Wie sich eine Angststörung anfühlt

Meine Erfahrungen

29.07.2024
Wie sich eine Angststörung anfühlt – persönliche Erfahrungen aus einer Podcastfolge über Symptome und innere Zustände

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Wie sich eine Angststörung wirklich anfühlt – 5 Anzeichen aus der Praxis

In dieser Folge von „Angst unplugged“ teilt Christina sehr persönlich, wie sich ihre eigene Angststörung angefühlt hat – körperlich, emotional und mental.
Wenn du dich fragst, ob deine Symptome „noch normal“ sind oder schon in Richtung Angststörung gehen, findest du hier Orientierung und ganz viel Entlastung.

Wichtig: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Diagnose. Er hilft dir, deine Erfahrungen besser einzuordnen und nächste Schritte mutiger zu gehen.

1. Wenn du deinem eigenen Körper nicht mehr vertraust

Eines der deutlichsten Anzeichen ihrer Angststörung war für Christina das verlorene Körpervertrauen. Statt auf ihr Gefühl zu hören, war sie in ständiger Alarmbereitschaft.

Typische Erfahrungen dabei:

  • Du fühlst dich in deinem eigenen Körper nicht mehr sicher.
  • Du interpretierst jedes Symptom sofort als schwere Krankheit.
  • Deine Intuition, was dir guttut oder nicht, ist wie abgeschnitten.
  • Du rennst immer wieder zu Ärzt:innen, bist aber nur kurz beruhigt.

Christina beschreibt es so:
„Ich hatte manchmal jeden Tag irgendeine andere Erkrankung und war mir auch wirklich total sicher, diese Krankheit zu haben.“

Das Ergebnis: Das Vertrauen in den eigenen Körper ist „komplett weg“. Statt innerer Sicherheit herrschen Misstrauen, ständiges Scannen nach Symptomen und die Angst, etwas Lebensbedrohliches zu übersehen.

Was dir helfen kann:

  • Medizinisch abklären lassen, was abgeklärt werden muss – und dann die Ergebnisse ernst nehmen.
  • Schrittweise lernen, Körpersignale neu zu bewerten (z.B. „Es ist unangenehm, aber nicht gefährlich“).
  • Stressreduktion statt Dauerselbstbeobachtung: Pausen, Entlastung, kleine Auszeiten.

2. Herzstolpern, Herzrasen & Co.: Wenn das Herz verrücktspielt

Ein weiterer großer Angstfaktor für Christina: heftige körperliche Symptome rund ums Herz – ohne organische Ursache.

Typische Symptome, die sie beschreibt:

  • Herzstolpern
  • Herzrasen
  • Druck oder Engegefühl auf der Brust
  • Gefühl, schwer einatmen zu können

Mehrfach wurde medizinisch abgeklärt: organisch gesund. Die Diagnose: psychosomatisch. Für viele Betroffene im ersten Moment frustrierend, zugleich aber auch eine Entlastung.

Christina betont zwei wichtige Punkte:

  • Medizinisch abklären ist Pflicht – vor allem, wenn du zum ersten Mal solche Symptome hast.
  • Endloses Kontrollieren schadet – „Es bringt halt auch nichts, zehnmal zum Arzt zu gehen.“

Sie fasst es sinngemäß so zusammen: Wenn die Medizin heute sagt, dass organisch nichts ist, dürfen wir lernen, darauf zu vertrauen. Nur wenn wir Symptome auch mal aushalten, können wir erfahren, dass sie wieder vorbeigehen.

Was dir helfen kann:

  • Einmal gründlich abklären lassen, bei Bedarf eine Zweitmeinung einholen.
  • Danach bewusst entscheiden: den Kreislauf Arztbesuche – kurzfristige Beruhigung – neue Angst durchbrechen.
  • Zusammenhang zwischen Angst, Stress und Herzsymptomen ernstnehmen – statt sofort wieder eine schwere Krankheit zu vermuten.

3. Atmen, atmen, atmen – und trotzdem keine Luft bekommen

Christina hatte häufig das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen, obwohl körperlich alles in Ordnung war. Ein Klassiker bei Angststörungen.

Sie beschreibt:
„Ich muss einatmen, einatmen, einatmen und ich krieg trotzdem nicht genug Luft.“

Typische Muster bei Angst und Atmung:

  • Gefühl, du bekommst nicht genug Luft, obwohl du objektiv atmest.
  • Starker Fokus auf den Einatem: du willst „mehr Luft holen“.
  • Der Körper geht unbewusst in eine Art Hyperventilation – oft sehr subtil.

