Angst vorm Autofahren

Angst vor Kontrollverlust und Panikattacken im Auto

10.03.2025
Angst vorm Autofahren, Angst vor Kontrollverlust und Panikattacken im Auto

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Angst vorm Autofahren: Warum sie entsteht und wie du wieder sicher ans Steuer kommst

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim über ein Thema, das viele betrifft, aber nur wenige offen ansprechen: die Angst vorm Autofahren, auch Amaxophobie genannt.
Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen während eines Burnouts zeigt sie, woher diese Angst kommen kann – und wie du Schritt für Schritt deine Freiheit am Steuer zurückeroberst.

Verantwortung, Kontrollverlust und die Angst vorm schlimmsten Szenario

Die Angst vorm Autofahren entsteht selten „grundlos“. Häufig steckt dahinter ein starkes Kontrollbedürfnis und die Sorge, anderen oder sich selbst etwas anzutun. Christina beschreibt es so:

„Was ist, wenn ich einen Unfall baue, in Ohnmacht falle, mir jemand reinfährt? Was ist, wenn mir selbst oder anderen was passiert?“

Gerade nach belastenden Phasen wie einem Burnout kann das Sicherheitsbedürfnis extrem zunehmen. Aus normalen Gedanken („Es könnte etwas passieren“) werden bedrückende Katastrophenszenarien.

Typische Muster hinter der Angst vorm Autofahren sind zum Beispiel:

  • Überhöhtes Verantwortungsgefühl: „Ich trage die komplette Verantwortung für alle im Auto und auf der Straße.“
  • Kontrollverlustangst: Die Vorstellung, in Ohnmacht zu fallen, nicht rechtzeitig reagieren zu können oder die Kontrolle über das Auto zu verlieren.
  • Druck, alles perfekt machen zu müssen: Kein Fehler, keine Unsicherheit, niemals „schwächeln“ dürfen.

Wichtig ist: Wenn deine Angst mit einem realen Unfall oder Trauma zusammenhängt, kann dahinter eine posttraumatische Belastungsstörung stecken. In diesem Fall gilt unbedingt:

  • Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.
  • Such dir psychotherapeutische Unterstützung.
  • Nimm deine Reaktion ernst, auch wenn der Unfall „äußerlich gar nicht so schlimm“ wirkte.

Der Podcast ersetzt keine Therapie. Er kann dir aber helfen, zu verstehen, was in dir passiert – und dir Mut für die nächsten Schritte machen.

Mit Angst Autofahren: Warum dein Körper nicht gegen dich arbeitet

Eine der zentralen Erkenntnisse der Folge: Du kannst trotz Angst Autofahren. Christina macht das an einem einfachen Beispiel deutlich:

„Wenn man mit Angst nicht fahren könnte, dann dürfte niemand seinen Führerschein machen.“

Fast alle Menschen sind bei der Fahrprüfung extrem nervös, viele haben große Angst durchzufallen – und bestehen trotzdem. Angst allein macht dich also nicht fahruntauglich.

Der Körper ist auf Kampf oder Flucht programmiert – nicht auf Ohnmacht

Im Workshop mit Psychologin Franka Cerutti („Psychologie to go“) wird ein weiterer, beruhigender Punkt deutlich:

„Es ist super unwahrscheinlich, bei Angst und bei Panik umzufallen.“

Bei Angst schaltet dein Körper in den Modus Kampf oder Flucht:

  • Dein Puls geht hoch.
  • Deine Sinne sind geschärft.
  • Dein Körper bereitet sich auf Aktion vor, nicht auf Zusammenbruch.

Natürlich gibt es Einzelfälle, in denen jemand vor lauter Angst umkippt. Doch die allermeisten Menschen bleiben handlungsfähig.
Allein diese Perspektive kann beruhigen:

„Ich werde sehr wahrscheinlich nicht umfallen beim Autofahren. Und selbst wenn ich mich unwohl fühle, kann ich rechts ranfahren.“

Das Ziel ist nicht, völlig angstfrei zu sein, sondern zu begreifen:
Angst bedeutet nicht automatisch Kontrollverlust.

Schritt für Schritt zurück ans Steuer: Kleine Dosen, große Wirkung

Anstatt dich zu zwingen, „jetzt wieder ganz normal“ zu fahren, empfiehlt Christina einen sanften, aber klaren Weg zurück:

Kleine Schritte statt Überforderung

Viele scheitern daran, dass sie sich zu viel auf einmal vornehmen:

  • „Ich muss direkt wieder eine Stunde Autobahn fahren.“
  • „Ich fahre gleich in die nächste Großstadt.“

Das ist oft zu viel. Besser ist:

  • Einmal um den Block fahren – auch wenn es „lächerlich kurz“ erscheint.
  • 1–3 Minuten Fahrt bewusst als Erfolg verbuchen.
  • Die Strecke schrittweise minimal erweitern, wenn du dich bereit fühlst.

