„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Host Christina Hillesheim mit Pflegeaktivistin und Krankenschwester Franziska Böhler über Pflegenotstand, öffentlichen Druck, Morddrohungen – und darüber, wie daraus eine Angststörung und eine posttraumatische Belastungsstörung entstanden sind.
Franzi erzählt offen, wie sie in der Pandemie zur öffentlichen Stimme der Pflege wurde, daran fast zerbrach und wie sie heute wieder ein stabiles, erfülltes Leben führt. Ihr Weg zeigt: Hilfe anzunehmen ist keine Schwäche, sondern eine enorme Stärke.
Franziska Böhler, vielen bekannt als „TheFabulousFranzi“ auf Instagram, ist examinierte Krankenschwester, Anästhesieschwester und eine der sichtbarsten Stimmen gegen den Pflegenotstand in Deutschland.
Seit 2017 macht sie über Social Media, Interviews und ihre Spiegel-Bestseller „I’m a Nurse“ und „I still care“ auf Missstände im Gesundheitssystem aufmerksam. In ihrem aktuellen Buch beschreibt sie die Jahre der Pandemie, ihren Aufstieg zur medialen Figur – und den Preis, den sie psychisch dafür gezahlt hat.
In „Angst unplugged“ spricht sie erstmals so offen darüber, wie aus Aktivismus, Überlastung und Hetze eine Angststörung und eine PTBS wurden – und was ihr wirklich geholfen hat, wieder auf die Beine zu kommen.
Franzis beruflicher Alltag in der Klinik war nie das Problem. Die eigentliche Überforderung entstand rund um ihre Öffentlichkeitsarbeit in der Pandemie.
2017 startet Franzi eher nebenbei ihren Instagram-Account. Sie lädt Fotos aus ihrem Pflegealltag hoch – ohne große Strategie.
Plötzlich ist sie für viele „das Gesicht eines Berufsstandes“. Ein Wort, das sie selbst nie mochte, aber das ihre Rolle sehr genau beschreibt.
Mit der Reichweite wachsen die Erwartungen – von außen und von ihr selbst. Franzi beschreibt sehr ehrlich, wie sie in eine übergroße Verantwortungsrolle hineinrutscht:
Heute nennt sie es selbst „größenwahnsinnig“ – aber damals war sie im Tunnel aus Hoffnung, Idealismus und Erwartungsdruck gefangen.
Wichtige Erkenntnis: Nicht jede große gesellschaftliche Aufgabe darf zur privaten Pflicht werden. Kein einzelner Mensch trägt die Verantwortung, ein System zu reparieren.
Neben Überarbeitung kommt ein zweiter Faktor hinzu, der alles kippen lässt: massive Hasskampagnen und reale Bedrohung.
Franzi bezieht während Corona klar Position. Damit gerät sie ins Visier von Querdenker-Gruppen:
Spätestens da ist klar: Die Bedrohung findet nicht mehr nur online statt. Sie greift in ihr reales, privates Leben über.
Die Folgen dieser Erfahrungen sind massiv. Franzi beschreibt, wie sich ihre Wahrnehmung zunehmend verändert:
Sie schiebt die Angst lange weg, redet sie klein: „Das wird schon wieder“. Erst als sie an Ostern 2022 völlig zusammenbricht, wird klar: So geht es nicht weiter.
Beim Osterbrunch mit Freunden und Familie passiert es. Franzi hat seit zwei Tagen kaum geschlafen, ist komplett überreizt. Ein kleiner Auslöser reicht:
Für sie und alle Anwesenden ist klar: Das ist kein „bisschen Stress“ mehr, sondern ein akuter, massiver Zusammenbruch.
Die spätere Diagnose: Angststörung und posttraumatische Belastungsstörung – ausgelöst durch zwei Jahre Dauerbelastung, Bedrohung und das permanente Wegschieben der eigenen Gefühle.
Zentrale Botschaft: Was sich wie „Ich funktioniere doch noch“ anfühlt, kann längst eine ernsthafte psychische Erkrankung sein. Hilfe zu holen ist hier kein Luxus, sondern überlebenswichtig.
In der Therapie lernt Franzi neue Wege, mit ihrer Angst umzugehen und sich selbst wieder an erste Stelle zu setzen. Viele dieser Strategien können auch dir helfen, wenn du mit Angst oder Überforderung kämpfst.
Ihre Therapeutin Katharina stellt ihr immer wieder eine einfache, aber wirkungsvolle Frage:
„Was ist das Schlimmste, was passieren könnte?“
Franzi malt sich dann das Worst-Case-Szenario aus – und merkt schnell, wie utopisch die meisten dieser Horrorbilder sind.
