„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina offen über ihre beiden Geburten – eine ungeplante erste Kaiserschnittgeburt und einen bewusst gewählten zweiten Kaiserschnitt.
Dabei geht es weniger um medizinische Details, sondern vor allem um eines:
Selbstbestimmung, Vertrauen ins eigene Bauchgefühl und den Mut, den eigenen Weg zu gehen – auch gegen äußere Erwartungen.
Christinas Sohn kam 2019 per ungeplantem Kaiserschnitt zur Welt. Zehn Tage nach dem errechneten Termin wurde eingeleitet, die Wehen zogen sich über viele Stunden hin und trotzdem tat sich am Muttermund kaum etwas.
Nach rund 36 Stunden Wehen, PDA, Erschöpfung und einer entzündeten Narbe war klar: körperlich war diese Geburt sehr belastend.
Psychisch dagegen erlebte Christina die erste Zeit mit ihrem Sohn als schön und stabil. Und genau diese Kombination prägte ihre Haltung für die zweite Geburt.
Wichtige Erkenntnisse aus der ersten Geburt:
Aus dieser Erfahrung nahm Christina einen klaren Vorsatz mit:
Beim zweiten Kind will sie selbst entscheiden dürfen, wann Schluss ist – und nicht noch einmal überredet werden, „es doch weiter zu versuchen“.
In der Schwangerschaft mit ihrer Tochter besprach Christina mit der Klinik: Sie möchte eine spontane Geburt versuchen,
aber wenn sich das Szenario der ersten Geburt wiederholt, soll frühzeitig ein Kaiserschnitt gemacht werden.
Der errechnete Termin verstrich, erste Wehen kamen und gingen, eine schlaflose Nacht folgte.
Abends setzten wieder stärkere Wehen ein – nach bereits rund 24 Stunden unterbrochener Wehenaktivität war Christina körperlich erschöpft.
Als sie in die Klinik kam, war der Muttermund wieder kaum geöffnet.
Ihr innerer Deal mit sich selbst war klar:
Wenn der Muttermund wieder kaum aufgeht, möchte ich den Kaiserschnitt.
Doch zunächst stieß sie erneut auf Widerstand: Hebammen und Arzt wollten sie motivieren, „es noch mal zu probieren“, immerhin sähe doch „alles gut aus“.
Ein Wendepunkt war die Unterstützung einer Hebamme, die sie aufforderte, noch einmal ganz klar zu sagen, was sie will.
Christina beschreibt diesen Moment so:
„Ich soll jetzt noch mal ganz klar und deutlich sagen, was ich will. Und dann habe ich gesagt: Ich möchte jetzt einen Kaiserschnitt.“
Learnings aus dieser Entscheidungssituation:
Nachdem Christina ihre Entscheidung unmissverständlich formuliert hatte, ging alles sehr schnell: PDA, Vorbereitung, OP.
Die Stimmung im OP beschreibt sie als überraschend positiv, ruhig und freundlich.
Im Vergleich zum ersten Mal fühlte sie sich getragen und gut versorgt.
Der zweite Kaiserschnitt war für Christina eine ganz andere Erfahrung als der erste.
Sie war zwar erschöpft, aber geistig klar und hatte das Gefühl, aktiv gewählt zu haben – nicht einfach „hineingeraten“ zu sein.
Ihre Tochter wurde ihr direkt gezeigt, kurz versorgt und kam dann gemeinsam mit ihrem Mann zurück in den OP.
Christina konnte während der gesamten OP ihre Tochter ansehen, Nähe spüren und präsent bleiben.
Nach der OP musste sie wegen eines Notfalls schnell aus dem OP gebracht werden.
Trotz der Hektik fühlte sie sich gut begleitet. Im Kreißsaal legte sie ihre Tochter sofort selbst an:
„Sie lag auf meinem Bauch zwischen EKG-Geräten, Katheter, komplett verkabelt – und ich wollte sie unbedingt anlegen. Sie hat eine Stunde lang getrunken.“
Damit erfüllte sich für sie ein Wunsch, der bei der ersten Geburt nicht in dieser Form möglich war.
Diesmal war sie hellwach, bewusst bei sich und ihrem Kind.
Warum sich der zweite Kaiserschnitt „richtig“ angefühlt hat:
Bemerkenswert ist auch ihre körperliche Erholung:
Noch am selben Tag stand sie auf und lief am Abend mit ihrer Tochter durchs Zimmer. Nach etwa einer Woche hatte sie kaum noch Schmerzen.
Sie führt das nicht nur auf den Operationsverlauf zurück, sondern auch auf ihre innere Haltung und klare Entscheidung.
Christinas innerer Leitgedanke:
„Ich wollte diesen Kaiserschnitt, ich nehme den jetzt und ich werde schnell wieder fit.“
Ein zentraler Kern dieser Podcastfolge ist die Botschaft, dass dein Bauchgefühl selten täuscht – und dass es sich lohnt, dafür einzustehen,
auch wenn andere eine andere Meinung haben.
Christina erzählt, dass der Oberarzt ihr im Nachhinein erklärte, die alte Kaiserschnittnarbe an der Gebärmutter sei bereits extrem dünn gewesen:
„Man konnte wie durch eine Glasscheibe das Kind sehen.“
Die Narbe war kurz vor einer Ruptur, was für Mutter und Kind lebensgefährlich geworden wäre. Ursprünglich wollte der Arzt den Kaiserschnitt erst um 8 Uhr morgens machen –
Christina bestand aber darauf, ihn sofort zu machen (gegen 2 Uhr nachts). Was passiert wäre, wenn sie die sechs Stunden gewartet hätte, bleibt offen.
Für sie ist das ein starkes Zeichen: Ihr Bauchgefühl lag richtig.
Daraus leitet sie mehrere Botschaften ab:
Christina plädiert dafür, Kaiserschnitte nicht mehr reflexhaft zu verteufeln.
Es gibt medizinische Gründe, persönliche Grenzen, Ängste und Lebensumstände, die nur die betroffene Frau selbst wirklich beurteilen kann.
„Auch Kaiserschnitt ist nicht gleich Kaiserschnitt. Und selbst wenn jemand sagt, er will keine Wehen und keine Schmerzen, ist es immer noch ihre Entscheidung.“
Gleichzeitig betont sie, dass sie sich selbst immer bewusster zurückhält mit „guten Ratschlägen“.
Denn: Zu viel Einmischung kann verunsichern. Die meisten Menschen haben ein gutes inneres Gespür dafür, was für sie richtig ist – wenn man sie lässt.
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