Christinas Botschaft: Auch wenige Minuten Autofahren sind ein echter Erfolg. Jede kurze Fahrt ist ein Baustein für dein Sicherheitsgefühl.

Unterstützung nutzen: Begleitung und Training

Wenn du dich sehr unsicher fühlst, können folgende Schritte helfen:

  • Begleitete Fahrten mit Partner, Eltern oder Freund:innen, um wieder ein Gefühl für das Auto zu bekommen.
  • Fahrsicherheitstraining, um dein Vertrauen in deine Fahrfähigkeiten zu stärken.

Nicht, weil du „es nicht kannst“, sondern weil Zusatzerfahrungen dir ein deutliches „Hey, ich kann das!“ schenken können.

Mentale Vorbereitung: Affirmationen und Visualisierung

Neben den praktischen Schritten hilft die innere Arbeit enorm. Christina nutzt dafür unter anderem:

  • Positive Affirmationen: Sich innerlich sagen „Ich schaffe das“, „Ich komme sicher an“.
  • Visualisierung: Sich vorstellen, wie man entspannt im Auto sitzt, die Hände am Lenkrad liegen und man wohlbehalten am Zielort ankommt.

Diese Werkzeuge ersetzen die Angst nicht magisch, aber sie verschieben deinen Fokus: weg vom schlimmsten Fall, hin zu einem Szenario, das dir Sicherheit und Zuversicht gibt.

Gedanken überprüfen: Raus aus dem Katastrophenkino

Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Umgang mit deinen Gedanken. Denn oft ist es das mentale Kopfkino vor der Fahrt, das die Angst maximal anheizt:

„Oh Gott, was ist, wenn ich einen Unfall baue, in Ohnmacht falle, mir jemand reinfährt…“

Christina arbeitet hier mit der Methode The Work von Byron Katie, um angstmachende Gedanken zu hinterfragen. Die vier zentralen Fragen sind:

  1. Ist das wirklich wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie fühlst du dich, wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wie fühlst du dich, wenn du diesen Gedanken loslässt?

Wendest du diese Fragen z.B. auf „Ich werde einen Unfall bauen“ oder „Ich werde in Ohnmacht fallen“ an, passiert oft folgendes:

  • Bei Frage 1 sagst du vielleicht noch innerlich „Ja“.
  • Bei Frage 2 merkst du: „Eigentlich weiß ich es nicht sicher – vielleicht geht es auch gut.“
  • Du spürst deutlich, wie schwer sich der Gedanke anfühlt – und wie viel freier du ohne ihn wärst.

Christina nutzt heute bewusst eine andere Leitfrage im Alltag:

„Was ist, wenn es gut geht? Wie cool wäre es, wenn es viel besser ausgehen würde, als ich es mir jetzt vorstellen kann?“

Dadurch schiebst du deine innere Kamera vom Worst-Case hin zum Best-Case – und genau diese Perspektivverschiebung nimmt deiner Angst ein großes Stück Macht.

Dein Warum: Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstwirksamkeit

Am Ende der Folge geht es um eine sehr persönliche, aber entscheidende Frage:
Warum willst du wieder Autofahren?

Für Christina war der stärkste Antrieb:

  • Freiheit zurückgewinnen
  • Unabhängigkeit im Alltag
  • Selbstwirksamkeit spüren: „Ich kann das alleine.“

Wichtig dabei:

  • Wenn du nur für andere fahren möchtest („Ich muss, weil alle es erwarten“), fehlt dir oft die echte innere Motivation.
  • Wenn du entscheidest, gar nicht mehr Auto zu fahren, ist auch das okay. Du musst nicht fahren.

Doch wenn in dir der Wunsch lebt, wieder ans Steuer zu gehen, dann ist dein persönliches Warum ein kraftvoller Motor. Es trägt dich durch die unbequemen ersten Schritte und hilft dir, dranzubleiben:

  • Starte klein.
  • Feiere jeden noch so kurzen Erfolg.
  • Erinnere dich daran, wofür du das alles machst.

So holst du dir Stück für Stück deine Freiheit am Steuer zurück – nicht trotz deiner Angst, sondern gemeinsam mit ihr.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Amaxophobie viel verbreiteter ist, als viele denken.
  • Wie Christinas Burnout 2016 ihre Angstspirale ausgelöst hat.
  • Hinweis auf einen vertiefenden Workshop mit Heilpraktikerin für Psychotherapie Sarah zum Thema Autofahrangst.
  • Einblicke in Christinas neues Buch, in dem sie ebenfalls ausführlich über Angst vorm Autofahren schreibt.
  • Ermutigung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn ein Unfall oder Trauma dahintersteht.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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