Mutig durch die Angst

Interview mit Schauspieler, Mentaltrainer & Hypnose Coach Manuel Cortez

24.04.2023

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

Jetzt anhören auf:
Inhalt

Angst unplugged: Wie Manuel Cortez seine größte Angst in innere Freiheit verwandelt

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Host Christina Hillesheim mit Schauspieler, Künstler und Mentaltrainer Manuel Cortez über seine jahrzehntelange Geschichte mit Angst, Panikattacken, Burnout und eine lebensbedrohliche Corona-Erkrankung. Entstanden ist ein tiefes, ehrliches Gespräch darüber, wie wir lernen können, mit Angst zu leben, ohne von ihr gelebt zu werden.

Die Folge richtet sich an dich, wenn du unter Angst, Panik, Depression oder Erschöpfung leidest – oder jemanden liebst, dem es so geht – und wissen willst, ob und wie es wirklich besser werden kann.

Unser Gast: Manuel Cortez

Manuel Cortez ist vielen als Schauspieler aus Formaten wie „Verliebt in Berlin“ oder „Let’s Dance“ bekannt. Hinter der öffentlichen Fassade steckt jedoch eine sehr persönliche Geschichte: Manuel litt über Jahrzehnte unter Angststörungen, Panikattacken und schließlich einem Burnout. Parallel dazu arbeitete er als Schauspieler, Kreativkopf hinter TV-Formaten, Hypnose-Coach und Mentaltrainer.

Heute begleitet er Menschen durch ihre eigenen Krisen, teilt seine Erfahrungen in Büchern wie „Angst im Gepäck“, in Coachings, Meditationen und seiner entstehenden „Freigeistschule des Lebens“. Sein Weg zeigt, wie aus Angst Mut, Bewusstsein und innere Freiheit werden können.

Von der Fassade zum Zusammenbruch: Wie Angst sich anbahnt

Nach außen war Manuel der erfolgreiche, charismatische Künstler. Innerlich sah es anders aus. Sein Leben war über Jahre zweigeteilt: öffentlicher Erfolg vs. innerer Zerfall.

Kindheit, Prägung und der Ursprung der Angst

Manuel beschreibt, dass er als Kind eigentlich unglaublich mutig war:

  • Klettern auf Bäumen, Springen von Brücken, Lust am Risiko
  • Zum Entsetzen seiner Mutter ständig „irgendwo oben“ oder „irgendwo drunter“

Die Angst kam nicht „einfach so“, sondern durch Erfahrungen und Prägungen:

  • Schwere Krebserkrankung seiner Mutter, als er etwa 10–12 Jahre alt war
  • Vater nicht präsent, starkes Gefühl von Alleinsein und Ohnmacht
  • Frühe Todesangst: „Ich schaffe das nicht, ich gehe unter, ich sterbe“

Diese frühen Erfahrungen bildeten den Boden für das, was Jahre später als Angststörung sichtbar wurde. Die erste Panickattacke kam mit Anfang 20, die bewusste Auseinandersetzung damit aber erst viel später.

Angst als unsichtbarer Begleiter im Rampenlicht

Während seine Karriere Fahrt aufnahm, wurde die Angst immer stärker. Manuel lebte eine Fassade der Stärke:

  • Erfolg als Rettungsanker gegen Selbstzweifel und innere Zerbrochenheit
  • „Ich habe die Fassade gelebt. Der Erfolg war immer die Stütze, mein Rettungsanker vor meiner eigenen Angst.“
  • Gleichzeitig massive innere Kämpfe, Panikattacken, ständige Selbstoptimierung

Statt Ursachen zu heilen, betrieb er jahrelang Symptombekämpfung:

  • Ständige Selbstoptimierung: „Ich muss stärker werden, ich darf keine Schwäche haben.“
  • Viele Techniken, viel Wissen – aber keine wirkliche Heilung
  • Verdrängung durch Arbeit, Erfolg, teilweise Drogen in jüngeren Jahren

Das führte schließlich in eine tiefe emotionale und körperliche Erschöpfung – den Burnout. Rückblickend sagt Manuel: „Dieses Nicht-mehr-Können war meine Rettung.“ Erst als seine alten Strategien nicht mehr funktionierten, war er bereit, etwas grundlegend anders zu machen.

