Psychosomatik

Wie Körper und Seele bei Angst zusammenspielen

08.07.2024
Psychosomatik: Wie Körper und Seele bei Angst zusammenspielen – Podcastfolge über körperliche Symptome und emotionale Zusammenhänge

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Psychosomatische Symptome verstehen und den Körper wieder zur Ruhe bringen

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Spiegel-Bestsellerautorin und Diplom-Soziologin Christina Hillesheim darüber, wie eng Körper und Psyche verbunden sind – und wie du mit psychosomatischen Beschwerden umgehen kannst, ohne dich verrückt zu machen.

Christina teilt ihre eigenen Erfahrungen mit Schwindel, Herzstolpern, chronischen Schmerzen und anderen Symptomen und zeigt, warum deine Beschwerden echt sind, auch wenn medizinisch „nichts gefunden“ wird. Du erfährst, was hinter psychosomatischen Reaktionen steckt und was du konkret tun kannst, um dein Nervensystem zu beruhigen.

Was ist Psychosomatik wirklich?

Psychosomatik ist ein Teilgebiet der Medizin, das die Wechselwirkungen zwischen Psyche und Körper untersucht. Es geht darum, wie seelische Belastungen körperliche Beschwerden auslösen oder verstärken können.

Wichtig ist Christina vor allem eines: Deine Symptome sind nicht eingebildet.

Sie betont klar:

„Nur weil der Arzt nichts Organisches findet, heißt das nicht, dass du dir deine Beschwerden einbildest.“

Psychosomatische Symptome sind psychisch mitverursachte körperliche Beschwerden. Typische Beispiele, die sie nennt:

  • Schwindel und Kreislaufprobleme
  • Tinnitus und Ohrgeräusche
  • Herzstolpern und Herzrasen
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsprobleme und Magenschmerzen
  • chronische Schmerzen (z. B. Rücken, Nacken, Kopf)
  • chronische Entzündungen
  • sexuelle Störungen

Der Unterschied zwischen „psychisch“ und „psychosomatisch“ liegt vor allem darin, dass bei psychosomatischen Beschwerden der Körper direkt in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Seele drückt sich durch körperliche Signale aus.

Warum du damit nicht alleine bist

Christina bekommt täglich auf Instagram Nachrichten wie „Kennst du dieses Symptom auch?“ oder „Hattest du auch das?“. Ihre klare Botschaft an dich:

Du bist damit nicht alleine. Sehr viele Menschen erleben körperliche Angst- und Paniksymptome, ohne dass eine organische Ursache gefunden wird. Der erste Schritt ist, diese Realität anzuerkennen – ohne Schuld und ohne Scham.

Wie psychosomatische Symptome entstehen und sich verselbstständigen

Damit du besser mit deinen Beschwerden umgehen kannst, lohnt sich ein Blick auf die Entstehung: Was passiert eigentlich im Körper, wenn Angst und Stress bleiben?

Chronischer Stress als Auslöser

Christina erklärt, dass permanenter Stress, Angst und Überforderung eine Kaskade an körperlichen Prozessen auslösen:

  • Der Stoffwechsel gerät aus dem Gleichgewicht.
  • Das Immunsystem wird geschwächt oder überreizt.
  • Organe und Kreislauf reagieren empfindlicher.
  • Der Schlaf wird gestört, Erholung findet kaum statt.
  • Die Muskulatur ist dauerhaft angespannt und überbeansprucht.

Wenn diese Anspannung lange anhält, entwickeln sich daraus leicht dauerhafte körperliche Symptome. Genau daraus entsteht der berühmte Teufelskreis:

  • Du bist gestresst und ängstlich.
  • Dein Körper reagiert mit Beschwerden.
  • Du bekommst Angst vor den Symptomen („Oh nein, da stimmt was nicht mit mir“).
  • Diese Angst sorgt für noch mehr Stress.
  • Die Symptome verstärken sich weiter.

Krankheitsgewinn: Wenn Symptome unbewusst „Nutzen“ bringen

Ein spannender, oft tabuisiertet Aspekt, den Christina anspricht, ist der sogenannte Krankheitsgewinn – also ein unbewusster Vorteil, den Symptome mit sich bringen können.

Sie beschreibt zwei typische Beispiele:

  • Schuldgefühle: Wer sich tief im Inneren schuldig fühlt, kann unbewusst das Gefühl entwickeln, „körperlich leiden zu müssen“, um diese Schuld abzutragen.
  • Vernachlässigung und mangelnde Aufmerksamkeit: Wenn du dich nicht gesehen fühlst, können körperliche Beschwerden unbewusst zu einem Weg werden, Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen – oft bereits in der Kindheit gelernt.

Das alles geschieht in der Regel nicht bewusst. Genau hier setzt Therapie an: Diese Muster sichtbar machen und neue, gesündere Wege finden, Bedürfnisse auszudrücken.

„Ich bin ein riesiger Fan von Therapie. Man kann dort unglaublich viel herausfinden.“

Aus dem Teufelskreis aussteigen

Ein zentrales Learning aus der Folge: Du musst nicht von Arzt zu Arzt laufen, wenn schon mehrfach organisch alles abgeklärt wurde. Ja, eine gründliche körperliche Untersuchung ist wichtig, aber:

Ab einem gewissen Punkt darfst du aufhören, nur im Körper zu suchen, und auf der psychischen Ebene ansetzen.

Christinas Empfehlung:

  • Akzeptiere zunächst, dass du gestresst oder überlastet bist.
  • Begegne dir selbst liebevoll und ohne Selbstvorwürfe.
  • Beginne Schritt für Schritt, dein Nervensystem zu beruhigen.

