„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps und Übungen, inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie (Experten) Interviews.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
Diese Folge von „Angst unplugged“ ist eine Einladung, dein eigenes Leben neu zu betrachten. Gastgeberin Christina spricht mit Sonja Piontek – Spiegel-Bestsellerautorin, Keynote-Speakerin und Executive Coach –, die nach massiven Verlusten buchstäblich aus der Asche aufgestanden ist.
Ihr Weg vom vermeintlich perfekten Leben zum „Phoenix Mindset“ zeigt, wie du auch nach Burnout, Angst, Trauer oder einem tiefen persönlichen Einbruch wieder Mut, Freude und innere Stärke finden kannst.
Sonja Piontek ist in München als eineiiger Zwilling mit drei Eltern in Sektennähe aufgewachsen, hat Diplom-Kulturwirtschaft studiert, in sechs Ländern gelebt und eine beeindruckende internationale Konzernkarriere bei BMW hingelegt – zuletzt als Marketingdirektorin für BMW Asien in Singapur.
Von außen schien ihr Leben perfekt: Traumjob, internationale Bühne, eigene Agentur, Erfolge als Keynote-Speakerin, Auszeichnungen, Medienpräsenz. Doch 2020 verlor sie in kurzer Zeit:
Aus dieser Multitraumatisierung heraus entwickelte sie ihr Phoenix Mindset, begleitet heute als Coach und Autorin Menschen durch Krisen und zeigt, wie aus Asche wieder Kraft entstehen kann.
Sonjas Leben brach 2020 an mehreren Stellen gleichzeitig weg. Sie beschreibt diese Zeit als „Tal der Tränen“, in dem sie noch nie in ihrem Leben so viel geweint und so viel Verzweiflung gespürt hat. Gleichzeitig begann genau dort der Wendepunkt.
Ein ganz zentraler Schritt war für Sonja, sich selbst zu erlauben, nicht okay zu sein:
„Es ist okay, nicht okay zu sein. Ich musste mir eingestehen: Hier geht gerade etwas richtig schief, ich bin tief verletzt und traumatisiert – und ich muss mich dafür nicht schämen.“
Statt zu funktionieren oder Gefühle wegzudrücken, hat sie:
Christina bringt dazu den wichtigen Gedanken ein, dass unterdrückte Trauer oft in Depression münden kann. Traurig zu sein ist nicht das Problem – nicht fühlen zu dürfen, schon.
Der Wendepunkt begann nicht mit einem großen Durchbruch, sondern mit einer inneren Entscheidung:
„Ich wollte so nicht weiterleben. Ich wollte wieder lachen, lieben, fröhlich sein und meinen Spirit zurückgewinnen.“
Sonja beschreibt drei entscheidende Schritte:
Gerade in schweren Phasen wirken große Ziele oft überfordernd. Sonja hat deshalb begonnen, sich bewusst mikroskopisch kleine Glücksmomente zu schaffen:
Diese minimalen Schritte sind keine „Lösung“, aber sie sind Hebel, um langsam wieder in Kontakt mit Freude und Lebendigkeit zu kommen.
Sonja erzählt sehr ehrlich, dass sie früher zwar für alle da war, aber nie selbst um Hilfe bat. Ihr Bild von sich: Superwoman braucht keine Hilfe. In der Krise merkte sie: Das funktioniert nicht mehr.
Ein Schlüsselmoment: Sie wollte ihre Freundin Claudi spontan zum Abendessen „anzapfen“, sagte aber am Telefon nichts zu ihrem eigentlichen Bedürfnis. Claudi war im Stress und legte wieder auf. Sonja blieb alleine mit ihrem Wunsch nach Verbindung.
Beim nächsten Versuch machte sie es anders. Als Claudi wieder völlig gestresst war, sagte Sonja:
„Was hältst du davon, wenn ich einkaufen gehe, zu dir komme, mit deiner Tochter Pizza backe und du einfach aus dem Büro kommst, wenn du fertig bist – und die Pizza steht dampfend auf dem Tisch?“
Claudi war begeistert. Sonja hatte gleichzeitig:
Die Essenz für dich:
Aus all diesen Erfahrungen ist Sonjas Phoenix Mindset entstanden – ein Bild, das sie heute in ihren Coachings nutzt:
Heute lebt Sonja wieder in Deutschland, hat sich ein neues Leben aufgebaut, unterstützt andere Menschen als Autorin, Speakerin und Coach und weiß gleichzeitig: „Mein Leben ist glücklich, aber nicht sorgenfrei – und genau so ist Leben.“
Ein wiederkehrendes Thema im Gespräch ist die Eigenverantwortung. Viele Hörer:innen von „Angst unplugged“ kennen das Gefühl, in Angst oder Erschöpfung festzustecken – und gleichzeitig innere Sätze zu haben wie:
Sonja und Christina sind da sehr klar: Gefühle sind immer berechtigt. Aber du hast eine Wahl, wie du deine Situation bewertest und was du daraus machst.
Sonja beschreibt zwei mögliche Haltungen:
Ein Beispiel aus ihrer Biografie: Als Teenager wurde ihre Mutter in eine gleichgeschlechtliche Beziehung verurteilt, es war gesellschaftlich kaum akzeptiert. Sie hätte sich als „Scheidungskind“ und Opfer der Umstände sehen können. Stattdessen traf sie eine andere Entscheidung:
„Ich habe heute drei wundervolle Eltern. Ich bin kein Opfer, ich bin Gewinnerin, weil ich ein Geschenk bekommen habe, das die meisten nicht haben.“
Die Situation war objektiv schwierig. Der Unterschied lag in der inneren Bewertung.
