Wie werde ich die Angst vor Krebs los?

Tipps zur Überwindung der Angst vor Krankheiten

07.04.2025
Folge 322 | Wie werde ich die Angst vor Krebs los? Tipps zur Überwindung der Angst vor Krankheiten

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

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Inhalt

Angst unplugged: Wie du die Angst vor Krebs mit Wahrscheinlichkeiten beruhigst

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Diplom-Soziologin und SPIEGEL-Bestsellerautorin Christina Hillesheim über ein Thema, das viele Betroffene von Angststörungen intensiv beschäftigt: die Angst vor Krebs und schweren Krankheiten.

Christina teilt ihre persönliche Geschichte, erklärt, wie du dich mit Wahrscheinlichkeiten beruhigen kannst und warum es so wichtig ist, Angstgedanken früh zu stoppen, bevor sie in Horrorszenarien ausarten.

Angst vor Krebs: Wenn jedes Symptom zur Katastrophe wird

Christina lebt mit Ängsten, seit sie etwa sieben oder acht Jahre alt ist. Neben der Verlustangst um ihre Mutter war die Angst vor Krebs jahrzehntelang ihr ständiger Begleiter.

Immer wenn ein neues Symptom auftauchte, war ihr erster Gedanke:

„Meine schlimmste Angst war immer: Das könnte Krebs sein.“

Typische Muster, die sie beschreibt und die du vielleicht kennst:

  • Jedes Symptom wird dramatisiert: Schwindel, Magenziehen, ein Fleck auf der Haut – sofort entsteht im Kopf das Bild von Tumoren und Krebsdiagnosen.
  • Angstketten im Kopf: Aus einem harmlosen Symptom wird mental innerhalb von Sekunden die Vorstellung von Chemo und Krankenhaus.
  • Frühe Prägung: In ihrer Familie wurde bei Beschwerden sofort im Medizinlexikon nachgeschlagen – heute übernimmt diese Rolle oft Dr. Google.

Damit beginnt ein Teufelskreis aus Scannen, Googeln und Katastrophisieren. Genau diesen Kreislauf zu unterbrechen, ist ein zentrales Thema der Folge.

Vom Googeln zur Gelassenheit: Nutze Wahrscheinlichkeiten statt Horrorszenarien

Christina rät immer wieder: „Googelt nicht – und wenn ihr googelt, dann positiv.“ Dahinter steckt ein wichtiger Mechanismus: Wenn wir nach Symptomen suchen, landen wir fast automatisch bei den schlimmsten Diagnosen und füttern damit unsere Angst.

Ein Schlüsselsatz aus der Folge ist:

„Wahrscheinliches ist wahrscheinlich.“

Statt im Kopf sofort zum schlimmsten Fall zu springen, kannst du dich fragen:

  • Was ist die wahrscheinlichste Ursache meiner Beschwerden?
  • Wie realistisch ist es wirklich, dass dieses Symptom Krebs bedeutet?
  • Welche simplen, harmlosen Erklärungen sind viel naheliegender?

Ein Praxisbeispiel: Erhöhte Nierenwerte

Christina erzählt, wie sie kürzlich nach einer Blutabnahme leicht erhöhte Nierenwerte hatte. Früher wäre sie im Kopf sofort bei Nierenkrebs gelandet. Heute stellt sie sich bewusst die Frage nach der wahrscheinlichsten Ursache – und kam schnell auf:

  • Sie hatte in den letzten Tagen viel zu wenig getrunken.
  • Sie stillt zusätzlich, was den Flüssigkeitsbedarf erhöht.

Das hat einen Großteil der Angst direkt entschärft – ohne die medizinische Abklärung zu ersetzen. Denn auch das betont sie:

Auf Wahrscheinlichkeiten zu vertrauen heißt nicht, den Arzt zu meiden.
Es bedeutet nur, deine Gedanken nicht automatisch in die Katastrophe laufen zu lassen.

