Angststörung oder ADHS? Ursachen und Symptome

So erkennst du den Unterschied!

21.07.2025
Folge 352 | Angststörung oder ADHS 🤯 Ursachen und Symptome - so erkennst du den Unterschied!

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

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Inhalt

ADHS und Angststörung: Wie du innere Unruhe besser einordnest

Innere Unruhe, Konzentrationsprobleme, ständige Sorgen – viele Betroffene fragen sich:
Habe ich ADHS, eine Angststörung oder beides? In dieser Folge von
„Angst unplugged“ spricht Gastgeberin Christina Hillesheim darüber,
wie sich ADHS und Angst ähneln, worin sie sich unterscheiden und welche Fragen du dir
gemeinsam mit Therapeut:innen stellen kannst.

Was ist ADHS wirklich – mehr als „nur hibbelig“

Wenn wir an ADHS denken, fallen vielen zuerst zappelige Kinder ein, die sich nicht
konzentrieren können. Doch das Bild ist deutlich komplexer, gerade bei Erwachsenen.

Klassische ADHS-Symptome

Typische Anzeichen, die in vielen Beschreibungen und auf Therapieseiten genannt werden:

  • Innere Unruhe und Nervosität
  • Konzentrationsschwierigkeiten, Aufgaben nicht zu Ende bringen
  • Vergesslichkeit und leichte Ablenkbarkeit
  • Impulsivität (schnell handeln, ohne nachzudenken)
  • Emotionale Ausbrüche wie Wutausbrüche oder starke Stimmungsschwankungen

Christina beschreibt es so: Gefühle lassen sich oft nur schwer „bremsen“, Reaktionen
passieren schnell und intensiv. Das betrifft nicht nur Verhalten, sondern auch das
innere Erleben.

Der oft übersehene Hyperfokus

Besonders spannend ist ein Symptom, das vielen erst spät bewusst wird: der
Hyperfokus.

Menschen mit ADHS können sich nicht nur schlecht konzentrieren, sondern manchmal auch
extrem fokussieren – allerdings oft unsteuerbar:

  • Sie gehen in einer Aufgabe so auf, dass sie alles andere ausblenden.
  • Essen, Trinken, Pausen werden vergessen.
  • Der Fokus wirkt „übertrieben stark“ und lässt sich schwer planen.

Christina erkennt sich hier selbst wieder:
„Wenn Christina arbeitet, dann sieht sie nichts anderes. Sie isst nicht, sie trinkt nicht,
sie bewegt sich drei Stunden lang nicht.“
Erst bei der Recherche wurde ihr klar, dass das tatsächlich ein ADHS-Symptom
sein kann.

Dieser Hyperfokus kann einerseits leistungsfördernd sein, andererseits
auch ungesund und auslaugend, wenn der Körper dauerhaft übergangen wird.

Was eine Angststörung ausmacht

Viele Hörer:innen von „Angst unplugged“ kennen die typischen
Merkmale von Angst aus eigener Erfahrung. Trotzdem lohnt sich ein klarer Blick darauf,
was eine Angststörung von „normaler“ Sorge unterscheidet.

Typische Merkmale von Angststörungen

  • Übermäßige Sorgen im Alltag
  • Ständiges Grübeln und Gedankenkreisen
  • Dauerhafte „Was-wäre-wenn“-Szenarien im Kopf
  • Die Tendenz, immer vom Schlimmsten auszugehen
  • Schwierigkeit, die Gedanken von Sorgen abzuziehen

Dazu kommen häufig Phobien wie:

  • Spinnenphobie oder andere spezifische Ängste
  • Soziale Ängste (z. B. Angst vor Bewertung oder Blamage)

Panikattacken als Teil der Angstproblematik

Panikattacken gehören oft zum Bild einer Angststörung und fühlen sich sehr dramatisch an:

  • Herzrasen und Schwindel
  • das Gefühl, gleich zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren
  • starke körperliche Symptome, die sehr real wirken

Im Vergleich zu ADHS sind diese Erlebnisse meist klar an Angstspitzen
oder bestimmte Situationen gekoppelt, während ADHS-Symptome eher dauerhaft präsent sind.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede: ADHS vs. Angst

ADHS und Angststörungen können sich erstaunlich ähnlich anfühlen. Das macht die
Selbsteinschätzung so schwierig und führt bei vielen zu der Frage: „Was habe ich eigentlich wirklich?“

Gemeinsame Symptome

Beide Störungsbilder teilen mehrere typische Merkmale:

Wenn du dich hier wiedererkennst, heißt das also noch nicht automatisch, dass du
„nur“ eine Angststörung oder „nur“ ADHS hast.