Im nächsten Schritt folgen:
So schafft sie Abstand zu den eigenen Gedanken und merkt: Angst erzählt Geschichten, aber sie erzählt selten die Wahrheit.
Ein ganz praktischer Tipp, den Franzi heute bei akuter Angst nutzt:
Der Trick funktioniert ähnlich auch mit Pfefferminzöl: Die starke körperliche Empfindung unterbricht das Angstkarussell und schafft ein kurzes Fenster, in dem du deine Gedanken neu ordnen kannst.
Gerade wenn du merkst, dass ein äußerer Reiz (Sirene, Geräusch, Menschenmenge) die Angst anstößt, hilft es, früh zu intervenieren, bevor die Panikspirale voll anläuft.
Ein weiterer Gamechanger für Franzi: Sie spricht ihre Angst inzwischen offen an – auch in Situationen mit vielen Menschen.
Beispiele:
Franzi berichtet, dass sie in drei Jahren nicht ein einziges Mal einen blöden Spruch oder ein abwertendes Kommentar dafür bekommen hat:
„Es ist noch nie vorgekommen, dass jemand gesagt hat: Stell dich nicht so an.“
Ähnliches rät Christina etwa bei:
Warum das hilft:
Eine ihrer wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Zeit: Sie darf – und muss – sich selbst an die erste Stelle setzen.
Sie zitiert ihre frühere Schulleitung:
„Kranke können keine Kranken pflegen.“
Das gilt nicht nur für die Pflege, sondern für alle Lebensbereiche:
Franzi hat deshalb bewusst die Vorstellung losgelassen, sie müsse:
Stattdessen richtet sie ihren Fokus heute auf das, was in einem gesunden Rahmen möglich ist – und für sie Sinn macht.
Heute lebt Franzi bewusster, langsamer und deutlich freundlicher mit sich selbst. Psychische Krise und Heilungsweg haben vieles in ihr verschoben – im positiven Sinn.
Franzi hat sich von der Idee verabschiedet, allein das Gesundheitssystem reformieren zu müssen. Stattdessen konzentriert sie sich auf das, was sie realistisch beeinflussen kann:
Ihr Ziel: Fachkräftemangel an der Wurzel angehen, indem sie aufklärt, Mut macht und zeigt, wie erfüllend der Beruf sein kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Auch in ihrem Job in der Anästhesie bleibt sie bewusst in der Pflege. Dort erlebt sie regelmäßig, dass sie:
All das gibt ihr das Gefühl, kompetent und wirksam zu sein – ohne sich dabei wieder zu überfordern.
Ein wichtiger Stabilitätsanker: ihr Hund Paris. Seit zwei Jahren „zwingt“ er sie im besten Sinne dazu, mehrfach täglich rauszugehen:
Franzi beschreibt diese Zeit so:
„Das ist eine ganz andere Ruhe, die einkehrt, wenn man durch Wald oder Felder läuft.“
Dazu kommt Bewegung als weiterer Baustein:
So unspektakulär das klingt: Für ihre mentale Gesundheit macht genau diese Kombination aus Natur, Bewegung und Alltagstieren einen riesigen Unterschied.
Franzi sagt selbstkritisch, dass sie kein besonders strukturierter Mensch ist. Sie lebt eher spontan, sagt schnell zu, taktet ihren Alltag dicht. Genau das bringt sie heute leichter an den Rand ihrer Belastbarkeit.
Sie merkt Überforderung zum Beispiel daran, dass:
Früher hätte sie versucht, alles trotzdem durchzuziehen. Heute macht sie etwas anderes:
Auch wenn Struktur noch nicht ihre größte Stärke ist, gelingt ihr eines deutlich besser als früher: rechtzeitig Stopp sagen, bevor der Körper ganz dicht macht.
Ein weiterer Schlüssel auf ihrem Weg: das Verständnis, dass belastende Gedanken ein Symptom der Erkrankung sind – nicht die Realität.
Typische Sätze in der Krise waren zum Beispiel:
Solche Gedanken gehören zu Angststörungen und Depressionen dazu. Das heißt aber nicht, dass sie wahr sind. Allein die Einsicht „Das ist gerade die Krankheit, nicht die Wahrheit“ schafft Distanz.
Christina bringt es auf den Punkt:
Du musst nicht alles glauben, was du denkst.
Franzi beschreibt, wie sehr ihr dieser Perspektivwechsel geholfen hat, nicht in der Hoffnungslosigkeit steckenzubleiben, sondern Schritt für Schritt weiterzugehen.
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