Handlungsplan bei Angst

Deine ersten Schritte

04.01.2023
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Konkreter Handlungsplan bei Angst: So findest du Schritt für Schritt zurück in dein Leben

In dieser Folge von „Angst unplugged“ nimmt dich Christina Hillesheim, Diplom-Soziologin und Buchautorin, mit in einen klaren, alltagstauglichen Handlungsplan gegen Angst. Statt dich in unzähligen Tipps zu verlieren, bekommst du vier konkrete Schritte, die dir Orientierung geben, wenn dich Ängste belasten – vom ersten Arzttermin bis hin zur Rückfall-Prophylaxe.

Die Folge richtet sich an dich, wenn du unter Ängsten leidest, dich im Alltag eingeschränkt fühlst und dir endlich einen roten Faden wünschst: Was mache ich jetzt ganz konkret, Schritt für Schritt?

1. Wie schlimm ist deine Angst wirklich? Deine ehrliche Bestandsaufnahme

Bevor du irgendetwas veränderst, brauchst du Klarheit: Wie stark belastet dich deine Angst im Alltag wirklich?

Christina stellt dir sinngemäß eine zentrale Frage:

„Wie sehr bist du durch deine Angst eingeschränkt, wie sehr leidest du darunter und wie stark mindert sie deine Lebensqualität?“

Nimm dir einen Moment Zeit und sei radikal ehrlich mit dir. Du kannst dich dabei an diesen Punkten orientieren:

  • Alltag: Vermeidest du Wege, Situationen, Menschen oder Entscheidungen wegen deiner Angst?
  • Beruf: Belastet dich deine Angst im Job, bei Terminen, Meetings oder Konzentration?
  • Soziales Leben: Sagst du häufig ab, ziehst dich zurück, fühlst dich überfordert?
  • Körper: Leidest du unter Schlafstörungen, dauernder innerer Unruhe, Herzrasen, Schwindel o.Ä.?

Je ehrlicher du hier bist, desto klarer kannst du den nächsten Schritt wählen.

Wann du unbedingt professionelle Hilfe brauchst

Wenn du merkst, dass deine Ängste dich stark einschränken, du körperlich dauerhaft am Limit bist oder das Gefühl hast, allein nicht mehr herauszufinden, ist der erste Schritt immer:

  • Vereinbare einen Termin bei deinem Hausarzt oder einer Hausärztin.

Dort kannst du deine Situation ausführlich schildern. Mögliche nächste Schritte können sein:

  • Überweisung zu einer psychologischen oder psychiatrischen Sprechstunde
  • Kontakt zu einem Krisendienst oder einer Krisenhotline
  • Unterstützung bei der Suche nach Therapie oder weiteren Angeboten

Wichtig ist: Ab einem gewissen Leidensdruck brauchst du Hilfe von außen. Das ist kein Versagen, sondern ein Zeichen von Verantwortung dir selbst gegenüber.

2. Ehrliche Innenschau: Was in deinem Leben dir guttut – und was nicht

Wenn deine Ängste zwar belastend sind, dich aber (noch) nicht komplett lahmlegen, kannst du parallel oder zusätzlich mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme deines Lebens starten.

Christinas Vorschlag: Nimm dir Zeit – gerne abends – und mach dir eine einfache Tabelle auf Papier.

Schritt 1: Zwei Spalten – „gut“ und „nicht gut“

Schreibe in die eine Spalte:

  • Was fühlt sich gut an in meinem Leben?

In die andere Spalte:

  • Was fühlt sich nicht gut an in meinem Leben?

Das können Lebensbereiche und konkrete Situationen sein, zum Beispiel:

  • Job, Arbeitsbelastung, Kolleg:innen
  • Beziehungen, Familie, Freundschaften
  • Wohnsituation, Alltag, Freizeit
  • Eigenes Verhalten, Ansprüche an dich selbst

Schritt 2: Die „negativen“ Punkte hinterfragen

Gehe dann Punkt für Punkt durch die „nicht gut“-Spalte und stelle dir ehrlich Fragen wie:

  • Warum belastet mich das genau?
  • Was müsste anders sein, damit es sich besser anfühlt?
  • Was fehlt mir in diesem Bereich?

Erst wenn du verstehst, warum dich etwas belastet, kannst du beginnen, es zu verändern.

Schritt 3: Kleine, machbare Schritte definieren

Frage dich anschließend bei jedem Punkt:

  • Was ist ein kleiner, realistischer erster Schritt in Richtung Verbesserung?
  • Wer könnte mir dabei helfen, wenn ich es allein nicht schaffe?

Christina betont, wie wertvoll es ist, diese Innenschau regelmäßig zu machen – nicht erst dann, wenn dich zwischen Feiertagen oder im Urlaub plötzlich eine Welle aus Gefühlen und Ängsten überrollt, weil du zur Ruhe kommst.

„Ich habe mich damals nie gefragt: Bin ich eigentlich glücklich und wie geht es mir wirklich?“

Nutze Schriftlichkeit bewusst: Schreiben sortiert deine Gedanken und macht Unklares greifbar. Ein Notizbuch kann hier zu deinem wichtigsten Begleiter werden.