Wichtige Unterschiede

Christina fasst zentrale Unterschiede auf Basis ihrer Recherche so zusammen:

  • Entstehung:
    ADHS ist häufig neurologisch verankert und zeigt sich oft
    schon früh in der Kindheit.
    Angststörungen entstehen häufig durch Erfahrungen – zum Beispiel:

    • Lernen am Beispiel der Eltern (ängstliches Verhalten wird übernommen).
    • Belastende oder traumatische Erlebnisse.
  • Konzentration:
    Bei ADHS ist die schlechte Konzentration eher konstant, also im Alltag
    immer wieder spürbar.
    Bei Angststörungen tritt sie vor allem in Angstphasen oder bei
    starker Anspannung auf.
  • Hyperfokus:
    Der extreme Hyperfokus ist typisch für ADHS und bei Angststörungen so
    in der Form eher unüblich.

Wichtig ist: Du musst dich nicht selbst eindeutig „einsortieren“.
Eine fundierte Diagnose durch Fachleute ist hier entscheidend.

Diagnose & Umgang: Was du konkret tun kannst

Wenn du dich in vielem wiederfindest und dir die Frage stellst „Habe ich ADHS, eine
Angststörung oder beides?“, lohnt sich ein professioneller Blick von außen.

Therapie als Schlüssel für Klarheit

Christina betont, wie wichtig eine gute therapeutische Begleitung ist,
gerade wenn mehrere Themen zusammenkommen. Ihre Empfehlung:

  • Bist du schon in Therapie?
    Sprich deine Vermutung offen an. Zum Beispiel mit Fragen wie:

    • „Haben Sie das Gefühl, ich könnte auch ADHS haben?“
    • „Steht ADHS bei mir vielleicht stärker im Vordergrund als die Angst?“
    • „Macht es Sinn, Tests zu machen?“
  • Erkundige dich, ob deine Therapeutin bzw. dein Therapeut
    zusätzliche Diagnostik für ADHS empfiehlt oder ob es aktuell
    für deine Situation wenig Mehrwert hätte.

Medikamente – mit Augenmaß und Vorsicht

Christina ist persönlich kein Fan davon, „sofort zu Medikamenten zu greifen“,
vor allem bei Kindern. Ihre Haltung:

  • Medikamente können hilfreich sein, sollten aber gut abgewogen werden.
  • Gerade bei Jüngeren empfiehlt sie, sehr vorsichtig zu sein.
  • Wichtig ist eine individuelle Abwägung mit Fachleuten.

Gleichzeitig kann es sehr wertvoll sein, durch eine Diagnose
sich selbst besser zu verstehen. Manchmal hilft allein dieses Wissen,
den eigenen Alltag anders zu strukturieren und gezielter nach passenden Strategien
zu suchen.

Wenn beides zusammenkommt: ADHS und Angst

Es ist durchaus möglich, ADHS und eine Angststörung gleichzeitig zu haben –
und das ist gar nicht so selten. Laut Christina wird im
ADHS-und-oder-Angststörung-Workshop mit Therapeutin
Anke Glassmeier noch einmal tiefer auf Zahlen, Zusammenhänge und
Behandlungsansätze eingegangen.

Wichtige Punkte für dich:

  • Du musst dich nicht zwischen „ADHS“ oder „Angst“ entscheiden.
  • Beides kann sich gegenseitig verstärken oder überlagern.
  • Eine differenzierte Sicht hilft, die richtigen Prioritäten in der Behandlung zu setzen.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Christinas persönlicher Umgang mit der Frage, ob sie selbst ADHS hat.
  • Warum sie trotz Verdacht aktuell keinen ADHS-Test als dringend erlebt.
  • Einladung zum ADHS- und Angst-Workshop mit Therapeutin Anke Glassmeier.
  • Ermutigung zum Austausch: Welche Symptome kennst du von dir selbst?
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Angst & Überforderung". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Angst & Überforderung"

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