Angst fühlen statt bekämpfen: Der Wendepunkt

Der entscheidende Wendepunkt in Manuels Weg war die Bereitschaft zu fühlen – auch das, was weh tut. Und genau darin liegt auch für dich ein großer Schlüssel.

Hingabe statt Kampf: Der feine Unterschied

Manuel beschreibt, dass die größte Veränderung nicht durch „die eine Technik“, sondern durch eine innere Entscheidung kam:

  • Bereitschaft zu fühlen – auch Angst, Schmerz und Leid
  • Aufhören, ständig gegen alles Negative anzukämpfen
  • Akzeptanz: „Es ist jetzt nicht mehr alles rosig. Und trotzdem ist es wunderbar, so wie es ist.“

Wichtig ist dabei für ihn die Unterscheidung zwischen Hingeben und Aufgeben:

  • Hingeben heißt: Gefühle bewusst fühlen, ihnen Raum geben, sie durch den Körper fließen lassen – mit einer fürsorglichen Haltung dir selbst gegenüber.
  • Aufgeben heißt: Dich der Negativität überlassen, in die Opferrolle gehen, Gedankenkarusselle laufen lassen und dich mit der Angst identifizieren.

Christina beschreibt das ähnlich: „Gefühle gehen weg, wenn du sie fühlst – nicht, wenn du sie verdrängst.“ Der Körper will Gefühle durch dich hindurch bewegen, nicht irgendwo einsperren.

Ein praktischer Ansatz, der beiden geholfen hat:

  • Fokus auf das körperliche Gefühl (z.B. Enge in der Brust, Kribbeln, Hitze)
  • Gedankenkarussell bewusst stoppen, nicht „reinsteigern“
  • Innerlich sagen: „Okay, dann bin ich jetzt halt mal unglücklich / ängstlich – und ich bleibe trotzdem bei mir.“

Die Explosion der unterdrückten Gefühle: Hypnose als Durchbruch

Ein Schlüsselmoment auf Manuels Weg war eine Hypnosesitzung, in der eine jahrelang unterdrückte „Herzmauer“ brach:

  • Er hatte lange nicht mehr weinen können, alles war „verstopft“.
  • In der Hypnose löste der Therapeut einen inneren „Dammbruch“ aus.
  • Manuel begann zu schreien, brüllen, treten, kippte sogar die Kamera um.
  • „Das war wie eine innere Explosion. Jahrzehntelang angestauter Druck, der sich entladen hat.“
  • Danach war er zwei Tage völlig erschöpft, aber in ihm hatte sich etwas grundlegend verschoben.

Die Botschaft dahinter:

  • Unterdrückte Gefühle verschwinden nicht, sie stauen sich.
  • Wenn sie endlich Raum bekommen, kann das intensiv und erschreckend sein – aber auch tief heilsam.
  • Professionelle Begleitung (z.B. Hypnose, Therapie, Körperarbeit) kann helfen, solche Prozesse sicher zu halten.

Gefühl vs. Gedanke: Warum du dein Denken kennen musst

Ein zentrales Thema im Gespräch ist die Unterscheidung von Emotion, Gefühl und Gedanke:

  • Emotion kommt aus dem ältesten Teil des Gehirns (z.B. Angst als Überlebensreaktion).
  • Gefühle sind die bewusste, wahrgenommene Färbung dieser Emotionen im Körper.
  • Gedanken sind Bewertungen, Bilder und Geschichten, die der Verstand draufsattelt.

