Toxische Beziehungen

erkennen und loslassen

15.11.2021
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

Jetzt anhören auf:
Inhalt

Toxische Beziehungen erkennen und lösen: 7 Fragen & 5 Auswege

Toxische Beziehungen hinterlassen selten sichtbare Spuren, aber sie greifen dein Selbstwertgefühl, deine Freiheit und deine seelische Gesundheit an.
In dieser Folge von Angst unplugged spricht Diplom-Soziologin, Autorin und Coach Christina Hillesheim darüber,
woran du ungesunde Muster erkennst und wie du dich Schritt für Schritt daraus befreien kannst.

Bin ich in einer toxischen Beziehung? 7 ehrliche Fragen

Nicht jede schwierige Phase ist gleich toxisch. Kritisch wird es, wenn sich bestimmte Muster wiederholen und du dich dauerhaft schlecht fühlst.
Die folgenden Fragen helfen dir, deine Beziehung, Freundschaft oder Familienkonstellation ehrlich zu reflektieren.

1. Du kannst es nie richtig machen

Frage: Gibt dir dein Partner oder deine Partnerin häufig das Gefühl, dass nichts, was du tust, gut genug ist?
Wirst du ständig kritisiert, klein gemacht oder abgewertet, egal wie sehr du dich bemühst?

Ein dauerhaftes Gefühl von „Ich reiche nicht“ ist ein starkes Warnsignal. Auf Dauer „vergiftet“ dich diese Dynamik innerlich.

2. Du entschuldigst dich immer – auch ohne Schuld

Frage: Bist du nach einem Streit immer die Person, die sich entschuldigt, egal wer eigentlich die Verantwortung trägt?
Kann dein Gegenüber praktisch nie sagen: „Es tut mir leid“?

Wenn du in der Beziehung zur Dauerschuldigen oder zum Dauerschuldigen wirst,
ist das ein klares Zeichen, dass die Beziehung nicht mehr auf Augenhöhe stattfindet.

3. Deine Gefühle werden abgewertet

Frage: Reagiert dein Gegenüber abweisend oder herabsetzend, wenn du Kränkungen oder deine Gefühle ansprichst?
Typische Sätze sind zum Beispiel:

  • „Stell dich nicht so an.“
  • „Du bist viel zu empfindlich.“
  • „So schlimm ist das doch gar nicht.“

Solche Reaktionen nehmen dir das Recht auf deine eigenen Gefühle. Auf Dauer zweifelst du an deiner Wahrnehmung und an dir selbst.

4. Extreme zwischen Nähe und Ablehnung

Frage: Wechseln sich Phasen von intensiver Nähe und Leidenschaft mit starker Ablehnung, Kälte und heftigen Streitereien ab?

Wenn du dich wie in einer Achterbahn fühlst – heute himmelhoch jauchzend, morgen am Boden zerstört –,
ist das kein Zeichen „großer Liebe“, sondern oft ein ungesundes, toxisches Muster.
Gerade diese Extreme können süchtig machen und dich in der Beziehung festhalten.

5. Deine sozialen Kontakte werden eingeschränkt

Frage: Verbietet dir dein Partner oder deine Partnerin, Zeit mit Freunden oder Familie zu verbringen?
Werden deine Liebsten schlecht geredet oder abgewertet?

Toxische Beziehungen isolieren häufig: Du sollst dich mehr und mehr nur noch auf die eine Person konzentrieren.
Dadurch wirst du abhängiger und verlierst wichtige Quellen von Halt und Realität.

6. Du vertraust nur noch der Wahrnehmung deines Partners

Frage: Vertraust du fast nur noch auf die Wahrnehmung und Entscheidungen deines Gegenübers
und lässt Dinge zu, die du früher klar abgelehnt hättest?

Wenn du deinem eigenen Urteilsvermögen nicht mehr traust und dich innerlich beugst,
ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass die Beziehung deine Grenzen systematisch verschiebt.

7. Es gelten doppelte Standards

Frage: Erlaubt sich dein Partner oder deine Partnerin Dinge, die er oder sie dir verbietet – etwa:

  • mit Freunden ausgehen
  • Kontakt zu Ex-Partnern pflegen
  • Treffen mit der eigenen Familie
  • bestimmte Kleidung tragen

Solche doppelten Standards zeigen deutlich: Es geht nicht um Fairness oder Respekt,
sondern um Macht, Kontrolle und Besitzdenken.

Fazit der 7 Fragen: Wenn du bei mehreren dieser Punkte innerlich mit „Ja“ geantwortet hast
und dich schon länger unglücklich fühlst, befindest du dich mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer toxischen Beziehung.
Die Intensität kann variieren, aber wichtig ist: Du musst das nicht aushalten. Du darfst etwas ändern.

5 Schritte, um dich aus einer toxischen Beziehung zu befreien

„Mach dir klar, dass du dich vielleicht gegen deinen Partner entschieden hast, aber du hast dich für dich selbst entschieden.“
Dieser Perspektivwechsel ist zentral, wenn du dich lösen möchtest.