Heute kennt Christina ihre Muster besser und reagiert anders:

  • Sie gerät nicht mehr in Panik, wenn die Atmung mal wieder „komisch“ wirkt.
  • Sie erkennt: „Okay, du hast zu viel Stress gehabt.“
  • Sie nutzt Tools wie Atemübungen, Achtsamkeit, Spazierengehen oder Yoga.

Ein zentraler Schlüssel:
Nicht noch mehr einatmen, sondern bewusst länger ausatmen als einatmen.

Denn: Der Einatem funktioniert von alleine. Ruhe und Entspannung kommen beim Ausatmen. Genau hier setzt angstlindernde Atmung an.

  • Zum Beispiel: 4 Sekunden einatmen, 6–8 Sekunden ausatmen.
  • Auf das Ausatmen konzentrieren, nicht auf das „Luft holen“.

4. Ständige innere Unruhe, Grübelschleifen und Schlafprobleme

Zur Angststörung kam bei Christina später noch ein Burnout und depressive Symptome dazu. Besonders belastend: eine permanente innere Unruhe und massive Schlafprobleme.

Innere Unruhe, die nicht mehr weggeht

Christina erlebte eine Unruhe, die von früh bis spät da war – „wie kurz vorm Platzen“. Anders als normale Nervosität, die wieder abklingt, blieb dieses Gefühl dauerhaft.

Typische Begleiterscheinungen:

  • 24/7 kreisen die Gedanken um Angst und mögliche Lösungen.
  • Du versuchst, mit dem Verstand aus der Angst herauszukommen.
  • Vertrauen und Loslassen fallen extrem schwer.

Sie erkannte später: Die Antwort lag nicht im „noch mehr Nachdenken“, sondern darin, wieder mehr ins Fühlen zu kommen und sich zu fragen:
„Was hat mich eigentlich in diese Lage gebracht?“

Schlafstörungen als Verstärker von Angst und Depression

Ein weiterer, sehr belastender Faktor: monatelange Schlafprobleme. Christina wachte nachts immer wieder mit starker Angst auf – ohne zu wissen, wovor sie überhaupt Angst hatte.

Rückblickend war diese Schlafthematik für sie ein wesentlicher Baustein auf dem Weg ins Burnout und in die Depression.

Was sie erlebt hat:

  • Monatelanges nächtliches Aufwachen mit intensiver Angst.
  • Kaum erholsamer Schlaf, permanenter Erschöpfungszustand.
  • Der Gedanke: „Es gibt keine Lösung, es gibt keine Hoffnung.“

Erst als sie offen mit ihrem Arzt darüber sprach, bekam sie ein klar strukturiertes Medikationskonzept. In enger Absprache mit ihm nahm sie vorübergehend Medikamente, die ihr halfen, wieder besser durchzuschlafen.

Wichtig ist ihr dabei:

  • Sie nennt bewusst kein konkretes Medikament, weil jede Behandlung individuell ist.
  • Sie ist keine Ärztin und möchte keine konkreten Wirkstoffe empfehlen.
  • Was ihr geholfen hat, kann bei anderen starke Nebenwirkungen haben.

Der entscheidende Effekt für sie:
„Ich konnte meinen Körper wieder so ein bisschen erholen.“
Die Tabletten waren keine Wunderpille, aber sie haben einen notwendigen Raum für körperliche Regeneration geschaffen.

Ihre klare Botschaft:

  • Es gibt immer eine Lösung – auch wenn dein Kopf gerade etwas anderes erzählt.
  • Die Medizin bietet heute viele Möglichkeiten, nicht nur Medikamente.
  • Sprich ehrlich mit deinem Arzt oder deiner Therapeutin darüber, wie es dir wirklich geht.

Christina möchte Mut machen:
Es müssen nicht immer Tabletten sein, aber es gibt Hilfe, Optionen und Wege – du musst da nicht alleine durch.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Wie du lernst, nicht jede körperliche Empfindung zu googeln oder zu dramatisieren.
  • Warum es so wichtig ist, den Kreislauf aus Angst, Arztbesuchen und kurzer Erleichterung zu durchbrechen.
  • Welche Rolle Stress beim Auftreten von Herzstolpern und Atemproblemen spielt.
  • Wie Christina mit Achtsamkeit, Yoga und kleinen Routinen ihren Alltag angstärmer gestaltet.
  • Ein Einblick in Christinas „Happy Club“ mit Workshops zu Herzstolpern, Schwindel, Psychosomatik, Körpervertrauen, Nervensystem, Schlafstörungen und Antidepressiva.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Akute Angst & Panik". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Akute Angst & Panik"
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