„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ sprechen Psychologe und Spiegel-Bestsellerautor Lukas Klasinski und Host Christina Hillesheim darüber, wie entscheidend unser Umgang mit Gefühlen für Angst, Panik, Depression und Burnout ist. Statt Emotionen wegzudrücken, zeigen sie, wie du lernen kannst, sie im Körper bewusst zu fühlen – und warum genau das der Schlüssel aus vielen mentalen Krisen ist.
Lukas Klasinski ist Psychologe, Podcaster, Unternehmer und Spiegel-Bestsellerautor. Bekannt ist er unter anderem durch Podcasts mit Stefanie Stahl und eigene Formate rund um Psychologie und Beziehungen. In seinem Buch „Fühl dich ganz“ verbindet er moderne Verhaltenstherapie (Acceptance and Commitment Therapy, ACT) mit Achtsamkeit, Körperwahrnehmung und sehr persönlichen Erfahrungen – unter anderem einem schweren Kitesurf-Unfall, der ihn radikal zu seinen eigenen Gefühlen zurückgeführt hat.
Die zentrale Botschaft der Folge: Du stirbst nicht an deinen Gefühlen – aber an dem, was du tust, um sie zu vermeiden, kann es gefährlich werden.
Gefühle sind kein Fehler im System, sondern ein Informationssignal:
Lukas beschreibt es so: „Das Gefühl ist immer nur ein Hinweis auf eine Situation. Gefährlich werden oft erst die Strategien, mit denen wir versuchen, das Gefühl loszuwerden.“
Dazu gehören zum Beispiel:
Die Folge: Wir trennen uns immer mehr vom Leben und von uns selbst. Wer nicht fühlt, ist nicht wirklich in Kontakt mit sich.
Angst- und Panikpatient:innen beschreiben ihre Zustände häufig als „tödlich bedrohlich“, obwohl rein körperlich nichts Lebensgefährliches passiert. Was aber massiv ist:
Christina bringt es auf den Punkt: „An dem Gefühl stirbst du niemals. Aber an den Dingen, die du tust, um das Gefühl zu vermeiden.“
Genau hier setzt ein neues Verständnis von Gefühlen an:
Ein großes Thema der Folge ist der Zusammenhang zwischen unterdrückten Gefühlen und Angststörungen, Panikattacken oder Burnout.
Viele erleben Panik als „aus heiterem Himmel“. Lukas beschreibt das anders:
Er nutzt das Bild eines Äffchens im Dschungel, das sich von einer Gedanken-Liane zur nächsten schwingt:
Stattdessen wäre hilfreich:
Christina beschreibt ihre eigene Erkenntnis so: „Du denkst dich in die Panik hinein – du fühlst sie gar nicht richtig.“
Ein weiteres starkes Motiv der Folge ist unsere Unfähigkeit zur Ruhe:
Christina erzählt, wie sie vor ihrem Burnout jede freie Minute mit Aktivitäten gefüllt hat, um nicht mit sich selbst allein zu sein. Erst als sie sich bewusst Momente mit sich selbst geschaffen hat, zum Beispiel allein im Café, konnte sie wahrnehmen, wie falsch sich vieles in ihrem Leben eigentlich angefühlt hatte.
Ein Satz, der sich durchzieht:
Ein besonders eindrücklicher Teil ist Lukas’ Erlebnis beim Kitesurfen in Südafrika:
Er überlebt schwer verletzt – und stellt sich eine radikale Frage:
Die Antwort: Er hatte sein Leben „auf Abstand zu seinen Gefühlen“ gelebt, wie hinter einer Milchglasscheibe. Ab da war klar: Er will sich seinen Gefühlen stellen.
Diese Erfahrung schlägt eine Brücke zur Angst vor dem Tod, die viele Menschen mit Angststörungen kennen. Die klare, aber befreiende Botschaft:
Wie kommst du nun praktisch wieder näher an deine Gefühle heran? Ein Kernweg in der Folge: über den Körper.
Lukas empfiehlt, schon morgens vor dem Aufstehen bewusst in den Körper zu spüren:
Achtsamkeit ist ein Muskel. Je öfter du diesen Körperscan machst, desto leichter wird es dir fallen, Gefühle überhaupt zu bemerken, bevor sie sich in Panik oder Erschöpfung verwandeln.
Für mehr Klarheit über deine Gefühlswelt schlägt Lukas ein Emotionstagebuch vor. Fragen können sein:
Vertiefend kannst du festhalten:
So entsteht mit der Zeit ein Bild davon, welche Situationen dich besonders stressen, triggern oder nähren – und welche Muster sich durch dein Leben ziehen.
Lukas arbeitet in seinem Buch mit der Acceptance and Commitment Therapy (ACT), die zwei Dinge verbindet:
Ein zentrales ACT-Prinzip ist die sogenannte Kognitive Defusion, also Abstand zu Gedanken zu gewinnen. Sein Lieblingsbeispiel:
Damit passiert zweierlei:
Christina beschreibt ihre eigene Schlüsselerkenntnis – inspiriert von Eckhart Tolle – so: „Allein die Idee, dass das, was ich über mich denke, vielleicht gar nicht stimmt, war für mich schon eine riesige Erleichterung.“
Besonders für Menschen mit Angst- und Panikstörungen ist ein Perspektivwechsel entscheidend:
Die Einladung lautet daher:
Dieser Schritt vom Kopf in den Körper ist der Kern von „Gefühle fühlen statt nur über sie nachzudenken“ – und damit ein Gegengift gegen die endlose Panikspirale.
Ein weiterer wichtiger Strang der Folge: wie frühe Beziehungserfahrungen und alte Muster unsere heutigen Partnerschaften, Ängste und Überanpassung prägen.
Christina erzählt, wie sie lange Zeit immer wieder Männer spannend fand, die nicht wirklich verfügbar waren. Männer, die sie wollten, lehnte sie ab – meist mit scheinbar rationalen Gründen („Irgendwas passt nicht“).
Über ihre Beschäftigung mit Bindungsthemen wurde klar:
Lukas ergänzt das Bild mit einer Metapher:
Darin steckt oft der Versuch, das alte Muster endgültig „aufzulösen“ – was aber in toxischen oder einseitigen Beziehungen selten gelingt.
Christina beschreibt ihre Kindheit als Beispiel für ein häufiges Muster:
Die Folgen im Erwachsenenleben können sein:
Der erste Schritt zur Veränderung ist immer Bewusstsein:
„Ich lebe hier ein Muster, das ich einmal gelernt habe – und ich darf heute andere Entscheidungen treffen.“
Zum Schluss sprechen Christina und Lukas darüber, was wirkliche emotionale Nähe ausmacht – auch in schwierigen Gefühlen wie Trauer.
Viele kennen die Situation:
Eine reifere Form von Mitgefühl sieht anders aus:
Lukas formuliert es so: „Liebe ist, das zu fühlen, was ein anderer Mensch fühlt – und es sein lassen zu können, wie es gerade ist.“
Christina erinnert an eine Ausbildung zur Familienbegleiterin, in der sie gelernt hat: Trauer darf ausgehalten werden, ohne sie sofort „wegzumachen“. Auch hier geht es darum, Gefühle zu erlauben – bei sich selbst und bei anderen.
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