Was wirklich hilft: Nervensystem beruhigen statt Symptomjagd

Christina betont, dass sie nicht für jedes Symptom eine extra Strategie hatte. Ihr Weg war ein ganzheitlicher:

„Ich habe nichts gegen ein einzelnes Symptom gemacht, sondern allgemein mein Nervensystem beruhigt.“

Medizinische Abklärung – aber nicht für immer

Am Anfang steht immer die ärztliche Untersuchung:

  • Zum Arzt gehen und körperliche Ursachen abklären lassen.
  • Wenn du dich nicht ernst genommen fühlst: ggf. eine zweite Meinung einholen.
  • Wenn mehrfach nichts Organisches gefunden wurde: den Fokus bewusst erweitern – weg von der reinen Symptomsuche, hin zur psychischen Ebene.

Gesunder Lebensstil als Basis

Ein wichtiger Schritt für Christina war, ihren Lebensstil anzupassen. Sie erzählt, dass sie schon seit der Kindheit mit Ängsten lebte und 2016 zusätzlich in ein Burnout mit Depression rutschte.

Erste konkrete Veränderungen bei ihr:

  • Rauchstopp: „Es macht keinen Sinn, ständig Angst vor Krankheiten zu haben und gleichzeitig zu rauchen.“
  • Weniger Alkohol und bewusster Konsum.
  • Ausgewogene, gesunde Ernährung.
  • Mehr Bewegung und regelmäßige Aktivität im Alltag.

Diese Basismaßnahmen helfen nicht nur dem Körper, sondern geben auch mental das Gefühl, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun.

Therapie, Entspannung & Co.: Was dir zusätzlich helfen kann

Je nach Beschwerden können verschiedene Bausteine sinnvoll sein:

  • Psychotherapie (z. B. Verhaltenstherapie), um Ängste, Denkmuster und innere Konflikte zu bearbeiten.
  • Physiotherapie bei Muskelverspannungen, Nacken- und Rückenschmerzen.
  • Entspannungstechniken wie Atemübungen, progressive Muskelentspannung, Meditation.
  • Sport- und Bewegungstherapie, um Stress abzubauen und den Körper zu stärken.
  • Kunst- oder Ergotherapie, um Gefühle kreativ auszudrücken.

Christinas Kernbotschaft:

  • Regelmäßig etwas für dein Nervensystem tun, nicht nur im Akutfall.
  • Routinen entwickeln, die dir wirklich guttun: Spaziergänge, Yoga, Kreativität, sanfte Bewegung.
  • Dir erlauben, nicht perfekt zu funktionieren, sondern in kleinen Schritten aus dem Teufelskreis auszusteigen.

Christinas persönliche Symptome und ihr Umgang damit

Viele Hörerinnen und Hörer schreiben Christina und fragen: „Hattest du das auch? Warst du auch beim MRT? Beim EKG?“ In der Folge erzählt sie offen von den Symptomen, die sie am stärksten belastet haben.

Die häufigsten Beschwerden aus ihrer eigenen Geschichte

  • Schwindel: teilweise über den ganzen Tag ein leichtes Schwankschwindel-Gefühl.
  • Übelkeit und flauer Magen: oft den ganzen Tag, besonders nach dem Aufstehen.
  • Kreislaufprobleme: in schlimmen Phasen eher niedriger Blutdruck, kein Bluthochdruck. Sie musste aufpassen, sich rechtzeitig hinzusetzen.
  • Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen: starke Verspannungen durch ständiges „Schultern hochziehen“, begleitet von Physiotherapie.
  • Herzstolpern: phasenweise über Jahre sehr präsent. Heute tritt es noch gelegentlich auf, z. B. bei Wärme, beunruhigt sie aber nicht mehr.
  • Ohrgeräusche: zeitweise, z. B. in der Schwangerschaft – sie kennt auch die besondere Belastung durch permanente Geräusche im Ohr.

Sie beschreibt, wie sich ihr Umgang mit den Symptomen über die Jahre verändert hat:

„Ich spüre das Herzstolpern, es ist manchmal unangenehm, aber ich lege das Thema sofort wieder weg. Dann ist es auch meist schnell wieder vorbei. Und beim nächsten Mal weiß ich schon: Es ist nichts Schlimmes.“

Entscheidend für sie war, sich nicht mehr in jede Empfindung hineinzusteigern, sondern dem Körper wieder mehr zu vertrauen.

Fokus auf das Nervensystem, nicht auf das Einzel-Symptom

Christina betont nochmals:

  • Sie hat nicht für jedes Symptom eine Spezialübung gesucht.
  • Sie hat ganzheitlich am Nervensystem gearbeitet: Entspannung, Stressabbau, Selbstfürsorge, Therapie.

Wer konkrete Anregungen sucht, findet bei ihr ein „Symptome-E-Book“, in dem sie die 30 häufigsten körperlichen Angst- und Paniksymptome gesammelt und mit Tipps versehen hat. Trotzdem bleibt für sie die zentrale Strategie:

Runter vom Panik-Karussell, hin zu einem regulierten Nervensystem.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie du erkennst, wann genug ärztliche Diagnostik ist und wann es Zeit wird, psychische Ursachen anzuschauen.
  • Warum Selbstmitgefühl ein Schlüssel ist, um aus Chronifizierung und Daueranspannung auszusteigen.
  • Hinweise zu Nährstoffen wie Magnesium und Kalium im Zusammenhang mit Herzstolpern (Erfahrungsbericht, kein Ersatz für ärztliche Beratung).
  • Infos zu Christinas Workshop-Angeboten und dem Happy Club als Begleitung auf deinem Weg aus Angst und psychosomatischen Beschwerden.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Psychosomatik & Symptome". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Psychosomatik & Symptome"
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