10 Regeln, die bei Angst helfen

01.05.2023
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

10 Regeln bei Angst: So wendest du sie im Alltag wirklich an

In dieser Folge von „Angst unplugged“ teilt Diplom-Soziologin und Buchautorin Christina Hillesheim zehn essenzielle Regeln im Umgang mit Angst und Panik – inklusive konkreter Tipps, wie du sie in akuten Situationen umsetzen kannst. Die Regeln stammen unter anderem von der Deutschen Angsthilfe e. V. und wurden von Christina mit ihren eigenen Erfahrungen ergänzt.

Die Zielgruppe: Menschen mit Angststörungen, Panikattacken oder anhaltender innerer Unruhe, die sich praktische, alltagstaugliche Unterstützung wünschen – in einer verständlichen, nahbaren Du-Ansprache.

1. Angst verstehen: Normale Stressreaktion statt Lebensgefahr

Der wichtigste Perspektivwechsel: Angst ist eine übersteigerte, aber normale Stressreaktion – kein Zeichen, dass du „verrückt“ wirst oder gleich stirbst.

Wenn ein kleiner Trigger kommt – ein Geräusch, eine Situation, ein Geruch oder eine Erinnerung – kann das Gedankenkarussell sofort anspringen. Du katastrophisierst, dein Körper reagiert immer stärker und du hast das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.

Christina betont:

„Auch wenn die Angst ein super unangenehmes Gefühl ist, du stirbst nicht an Angst. Versuche die Angst als das zu akzeptieren, was sie ist: ein Gefühl.“

Wichtige Erkenntnisse aus Regel 1 und 2:

  • Angstgefühle und körperliche Symptome (Herzrasen, Schwindel, Schwitzen, Engegefühl) sind normale Stressreaktionen.
  • Angstreaktionen sind nicht schädlich für deine Gesundheit. An Herzklopfen oder Atemnot durch Angst stirbst du nicht.
  • Je mehr du deine Angst bekämpfst, desto bedrohlicher wirkt sie. Akzeptanz nimmt ihr langfristig die Macht.

Konkreter Tipp für Angstsituationen

  • Benenne, was passiert: Sage dir innerlich: „Das ist eine normale Stressreaktion. Sie ist unangenehm, aber nicht gefährlich.“
  • Suche den Auslöser: Frage dich: Was könnte die Reaktion angestoßen haben? Situation, Person, Geräusch, Geruch, Gedanke?
  • Nutze Atemübungen: Ruhige, längere Ausatmung (z. B. 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen) beruhigt dein Nervensystem. Christina arbeitet in ihrem Angstfreikurs mit vielen Atemtechniken, die bei ihr „wirklich Wunder bewirkt haben“.

2. Aus dem Kopf zurück ins Jetzt: Realität statt Horrorszenarien

Sobald Angst hochfährt, rutscht du blitzschnell in deine innere Horrorwelt: „Was ist, wenn…?“, „Ich kippe gleich um“, „Alle merken, dass mit mir etwas nicht stimmt“.

Genau hier setzen die Regeln 3 und 4 an: Bleibe in der Realität und verstärke die Angst nicht durch Fantasie und Katastrophengedanken.

Deine Gedanken und deine körperlichen Reaktionen sind eng miteinander verbunden: ängstliche Gedanken verstärken die Symptome – und die verstärkten Symptome nähren wieder die Gedanken. Ziel ist es, diesen Kreislauf bewusst zu unterbrechen.

Die 5-4-3-2-1-Übung für das Hier und Jetzt

Um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, hilft es, deine Sinne ganz bewusst einzusetzen:

  • 1 Sache schmecken – z. B. Kaugummi, Wasser, Kaffee.
  • 2 Dinge riechen – deine Kleidung, die Luft, ein Duftöl.
  • 3 Geräusche hören – vielleicht Straßenlärm, Stimmen, ein Brummen.
  • 4 Dinge fühlen – den Stuhl unter dir, deine Kleidung, deine Füße auf dem Boden.
  • 5 Farben sehen – zähle bewusst fünf Farben in deiner Umgebung.

Du kannst die Zahlen auch anpassen, wichtig ist nur: Du holst dich aktiv ins Hier und Jetzt zurück, statt dich in Horrorszenarien zu verlieren.

Gedanken prüfen statt ihnen glauben

Nutze deinen Verstand, um deine Gedanken zu hinterfragen:

  • Ist das wirklich wahr, was ich gerade denke?
  • Kann ich mir zu 100 % sicher sein, dass das passiert?
  • Würde jede andere Person in derselben Situation das genauso sehen?

So erkennst du: Es sind „nur“ Gedanken – keine Tatsachen.

3. Angst aushalten statt flüchten: Die Welle reiten

Die instinktive Reaktion bei Angst ist Flucht: Situation verlassen, ablenken, vermeiden. Kurzfristig fühlt sich das erleichternd an, langfristig füttert es deine Angst. Genau hier setzen Regel 5, 6 und 7 an:

  • Bleibe in der Angstsituation, bis sie abklingt.
  • Beobachte, wie die Angst von alleine wieder abnimmt.
  • Vermeide Angstsituationen nicht – außer es besteht reale Gefahr.