Positiv googeln und dich an Zahlen orientieren

Ein eindrückliches Beispiel aus ihrem Familienleben: Ein auffälliger Mammographie-Befund hätte Christina früher völlig aus der Bahn geworfen. Stattdessen hat sie diesmal bewusst „positiv gegoogelt“ und geschaut:

  • Wie viele auffällige Mammographie-Befunde bedeuten tatsächlich Krebs?

Die Zahl, die sie fand (ohne Gewähr, aber als Orientierung): Nur ein vergleichsweise kleiner Teil der auffälligen Befunde ist wirklich bösartig. Das zeigt:

  • Selbst ein auffälliger Befund heißt noch lange nicht Krebs.
  • Und selbst eine Krebsdiagnose ist heute in vielen Fällen kein Todesurteil, weil es frühe Diagnostik und wirksame Therapien gibt.

Die Kernerkenntnis:

Orientiere dich an Wahrscheinlichkeiten und an der Regel – nicht an seltenen Ausnahmen.

„Nicht in diese Straße einbiegen“: So stoppst du die Angstspirale

Ein weiteres wichtiges Bild, das Christina verwendet, ist die Straßen-Metapher:

Sobald ein Symptom oder ein beunruhigender Gedanke auftaucht, stehen wir bildlich gesprochen an einer Kreuzung. Eine Straße führt in die Angstspirale, die andere in die Gegenwart und Gelassenheit.

Ihr Ansatz:

„Ich kann mich heute sehr gut entscheiden, diese Straße nicht langzugehen.“

Was heißt das konkret im Alltag?

  • 1. Wahrnehmen statt reinsteigern
    Registriere den Gedanken „Was, wenn das Krebs ist?“ – aber lauf ihm nicht hinterher.
  • 2. Aktiven Gedankenstopp setzen
    Sag innerlich oder laut „Stopp“. Du musst den Film im Kopf nicht bis zum bitteren Ende durchspielen.
  • 3. Bewusst etwas anderes tun
    Lenke deine Aufmerksamkeit weg: bewegen, trinken, rausgehen, telefonieren, atmen – irgendetwas, das dich wieder in den Moment holt.
  • 4. Erkennen: Angst ist (oft) automatisiert
    Viele Angstreaktionen laufen wie ein alter Automatismus. Je öfter du bewusst „nicht in diese Straße einbiegst“, desto schwächer wird die alte Spur.

Christina beschreibt, dass sie heute bewusst entscheiden kann, nicht in die Angstspirale einzusteigen. Das ist kein Schalter, der über Nacht umgelegt wird, sondern ein Lernprozess mit viel Übung – aber er ist möglich.

Warum Sorgen nichts verhindern – aber dir sicher die Gegenwart nehmen

Ein zentraler, entlastender Gedanke der Folge:

Sorgen schützen dich nicht davor, dass ein befürchtetes Ereignis eintritt.

Viele Angstbetroffene kennen diesen inneren Dialog:

  • „Wenn ich mir genug Sorgen mache, bin ich vorbereitet.“
  • „Was, wenn ich mir jetzt keine Sorgen mache und dann passiert doch etwas Schlimmes?“

Christina dreht diese Logik um:

  • Wenn das befürchtete Ereignis nicht eintritt, hast du umsonst gelitten.
  • Wenn es doch eintritt, hast du doppelt gelitten: vorher in der Vorstellung und später in der Realität.

Ihr Fazit:

„Im besten Fall hast du dir vorher einfach keine Gedanken gemacht und hattest wenigstens noch eine gute Zeit.“

Vom Negativen ins Positive umschalten

Christina ermutigt dich, dir bewusst zu erlauben, vom positiven oder neutralen Ausgang auszugehen – selbst wenn dein Angsthirn ständig „Ja, aber…“ ruft.

Denn:

  • In den allermeisten Fällen tritt ohnehin ein positives oder neutrales Ergebnis ein.
  • Du machst dir mit ständigen Horrorszenarien die Gegenwart kaputt für etwas, das höchstwahrscheinlich nie passieren wird.