1. Werde dir deiner Gefühle bewusst

Bevor du etwas verändern kannst, brauchst du Klarheit über dich selbst:

  • Wie geht es dir wirklich in dieser Beziehung?
  • Was verletzt dich am meisten?
  • Was fehlt dir? (Respekt, Nähe, Ehrlichkeit, Freiheit …)

Hilfreich ist, wenn du deine Gedanken und Gefühle aufschreibst.
Ein Tagebuch kann dir dabei helfen:

  • deine Emotionen zu sortieren
  • Muster zu erkennen („Das wiederholt sich ständig“)
  • dich selbst wieder besser zu spüren

Gerade wenn Gespräche mit deinem Partner kaum möglich sind,
ist das Schreiben eine Art Gespräch mit dir selbst – ehrlich, klärend und stärkend.

2. Stärke deinen Selbstwert

In vielen toxischen Beziehungen wird dir – offen oder subtil – eingeredet, dass du „nichts wert“ bist oder froh sein solltest,
überhaupt jemanden zu haben. Das ist falsch.

Frage dich:

  • Wer bist du abseits dieser Beziehung?
  • Welche Stärken hast du?
  • Welche Ziele verfolgst du in deinem Leben?
  • Welche Rollen spielst du noch? (z.B. Mutter/Vater, Freund:in, Kolleg:in)

Schreib dir all das bewusst auf. Du bist viel machtvoller, als du gerade vielleicht denkst.

Unterstützend können dir auch positive Affirmationen helfen, etwa:

  • „Ich bin wertvoll, so wie ich bin.“
  • „Ich darf Grenzen setzen.“
  • „Ich habe ein Recht auf eine liebevolle, respektvolle Beziehung.“

Wiederhole solche Sätze regelmäßig, auch wenn sie sich am Anfang ungewohnt anfühlen.
Du trainierst damit deinen inneren Blick auf dich selbst.

3. Tu dir selbst bewusst Gutes

In toxischen Beziehungen geht das eigene Wohl oft komplett unter.
Deshalb ist es so wichtig, dass du wieder beginnst, aktiv für dein eigenes Wohlbefinden zu sorgen.

Frag dich:

  • Was tut mir richtig gut?
  • Wann fühle ich mich ruhig, frei, lebendig?

Mögliche kleine Wohlfühlmomente:

  • ein warmes Schaumbad
  • ein Spaziergang im Wald
  • eine Tasse Kaffee am Morgen mit einem guten Buch
  • Musik hören, die dich trägt

Verabrede dich bewusst auf „Dates mit dir selbst“.
Lass dir diese Me-Time weder kleinreden noch verbieten.
Sie ist kein Luxus, sondern eine Grundlage dafür, dich wiederzufinden.

4. Nimm dein eigenes Leben wieder in die Hand

Ein starkes Gegengewicht zu einer toxischen Beziehung ist ein eigenes, erfülltes Leben außerhalb der Partnerschaft:

  • Pflege deine Freundschaften.
  • Verbringe Zeit mit deiner Familie.
  • Erinnere dich an Hobbys und Interessen, die nur dir gehören.
  • Baue dir Stück für Stück ein eigenes Stabilitätsnetz auf.

Wichtig ist:

  • Jeder Mensch in einer Beziehung darf ein eigenes Leben haben.
  • Eigene Freunde, eigene Interessen und eigene Termine sind gesund.
  • Du brauchst Halt und Sicherheit auch außerhalb der Partnerschaft.

Gerade in toxischen Konstellationen entsteht oft das Gefühl: „Ohne diese Person kann ich nicht leben.“
Je mehr du dein eigenes Leben stärkst, desto weniger abhängig fühlst du dich.

5. Halte an deiner Wahrheit fest und erlaube dir ein Ende

Toxische Menschen neigen – oft unbewusst – dazu, dir ihre eigene Realität aufzudrängen und dein Urteilsvermögen infrage zu stellen.
Das kann dazu führen, dass du nach einer Trennung wieder zurückkehrst, weil du glaubst, du übertreibst oder liegst falsch.

Hier hilft ein klarer Gedanke: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“

Mache dir immer wieder bewusst:

  • Warum wolltest du gehen?
  • Wie ging es dir in den schlimmsten Phasen der Beziehung?
  • Was hat dich dauerhaft verletzt und klein gemacht?

Du entscheidest dich nicht „gegen Liebe“, sondern für dein eigenes Leben und dein Glück.
Es wird am Anfang weh tun und unbequem sein, aber:

„Es wartet da draußen ein Mensch auf dich, der dich genauso behandelt, wie du es verdient hast.
Und mit nichts Geringerem solltest du dich zufrieden geben.“

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum Selbstliebe der Schlüssel für gesunde Beziehungen ist
  • Wie du lernst, Nein zu sagen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben
  • Typische Gründe, warum wir in unglücklichen, auslaugenden Beziehungen bleiben
  • Wie du den Mut findest, noch einmal ganz neu anzufangen
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
Jetzt anhören auf:

Diese Folgen könnten dir auch gefallen

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest

Keine Folge verpassen

Du interessierst dich für das Thema mentale Gesundheit, angstfrei und glücklich leben? Dann melde dich doch zu meinem kostenlosen Newsletter an. Direkt nach Anmeldung erhältst du meine Happy News mit Updates zu neuen Blog Beiträgen, Podcast Folgen, Freebies sowie vielen exklusiven Community- und Bonus-Aktionen.