Warum du nie wirklich entspannen kannst

6 Gründe & was deinem Nervensystem wirklich hilft

26.05.2026
Christina Hillesheim spricht in dieser Folge über 6 Gründe, warum du nie wirklich entspannen kannst und gibt Tipps, um dein Nervensystem zu regulieren.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

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Inhalt

Warum Du Dich nie wirklich entspannen kannst – und was Deinem Nervensystem hilft

Du willst endlich runterfahren, aber Dein Kopf bleibt laut und Dein Körper kommt nicht zur Ruhe? In dieser Folge von „Angst unplugged“ erklärt Host Christina Hillesheim, warum Entspannung sich manchmal „unmöglich“ anfühlt und was Du konkret tun kannst, um Dein Nervensystem wieder sicherer in Richtung Ruhe zu begleiten.

Die Folge richtet sich besonders an Menschen, die viel leisten, oft „funktionieren“ und merken: Selbst im Feierabend, Urlaub oder im Bett bleibt innerlich alles auf Alarm.

1) Wenn Anspannung Dein neues Normal geworden ist

Ein zentraler Grund: Dein Nervensystem kennt Dauerstress so lange, dass Ruhe sich nicht mehr vertraut anfühlt, sondern eher seltsam oder sogar bedrohlich. Oft wird das erst sichtbar, wenn der Druck abfällt, zum Beispiel im Urlaub oder nach einer Prüfung.

Typisch ist auch der „Urlaubs-Klassiker“: Sobald Du endlich runterfährst, wirst Du krank. Nicht, weil Erholung schlecht ist, sondern weil Dein Körper erst dann merkt, wie viel er die ganze Zeit getragen hat.

  • Stress wird zur Gewohnheit: Du merkst die Anspannung im Alltag kaum noch.
  • Ruhe triggert: Entspannung fühlt sich ungewohnt an, weil Dein System Wachsamkeit erwartet.
  • Der Körper holt nach: Wenn der „Modus Funktionieren“ endet, zeigt sich die Erschöpfung.

2) Wenn Ruhe früher nicht sicher war

Entspannung hat auch eine Geschichte. Christina Hillesheim beschreibt, dass manche Menschen früh gelernt haben: Ruhe ist gefährlich oder „nicht erlaubt“. Zum Beispiel, wenn zu Hause viel Stress, emotionale Unsicherheit oder hoher Leistungsdruck herrschte.

Dann entsteht ein inneres Programm: Ich muss aufpassen, ich muss leisten, ich darf nicht „faul“ sein. Das kann sich bis heute zeigen, etwa im Job oder in Beziehungen, wenn Pausen sofort mit schlechtem Gewissen verknüpft sind.

  • Innere Alarmbereitschaft: „Ich muss auf der Hut sein.“
  • Leistung als Schutz: „Wenn ich funktioniere, passiert nichts.“
  • Schuldgefühl bei Ruhe: Entspannen fühlt sich „falsch“ an, obwohl es nötig wäre.

3) Warum Scrollen keine echte Erholung ist

Ein häufiger Denkfehler: Wir verwechseln Ablenkung mit Ruhe. Auf dem Sofa liegen und Social Media scrollen ist zwar „Pause“, aber keine Entspannung fürs Nervensystem, weil Dein Gehirn weiterhin Reize verarbeitet.

Christina bringt es klar auf den Punkt: „Das sind halt immer noch Reize. Das Gehirn bekommt dauerhaft Reize.“ Selbst ein spannender Film kann das System eher aktivieren als beruhigen, je nachdem, was Du konsumierst.

  • Reiz statt Regeneration: Handy, Pushs, Videos halten Dich „online“.
  • Trügerisches Gefühl von Pause: Körper liegt, Nervensystem bleibt wach.
  • Reizfreie Momente fehlen: Genau die sind oft der Schlüssel.

4) Von ständiger Erreichbarkeit zu echten Übergängen in die Ruhe

Zwei Punkte hängen eng zusammen: ständige Erreichbarkeit und der fehlende Übergang von „An“ zu „Aus“. Wenn jederzeit jemand schreiben, anrufen oder etwas wollen könnte, bleibt Dein System in Bereitschaft. Und abends erwartest Du dann, wie per Schalter umzulegen: Jetzt entspannen, jetzt schlafen. Das funktioniert selten.

Hilfreich ist, bewusst Übergänge zu schaffen: kleine Rituale, die Deinem Nervensystem signalisieren, dass es sicher ist, runterzufahren. Nicht mit Druck („Ich muss jetzt entspannen!“), sondern mit einem sanften Runterregeln.

  • Erreichbarkeit reduzieren: Flugmodus, Push-Nachrichten aus, Handy bewusst weglegen.
  • Ein Ding nach dem anderen: weniger Multitasking, weniger parallele Reize.
  • Rituale statt Schalter: nach der Arbeit erst ankommen, umziehen, hinsetzen, nichts „müssen“.
  • Ruhe ist nicht zu verdienen: sie ist lebensnotwendig, nicht die Belohnung am Ende der To-do-Liste.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Langeweile ein unterschätzter Schlüssel für Kreativität und innere Ruhe ist
  • Wie „sofort eine Lösung“ (z.B. durch ständige Verfügbarkeit von Infos) unsere Geduld und Selbstregulation beeinflusst
  • Warum es helfen kann, nicht jedes ungute Gefühl sofort „wegmachen“ zu wollen („sit with it“)
  • Das Bild vom Ball unter Wasser: Was passiert, wenn Gefühle dauerhaft verdrängt werden
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Anti-Stress & Nervensystem". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Anti-Stress & Nervensystem"

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