Wenn du Angst hast, versucht dein Verstand, Kontrolle zu bekommen – mit noch mehr Gedanken. Das führt fast immer in ein:

  • Gedankenkarussell
  • „Angst vor der Angst“
  • Verstärkung der Symptome durch mentale Bilder und Horrorszenarien

Manuel arbeitet deshalb viel mit Gedanken- und Wort-Hygiene:

  • Bewusst wahrnehmen, welche Gedanken Angst verstärken.
  • Entscheiden: Waldbrand, Lagerfeuer oder Funke, der einfach wieder ausgeht?
  • Gezielte Konzentration durch z.B. autogenes Training, Meditation, Atemtechniken.

Seine Erfahrung: „90 Prozent der emotionalen Dramen triggere ich selbst.“ Ein äußerer Trigger ist nur der Funke. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung – und eine Frage der Übung.

Angst ist ein Symptom – nicht deine Identität

Einer der wichtigsten Abschnitte des Gesprächs dreht sich um Diagnosen, Etiketten und die Frage, wer du eigentlich bist, trotz deiner Angst.

„Ich BIN Angstpatient“ – warum dieser Satz dich schwächt

Viele Menschen bekommen von Ärzt:innen oder Therapeut:innen Sätze zu hören wie:

  • „Die Angst geht nie wieder weg.“
  • „Sie müssen lernen, damit zu leben.“
  • „Sie haben jetzt eine generalisierte Angststörung.“

Christina berichtet, wie sehr solche Aussagen Menschen die Hoffnung nehmen. Sie selbst bekam die Diagnose generalisierte Angststörung und erlebte das wie die „nächste Stufe“ der Eskalation.

Manuel differenziert hier sehr klar:

  • Ja, Angst als Emotion geht nie vollständig weg. Sie gehört zu den fünf Grundemotionen des Menschen und ist überlebenswichtig.
  • Nein, du musst nicht dein Leben lang unter ihr leiden und von ihr gesteuert werden.

Seine zentrale Metapher:

„Wenn ich Knieschmerzen habe, sage ich ja auch nicht: Ich bin Knie. Ich bin der Schmerz. Ich habe einen Schmerz im Knie – genauso habe ich Angst. Ich bin sie nicht.“

Angst ist für ihn:

  • Ein Symptom auf Erfahrung (eigene, familiäre, gesellschaftliche)
  • Ein Körper- und Emotionssignal, das auf etwas hinweist
  • Ein „Berater“ in deinem inneren Königreich – aber kein König

Dein inneres Königreich: Wem gibst du die Macht?

Manuel beschreibt deine innere Welt als Königreich:

  • Du bist König oder Königin deines Reiches.
  • Du hast viele innere „Berater“: Angst, Mut, Zuversicht, Liebe, Hoffnung, Euphorie, Glauben …
  • Du entscheidest, welchem Berater du die Krone gibst.

Wenn du Angst zum „König“ machst, passiert Folgendes:

  • Aus jeder kleinen Wolke wird ein Sturm.
  • Du siehst die Welt fast nur noch durch die Brille der Bedrohung.
  • Deine Wahrnehmung wird von Angst „regiert“.

Die Übung besteht darin, wieder anderen inneren Stimmen Raum zu geben:

  • Mut: „Ich probiere es, auch wenn ich Angst habe.“
  • Zuversicht: „Es kann auch gut gehen.“
  • Selbstmitgefühl: „Ich mache das so gut, wie ich gerade kann.“
  • Hoffnung: „Andere sind da rausgekommen, ich kann das auch.“

Christinas Ansatz passt dazu: Sie betont, wie wichtig es ist, sich nicht mit einer Diagnose zu identifizieren, sondern sich zu fragen:

  • Wie geht es mir wirklich?
  • Wie sehr ist meine Lebensqualität eingeschränkt?
  • Was kann ich konkret tun, damit es mir besser geht?

