(Mein) Alltag mit Angststörung

So konnte ich meine Ängste überwinden

17.02.2025
Folge 308 | (Mein) Alltag mit Angststörung - so konnte ich meine Ängste überwinden

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Mein Alltag mit Angststörung: Wie ich aus der Dauerschleife der Angst herausgefunden habe

In dieser Folge von „Angst unplugged“ nimmt dich Christina Hillesheim mit in ihre persönliche Geschichte: von frühen Verlustängsten über Panikattacken bis hin zur Angst, den Alltag kaum noch bewältigen zu können. Gleichzeitig zeigt sie dir, welche Schritte ihr geholfen haben, aus dieser Spirale auszusteigen – und was du ganz konkret für dich ableiten kannst.

Lebenslang begleitet von Angst – und trotzdem „funktioniert“

Christina sagt über sich selbst: „Ich hatte eigentlich Ängste, seit ich denken kann.“ Schon als Kind stand ihre innere Welt im Zeichen von Sorge, Kontrolle und Katastrophenfantasien.

Frühe Auslöser und Muster:

  • Starke Verlustängste um ihre Mutter („dass meiner Mama was passiert“).
  • Ausgeprägte Krankheitsängste, vor allem rund um das Thema Krebs.
  • Schon als Kind suchte sie im Gesundheitslexikon nach Krankheiten und diagnostizierte sich selbst.
  • Ständige körperliche Selbstbeobachtung: Jeder „Knubbel“ war potenziell eine schlimme Erkrankung.

Trotzdem wirkte ihr Leben nach außen lange Zeit relativ stabil. Sie hatte viele Freunde, war Klassensprecherin, fühlte sich in Gruppen wohl. Soziale Ängste spielten kaum eine Rolle. Die Angst konzentrierte sich eher auf Gesundheit, Verlust und innere Unsicherheit.

Immer wieder gab es Phasen, in denen die Angst schlimmer wurde – vor allem in stressigen Lebenssituationen wie Trennungen oder Umbrüchen. Doch Christina konnte meist weiter „funktionieren“, bis ihr System irgendwann nicht mehr mitmachte.

Panikattacken und Zusammenbruch: Als Angst den Alltag übernimmt

Mit Anfang 20 erlebt Christina ihre ersten Panikattacken. Auslöser war ihre erste große Liebe, in der alte Verlustängste neu getriggert wurden.

Die Panikjahre:

  • Panikattacken über vier bis fünf Jahre hinweg – mal stärker, mal schwächer.
  • Sie lernt, damit zu leben, die Panik wird mit der Zeit weniger bedrohlich.
  • Irgendwann legt sie das Thema Panikattacken für sich ab – glaubt, es „geschafft“ zu haben.

Parallel entwickelt sich jedoch unter der Oberfläche ein neues Problem: das Gefühl, im Leben zurückzubleiben.

Schleichender Aufbau des Drucks (ab ca. 2012):

  • Trennung, Umzug in eine eigene Wohnung, das Gefühl: „Alle anderen haben Familie, nur ich nicht.“
  • Lange im selben Job, aber keine Kraft für Veränderung oder Neuanfang.
  • Schlafprobleme und zunehmende innere Unruhe.
  • Große Schwierigkeiten, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen – in Familie, Beziehung und Job.

2016 kippt das System endgültig. Christina beschreibt diese Zeit so: „Ich glaube wirklich, fast 24 Stunden am Tag, auch nachts, hatte ich einfach nur noch Angst.“

Wie sich Angst auf den Alltag auswirkte:

  • Sie kann nicht mehr Auto fahren.
  • Termine wie Friseur oder Zahnarzt sind nicht mehr möglich.
  • Sie kann sich bei der Arbeit nicht mehr konzentrieren, wird krankgeschrieben.
  • Am Schreibtisch ist kein klarer Gedanke mehr möglich.
  • Schließlich folgt die Kündigung und damit ein kompletter Bruch im bisherigen Leben.

Die Angst hat sich jetzt auf alle Lebensbereiche ausgedehnt: Familie, Beziehungen, Freizeit und Job. Christina fühlt sich „eingeschränkt“ in nahezu allem, was früher selbstverständlich war.

Familie & Beziehungen: Nähe, Distanz und die Angst, Raum einzunehmen

Ein zentraler Lernschritt für Christina war das Thema Nähe und Distanz in Beziehungen. Ihre Therapeutin erklärte ihr ein Bild, das vieles veränderte:

„Nähe und Distanz sind in Beziehungen wie ein Gummiband. Du kannst dich mal entfernen und wieder annähern und es passiert nichts Schlimmes.“

Ihre alten Beziehungsmuster:

  • Angst, wenn sie selbst mehr Freiraum braucht.
  • Angst, wenn der andere Freiraum einfordert.
  • Die innere Überzeugung: „Wenn der andere sich entfernt, will er sich trennen.“
  • Das Gefühl, keinen eigenen Raum einnehmen zu dürfen.

Christina erkennt, dass ihre Partnerwahl kein Zufall war. Ein Gamechanger war für sie die Einsicht:

„Krass, ich suche mir diese Männer ja auch irgendwie aus.“

Was ihr in Beziehungen geholfen hat:

  • Muster erkennen: Wo wiederholen sich alte Dynamiken? Wo trage ich selbst dazu bei?
  • Bindungsängste verstehen und aufarbeiten, anstatt sie nur zu erdulden.
  • Grenzen setzen – auch wenn es im ersten Moment ein schlechtes Gewissen auslöst.
  • Aushalten, dass sich andere vielleicht kurzfristig nicht gut fühlen.
  • Erleben, dass der andere nicht automatisch sauer ist, sondern sogar selbst daraus lernen kann.