Christina erzählt, dass sie früher als ängstliches Kind und junge Frau alles zuerst negativ bewertet hat: Angst, Neid, Katastrophengedanken. In den letzten Jahren hat sich das radikal verändert, weil sie bewusst geübt hat, anders zu denken:
Heute nutzt sie selbst stressige Situationen – etwa ein Live-TV-Interview oder einen langen Flug in der Schwangerschaft mit kleinem Kind – als Trainingsfeld:
Das ist kein „Schönreden“, sondern ein gezieltes Umlernen des Bewertungsfilters. Und der beginnt oft mit nur einer einzigen Situation, die du bewusst anders betrachtest.
Gerade bei Angstthemen (z.B. Flugangst, Auftrittsangst) empfehlen beide: nicht mit der Allianz Arena anfangen</strong. Wähle kleinere Stufen:
Jede überwundene Hürde wird dein inneres Referenzerlebnis:
Ein Punkt, den Sonja immer wieder in Coachings sieht: Menschen erreichen viel, aber nehmen es kaum wahr. Stattdessen hetzen sie weiter zum nächsten Ziel.
Sie erzählt von einem Unternehmer, der „aufs nächste Level“ wollte. Bevor sie darüber sprachen, ließ sie ihn aufschreiben, mit welchen Kunden er bereits gearbeitet hatte. Auf der Liste landeten große Konzerne wie Mercedes, Siemens, IBM – und er war selbst überrascht:
„Mir war gar nicht bewusst, wem ich alles schon wichtig genug war, um mir einen Auftrag zu geben.“
Genau das brauchst du auch bei Angst, Burnout oder Krisenthemen:
Feiere es bewusst. Das kann sein:
Dein Nervensystem speichert: „Herausforderung – gemeistert – fühlt sich gut an.“ Das macht nächste Schritte leichter.
Ein großes Thema in Sonjas Arbeit ist das Umfeld. Es prägt deine Energie, deinen Mut und deine Wahrnehmung enorm. Gerade in Angst- und Krisenzeiten ist es entscheidend, wer nah an dir dran ist.
In ihrem Achtsamkeits-Workbook stellt Sonja eine Übung vor, die für viele ein echter Augenöffner ist:
Allein dieser ehrliche Blick kann wehtun – und gleichzeitig ungeheuer befreiend sein. Du siehst schwarz auf weiß:
Wichtig: Es geht nicht darum, „Menschen aus deinem Leben zu streichen“. Es geht darum, Präsenz und Gewichtung bewusst zu steuern.
Gerade Familie ist oft emotional aufgeladen und schwer abzugrenzen. Sonja und Christina zeigen pragmatische Wege, wie du dein Energiefeld schützen kannst, ohne große Kämpfe zu führen.
Eine Coaching-Klientin von Sonja hatte eine sehr präsente Schwiegermutter, die jeden Morgen beim Gassi-Gehen „spontan“ 1–2 Stunden zum Plaudern ins Homeoffice eingefallen ist. Direkter Konfrontationsstil („Bitte komm nicht mehr so oft“) war für die Klientin schwierig.
Lösung:
Das Ergebnis:
Eine Freundin, die du sehr magst, kann trotzdem zur Energiezehrerin werden, wenn sie selbst stark belastet ist. Das heißt nicht, dass du sie fallen lassen musst. Aber du darfst ehrlich sagen:
Mehr braucht es oft gar nicht. Du schützt deine begrenzte Energie, ohne die andere Person abzuwerten. Die Kernbotschaft:
Du bist verantwortlich für deine Grenzen – niemand sonst.
Neben Grenzen nach außen geht es genauso darum, mehr Positive in dein Feld zu holen. Das können sein:
Du musst nicht sofort dein ganzes Umfeld „austauschen“. Aber du kannst Schritt für Schritt die Gewichtung verschieben – hin zu mehr Licht, weniger Entzug.
Zum Schluss sprechen Christina und Sonja ausführlich über Sonjas aktuelles Buch, das es auf die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat: ein Achtsamkeits-Workbook, das eine Leserin treffend als „Rezeptbuch zum Glücklichsein“ beschrieben hat.
Das Workbook ist für Menschen, die:
Es geht nicht um trockene Theorie, sondern um konkrete Umsetzung im Alltag.
Das Buch ist als praktisches Arbeitsbuch aufgebaut, in dem du dich selbst in den Mittelpunkt stellst:
Typisch für Sonjas Arbeit:
Veit Lindau, der das Vorwort geschrieben hat, war anfangs skeptisch („noch ein Achtsamkeitsbuch?“). Überzeugt hat ihn, dass hier nicht Achtsamkeit als abstraktes Konzept im Mittelpunkt steht, sondern du selbst als wichtigste Person in deinem Leben. Es geht darum, dein Leben so zu gestalten, dass es dir guttut – nicht den Erwartungen anderer.
Christina beschreibt sehr treffend, dass viele Menschen sich nie die scheinbar einfachen, aber entscheidenden Fragen stellen:
Stattdessen drehen sie sich im Hamsterrad aus:
Sonjas Ansatz: Zurück zu dir. Weg von „man macht“, hin zu „passt das für mich?“
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