„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Host Christina Hillesheim mit Schauspieler, Künstler und Mentaltrainer Manuel Cortez über seine jahrzehntelange Geschichte mit Angst, Panikattacken, Burnout und eine lebensbedrohliche Corona-Erkrankung. Entstanden ist ein tiefes, ehrliches Gespräch darüber, wie wir lernen können, mit Angst zu leben, ohne von ihr gelebt zu werden.
Die Folge richtet sich an dich, wenn du unter Angst, Panik, Depression oder Erschöpfung leidest – oder jemanden liebst, dem es so geht – und wissen willst, ob und wie es wirklich besser werden kann.
Manuel Cortez ist vielen als Schauspieler aus Formaten wie „Verliebt in Berlin“ oder „Let’s Dance“ bekannt. Hinter der öffentlichen Fassade steckt jedoch eine sehr persönliche Geschichte: Manuel litt über Jahrzehnte unter Angststörungen, Panikattacken und schließlich einem Burnout. Parallel dazu arbeitete er als Schauspieler, Kreativkopf hinter TV-Formaten, Hypnose-Coach und Mentaltrainer.
Heute begleitet er Menschen durch ihre eigenen Krisen, teilt seine Erfahrungen in Büchern wie „Angst im Gepäck“, in Coachings, Meditationen und seiner entstehenden „Freigeistschule des Lebens“. Sein Weg zeigt, wie aus Angst Mut, Bewusstsein und innere Freiheit werden können.
Nach außen war Manuel der erfolgreiche, charismatische Künstler. Innerlich sah es anders aus. Sein Leben war über Jahre zweigeteilt: öffentlicher Erfolg vs. innerer Zerfall.
Manuel beschreibt, dass er als Kind eigentlich unglaublich mutig war:
Die Angst kam nicht „einfach so“, sondern durch Erfahrungen und Prägungen:
Diese frühen Erfahrungen bildeten den Boden für das, was Jahre später als Angststörung sichtbar wurde. Die erste Panickattacke kam mit Anfang 20, die bewusste Auseinandersetzung damit aber erst viel später.
Während seine Karriere Fahrt aufnahm, wurde die Angst immer stärker. Manuel lebte eine Fassade der Stärke:
Statt Ursachen zu heilen, betrieb er jahrelang Symptombekämpfung:
Das führte schließlich in eine tiefe emotionale und körperliche Erschöpfung – den Burnout. Rückblickend sagt Manuel: „Dieses Nicht-mehr-Können war meine Rettung.“ Erst als seine alten Strategien nicht mehr funktionierten, war er bereit, etwas grundlegend anders zu machen.
Der entscheidende Wendepunkt in Manuels Weg war die Bereitschaft zu fühlen – auch das, was weh tut. Und genau darin liegt auch für dich ein großer Schlüssel.
Manuel beschreibt, dass die größte Veränderung nicht durch „die eine Technik“, sondern durch eine innere Entscheidung kam:
Wichtig ist dabei für ihn die Unterscheidung zwischen Hingeben und Aufgeben:
Christina beschreibt das ähnlich: „Gefühle gehen weg, wenn du sie fühlst – nicht, wenn du sie verdrängst.“ Der Körper will Gefühle durch dich hindurch bewegen, nicht irgendwo einsperren.
Ein praktischer Ansatz, der beiden geholfen hat:
Ein Schlüsselmoment auf Manuels Weg war eine Hypnosesitzung, in der eine jahrelang unterdrückte „Herzmauer“ brach:
Die Botschaft dahinter:
Ein zentrales Thema im Gespräch ist die Unterscheidung von Emotion, Gefühl und Gedanke:
Wenn du Angst hast, versucht dein Verstand, Kontrolle zu bekommen – mit noch mehr Gedanken. Das führt fast immer in ein:
Manuel arbeitet deshalb viel mit Gedanken- und Wort-Hygiene:
Seine Erfahrung: „90 Prozent der emotionalen Dramen triggere ich selbst.“ Ein äußerer Trigger ist nur der Funke. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung – und eine Frage der Übung.
Einer der wichtigsten Abschnitte des Gesprächs dreht sich um Diagnosen, Etiketten und die Frage, wer du eigentlich bist, trotz deiner Angst.
Viele Menschen bekommen von Ärzt:innen oder Therapeut:innen Sätze zu hören wie:
Christina berichtet, wie sehr solche Aussagen Menschen die Hoffnung nehmen. Sie selbst bekam die Diagnose generalisierte Angststörung und erlebte das wie die „nächste Stufe“ der Eskalation.