Ein Vergleich, den sie bringt, ist besonders einprägsam:

Du würdest deinen Job nicht kündigen, nur weil du theoretisch im Lotto gewinnen könntest.
Genauso wenig ist es sinnvoll, das eigene Leben an seltenen Katastrophen auszurichten, die in deinem Kopf ständig stattfinden, aber statistisch extrem unwahrscheinlich sind.

Mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten: „Wahrscheinliches ist wahrscheinlich“ im Alltag

Im vorgelesenen Kapitel aus ihrem Buch „Sag deiner Angst, sie kann gehen“ zeigt Christina ganz konkret, wie du den Satz „Wahrscheinliches ist wahrscheinlich“ praktisch nutzen kannst.

1. Realistische vs. unrealistische Befürchtungen unterscheiden

Wenn du merkst, dass sich wieder ein Horrorfilm in deinem Kopf abspielt, halte innerlich an und frage dich:

  • Ist das gerade eine realistische oder eine unrealistische Befürchtung?

Allein diese Frage schafft Distanz. Du trittst einen Schritt aus der Angst heraus und aktivierst deinen Verstand.

2. Die Wahrscheinlichkeit bewusst einschätzen

Christina schlägt vor, deine Angst auf einer Skala einzuordnen:

  • 1 = sehr unwahrscheinlich
  • 10 = sehr wahrscheinlich

Wichtig dabei:

Geh nicht nach deinem Gefühl, sondern nach den Fakten.

Menschen mit Angst halten Dinge vom Gefühl her für viel wahrscheinlicher, als sie tatsächlich sind. Genau deshalb lohnt es sich, sachlich zu prüfen:

  • Wie oft kommt das in deiner Altersgruppe wirklich vor?
  • Was sagen Ärztinnen und Ärzte dazu?
  • Lebst du grundsätzlich gesund? Gibt es konkrete Risikofaktoren?

3. Bleib bei dir – statt dich an Ausnahmen festzubeißen

Typische Gedanken, die Angst verstärken, lauten zum Beispiel:

  • „Der Sohn der Nachbarin hatte auch einen Gehirntumor, also kann das mir auch passieren.“
  • „Die Freundin einer Freundin ist beim Einkaufen umgekippt, vielleicht passiert mir das auch.“

Christinas Einladung:

Bleib mit deinen Gedanken bei dir und deinem Leben.

Du kennst die kompletten Hintergründe anderer Menschen nicht. Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Einzelne Schicksale sind tragisch, aber sie sind nicht die Regel.

Ein berührendes Beispiel ist die Geschichte von Tatjana, einer ehemaligen Betroffenen aus Christinas Community:

  • Sie hat zwei ihrer drei Kinder durch einen sehr seltenen Gendefekt verloren.
  • Trotzdem hat sie sich für eine weitere Schwangerschaft entschieden und ein gesundes Kind bekommen.
  • Ihr half der Blick in den Park: „All diese Menschen wurden mehr oder weniger gesund geboren. Das ist die Regel. Was mir passiert ist, ist die Ausnahme.“

Diese Perspektive kann auch dir helfen: Konzentriere dich auf Regelfälle und Wahrscheinlichkeiten, nicht auf Extremfälle.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Angst kein reines Logikproblem ist, du aber trotzdem während Angst und Panik denken kannst.
  • Wie sich Christinas Angststörung seit ihrem Burnout 2016 verändert hat – und warum sie sich heute als „geheilt“ bezeichnet.
  • Wie dich statistische Informationen (z. B. zu Schwangerschaft über 40 oder Herzinfarktrisiko mit 30–50) entlasten können.
  • Warum so viele Menschen sehr alt werden – und weshalb es wenig Sinn ergibt, ohne konkreten Anlass vom schlimmsten Verlauf auszugehen.
  • Impulse aus Christinas Buch „Sag deiner Angst, sie kann gehen“ für den Umgang mit Krankheitsangst im Alltag.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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