Umlernen ist möglich: Vom Angstgedanken zum Mutgedanken

Christina beschreibt, wie sie ihre Angstreaktionen über einige Jahre konsequent umtrainiert hat:

  • Früher kam automatisch der Angstgedanke: „Was ist, wenn…? Es passiert bestimmt etwas Schlimmes.“
  • Sie entschied sich immer wieder bewusst für einen <stronganderen Gedanken.
  • Mit der Zeit wurde aus dem alten Muster ein neues: Heute kommt bei ihr oft von allein zuerst der positive Gedanke.

Sie ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass:

  • Angst nicht dein Schicksal sein muss.
  • Du dein Gehirn durch Wiederholung und Bewusstheit neu vernetzen kannst.
  • Mut und Hoffnung genauso „automatisch“ werden können wie früher die Angst.

Ein Satz, den Christina immer wieder betont:

„Du bist nicht zu schwach – du warst nur zu lange stark.“

Stärke heißt im neuen Verständnis: Weich werden dürfen, fühlen dürfen, Hilfe annehmen dürfen.

Die Masterclass der Angst: Manuels Corona-Erfahrung

Einer der eindrücklichsten Teile des Gesprächs ist Manuels lebensbedrohliche Corona-Erkrankung auf Ibiza – sein „Abitur der Angst“, wie er es nennt. Besonders wichtig: Er begegnete dieser Extremsituation nachdem er jahrelang geübt hatte, mit Angst umzugehen.

Wenn die größte Angst Realität wird

Manuel hatte immer Angst vor einem Szenario:

  • Schwer krank im Ausland
  • Allein im Krankenhaus
  • Abgeschnitten von vertrauten Menschen

Genau das passierte 2021 auf Ibiza:

  • Er feierte mit einer kleinen Gruppe seinen Geburtstag, alle getestet.
  • Auf der Insel bekam er hohes Fieber, Gliederschmerzen, massives Krankheitsgefühl.
  • Corona-Test positiv, es war eine besonders lungenaggressive Variante.
  • Nach einer Woche Fieber wurde seine Atmung plötzlich schwer, er bekam kaum noch Luft.

Sein Blutsauerstoff war bei 67 Prozent – lebensbedrohlich. Krankenhaus, Intensivstation, Sauerstoffgabe. Der Arzt fragte mitten in der Nacht:

„Wen sollen wir anrufen, wenn es morgen ins Koma geht?“

Danach lag Manuel allein im dunklen Zimmer, umgeben von Maschinen, die piepten, Personal im Vollschutzanzug – kein vertrautes Gesicht, keine Umarmung, nur er und seine größte Angst.

Warum Vorbereitung den Unterschied macht

Manuel ist sicher: Wäre ihm das 10 oder 20 Jahre früher passiert, wäre er mental daran zerbrochen. Die Kombination aus extremer Angst und körperlicher Krise wäre zu viel gewesen.

Doch er begegnete dieser Situation, als er bereits:

  • Jahrelang Meditation, Atemtechniken, Mentaltraining geübt hatte
  • Eine tiefe Verbindung zu sich selbst entwickelt hatte
  • Wusste, wie er seine Gedanken bündeln und steuern kann

Seine wichtigste Erkenntnis:

  • Du lernst nicht im Sturm segeln. Du lernst segeln in ruhigen Gewässern, um es im Sturm anwenden zu können.
  • Mach deine Übungen, wenn es dir relativ gut geht – nicht erst, wenn alles zusammenbricht.

Das gilt für:

  • Atemübungen und Entspannungstechniken
  • Achtsamkeit und Meditation
  • Körperbewusstsein und Selbstreflexion
  • Kleine Mut-Experimente im Alltag

Die eigene Energie-Blase: Mentale Techniken im Krankenhaus

Im Krankenhaus traf Manuel eine klare innere Entscheidung:

  • Er würde sich nicht der kollektiven Corona-Angstenergie hingeben.
  • Er würde seine eigene Energiewelt erschaffen – eine Art innere Schutzblase.

