mit einem genetischen Code. Bei Anne sieht diese zum Beispiel ungefähr so aus:

  • ca. 60 % Pitta
  • ca. 30 % Vata
  • ca. 10 % Kapha

Das ist der Zustand, in dem es uns langfristig am besten geht. Doch äußere Faktoren wie:

  • Wetter
  • Ernährung
  • Medienkonsum
  • Stress, Arbeitsstil, Beziehungen

verschieben die Doshas ständig leicht. Solange diese Schwankungen klein bleiben, können wir sie gut ausbalancieren. Kritisch wird es, wenn ungünstige Einflüsse dauerhaft wiederkehren – dann verschieben sich die Doshas stabil und das ist aus ayurvedischer Sicht der Anfang jeder Krankheit, körperlich wie psychisch.

Wichtige Unterscheidung laut Anne:

  • Die Geburtskonstitution ist spannend für Selbsterkenntnis.
  • Für konkrete Beschwerden ist aber entscheidend, welches Dosha aktuell im Überschuss ist.

Vata – das „Angst-Dosha“

Bei Angst, innerer Unruhe und Stress steht im Ayurveda meist ein Dosha im Fokus: Vata.

  • Bedeutung: Vata heißt „Wind“ – es ist die Energie der Bewegung.
  • Positiv: Kreativität, Flexibilität, Lebendigkeit.
  • Im Überschuss: Nervosität, Hektik, Panik, Schlafprobleme, Angst.

Wir leben in einer Vata-dominierten Welt:

  • ständige Veränderungen
  • Schnelllebigkeit
  • Dauerbeschallung durch Medien
  • viel Bildschirm-Bewegung, viele Reize

Ein Vataüberschuss zeigt sich nicht nur mental, sondern oft auch körperlich, zum Beispiel durch:

  • trockene, schnell alternde Haut
  • trockene Haare
  • brüchige Nägel
  • Verdauungsunregelmäßigkeiten

Ayurveda ermöglicht es, solche Frühzeichen ernst zu nehmen: „Wenn ich merke, ich kriege trockene Haut, ist höchste Zeit, meinen Lifestyle zu ändern.“

Konkrete Ayurveda-Tools bei Angst, Stress & innerer Unruhe

Viele Hörer:innen wünschen sich nicht nur Erklärmodelle, sondern praktische erste Schritte. Anne gibt greifbare Empfehlungen, die du sofort ausprobieren kannst – ohne dein ganzes Leben umzukrempeln.

1. Rhythmen & Routinen: Der wichtigste Anker bei Vataüberschuss

Bei einem Vataüberschuss ist eines zentral:

„Rhythmen und Rituale sind das beste Heilmittel.“

Das bedeutet für deinen Alltag:

  • Regelmäßige Aufstehzeit – möglichst jeden Tag ähnlich.
  • Regelmäßige Mahlzeiten – nicht ständig Snack-Hopping, sondern feste Essenszeiten.
  • Geplante Ruhepausen – bewusst Zeiten ohne Input und ohne Multitasking einbauen.
  • Konstante Schlafenszeit – möglichst zur gleichen Uhrzeit ins Bett gehen.

Diese Routinen geben:

  • Halt
  • Erdung
  • Sicherheit

Christina bringt hier den Vergleich mit Kindern: Schon bei ihrem dreijährigen Sohn zeigt sich, wie sehr Rhythmus und Vorhersehbarkeit emotionale Stabilität unterstützen. Ayurveda sieht Erwachsene da nicht viel anders.

2. Eine Morgenroutine, die dich wirklich stärkt

Wenn dein Leben ohnehin sehr bewegt ist – etwa durch Job, Familie oder ständige Termine – empfiehlt Anne, dir zumindest den Morgen als festen Anker zu nehmen.

Elemente einer ayurvedisch inspirierten Morgenroutine können sein:

  • Schreiben (z. B. Journaling)
  • sanftes Yoga oder Bewegung
  • Sport, wenn es dir guttut
  • stilles Sitzen oder Atemübungen
  • und als Basis: ein Glas warmes Wasser

3. Warmes Wasser am Morgen: Kleiner Schritt, großer Effekt

Einer der einfachsten und wirkungsvollsten Tipps:

Starte deinen Tag mit einem Glas warmem Wasser.

Warum?

  • Reinigung: Warmes Wasser hilft dem Körper, sich zu reinigen.
  • Leichtigkeit im Kopf: Es unterstützt auch das „Reinigen“ von belastenden Gedanken und Gefühlen.
  • Verdauung: Morgens ist das Verdauungsfeuer noch schwächer, Wärme entlastet den Organismus.

Praktische Umsetzung:

  • Wasserkocher anstellen, während du ins Bad gehst.
  • Etwa ein Drittel heißes Wasser ins Glas.
  • Mit kaltem Wasser auffüllen, bis es angenehm warm ist.

Die genaue Temperatur ist typabhängig, aber für die meisten reicht „angenehm warm“. Wichtig ist: kein eiskaltes Wasser am Morgen.