Manuel differenziert hier sehr klar:
Seine zentrale Metapher:
„Wenn ich Knieschmerzen habe, sage ich ja auch nicht: Ich bin Knie. Ich bin der Schmerz. Ich habe einen Schmerz im Knie – genauso habe ich Angst. Ich bin sie nicht.“
Angst ist für ihn:
Manuel beschreibt deine innere Welt als Königreich:
Wenn du Angst zum „König“ machst, passiert Folgendes:
Die Übung besteht darin, wieder anderen inneren Stimmen Raum zu geben:
Christinas Ansatz passt dazu: Sie betont, wie wichtig es ist, sich nicht mit einer Diagnose zu identifizieren, sondern sich zu fragen:
Christina beschreibt, wie sie ihre Angstreaktionen über einige Jahre konsequent umtrainiert hat:
Sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass:
Ein Satz, den Christina immer wieder betont:
„Du bist nicht zu schwach – du warst nur zu lange stark.“
Stärke heißt im neuen Verständnis: Weich werden dürfen, fühlen dürfen, Hilfe annehmen dürfen.
Einer der eindrücklichsten Teile des Gesprächs ist Manuels lebensbedrohliche Corona-Erkrankung auf Ibiza – sein „Abitur der Angst“, wie er es nennt. Besonders wichtig: Er begegnete dieser Extremsituation nachdem er jahrelang geübt hatte, mit Angst umzugehen.
Manuel hatte immer Angst vor einem Szenario:
Genau das passierte 2021 auf Ibiza:
Sein Blutsauerstoff war bei 67 Prozent – lebensbedrohlich. Krankenhaus, Intensivstation, Sauerstoffgabe. Der Arzt fragte mitten in der Nacht:
„Wen sollen wir anrufen, wenn es morgen ins Koma geht?“
Danach lag Manuel allein im dunklen Zimmer, umgeben von Maschinen, die piepten, Personal im Vollschutzanzug – kein vertrautes Gesicht, keine Umarmung, nur er und seine größte Angst.
Manuel ist sicher: Wäre ihm das 10 oder 20 Jahre früher passiert, wäre er mental daran zerbrochen. Die Kombination aus extremer Angst und körperlicher Krise wäre zu viel gewesen.
Doch er begegnete dieser Situation, als er bereits:
Seine wichtigste Erkenntnis:
Das gilt für:
Im Krankenhaus traf Manuel eine klare innere Entscheidung:
Ganz konkret bedeutete das:
Die ganze Nacht war ein Kampf gegen innere Dämonen und äußere Symptome. Am nächsten Morgen war seine Lunge stabil. Intubation und Koma wurden nicht nötig.
Die Folgezeit war trotzdem hart:
Und doch: Diese Krise machte ihn freier, nicht härter. Er weiß heute:
Christina überträgt dieses Prinzip auf ihren eigenen Weg: Ob Kaiserschnitt, Live-Interview im Fernsehen oder andere Ängste – immer wieder erlebte sie, dass sie viel mehr aushält und schafft, als sie dachte. Und dass genau daraus echtes Selbstbewusstsein entsteht.
Am Ende des Gesprächs geht es darum, wie du dieses Wissen in deinen Alltag holst – ohne Corona, Intensivstation oder TV-Auftritt. Es sind die kleinen, konkreten Schritte, die den Unterschied machen.
Manuel nutzt ein Bild aus dem Segeln:
Übertragen auf dein Leben heißt das:
Christina beschreibt, dass sie heute vor vielen Dingen weniger Angst hat, weil sie schon durch „ihre“ Stürme gegangen ist. Sie weiß: „Danach wartet etwas Gutes auf mich.“
Ein sehr praktisches Werkzeug, auf das beide immer wieder zurückkommen, ist das bewusste Sammeln kleiner Erfolge. Besonders hilfreich bei Depression, Angst und Selbstzweifeln.
Das kann so aussehen:
Für Menschen mit starker Antriebslosigkeit können sogar sehr einfache Routinen ein Gamechanger sein:
Wichtig ist weniger, wie viel du tust, sondern dass du spürst: Ich kann handeln. Ich bin nicht nur Opfer.
Ein weiterer zentraler Punkt: Unsere inneren Bewertungssysteme. Begriffe wie „stark“, „schwach“, „erfolgreich“, „gut genug“ sind nicht objektiv, sondern gelernt.
Manuel und Christina regen an, diese Bewertungen zu prüfen:
Wenn du deine Definition von Erfolg, Stärke und Wert veränderst, verändert sich deine gesamte innere Welt. Plötzlich sind die Dinge, die du ohnehin schon tust – und die dich am Leben halten – kein „Nichts“ mehr, sondern echte Leistungen.
Am Ende teilt Manuel ein aktuelles Learning, inspiriert von einem Shaolin-Mönch:
Es geht nicht darum, Taten gutzuheißen oder alles zu tolerieren, sondern darum, weniger Hass, Abgrenzung und Verurteilung in dir selbst zu nähren. Denn auch deine eigene Heilung hängt stark damit zusammen, wie du mit dir und anderen innerlich sprichst.
Sein Fazit:
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