Ganz konkret bedeutete das:

  • Fokussierte Atmung: Er arbeitete bewusst mit jedem Atemzug, trotz schwerer Lunge.
  • Mentale Fokussierung: Er legte seine volle Aufmerksamkeit auf die Lunge:
    • „Du musst keine Höchstleistung bringen.“
    • „Wir werden nur stabil.“
    • „Einfach einen Schritt nach dem anderen.“
  • Affirmationen und Mentaltraining (z.B. Silver Mind): Er hielt seine Gedanken konsequent in einer Spur der Stabilisierung, nicht des Horrors.

Die ganze Nacht war ein Kampf gegen innere Dämonen und äußere Symptome. Am nächsten Morgen war seine Lunge stabil. Intubation und Koma wurden nicht nötig.

Die Folgezeit war trotzdem hart:

  • Insgesamt fünf Wochen Krankenhaus-Isolation
  • Lange Phase mit Long Covid, wiederkehrenden Rückschlägen
  • Erneute Konfrontation mit dem Thema Schwäche und Abhängigkeit

Und doch: Diese Krise machte ihn freier, nicht härter. Er weiß heute:

  • Auch der schlimmste Horror geht vorbei.
  • Er kann sich selbst in extremen Situationen halten.
  • Seine Techniken sind nicht Theorie, sie funktionieren im Ernstfall.

Christina überträgt dieses Prinzip auf ihren eigenen Weg: Ob Kaiserschnitt, Live-Interview im Fernsehen oder andere Ängste – immer wieder erlebte sie, dass sie viel mehr aushält und schafft, als sie dachte. Und dass genau daraus echtes Selbstbewusstsein entsteht.

Stürme, kleine Schritte und neue Bewertungen: Wie du mit Angst leben lernst

Am Ende des Gesprächs geht es darum, wie du dieses Wissen in deinen Alltag holst – ohne Corona, Intensivstation oder TV-Auftritt. Es sind die kleinen, konkreten Schritte, die den Unterschied machen.

Stürme als Beschleuniger deines Wachstums

Manuel nutzt ein Bild aus dem Segeln:

  • In der Flaute sitzt du mit deiner Pina Colada auf dem Deck, alles ist entspannt – aber du kommst kaum voran.
  • Im Sturm ist es anstrengend, herausfordernd, vielleicht beängstigend – aber du lernst enorm viel und kommst deutlich schneller weiter.

Übertragen auf dein Leben heißt das:

  • Krisen sind anstrengend, aber sie zeigen dir, wer du bist und was du kannst.
  • Sie schärfen deine Fähigkeiten, dein Bewusstsein und deine innere Stabilität.
  • Sie sind keine Strafe, sondern oft die nächste Entwicklungsstufe.

Christina beschreibt, dass sie heute vor vielen Dingen weniger Angst hat, weil sie schon durch „ihre“ Stürme gegangen ist. Sie weiß: „Danach wartet etwas Gutes auf mich.“

Kleine Erfolge sammeln: Alltag als Trainingsfeld

Ein sehr praktisches Werkzeug, auf das beide immer wieder zurückkommen, ist das bewusste Sammeln kleiner Erfolge. Besonders hilfreich bei Depression, Angst und Selbstzweifeln.

Das kann so aussehen:

  • Abends 3–5 Dinge notieren, die du heute geschafft hast, z.B.:
    • Ich bin aufgestanden.
    • Ich habe geduscht und mich angezogen.
    • Ich bin trotz Angst einkaufen gegangen.
    • Ich bin 10 Minuten spazieren gegangen.
    • Ich habe meine Atemübung gemacht.
  • Dabei gelten auch scheinbar banale Dinge als Erfolge – gerade in Krisenzeiten.
  • Langsam verschiebt sich dein inneres Bild von dir:
    • Weg von: „Ich schaffe nichts, ich bin zu schwach.“
    • Hin zu: „Ich schaffe mehr, als ich gedacht habe.“

Für Menschen mit starker Antriebslosigkeit können sogar sehr einfache Routinen ein Gamechanger sein:

  • Jeden Morgen ein Glas Wasser trinken
  • Jeden Tag einmal kurz lüften und ans Fenster treten
  • Einmal am Tag bewusst atmen oder 5 Minuten meditieren

Wichtig ist weniger, wie viel du tust, sondern dass du spürst: Ich kann handeln. Ich bin nicht nur Opfer.