4. Warm essen – vor allem morgens und abends

Ein Leitsatz aus dem Gespräch:

„Es ist viel wichtiger, wie du isst, als was du isst.“

Trotzdem gibt es einige generelle Richtlinien, besonders bei Vataüberschuss oder Stress:

  • Morgens und abends warm essen – der Körper ist dann sensibler, Kälte belastet ihn.
  • Mittags darf die Mahlzeit am kräftigsten sein – hier ist das Verdauungsfeuer am stärksten.
  • Kalte, rohe Speisen am frühen Morgen meiden – z. B. eiskalte Smoothies oder Rohkost-Frühstück.

Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt ist das „Wie“ beim Essen:

  • In Ruhe essen, ohne Hektik.
  • Möglichst ohne Arbeit, Streit oder Bildschirm am Tisch.
  • Mit Liebe kochen und essen – die Atmosphäre ist Teil der „Nahrung“.

Anne ist klar: Du kannst das vermeintlich gesündeste Essen zu dir nehmen – wenn es unter Stress und im Gehetze passiert, ist es für den Körper schwerer zu verarbeiten als eine einfache Mahlzeit, die du in Ruhe genießt.

5. Fette & Öle: Nährende „Schutzhülle“ statt Angst vor Kalorien

Gerade bei Stress und Vataüberschuss rät Anne dazu, nicht fettarm, sondern fettreich genug zu essen:

  • Mehr gute Fette im Vergleich zu Eiweiß und Kohlenhydraten.
  • Ölige und leicht flüssige Speisen wirken nährend, wärmend und stabilisierend.

Im Sanskrit wird das Wort für Öl/Fett ähnlich verwendet wie das Wort für „Liebe“. Öle sind daher nicht nur Nährstoffe, sondern energetisch wie eine liebevolle Zuwendung an den Körper:

  • geben Schutz
  • spenden Halt
  • erden und wärmen

Das zeigt sich auch in traditionellen Ölmassagen, die im Ayurveda als tiefe Form der Selbstfürsorge gelten.

6. Konkrete Essensideen bei Vataüberschuss

Damit es nicht theoretisch bleibt, teilt Anne praktische Beispiele.

Warmes Frühstück: Porridge in süß oder herzhaft

Ein Klassiker für mehr Erdung am Morgen ist ein warmes Porridge. So kann es aussehen:

  • Ein Löffel Kokosöl oder anderes Fett in einem Topf erwärmen.
  • Gewürze kurz im Fett anrösten (z. B. Zimt, Vanille, ggf. Nelken – was dir schmeckt).
  • Haferflocken oder anderes Getreide dazugeben.
  • Mit Wasser aufgießen und kurz köcheln lassen.
  • Optional: Obst und/oder pflanzliche Milch ergänzen.

Wer kein Gluten verträgt, kann z. B. auf Reis, Hirse oder Buchweizen ausweichen. Anne isst etwa oft:

  • warmgemachten Reis vom Vortag mit Mandelmilch
  • dazu Apfel und Kürbispüree

Porridge muss nicht süß sein. Es funktioniert auch herzhaft:

  • mit geriebener Karotte oder Zucchini
  • und herzhaften Gewürzen

Weitere wärmende Optionen:

  • warmes Bananenbrot
  • Suppen oder Eintöpfe zum Abendessen

Beispieltagesplan aus Annes Küche

Als Inspiration teilt Anne einen echten Tag aus ihrer Ernährung:

  • Frühstück: Warmes Reis-Porridge mit Mandelmilch, Apfel und Kürbispüree.
  • Mittagessen: Zucchinisuppe und buntes Ofengemüse.
  • Dessert: Kokosjoghurt mit Kokosraspeln, Kakaonibs, Mandelmus und Holunderkompott.
  • Abendessen: Ähnlich wie das Mittagessen – Anne kocht gerne so, dass eine Mahlzeit am nächsten Tag wiederverwendet werden kann.

7. Gewürze als sanfte Medizin

Ein besonders einfacher Hebel sind Kräuter und Gewürze. Anne empfiehlt:

  • Zimt
  • Kurkuma
  • etwas Ingwer
  • Koriander
  • Fenchel

Ihr Tipp: Geh in einen indischen oder türkischen Laden, lass dich von den Gewürzen inspirieren und probiere aus. Schon ein kleines Plus an Gewürzen im Essen kann:

  • die Verdauung unterstützen,
  • den Stoffwechsel anregen
  • und das Essen wärmer, runder und bekömmlicher machen.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie Persönlichkeitsentwicklung und Ayurveda sich bei Anne gegenseitig ergänzt haben.
  • Warum sie kein Fan von rein kognitiver Therapie und endlosem „Zerpflücken“ von Erinnerungen ist.
  • Wie sich ein liebevoller Partner als sicherer Hafen auf Veränderungsprozesse auswirken kann.
  • Warum Selbstständigkeit für sie ein Schlüssel aus der Burnout-Spirale war.
  • Welche Rolle Vorbilder wie Marie Forleo in ihren dunkelsten Phasen gespielt haben.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Anti-Stress & Nervensystem". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Anti-Stress & Nervensystem"
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