Wie Vergleiche mit anderen zu Angststörung und Burnout führen können

02.09.2024
Wie Vergleiche mit anderen zu Angststörung und Burnout führen können – Podcastfolge über Druck, Perfektionismus und Selbstzweifel

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

Jetzt anhören auf:
Inhalt

Vergleiche, Angst und Burnout: Warum dein eigener Weg der wichtigste ist

In dieser Folge von „Angst unplugged“ spricht Christine darüber, wie ständiger Vergleich mit anderen ihre Angststörung verstärkt und sie tiefer in ein Burnout geführt hat – und wie sie gelernt hat, Schritt für Schritt wieder bei sich selbst anzukommen.

Die Folge richtet sich an dich, wenn du unter Angst, innerem Druck oder Erschöpfung leidest, dich oft mit anderen vergleichst und das Gefühl hast, ständig hinterherzuhinken – beruflich, privat oder in deiner persönlichen Entwicklung.

Wenn Vergleiche krank machen: Vom äußeren Druck zur inneren Krise

Vergleiche mit anderen sind bis zu einem gewissen Grad normal. Vor allem durch Social Media schauen wir automatisch, was andere machen, wie sie leben, was sie „geschafft“ haben. Problematisch wird es, wenn du dich daran orientierst, statt an dir selbst.

Bei Christine zeigte sich das sehr deutlich in einer Lebensphase, in der sie früh die Diagnose Burnout bekam:

  • Sie war Anfang 30, hatte gerade erst ihren Mann kennengelernt.
  • Fast alle Freund:innen waren verheiratet und hatten Kinder – sie nicht.
  • Als Frau spürte sie zusätzlich die „tickende biologische Uhr“.

Aus diesem Vergleich entstand ein massiver innerer Druck:

„Ich muss jetzt sofort schwanger werden.“

Gleichzeitig merkte sie, dass ihre Angststörung und ihr Burnout sich verschlimmerten. Trotzdem glaubte sie: „Alle machen das so, also muss ich es auch so machen. Das ist der ultimative Weg zum Glück.“

Dieses Muster zog sich in andere Lebensbereiche:

  • Im Job: „Die anderen leisten mehr, haben mehr erreicht, sind nicht krank.“
  • Beim Thema Grenzen: „Nur ich bin schwach, weil ich mich krankmelde oder Nein sage.“
  • In der Selbstwahrnehmung: starke Selbstkritik, innere Sätze wie „Reiß dich zusammen, so schlimm ist es nicht.“

Genau diese Vergleiche können dich:

  • tiefer in Angst, Burnout und Erschöpfung treiben,
  • von deinen eigenen Bedürfnissen wegbringen,
  • neidisch, wütend oder dauerhaft unzufrieden machen.

Der entscheidende Wendepunkt beginnt dort, wo du aufhörst zu fragen, was „man“ macht – und anfängst zu fragen, was du wirklich willst.

Angst als Botschaft: Was dir deine Symptome sagen wollen

Ein Satz aus einem Workshop im Happy Club mit Dr. Thomas Peter hat Christine besonders berührt:

„Je mehr Angst du hast, desto weniger lebst du deine Wünsche und Bedürfnisse.“

Angst kann ein Warnsignal sein, dass in deinem Leben etwas nicht (mehr) stimmig ist. Sie zeigt häufig an:

  • Du lebst eher nach Erwartungen anderer als nach deinen eigenen Werten.
  • Du übergehst Bedürfnisse wie Ruhe, Nähe, Freiheit oder Kreativität.
  • Du bleibst in Situationen, die dir eigentlich nicht guttun.

Christine beschreibt, dass sie irgendwann so sehr im Außen und im Funktionieren war, dass sie:

  • überhaupt nicht mehr wusste, was sie will,
  • ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse kaum noch benennen konnte,
  • nur noch an dem gemessen hat, was andere tun oder erwarten.

Mit der Zeit kann sich Angst „verselbstständigen“. Dann reicht es oft nicht mehr aus, nur an ein paar Stellschrauben zu drehen oder mehr zu meditieren. Bei Christine halfen irgendwann:

  • keine Meditationen mehr,
  • kein Yoga,
  • kein Spazierengehen oder Achtsamkeitsübungen.

Sie war zu tief in der Angsts­pirale. Schließlich entschied sie sich, sich Antidepressiva verschreiben zu lassen – ein Schritt, der mit viel innerem Ringen und Scham verbunden war, vor allem aus Angst vor der Meinung anderer.

Wichtig ist ihr dabei eine klare Botschaft:

  • Es gibt keinen Einheitsweg. Was ihr geholfen hat, muss nicht automatisch dir helfen.
  • Es ist gefährlich, Medikamente von anderen „nachzuahmen“ statt sie mit Ärzt:innen abzuklären.
  • Es geht darum, deinen individuellen Heilungsweg zu finden – mit ärztlicher Unterstützung und, wenn möglich, Therapie.

Angst ist damit nicht nur Feind, sondern auch Hinweis: „Hallo, hier stimmt gerade etwas nicht in deinem Leben.“ Wenn du diese Botschaft ernst nimmst, kann genau dort Veränderung beginnen.

Zurück zu dir: Wie du deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse wiederfindest

Ein zentrales Learning aus Christines Weg aus dem Burnout: Heilung beginnt dort, wo du dich wieder dir selbst zuwendest – nicht im egoistischen, sondern im gesunden Sinn.

1. Fragen, die dich zurück zu dir bringen

Statt automatisch zu übernehmen, was alle anderen machen, kannst du dir regelmäßig Fragen stellen wie:

  • Will ich das wirklich – oder glaube ich nur, dass ich es „sollte“?
  • Fühlt sich dieser Schritt gerade stimmig an oder nur logisch?
  • Tue ich das aus Angst, zurückzubleiben, oder aus echter innerer Freude?

