Inneres Kind heilen

3 kleine Übungen

12.02.2023
Angst Unplugged ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Christina spricht mit interessanten Interview Gästen über Themen rund um Ängste und Mentale Gesundheit und berichtet aus ihrem Weg aus Angst und Burnout.

„Angst Unplugged“ (ehemals „Einmal Burnout und zurück“) ist dein Podcast für Kopf, Körper & Nervensystem. Mein Name ist Christina Hillesheim und ich berichte in diesem Podcast über meinem Weg aus Burnout, Angst und Panikattacken zurück in ein glückliches Leben. Du bekommst hier hilfreiche Gedanken, umsetzbare Tipps & Übungen und inspirierende Geschichten anderer Betroffener sowie von Expert:Innen. Neue Folgen gibt es immer dienstags. Folge mir gerne, um keine neue Folge mehr zu verpassen.

Du kannst den Podcast komplett kostenlos anhören (bspw. auf Spotify) und ich würde mich sehr freuen, wenn du dem Podcasts folgst und mir eine Bewertung da lässt. Wie du das ganz einfach machen kannst, erkläre ich dir auf dieser Seite. Ich danke dir! ❤️

Jetzt anhören auf:
Inhalt

Dein inneres Kind heilen: Wie du alte Verletzungen heute loslassen kannst

In dieser Folge von „Angst unplugged“ nimmt dich Diplom-Soziologin und Autorin Christina Hillesheim mit in die Welt der inneren Kindarbeit. Du erfährst, warum viele deiner heutigen Ängste, Unsicherheiten und negativen Gedanken in deiner Kindheit wurzeln – und wie du anfangen kannst, dich selbst zu heilen.

Warum dein inneres Kind heute noch dein Leben beeinflusst

Viele Menschen glauben, ihre Ängste oder negativen Gedanken hätten vor allem mit aktuellen Situationen oder jüngeren Erfahrungen zu tun. Doch häufig liegen die eigentlichen Ursachen viel weiter zurück.

In der Kindheit lernen wir:

  • wie „die Welt funktioniert“
  • was angeblich wichtig ist im Leben
  • wer wir sind und wie wertvoll wir uns fühlen dürfen

Diese Überzeugungen übernehmen wir in der Regel von unseren Eltern oder nahen Bezugspersonen – und stellen sie als Kinder nicht in Frage. Genau hier entsteht oft der innere Schmerz, der sich später als Angst, Unsicherheit oder Überanpassung zeigt.

Eltern sind verletzte Kinder – und keine allwissenden Autoritäten

Ein zentraler Gedanke dieser Podcastfolge: Eltern sind auch nur Menschen. Sie handeln nach bestem Wissen und Gewissen, tragen aber ihre eigenen Verletzungen in sich. Kinder können das noch nicht einordnen und nehmen alles für wahr an.

Typische Prägungen können sein:

  • Leistungsorientierte Eltern: Du lernst „Wenn ich nichts leiste, bin ich nicht liebenswert.“
  • Ängstliche Eltern: Du übernimmst unbewusst „Die Welt ist gefährlich, ich muss immer auf der Hut sein.“

Aus kindlicher Sicht sind Eltern oft „allwissend“. Wenn Mama oder Papa sagen, dass du „nicht gut genug“ bist, fühlt es sich an, als wäre das eine objektive Wahrheit. Diese Sätze graben sich tief ins Unterbewusstsein ein.

Christina beschreibt es so: „Ganz viele verletzte Kinder laufen durch die Welt, die ihren Eltern bedingungslos geglaubt haben.“

Abgrenzung: Du darfst anderer Meinung sein als deine Eltern

Ein wichtiger Schritt in Richtung Heilung ist die innere Abgrenzung von elterlichen Meinungen und Erwartungen. Das bedeutet nicht, deine Eltern abzuwerten, sondern dich selbst ernst zu nehmen.

Ein kleines, aber kraftvolles Beispiel aus Christinas Leben: Sie ist schwanger und hat einen Wunschnamen für ihr Baby. Ihrer Mutter gefällt der Name nicht. Sofort taucht der Impuls auf, sich anzupassen und „einen anderen Namen zu nehmen“ – nur um es den Eltern recht zu machen.

Die eigentliche Botschaft dahinter:

  • Es ist okay, wenn deinen Eltern nicht alles gefällt, was du tust.
  • Du darfst Entscheidungen treffen, die sich für dich richtig anfühlen.
  • Du musst nicht immer der Meinung deiner Eltern sein.

Innere Kindarbeit bedeutet deshalb auch, dir zu erlauben, heute als erwachsene Person für dich selbst einzustehen – selbst dann, wenn das deinen Eltern nicht gefällt.

Drei einfache Übungen, um dein inneres Kind zu heilen

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, kannst du mit drei einfachen, aber wirkungsvollen Übungen beginnen. Sie helfen dir, wieder in Kontakt mit deinem inneren Kind zu kommen und dir selbst Halt zu geben.

1. Schreib deinem jüngeren Ich einen Brief

Für diese Übung suchst du dir ein Kinderfoto von dir und nimmst dir bewusst Zeit für dich.

So gehst du vor:

  • Such dir ein Foto von dir als Kind und leg es vor dich hin oder neben dich.
  • Zünde dir, wenn du magst, eine Kerze an, um eine ruhige Atmosphäre zu schaffen.
  • Nimm Stift und Papier und schreib deinem jüngeren Ich einen Brief.