Bewertungssysteme hinterfragen: Was ist eigentlich „stark“?

Ein weiterer zentraler Punkt: Unsere inneren Bewertungssysteme. Begriffe wie „stark“, „schwach“, „erfolgreich“, „gut genug“ sind nicht objektiv, sondern gelernt.

Manuel und Christina regen an, diese Bewertungen zu prüfen:

  • Wer hat festgelegt, was „stark“ ist?
  • Warum gilt es als „nicht besonders“, sich zu versorgen, den Alltag zu schaffen, freundlich zu sein?
  • Warum zählen nur sichtbare Erfolge (Karriere, Geld, Status), nicht aber innere Arbeit, Heilung, Achtsamkeit?

Wenn du deine Definition von Erfolg, Stärke und Wert veränderst, verändert sich deine gesamte innere Welt. Plötzlich sind die Dinge, die du ohnehin schon tust – und die dich am Leben halten – kein „Nichts“ mehr, sondern echte Leistungen.

Verbundenheit statt Verurteilung: Ein erweitertes Learning

Am Ende teilt Manuel ein aktuelles Learning, inspiriert von einem Shaolin-Mönch:

  • Viele reden darüber, dass wir alle verbunden sind, „alle eins“.
  • Lebst du das auch – oder verurteilst du andere Menschen innerlich?
  • Wie bedingungslos bist du wirklich bereit, andere Menschen als Menschen anzunehmen, unabhängig davon, wo sie stehen und was sie tun?

Es geht nicht darum, Taten gutzuheißen oder alles zu tolerieren, sondern darum, weniger Hass, Abgrenzung und Verurteilung in dir selbst zu nähren. Denn auch deine eigene Heilung hängt stark damit zusammen, wie du mit dir und anderen innerlich sprichst.

Sein Fazit:

  • Es gibt auf der Welt immer gleichzeitig Tag und Nacht – genauso in dir.
  • Du kannst dieselbe Situation aus der Dunkelheit oder aus der Fülle betrachten.
  • Der Unterschied ist oft nur ein kleiner innerer Perspektivwechsel, aber er verändert alles.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie Manuels Arbeit an einer TV-Modesendung zu Body Positivity und Selbstliebe sein Bewusstsein für den Einfluss auf andere geschärft hat.
  • Warum Diagnosen sinnvoll sein können – und gleichzeitig gefährlich werden, wenn du dich mit ihnen vollständig identifizierst.
  • Wie du lernst, die Geschichten anderer Menschen als Inspiration zu nehmen, ohne ihr Leid zu deinem eigenen zu machen.
  • Warum Social Media für viele ein Segen ist, weil sie endlich sehen: „Ich bin mit meiner Angst nicht allein.“
  • Ein Einblick in Manuels entstehende „Freigeistschule des Lebens“ mit Meditationen, Blogartikeln und Tools für den Alltag.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"
Jetzt anhören auf:

Diese Folgen könnten dir auch gefallen

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest

Reduziert

Ursprünglicher Preis war: 39,90 €Aktueller Preis ist: 19,90 €. inkl. 19% MwSt.

Reduziert

Ursprünglicher Preis war: 19,90 €Aktueller Preis ist: 16,90 €. inkl. 19% MwSt.

Keine Folge verpassen

Du interessierst dich für das Thema mentale Gesundheit, angstfrei und glücklich leben? Dann melde dich doch zu meinem kostenlosen Newsletter an. Direkt nach Anmeldung erhältst du meine Happy News mit Updates zu neuen Blog Beiträgen, Podcast Folgen, Freebies sowie vielen exklusiven Community- und Bonus-Aktionen.