Christina vergleicht die Angst mit einem Ball, den du unter Wasser drückst:

„Je mehr du versuchst, den Ball nach unten zu drücken, mit umso größerer Wucht wird er wieder hochkommen.“

Das Gleiche passiert mit deiner Angst, wenn du sie permanent wegdrücken willst.

Die Angst als Welle betrachten

Ein starkes Bild, das helfen kann: Angst als Welle.

  • Wehrst du dich gegen die Welle, kostet es dich enorm viel Kraft und du gehst eher unter.
  • Wenn du lernst, auf der Welle zu reiten, trägt sie dich – und ebbt von selbst wieder ab.

Angstreaktionen haben immer einen Anfang und ein Ende. Dein Job: dazwischen nicht fliehen, sondern durchhalten und beobachten.

Konkrete Strategien zum Dranbleiben

  • Intensität beobachten: Frage dich: Wo spüre ich die Angst im Körper? Wie stark ist sie auf einer Skala von 1 bis 10?
  • Rolle des Forschers einnehmen: Statt in Panikgedanken zu gehen, betrachte deine Angst neugierig: „Spannend, wie fühlt sie sich an? Wie verändert sie sich?“
  • Nicht wegdenken, nur fühlen: Angst würde von alleine abklingen, wenn wir sie fühlen würden, ohne uns gedanklich tiefer hineinzusteigern.

4. Schritt für Schritt mutiger werden: Exposition, Zeit und Selbstliebe

Um deine Angst langfristig zu schwächen, reicht es nicht, nur akute Situationen zu überstehen. Du brauchst neue Erfahrungen, die deinem Gehirn zeigen: „Ich kann das.“ Genau darum geht es in den Regeln 8, 9 und 10.

Gezielte Konfrontation: Du gehst auf die Angst zu

Statt darauf zu warten, dass die Angst dich überrascht, kannst du das Ruder übernehmen und dich bewusst und in kleinen Schritten Situationen aussetzen, die dir Angst machen.

  • Stufe dir Situationen nach Schwierigkeitsgrad (leicht, mittel, schwer).
  • Starte mit leichten Situationen und steigere dich nach und nach.
  • Jede gemeisterte Situation stärkt dein Selbstvertrauen.

Christina empfiehlt, eine Erfolgsliste zu führen:

  • Notiere Situationen, die du trotz Angst gemeistert hast.
  • Schreibe auch kleine Erfolge auf – sie zählen genauso.
  • Halte fest, wie du Krisen und Probleme schon bewältigt hast.

Das stärkt deinen inneren Beweis: „Ich kann mit schwierigen Dingen umgehen.“

Dein Wenn-Dann-Plan für Angstsituationen

Ein klarer Notfallplan gibt Sicherheit. Zum Beispiel:

  • Wenn mein Herz anfängt zu rasen, dann mache ich meine Atemübung.
  • Wenn meine Gedanken verrückt spielen, dann sage ich laut „Stopp“ und mache die 5-4-3-2-1-Übung.
  • Wenn ich in einer Situation Panik bekomme, dann bleibe ich mindestens noch 10 Minuten und beobachte meine Angst.

Gib der Angst Zeit – und dir auch

Regel 9 erinnert dich daran: Angst braucht so lange, wie sie braucht. Du kannst den Prozess nicht beschleunigen, indem du an dir „ziehst“ wie an einem Grashalm.

  • Versuche nicht, krampfhaft aus der Situation zu flüchten.
  • Bleib als „achtsame Beobachterin“ oder „achtsamer Beobachter“ in der Situation.
  • Baue im Alltag bewusst kleine Entspannungsinseln ein: 10 Minuten am Tag für eine Übung, die dir guttut.

Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

Regel 10 ist ein entscheidender Baustein: Sei stolz auf kleine Erfolge.

„Du hast Ängste und das ist eine super große Herausforderung. Das ist nicht schwach, sondern ziemlich mutig.“

Starkes Selbstvertrauen und Selbstliebe sind wichtige Grundlagen für ein angstfreieres Leben. Dazu gehört:

  • Dich nicht für deine Ängste zu verurteilen.
  • Dich bewusst zu loben – auch für mini kleine Schritte.
  • Dir regelmäßig etwas Gutes zu tun.

Hilfreich kann ein Mut-mach-Text sein:

  • Schreibe dir 3–5 Sätze auf, die dir in Angstsituationen guttun würden.
  • Überlege: Was würde meine beste Freundin, meine Mama oder ein liebevoller Mensch mir jetzt sagen?
  • Lies dir diesen Text bei Panik oder starker Unruhe bewusst durch.

Und: Hol dir Unterstützung, wenn es dir sehr schlecht geht. Christina empfiehlt ausdrücklich Psychotherapie – als individuellen Weg, an die Wurzeln deiner Angst zu kommen. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Mut.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie Christinas Burnout 2016 der Startpunkt ihrer Reise zu einem entspannteren Leben war.
  • Ein Einblick in ihren angstfrei Onlinekurs mit über 40 persönlichen Videos zu Heilung, Rückfällen und praktischen Übungen.
  • Ein Bonus-Workshop mit Coachin und Künstlerin Julia über Angst vor Tod und Krankheit – und den Umgang damit durch Kreativität.
  • Hinweise zu Ratenzahlung und individuellen Lösungen für Geringverdiener.
  • Warum es sich lohnt, die Folge mehrfach anzuhören und sich die zehn Regeln auszudrucken.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"
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