Erwarte keine sofortigen Klarheiten. Gerade wenn du lange im Funktionsmodus warst, dauert es, bis du wieder spürst, was du willst. Wie Christine sagt: Du wirst nicht einfach aufwachen und plötzlich alle Antworten haben. Es ist ein Weg.

2. Vom Kopf ins Gefühl: In den Körper hineinspüren

Um Entscheidungen stärker aus sich heraus zu treffen, versucht Christine heute bewusst, weniger im Kopf und mehr im Gefühl zu sein. Praktisch heißt das:

  • Beim Nachdenken über eine Entscheidung in den Körper spüren:
    • Fühlt sich die Brust weit, weich, frei oder positiv aufregend an?
    • Oder ist da eher Enge: Druck auf der Brust, flache Atmung, Übelkeit, Schwindel?
  • Körperliche Symptome wie:
    • Übelkeit, Schwindel,
    • Gefühl von „Unwirklichkeit“,
    • Hautausschlag, Druck im Hals- oder Brustbereich

    nicht nur als „Störung“, sondern als Signal des Körpers zu sehen.

Im Psychosomatik-Kontext ergeben sich daraus spannende Fragen:

  • „Was ist mir gerade über den Kopf gewachsen?“
  • „Wo spreche ich meine Wahrheit nicht?“
  • „Wo steht es mir bis hier?“ (z.B. bei Ausschlag am Dekolleté oder Halsbereich)

Statt Symptome nur als Bedrohung zu sehen, kannst du sie als „coole Zeichen“ deines Körpers verstehen: als Aufforderung, etwas in deinem Leben zu verändern, nicht als Beweis, dass du schwer krank bist.

3. Professionelle Hilfe annehmen – auf deine Weise

Wenn Angst deine Lebensqualität deutlich einschränkt, betont Christine immer wieder:

  • Hol dir Unterstützung – z.B. durch:
    • eine gute Hausärztin oder einen guten Arzt,
    • eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten,
    • geeignete therapeutische oder medizinische Maßnahmen.
  • Sprich offen darüber, wie es dir wirklich geht.
  • Klärt individuell: Was brauchst du ganz persönlich?

Du musst nicht beweisen, dass du „es alleine schaffst“. Dein Weg darf anders aussehen als der von Freund:innen, von Menschen in Social Media oder von Christine selbst.

Ihr zentrales Anliegen: Vergiss die Vergleiche, sobald es um deine Gesundheit geht. Wichtig ist nur, was dir hilft, wieder ein erfülltes, freieres Leben zu führen.

Gesunder Umgang mit Social Media und Vergleich: Inspiration statt Neid

Christine kennt die „Social-Media-Falle“ selbst sehr gut: Dieses Verlieren in den Leben anderer, die scheinbar immer glücklich, produktiv und erfolgreich sind.

Dazu ein paar wichtige Perspektiven:

  • Menschen zeigen in Social Media meist 5 Minuten ihres Tages – nicht ihr ganzes Leben.
  • Du siehst oft die Höhepunkte, nicht die Zweifel, Krisen und schlechten Tage.
  • Das Bild, das du dir von anderen machst, ist dadurch häufig verzerrt.

Statt Social Media nur als Verstärker von Druck und Neid zu nutzen, lädt Christine dich ein, den Fokus zu verschieben:

  • Sieht jemand glücklich oder erfolgreich aus? Frag dich:
    • Was genau gefällt mir daran?
    • Wie kann ich davon etwas für mich übersetzen – auf meine Art?
  • Nutze andere Menschen als Inspiration, nicht als Maßstab.
  • Vermeide 1:1-Kopien von Lebenswegen, Entscheidungen oder Lösungen.

So kann aus Neid wieder etwas Konstruktives werden. Du musst nicht neidvoll auf andere schauen, wenn du lernst, dir selbst ein Leben zu gestalten, das dich erfüllt. Oder wie Christine es beschreibt: Sie möchte sich selbst so glücklich machen, dass sie anderen ehrlichen Erfolg von Herzen gönnen kann – und sich fragt: „Wie schaffe ich das auf meine Weise?“

Wichtig ist dabei auch die Hoffnungsperspektive: Expert:innen aus ihren Workshops und ihre eigene Therapeutin sind sich einig, dass eine Angststörung grundsätzlich heilbar ist. Das braucht Zeit, Geduld, oft Rückschläge – und deinen Mut, deinen Weg zu gehen, nicht den der anderen.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum kleine Rückschläge und Rückfälle auf dem Heilungsweg völlig normal sind.
  • Weshalb Grenzen setzen und „Nein“ sagen kein Zeichen von Schwäche ist.
  • Wie Ängste, Glaubenssätze und Verhaltensmuster über Generationen weitergegeben werden.
  • Warum nur, weil „alle“ etwas tun, es noch lange nicht das Richtige für dich sein muss.
  • Wie du mit mehr Geduld und Mitgefühl dir selbst gegenüber erste Schritte aus der Angstspirale gehen kannst.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
Jetzt anhören auf:

Diese Folgen könnten dir auch gefallen

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest

Keine Folge verpassen

Du interessierst dich für das Thema mentale Gesundheit, angstfrei und glücklich leben? Dann melde dich doch zu meinem kostenlosen Newsletter an. Direkt nach Anmeldung erhältst du meine Happy News mit Updates zu neuen Blog Beiträgen, Podcast Folgen, Freebies sowie vielen exklusiven Community- und Bonus-Aktionen.