Diese Arbeit an ihren Beziehungsmustern war ein entscheidender Schritt dahin, wie Christina heute ihre Ehe lebt: mit mehr Freiheit, Vertrauen und einem gesünderen Umgang mit Nähe und Distanz.

Freizeit & Alleinsein: Von Flucht in Termine zu echter Pause

Die Angst wirkte sich auch stark auf Christinas Freizeit aus. Insbesondere in der akuten Phase 2016 war Freizeit kein Erholungsraum mehr, sondern ein weiterer Bereich, den die Angst kontrollierte.

Freizeit unter Angst:

  • Angst vor Situationen, aus denen sie vermeintlich nicht „rauskommt“ (z. B. Friseur, Zahnarzt).
  • Rückzug, weil jeder Termin mit innerer Anspannung verbunden ist.

Ein wichtiger Wendepunkt war, dass sie sich bewusst mehr Zeit mit sich selbst erlaubt hat – ohne permanent Ablenkung zu suchen.

Konkrete Veränderungen in ihrer Freizeitgestaltung:

  • Den Kalender nicht mehr mit Terminen „vollklatschen“.
  • Pausen und Auszeiten bewusst einplanen.
  • Sich erlauben, sich zu langweilen, statt jede Stille zu vermeiden.
  • Lernen, mit den eigenen Gefühlen allein zu sein, ohne sofort zu fliehen.

Christinas Empfehlung an dich:

„Gönn dir Pausen, gönn dir Auszeiten, gönn dir Langeweile. Es ist so wichtig, sich langweilen zu können und nicht immer das Gefühl zu haben, ich kann es mit mir selbst nicht aushalten.“

Job & Berufung: Wenn der Arbeitsplatz zur Angstfalle wird

Die Angst machte auch vor dem Job nicht halt. Schlafprobleme, innere Unruhe und die Unfähigkeit, Grenzen zu setzen, führten schließlich dazu, dass Christina nicht mehr arbeiten konnte.

Wie sich Angst im Job zeigte:

  • Kein klarer Gedanke mehr am Schreibtisch.
  • Daueranspannung und Erschöpfung.
  • Krankschreibung und schließlich Kündigung.

Aus dieser Krise heraus traf sie eine radikale Entscheidung: 2017 machte sie sich selbstständig – und fand nach und nach in eine Arbeit, die sie erfüllt.

„Es hört sich theatralisch an, aber ich lebe echt meinen Traum heute. Ich bin so unfassbar glücklich mit dem, was ich tue.“

Was sich im Arbeitsleben verändert hat:

  • Mehr Kreativität – etwas, das ihr jahrzehntelang gefehlt hat.
  • Das Gefühl, morgens gerne aufzustehen und zu arbeiten.
  • Ein Job, der besser zu ihren Werten und Bedürfnissen passt.

Christina betont aber auch: Selbstständigkeit ist nicht für jede Person die Lösung. Wichtiger ist, ehrlich hinzuschauen, warum du dich in deinem Job unwohl fühlst.

Fragen, die du dir laut Christina stellen kannst:

  • Stehst du morgens auf und hast schon Angst vor der Arbeit?
  • Hast du eigentlich gar keine Lust hinzugehen?
  • Gefällt dir dein Job vielleicht einfach nicht zu 100 Prozent?
  • Kannst du mit Kolleg:innen oder Vorgesetzten sprechen, um Dinge zu verändern?
  • Muss es wirklich gleich eine Kündigung sein – oder gibt es Zwischenschritte?

Es geht nicht darum, alles von heute auf morgen umzuwerfen. Sondern darum, ehrlich zu prüfen, was nicht mehr stimmig ist und wie du Schritt für Schritt mehr Passung und Leichtigkeit in dein Arbeitsleben bringen kannst.

Wie Christina den Weg aus der Angstspirale gefunden hat

Nach dem Zusammenbruch 2016 war für Christina klar: So kann es nicht weitergehen. Sie begann, ihr gesamtes Leben auf den Prüfstand zu stellen.

Ihre wichtigsten Schritte heraus aus der Dauerschleife Angst:

  • Medizinische Unterstützung: Sie suchte sich einen guten Arzt.
  • Verhaltenstherapie: Schritt für Schritt stellte sie sich ihren Ängsten und durchbrach Vermeidungsverhalten.
  • Lebensbereiche neu sortieren: Familie, Freunde, Job, Freizeit – alles kam auf den Prüfstand.
  • Die Leitfragen: „Wie kann ich mir mein Leben so gestalten, dass ich es gerne lebe – und ohne ständige Angst?“

Wichtig ist ihr auch: Dieser Podcast ersetzt keinen Arzt und keine Therapie. Doch er kann dir Impulse geben, dich selbst und deine Angst besser zu verstehen – und den ersten Schritt zu gehen.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Angst sich in Belastungsphasen oft auf neue Lebensbereiche ausweitet.
  • Wie sich Verlustängste aus der Kindheit in späteren Beziehungen zeigen können.
  • Warum „immer an die falschen Männer geraten“ oft ein wiederkehrendes Muster ist.
  • Wie du lernen kannst, Grenzen zu setzen, ohne dich für deine Bedürfnisse zu schämen.
  • Einladung zu einem Workshop, in dem Ängste in Alltag, Job, Familie und Freizeit vertieft besprochen werden.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"
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