Perfektionismus und Glaubenssätze auflösen

Adventskalender 4. Dezember

04.12.2024
Perfektionismus und Glaubenssätze auflösen - Adventskalender 4. Dezember

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

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Inhalt

Perfektionismus loslassen: Mehr Vertrauen, weniger Kontrolle

In dieser Adventskalender-Folge von „Angst unplugged“ spricht Christina Hillesheim darüber, wie stark Perfektionismus unser Leben einschränken kann – und wie du Schritt für Schritt lernen kannst, Kontrolle abzugeben und mehr zu vertrauen.

Perfektionismus: Wenn Kontrolle dein Leben einengt

Perfektionismus fühlt sich oft an wie eine Daueranspannung: Alles muss geplant, kontrolliert und „richtig“ gemacht werden. Fehler scheinen verboten, Spontaneität macht Angst. Gerade Menschen mit Angststörungen kennen dieses Muster sehr gut.

Christina beschreibt typische Gedanken von Perfektionist:innen:

  • „Ich muss immer alles richtig machen.“
  • „Ich darf keine Fehler machen.“
  • „Wenn ich nicht alles kontrolliere, passiert etwas Schlimmes.“

Hinter all dem steckt häufig die Überzeugung, dass nur absolute Kontrolle Sicherheit geben kann. Das Problem: Du zahlst dafür einen hohen Preis. Dein Leben wird eng, starr und oft lieblos dir selbst gegenüber.

Ein zentraler Gedanke der Folge: Viele Dinge im Leben klären sich erst auf dem Weg, nicht im Voraus. Du kannst dein Ziel kennen, aber nicht alle Schritte im Detail planen. Wenn du versuchst, jeden einzelnen Schritt im Voraus festzuzurren, nimmst du dir Entwicklung, Überraschungen und wertvolle Erfahrungen.

„Ein geplanter Weg ist wie eine Mauer vor perfekten Momenten“

Christina teilt ein Zitat des Dichters Hans Kruppa, das den Kern dieser Folge wunderbar zusammenfasst:

„Ein geplanter Weg ist wie eine Mauer vor perfekten Momenten.“

Diese „Mauer“ entsteht aus:

  • Überplanung – jeder Schritt ist durchorganisiert.
  • Kontrollzwang – nichts darf unklar oder offen sein.
  • Angst vor Unsicherheit – Neues wird gemieden, Spontanes macht Angst.

Die Folge: Du nimmst viele schöne, lebendige Momente gar nicht wahr. Stattdessen läufst du mit Scheuklappen durchs Leben. Alles, was nicht in deinen Perfektionsplan passt, blendest du aus – selbst wenn es gut für dich wäre.

Christina lädt dich ein, dir zwei Fragen ehrlich zu stellen:

  • Wo ist dein Leben zu sehr durchgeplant?
    In welchen Bereichen schränkst du dich ein, weil du alles kontrollieren willst?
  • Wie könntest du beginnen, diese „Mauern“ ein wenig einzureißen?
    Welche kleinen Schritte wären möglich, um etwas lockerer zu werden?

Allein diese Reflexion kann dir zeigen, wie stark Perfektionismus deine Freiheit begrenzt.

Woher dieser starke Kontrollwunsch oft kommt

Christina spricht auch darüber, dass ein ausgeprägter Kontrollwunsch häufig in der Kindheit angelegt wird. Besonders bei Menschen, die als Kinder das Gefühl hatten, in ihrer Familie die „Erwachsenenrolle“ übernehmen zu müssen.

Typische Erfahrungen können sein:

  • Du hattest das Gefühl, Verantwortung für die Stimmung oder Stabilität in der Familie tragen zu müssen.
  • Du warst innerlich ständig „auf Empfang“: Geht es allen gut? Droht Streit? Bricht gleich etwas auseinander?
  • Du hast früh gelernt: „Wenn ich nicht aufpasse, passiert etwas Schlimmes.“

Was damals eine sinnvolle Überlebensstrategie war, kann im Erwachsenenalter zu einem belastenden Muster werden. Du überträgst das alte „Ich muss alles zusammenhalten“ auf dein heutiges Leben, deine Beziehungen, deine Arbeit – und gerätst so immer stärker in Perfektionismus und Überkontrolle.

Der erste heilsame Schritt ist, dieses Muster zu erkennen und zu verstehen: Heute bist du erwachsen, und du musst nicht mehr alles retten. Du darfst Stück für Stück Verantwortung abgeben, Vertrauen lernen und dir erlauben, nicht perfekt zu sein.

In kleinen Schritten Vertrauen üben und Kontrolle abgeben

Kontrolle loszulassen ist kein Schalter, den du einfach umlegst. Es ist ein Übungsweg. Christina macht Mut, mit sehr kleinen, alltagstauglichen Schritten zu beginnen, statt dich mit großen „Mutproben“ zu überfordern.

1. Neue Wege ausprobieren – im ganz wörtlichen Sinne

Eine einfache Übung: Ändere bewusst kleine Routinen.

  • Geh einen anderen Weg zur Arbeit oder auf deinem Spaziergang.
  • Mach einen kleinen Umweg und schau bewusst, was dir begegnet.
  • Wähle einen neuen Rückweg nach Hause, statt automatisch die gewohnte Route zu nehmen.

Das klingt banal, hat aber eine tiefe Wirkung: Du signalisierst dir selbst, dass Neues nicht automatisch gefährlich ist. Dein Nervensystem lernt, dass Abweichungen vom Plan nicht zum Kontrollverlust führen müssen.

2. Neue Erfahrungen zulassen

Ein weiterer Schritt kann sein, bewusst Dinge zu tun, die du immer vor dir herschiebst, weil sie „unsicher“ oder ungewohnt sind:

  • Du machst bisher nur zu Hause Sport? Probiere einmal ein Fitnessstudio aus.
  • Fitnessstudio stresst dich? Bleib zu Hause, aber teste ein neues Workout oder eine andere Sportart.
  • Melde dich zu einem VHS-Kurs an und begegne neuen Menschen und Themen.

Wichtig ist nicht, was genau du tust, sondern dass du dich behutsam aus deiner Komfortzone bewegst. So entdeckst du, dass dein Leben größer ist als deine Ängste und Pläne.

3. Mit Affirmationen eine neue innere Haltung stärken

Zum Abschluss der Folge lädt Christina dich zu drei Affirmationen ein, die dir helfen können, innerlich weicher zu werden und Vertrauen zu üben. Du kannst sie mit geschlossenen Augen in Ruhe auf dich wirken lassen oder sie im Alltag immer wieder innerlich wiederholen:

  • „Ich gebe die Kontrolle auf und lasse mich vom Leben treiben.“
  • „Ich muss nicht alles perfekt machen, um geliebt zu werden.“
  • „Ich gehe mit dem Flow.“

Diese Sätze erinnern dich daran, dass Liebe, Wert und Sicherheit nicht davon abhängen, ob du alles im Griff hast. Du darfst Fehler machen, Umwege gehen und trotzdem richtig sein, so wie du bist.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum besonders Menschen mit Angststörungen Kontrolle als scheinbare Sicherheit nutzen.
  • Weshalb der Weg sich oft erst zeigt, wenn du beginnst, ihn zu gehen.
  • Impulse, wie du den Tag bewusst anders starten oder beenden kannst.
  • Einladung, die Adventszeit als Übungsfeld für mehr Leichtigkeit zu nutzen.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"

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