3. Innere Ruhe, Sicherheit und Selbstvertrauen in deinen Alltag zurückholen

Ein zentraler Wendepunkt in Christinas eigener Geschichte war dieser Lernschritt:

„Ich musste lernen, mir selbst zu vertrauen und mich selbst zu beruhigen.“

Früher suchte sie in Angstphasen sofort Halt bei anderen. Dadurch konnte sie nie erfahren, dass sie in sich selbst genügend Stärke trägt. Genau hier setzt dieser dritte Schritt an.

Lerne, dich selbst zu beruhigen

Selbstberuhigung ist ein Prozess, der in kleinen Schritten entsteht. Hilfreiche Ansätze sind zum Beispiel:

  • Atemübungen: Bewusster, ruhiger Atem kann dein gesamtes System regulieren.
  • Selbstzuwendung: Dir innerlich gut zureden statt dich zu kritisieren.
  • Körperwahrnehmung: Spüren, wo sich Anspannung zeigt, und sanft loslassen.

Christina beschreibt den Atem als eines der wichtigsten Tools überhaupt im Umgang mit Angst. In „Angst unplugged“ findest du bereits mehrere geführte Atemübungen, die du im Alltag wiederholen kannst.

Wichtig: In akuten, sehr starken Angstzuständen brauchst du oft zuerst Unterstützung von außen. Schuldgefühle sind hier fehl am Platz. Selbstberuhigung lernst du Schritt für Schritt – oft begleitend zu Therapie oder Coaching.

Werde dir selbst ein guter Freund

Um dir Halt geben zu können, musst du dich kennen. Dazu gehört:

  • Regelmäßig Zeit nur mit dir selbst zu verbringen
  • Bewusst weniger nach außen zu schauen („Was machen die anderen?“)
  • Mehr nach innen zu spüren: „Was brauche ich gerade wirklich?“

Ein praktischer Tipp von Christina: Trage dir „Me-Time“-Termine fest in deinen Kalender ein. Zum Beispiel:

  • Alleine mit Notizbuch ins Café gehen
  • Spaziergang ohne Ablenkung durch Handy oder Podcast
  • Eine Stunde nur für Reflexion, Schreiben, Atmen

Je vertrauter du mit dir selbst wirst, desto stabiler wirst du innerlich. Diese innere Stabilität kann dir niemand nehmen – im Gegensatz zu äußeren Sicherheiten wie Job, Beziehung oder Anerkennung.

4. Vorbeugen & Rückfälle akzeptieren: Heilung verläuft in Wellen

Einer der wichtigsten Punkte zum Schluss: Heilung ist kein gerader Weg. Gerade bei Angst gehört es dazu, dass es Rückfälle oder schwierigere Phasen gibt.

„Bei einer Heilung geht es zwei Schritte vor und einen zurück. Mir muss es nicht jeden Tag gut gehen.“

Rückfälle sind kein Beweis für Scheitern

Viele Menschen geraten in Panik, wenn die Angst nach einer guten Phase zurückkommt: „Ich habe nichts gelernt, es geht wieder von vorne los.“

Christina macht klar:

  • Deine Fortschritte sind nicht gelöscht.
  • Oft sind sie nur so klein oder selbstverständlich geworden, dass du sie nicht mehr wahrnimmst.
  • Frag im Zweifel Freunde oder Familie: „Wie ging es mir vor drei Monaten und wie geht es mir heute?“

Häufig zeigt der Blick von außen deutlich: Du bist längst weiter als früher, auch wenn du dich im Moment schwächer fühlst.

Vorbeugen: Dein Leben anpassen, statt weitermachen wie vorher

Ein entscheidender Bestandteil von Heilung ist, die Ursachen oder Verstärker deiner Angst ernst zu nehmen und nicht in alte Muster zurückzufallen.

Das bedeutet:

  • Verändere bewusst die Bereiche, von denen du weißt: Sie tun dir nicht gut.
  • Vermeide, dauerhaft in denselben ungesunden Strukturen zu bleiben.
  • Akzeptiere, dass Fehler normal sind – problematisch wird es erst, wenn du sie tausendmal wiederholst.

Angst an sich ist nicht „schlecht“ oder „falsch“. Entscheidend ist, wie sehr sie dich im Alltag einschränkt und ob du dein Leben trotzdem als lebenswert und freudvoll erfahren kannst. Dein Ziel ist kein perfektes, angstfreies Leben, sondern ein Leben, das sich trotz (oder mit) sensibler Psyche wieder richtig schön und lebenswert anfühlt.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Gesundheit die Basis für alles andere ist – besonders nach den letzten Krankheitswellen
  • Christinas persönlicher Weg durch Burnout und starke Angstzustände seit 2016
  • Hinweis auf Atemübungen und Methoden im „Angst unplugged“-Podcast-Archiv
  • Wie Bewertungen und Abos helfen, das Thema mentale Gesundheit sichtbarer zu machen
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Akute Angst & Panik". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Akute Angst & Panik"
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