„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.
Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️
In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Diplom-Soziologin und SPIEGEL-Bestsellerautorin Christina Hillesheim über ein Thema, das viele Betroffene von Angststörungen intensiv beschäftigt: die Angst vor Krebs und schweren Krankheiten.
Christina teilt ihre persönliche Geschichte, erklärt, wie du dich mit Wahrscheinlichkeiten beruhigen kannst und warum es so wichtig ist, Angstgedanken früh zu stoppen, bevor sie in Horrorszenarien ausarten.
Christina lebt mit Ängsten, seit sie etwa sieben oder acht Jahre alt ist. Neben der Verlustangst um ihre Mutter war die Angst vor Krebs jahrzehntelang ihr ständiger Begleiter.
Immer wenn ein neues Symptom auftauchte, war ihr erster Gedanke:
„Meine schlimmste Angst war immer: Das könnte Krebs sein.“
Typische Muster, die sie beschreibt und die du vielleicht kennst:
Damit beginnt ein Teufelskreis aus Scannen, Googeln und Katastrophisieren. Genau diesen Kreislauf zu unterbrechen, ist ein zentrales Thema der Folge.
Christina rät immer wieder: „Googelt nicht – und wenn ihr googelt, dann positiv.“ Dahinter steckt ein wichtiger Mechanismus: Wenn wir nach Symptomen suchen, landen wir fast automatisch bei den schlimmsten Diagnosen und füttern damit unsere Angst.
Ein Schlüsselsatz aus der Folge ist:
„Wahrscheinliches ist wahrscheinlich.“
Statt im Kopf sofort zum schlimmsten Fall zu springen, kannst du dich fragen:
Christina erzählt, wie sie kürzlich nach einer Blutabnahme leicht erhöhte Nierenwerte hatte. Früher wäre sie im Kopf sofort bei Nierenkrebs gelandet. Heute stellt sie sich bewusst die Frage nach der wahrscheinlichsten Ursache – und kam schnell auf:
Das hat einen Großteil der Angst direkt entschärft – ohne die medizinische Abklärung zu ersetzen. Denn auch das betont sie:
Auf Wahrscheinlichkeiten zu vertrauen heißt nicht, den Arzt zu meiden.
Es bedeutet nur, deine Gedanken nicht automatisch in die Katastrophe laufen zu lassen.
Ein eindrückliches Beispiel aus ihrem Familienleben: Ein auffälliger Mammographie-Befund hätte Christina früher völlig aus der Bahn geworfen. Stattdessen hat sie diesmal bewusst „positiv gegoogelt“ und geschaut:
Die Zahl, die sie fand (ohne Gewähr, aber als Orientierung): Nur ein vergleichsweise kleiner Teil der auffälligen Befunde ist wirklich bösartig. Das zeigt:
Die Kernerkenntnis:
Orientiere dich an Wahrscheinlichkeiten und an der Regel – nicht an seltenen Ausnahmen.
Ein weiteres wichtiges Bild, das Christina verwendet, ist die Straßen-Metapher:
Sobald ein Symptom oder ein beunruhigender Gedanke auftaucht, stehen wir bildlich gesprochen an einer Kreuzung. Eine Straße führt in die Angstspirale, die andere in die Gegenwart und Gelassenheit.
Ihr Ansatz:
„Ich kann mich heute sehr gut entscheiden, diese Straße nicht langzugehen.“
Christina beschreibt, dass sie heute bewusst entscheiden kann, nicht in die Angstspirale einzusteigen. Das ist kein Schalter, der über Nacht umgelegt wird, sondern ein Lernprozess mit viel Übung – aber er ist möglich.
Ein zentraler, entlastender Gedanke der Folge:
Sorgen schützen dich nicht davor, dass ein befürchtetes Ereignis eintritt.
Viele Angstbetroffene kennen diesen inneren Dialog:
Christina dreht diese Logik um:
Ihr Fazit:
„Im besten Fall hast du dir vorher einfach keine Gedanken gemacht und hattest wenigstens noch eine gute Zeit.“
Christina ermutigt dich, dir bewusst zu erlauben, vom positiven oder neutralen Ausgang auszugehen – selbst wenn dein Angsthirn ständig „Ja, aber…“ ruft.
Denn:
Ein Vergleich, den sie bringt, ist besonders einprägsam:
Du würdest deinen Job nicht kündigen, nur weil du theoretisch im Lotto gewinnen könntest.
Genauso wenig ist es sinnvoll, das eigene Leben an seltenen Katastrophen auszurichten, die in deinem Kopf ständig stattfinden, aber statistisch extrem unwahrscheinlich sind.
Im vorgelesenen Kapitel aus ihrem Buch „Sag deiner Angst, sie kann gehen“ zeigt Christina ganz konkret, wie du den Satz „Wahrscheinliches ist wahrscheinlich“ praktisch nutzen kannst.
Wenn du merkst, dass sich wieder ein Horrorfilm in deinem Kopf abspielt, halte innerlich an und frage dich:
Allein diese Frage schafft Distanz. Du trittst einen Schritt aus der Angst heraus und aktivierst deinen Verstand.
Christina schlägt vor, deine Angst auf einer Skala einzuordnen:
Wichtig dabei:
Geh nicht nach deinem Gefühl, sondern nach den Fakten.
Menschen mit Angst halten Dinge vom Gefühl her für viel wahrscheinlicher, als sie tatsächlich sind. Genau deshalb lohnt es sich, sachlich zu prüfen:
Typische Gedanken, die Angst verstärken, lauten zum Beispiel:
Christinas Einladung:
Bleib mit deinen Gedanken bei dir und deinem Leben.
Du kennst die kompletten Hintergründe anderer Menschen nicht. Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Einzelne Schicksale sind tragisch, aber sie sind nicht die Regel.
Ein berührendes Beispiel ist die Geschichte von Tatjana, einer ehemaligen Betroffenen aus Christinas Community:
Diese Perspektive kann auch dir helfen: Konzentriere dich auf Regelfälle und Wahrscheinlichkeiten, nicht auf Extremfälle.
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