Fragen, die dir helfen können:

  • Welche Worte hätten dir als Kind gutgetan?
  • Welche Sätze hast du nie gehört, dir aber gewünscht?
  • Welche Bedürfnisse waren damals nicht erfüllt?

Schreib deinem inneren Kind:

  • Verständnis: „Es ist okay, dass du verletzt bist. Ich verstehe dich.“
  • Halt und Liebe: „Heute bin ich für dich da. Ich bin stolz auf dich.“
  • Anerkennung: „Du machst deine Sache toll. Du bist gut, so wie du bist.“

Du kannst diesen Brief immer wieder lesen. Er erinnert dich daran, dass du dir heute selbst geben darfst, was dir damals gefehlt hat.

Ein wichtiger Gedanke aus der Folge: „Du bist frei, wenn du lernst, eine Entschuldigung zu akzeptieren, die du nie bekommen hast.“ Du musst nicht mehr darauf warten, dass andere sich entschuldigen oder dich endlich sehen. Du kannst heute selbst für dich einstehen.

2. Dich selbst halten und umarmen

Die zweite Übung wurde Christina einst in einer Therapie empfohlen und klingt zunächst ungewohnt, kann aber sehr heilsam sein – besonders bei Ängsten.

Probier Folgendes aus:

  • Lege deine Arme um deinen eigenen Körper, als würdest du jemanden umarmen.
  • Wiege dich sanft hin und her und schließe, wenn du magst, die Augen.
  • Oder lege eine Hand auf dein Herz und eine auf deinen Bauch und atme ruhig ein und aus.

Worum es dabei geht:

  • Kontakt zu dir selbst aufnehmen, statt dich im Außen zu verlieren.
  • Dir selbst Halt und Sicherheit geben, besonders in Momenten von Angst oder innerer Unruhe.
  • Dein Urvertrauen stärken: das Gefühl, dass am Ende alles gut werden darf.

Gerade Menschen mit starken Ängsten haben dieses Grundvertrauen oft in der Kindheit vermisst. Die gute Nachricht: Angst ist in vielen Fällen gelernt – und alles, was gelernt ist, kann auch wieder verlernt werden. Kleine, regelmäßige Rituale wie diese Umarmungsübung können ein wichtiger Schritt sein.

3. Die Spiegelübung: Lerne, dir selbst anders zu begegnen

Die dritte Übung ist die sogenannte Spiegelübung. Sie kann herausfordernd sein, aber auch tiefe Erkenntnisse bringen.

So startest du:

  • Setz dich für etwa drei Minuten vor einen Spiegel.
  • Stell dir einen Wecker, damit du die Zeit nicht im Blick behalten musst.
  • Schau dir die ganze Zeit bewusst in die Augen, gerne abwechselnd ins linke und rechte Auge.

Atme ruhig ein und aus, zum Beispiel durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus. Lass deinen Körper zur Ruhe kommen und beobachte, was in dir passiert.

Schritt 1: Gedanken wahrnehmen

  • Achte darauf, welche Gedanken auftauchen: über dich, deinen Körper, dein Leben, die Welt.
  • Versuch nicht, diese Gedanken zu bewerten oder festzuhalten.
  • Stell dir vor, sie ziehen wie Wolken am Himmel vorbei.

Schritt 2: Neue Gedanken wählen

  • Nutze die letzten ein bis zwei Minuten, um dir die Frage zu stellen:
    „Was möchte ich eigentlich über mich und die Welt denken?“
  • Stell dir vor, du siehst im Spiegel nicht nur die erwachsene Version von dir, sondern auch dein jüngeres Ich.
  • Überleg dir Sätze, die dir gut tun, zum Beispiel: „Ich bin liebenswert“, „Ich bin sicher“, „Ich darf meinen eigenen Weg gehen“.

Christina hat in ihrem Burnout diese Form des inneren Dialogs vor allem schriftlich genutzt. Sie hat ihre Gedanken aufgeschrieben, sie sich bewusst gemacht und dann ganz aktiv neue, stärkende Gedanken formuliert.

Wichtig dabei:

  • Lösungsorientiert bleiben: Nicht nur sehen, was schwierig ist, sondern immer fragen: „Wie möchte ich künftig denken?“
  • Dranbleiben: Je häufiger du bewusst mit dir sprichst, desto vertrauter wird dir diese neue innere Stimme.

Weitere Inhalte der Podcastfolge

  • Warum viele Menschen ihr Leben lange „funktionieren“, ohne sich zu fragen, ob sie wirklich glücklich sind.
  • Wie sich ein Burnout mit starken Angstzuständen anfühlen kann – und was der Startpunkt für Christinas innere Reise war.
  • Warum kurze, kompakte Impulse oft leichter in den Alltag integrierbar sind als lange theoretische Erklärungen.
  • Hinweis auf einen vertiefenden Workshop mit Workbook zur inneren Kindarbeit für alle, die praktisch einsteigen wollen.
Dies ist ein Podcast aus meiner Themenwelt „Selbstliebe & Selbstbewusstsein". Du findest viele weitere hilfreichen Informationen und Tipps auf der Themenseite: „Selbstliebe & Selbstbewusstsein"
Jetzt anhören auf:

Diese Folgen könnten dir auch gefallen

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest

Keine Folge verpassen

Du interessierst dich für das Thema mentale Gesundheit, angstfrei und glücklich leben? Dann melde dich doch zu meinem kostenlosen Newsletter an. Direkt nach Anmeldung erhältst du meine Happy News mit Updates zu neuen Blog Beiträgen, Podcast Folgen, Freebies sowie vielen exklusiven Community- und Bonus-Aktionen.